Medienhafen Düsseldorf

Die Freigabe des alten Rheinhafens in Düsseldorf erfolgte bereits in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre. Durch die Neugestaltung des Areals sollten nicht nur neue Akzente für die Stadtentwicklung gesetzt, sondern auch bestehende Probleme behoben werden. Dies gelang bereits beim ersten Abschnitt mit dem Bau des neuen Landtags, der damit verbundenen Tunnellösung für die Hauptverkehrsachse entlang des Rheins und dem Ausbau der Uferpromenade. Im zweiten Abschnitt wurde der sich anschließende Medienhafen in Angriff genommen. Namhafte nationale und internationale Architekten trugen zum vielgestaltigen Bild dieses Areals bei.

Zu einem besonderen Aushängeschild wurde der Neue Zollhof, der von Frank O. Gehry 1999 vollendet wurde. Das dekonstruktivistische Arrangement aus drei Gebäudekomplexen weicht mit seinen aufgefalteten Fassaden, kippenden Wänden und schrägen Türmen von der klassischen Gebäudegestaltung signifikant ab. Wie von investigativen Journalisten aufgedeckt wurde ist der Eigentümer dieses Komplexes keine Immobilienfirma, sondern der Sohn des indonesischen Palmölmagnaten Sukanto Tanoto.

Ebenfalls von Gehry stammt die 2010 fertiggestellte „Hafenspitze“. Dieses architektonisch einmalige Gebäudeensemble besteht aus zwei 65 Meter hohen Zwillingstürmen. Während der eine Turm das Hayatt Regency Hotel beherbergt, wird der zweite Turm als Bürokomplex genutzt. Für Empfänge lässt sich die Freitreppe zwischen den Türmen öffnen und der Vorplatz in die Nutzung einbeziehen. Ist die Luke geschlossen, weist nur das Geländer auf diese Möglichkeit hin. Dies alles ist aber keine Kulisse zu einem neuen James Bond, sondern pure Realität! Zumindest für jene mit dem nötigen Kleingeld.

Zusammen mit der „Living Bridge“ mit der Gaststätte „Lido“ markiert die Hafenspitze den dritten Entwicklungsabschnitt entlang der Speditionsstraße.

Hier wurde einiges an alter, denkmalgeschützter Bausubstanz erhalten und mit Neubauten kombiniert. Die Mischung ergibt ein gefälliges und vielgestaltiges Arrangement unterschiedlichster Baustile.

Eines der markantesten Gebäude ist das 62 Meter hohe Colorium von William Allen Alsop, dessen farbig gestaltete Fassade sofort ins Auge sticht.

Der südliche Eingang zum Medienhafen wird einerseits durch den „Trivago-Komplex“ und andererseits durch das „Capricorn Haus“ der Kölner Architekten Gatermann + Schossig (Supergelb Architekten) markiert. Die speziell für die Firmenzentrale von UNIPER konstruierte Fassade macht diesen Komplex mit seinen aktiven Elementen zum Schallschutz und zur Wärmegewinnung zu einem Niedrigenergiehaus mit geringen Betriebskosten.

Natürlich gäbe es noch viel zu den Bauwerken im Medienhafen zu berichten und viele weitere Bilder wären denkbar, insbesondere auch zu anderen Tageszeiten. Ein Grund, um irgendwann wiederzukommen.

myhive

myhive Largo und Alto sind die Zebras im Düsseldorfer Medienhafen. Der Entwurf stammt von sop architekten.

Der auf den ersten Blick recht nüchtern wirkende Bürokomplex an der Kesselstraße überrascht bei näherer Betrachtung mit dynamischer Linienführung.

Die beiden Gebäude bilden den „Trivago-Komplex“ mit dem Stammsitz der Firma und bieten dazuhin flexible Büroflächen und Konferenzräume zum Mieten. myhive Largo ging 2019 in Betrieb, myhive Alto folgte 2021. Zusammen bringt es der Gebäudekomplex auf knapp 58000 m² nutzbare Fläche.

Die horizontale Linienführung der Fassade soll Ausdruck der flachen Hierarchie in der Unternehmensführung sein. Doch wie so oft zeigt die Linienführung je nach Betrachtung ein deutliches Gefälle auf.

Vitra Designe Museum

Das Vitra Designe Museum ist Teil des Vitra Campus in Weil am Rhein, einem Ort an dem sich Architektur, Designe und Möbelproduktion wechselseitig durchdringen. Mehrere namhafte zeitgenössische Architekten haben hier eine „Duftmarke“ hinterlassen. Das nach meiner Meinung späktakulärste Bauwerk, das Vitra Designe Museum, wurde von Frank Gehry errichtet und 1989 eröffnet. Zumal im Raum Basel noch mehrere Leckerbissen warten, lohnt sich ein Besuch im Dreiländereck unbedingt.

Novembermorgen am Albtrauf

Am Sonntagmorgen sammelte ich Fotomotive am Albtrauf. Kurz nach 7 Uhr, gerade noch rechtzeitig vor Sonnenaufgang, erreichte ich den ersten Fotospot. Meine Hoffnung erfüllte sich, ein Mast der Überlandleitung ragte aus dem Nebelmeer heraus. Zum Sonnenaufgang wechselte ich die Talseite, um den streifenden Lichteinfall entlang der Traufhänge optimal ins Bild zu bekommen. Danach tauchte ich in die Nebelsuppe ab. Dort hätte ich mich in den Streuobstwiesen noch stundenlang austoben können, doch um 9:30 Uhr beendete ich meinen fotografischen Ausflug und machte mich mit klatschnassen Füßen auf den Heimweg. Ein gemütliches Frühstück in der Wärme rundete den gelungenen Start in den Tag ab. Sonntag!

Wegwarte

Vor 10 bis 20 Jahren sah man sie bei uns kaum mehr, doch heute blüht sie wieder an den Weg- und Straßenrändern und am Rande der Felder, die Wegwarte. Sie öffnet kurz nach Sonnenaufgang ihre blauen Blüten und lässt die Wegränder häufig als blaues Band erstrahlen.

Die Wegwarte ist eine ganz besondere Pflanze. Dies lässt sich alleine schon daran ermessen, dass sie in Deutschland 2005 zum „Gemüse des Jahres“, 2009 zur Blume des Jahres und 2020 zur Heilpflanze des Jahres ernannt wurde.

Wahrscheinlich werden nur noch die Alten wissen, dass die gemeine Wegwarte auch den Namen „Zichorie“ trägt. Dieser verweist zum einen darauf, dass aus der Wegwarte die heutigen Kulturpflanzen Salatzichorie, besser bekannt als Chicorée, und der Radicchio gezüchtet wurden. Zum anderen verweist der Namen auf den Zichorienkaffee, der ab Mitte des 18. Jahrhunderts und insbesondere während der Kriegsjahre und in der Nachkriegszeit als Kaffeeersatz oder „Muckefuck“ zum Einsatz kam. Ein Produkt der damaligen Zeit, das man auch heute noch kennt, ist der „Caro-Kaffee“.

Oft kommt die gesamte Pflanze als Futter- oder Heilpflanze zum Einsatz. Beim Kaffeeersatz greift man auf die Pfahlwurzel zurück.

Urban Colors

Am 9. Juli 2022 veranstaltete das FranzK in Reutlingen im Echazhafen ein Treffen von Breakdancern und Sprühern und schaffte damit Raum für Begegnungen und Erfahrungsaustausch zwischen jungen und alten AkteurInnen.

Besonders beeindruckend war für mich zu sehen, wie sich alle mit großem Respekt begegneten. Ob jung oder alt, ob gut oder weniger gut, alle, die um die Tanzfläche standen, kamen zum Zug und ihre Leistung fand Beachtung.

Nach getaner Arbeit der prüfende Blick – und dann wird eingepackt. Das waren die Urban Colors 2022.