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Nein, es handelt sich weder um die Himmelsscheibe von Nebra noch um einen archäologischen Fund, der belegt, dass sich bereits die Neandertaler mit der Plattentektonik befasst haben. Es ist schlicht eine vereiste Pfütze, die ich beim morgendlichen Spaziergang auf dem Feld entdeckte. An anderer Stelle hatte ein Traktor seine Spuren hinterlassen.

Uracher „Eisfall“ 1

Die Kleinstadt Bad Urach war namensgebend für den Uracher Wasserfall, der sich nahe der Stadt von der Traufkante der Schwäbischen Alb in die Tiefe stürzt. Der Wasserfall ist das ganze Jahr über einen Besuch wert. Doch wenn er im Winter zum „Eisfall“ wird, finde ich ihn besonders reizvoll. In einer längeren Kälteperiode wächst die Vereisung des Uracher Wasserfalls täglich und gestaltet bizarre Skulpturen.

Von der Hochfläche der Schwäbischen Alb stürzt das Wasser zuerst 37 m in die Tiefe, um dann über zahlreiche Sinterstufen in Kaskaden dem Maisental entgegenzuströmen. Der Uracher Wasserfall ist frei zugänglich und über Treppen erschlossen. Diese sind im Winter häufig vereist und dann gesperrt.

Diese Bilder stammen alle vom oberen Abschnitt des Uracher Wasserfalls. Die Eisskulpturen der Sinterterrassen unterhalb zeige ich in einem zweiten Beitrag.

In Eis und Schnee

Eigentlich ist es nichts besonderes, dass auf der Schwäbischen Alb in klaren Nächten die Temperatur über den Schneeflächen auf unter minus 20 Grad Celsius absinkt. Nur hat sich der Schnee auf der Alb in den letzten Jahren rar gemacht. Selbst die Sonne kann den Tag über gegen die klirrende Kälte nicht viel ausrichten.

Auf der Albhochfläche bei Salmendingen gibt es zahlreiche markante Bäume, die locker in die weite Landschaft eingestreut sind. Manche blicken bereits auf ein stattliches Alter zurück. In stoischer Ruhe trotzen sie Wind und Wetter, Eis und Schnee.

Die Eiseskälte hat die Schmelzwasser der letzten Tage zu bizarren Eisformationen erstarren lassen. Interessant sind auch die Luftblasen, die sich unter und zwischen den Eisplatten aufstauen.

Kurz nach Sonnenaufgang sind bereits die ersten Sportler unterwegs. Um diese Zeit geht man hier noch kein Corona-Risiko ein.

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Freitag, 01. März 2019

Als ich mich auf den Rückweg nach Troms machte, hatte es sich bereits völlig zugezogen. In Borge, das insbesondere durch sein Wikingermuseum bekannt ist, fällt jedoch schon aus der Entfernung die moderne Kirche ins Auge. Fertiggestellt 1987 fasst das Bauwerk 700 Personen und dient deshalb zur Aufführung von Konzerten.

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Gleich gegenüber fand sich diese nette Perspektive.

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Am Steirapollen gelang mir noch diese Aufnahme einer Felseninsel bevor der Schneesturm loslegte.

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Da die Scheibenwischer in kürzester Zeit vereisten ging die Sicht mitunter gegen Null.

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Am Gimsöystraumen hatte der Schneefall gerade etwas nachgelassen, doch das war nur eine kurze Freude.

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Die 1007 m lange Brücke über den Tjelsundet verbindet seit 1967 die Inselwelt der Lofoten mit dem norwegischen Festland. Inzwischen waren gut 30 cm Neuschnee gefallen und die Schneepflüge waren permanent im Einsatz.

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Auf der E6 nach Norden angekommen, war es bereits Nacht. Hinter Setermoen fand ich einen geeigneten Übernachtungsplatz.

Samstag, 02. März 2019

Am anderen Morgen hatte sich die Welt völlig verändert. Statt -3 Grad, wie am Vorabend, zeigte das Thermometer -19 Grad an. Dafür sah es nach einem herrlichen Sonnentag aus.

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An der Malselva bog ich von der E6 ab und folgte dem Flusslauf talaufwärts in Richtung eines ausgewiesenen Skigebietes, noch unentschlossen, ob ich die Tourenski nicht doch noch auspacken sollte. Wegen des fehlenden Kartenmaterials aus dieser Ecke verwarf ich die spontane Idee jedoch wieder. Als ich in einem kleinen Gehege zwei einsame Rentiere erblickte, hielt ich an. Hier wurden wohl Schlittenfahrten mit Rentieren angeboten. Wenn´s ums Geschäft geht wird dann auch mal schnell die Samentradition strapaziert und ein Zelt aufgestellt.

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Statt einer Skitour, entschied ich mich dafür, Troms nicht über die E8 sondern auf der Nebenroute 858 anzufahren. Eine Entscheidung, die ich nicht bereuen sollte.

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Durch tief verschneite Landschaft und vorbei an weit verstreuten Gehöften ging es hinüber zum Nordfjordbotn der, wie mir ein Eisangler erzählte, seit fünf Jahren endlich wieder einmal zugefroren war. Den Eisanglern werde ich aber einen eigenen Beitrag gönnen.

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Dann wechselte die Straße hinüber zum Balsfjorden. Dem entlang ging es Richtung Troms.

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Im Strandbereich hinterließen Ebbe und Flut den üblichen Eisbruch, der von riesigen Eiskristallen garniert wurde.

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Durch ein Traumland für Skitourengeher erreichte ich schließlich Troms.

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