Capo Vaticano

Das Capo Vaticano bildet das südliche Ende der Costa dei Cedri. Die Namensgebung verweist nicht auf päpstlichen Landbesitz sondern geht vielmehr auf die griechische Besiedelung in der Antike zurück. Die Ursprüngliche Bezeichnung Capo dei Vaticinii, zu Deutsch Kap der Prophezeiungen, ist ein Hinweis auf ein Orakel, das von griechischen Seefahrern aufgesucht wurde.

Wir waren unterhalb des Kaps auf einem Campingplatz für ein paar Tage vor Anker gegangen und genossen jeden Tag den direkten Blick aufs Meer und die meist herausfordernde Brandung.

Die kleine „Wanderung“ hinauf zum Kap war dringend nötig, um die Knochen mal wieder in Bewegung zu bringen. Der Weg gewann schnell an Höhe und gab den Blick auf eine edle Hotelanlage in der Nachbarschaft frei.

Der Bergrücken hinaus zum Leuchtturm ist weitgehend mit neuen Ferienhäusern bebaut, die verdeutlichen, dass Geld keine Rolle spielt.




Dazwischen hat ein alter Bauer trotzig seinen Grundbesitz verteidigt und baut weiterhin Zwiebeln, Kartoffeln und Tomaten an. Auch er ist inzwischen in eine neuere Behausung umgezogen aber das alte Bauernhaus steht noch. Heute dient es als Taubenschlag, Hühnerstall, Hundehütte und Abstellmöglichkeit für alles, was sonst keinen Platz hätte. Der alte Bauer verstand meine Frage – mehr wildes Gestikulieren mit der Kamera, als ordentliche Sprache – mühelos und bedeutete mir mit einer großzügigen Handbewegung, dass ich fotografieren darf. Ich hätte schon gerne gewusst, was der sich dachte.

Der Leuchtturm am Kap ist militärisches Sperrgebiet, doch gleich nebenan befindet sich eine Aussichtsplattform und ein kleines Lokal, das alleine schon aufgrund seiner Lage, eine Empfehlung wert ist. Von dessen Terrasse hat man diesen herrlichen Ausblick entlang der Küste bis zur Straße von Messina im Süden. Direkt gegenüber liegen die Äolischen Inseln mit dem Stromboli. In der Hauptsaison wird da ohne Reservierung sicher nichts gehen.
