Michaela Kaltsamis

Über das Projekt des Photoclub Reutlingen (PCR) habe ich ja bereits berichtet (Direktlinks zu den Beiträgen siehe unten). Mit dem Thema „Leben und Arbeiten in Reutlingen – Bildreportagen im Ausstellungsformat“ haben wir viel Beachtung gefunden. Meine Beiträge zur Ausstellung werde ich bei Gelegenheit hier im Guckloch veröffentlichen. Den Anfang mache ich mit Michaela Kaltsamis, die zusammen mit ihrer Schwester eine der letzten kleinen Auftragsbrennereien in Reutlingen betreibt.

Zuerst zeige ich das Tableau der Bildreportage, das in der Größe 120 x 120 cm in der Ausstellung zu sehen war. Zur besseren Lesbarkeit folgt danach der Text, der auf dem Tableau zu sehen ist. Natürlich besteht auch die Möglichkeit das Tableau zu vergrößern.

Wer die Brennerei & Mosterei Schaal in Betzingen besucht, wird von Michaela Kaltsamis mit einem gewinnenden Lächeln empfangen. Schnell und unkompliziert kommt man ins Gespräch. Ja, Werner Schaal, ihr Vater, der die Nebenerwerbs- Brennerei 1983 gegründet hat, schaut immer wieder herein, doch die Geschäfte führen inzwischen sie und ihre Schwester. Die 2020 neue erworbene Destillieranlage ist ihr ganzer Stolz. Diese liefert Brände in Spitzenqualität. Werner Schaal freut sich, dass seine Töchter den Betrieb mit spürbarer Begeisterung weiterführen.

Doch im Hause Schaal ist es nicht nur gelungen, die Generationen zusammen zu halten. Als sich Michaela mit 17 Jahren in den Sohn eines griechischen Gastarbeiters verliebte, war die Fähigkeit zur Integration gefragt. Seit 1999 ist sie nun mit Georgios Kaltsamis verheiratet. Er und die inzwischen erwachsenen Kinder helfen im Betrieb ebenso wie die Familie der Schwester. Insbesondere im Herbst, wenn die 200 Obstbäume abgeerntet werden müssen und die Mosterei auf Hochtouren läuft, wird jede Hand benötigt. Ein richtiger Familienbetrieb eben!

Direktlinks zu früheren Beiträgen über das Projekt:

https://guckloch.org/2023/09/01/leben-und-arbeiten-in-reutlingen/(öffnet in neuem Tab)

https://guckloch.org/2023/10/01/es-ist-vollbracht/(öffnet in neuem Tab)

Beiträge auf der Homepage des Photoclubs Reutlingen:

Bericht über die Vernissage, Onlinealbum

Es ist vollbracht!

Am Freitag, 22.09.2023, fand die Vernissage zu unserer Ausstellung „Leben und Arbeiten in Reutlingen“ statt und am Samstag, 30.09.23, folgte die „Zentralveranstaltung“ zur Interkulturellen Woche, in deren Rahmen unsere Ausstellung zu sehen ist. Damit fand unser bildjournalistisches Fotoprojekt sein vorläufiges Ende, das 11 Monate zuvor gestartet war. Der mit ca. 150 Besuchern voll besetzte Saal und die Reaktionen der BesucherInnen in der Ausstellung machten die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg.

Die Begeisterung derer erleben zu können, die wir porträtiert hatten, wenn sie staunend vor ihrer eigenen Bildreportage standen, war ein Geschenk. Allein dafür haben sich die immensen Anstrengungen, um dieses Projekt zu stemmen, gelohnt.

Einige Einblicke in die Ausstellung:

Eindrücke von der Vernissage.

Fotos von Helmut Kober:

Yuko und Karl-Friedrich Schmidt mit ihrem Fotografen Martin Hust (Mitte).

Fotos von Karsten Stello:

Links: Sena Umul mit Ramazan Selcuk, der auch porträtiert wurde. Rechts: Max und Caro vor ihrem Tableau.

Die vollständige Ausstellung und weitere Reportagen findet ihr in unserem Online-Album.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28.10.2023 im 1. OG der vhs in der Spendhausstr. 6 in Reutlingen zu sehen.

Zielsetzung der Ausstellung:

In Reutlingen beträgt der Bevölkerungsanteil mit Migrationsgeschichte 44 %. Diese Menschen leisten ihren Beitrag zum Leben in der Stadt. Mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und ihrem Engagement sind sie nicht nur willkommene Arbeitskräfte sondern bereichern das Zusammenleben. Sie sind zum festen Bestandteil unserer urbanen Gesellschaft geworden. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren. Indem wir Menschen mit und ohne Migrationshintergrund porträtiert haben, soll der Ausstellungsbesucher erleben, dass wir alle zusammen ein Gemeinwesen bilden. Es lohnt sich, an diesem gemeinsam zu arbeiten.

Hauptredner der Vernissage war Dr. Wolfgang Alber.

Alber war lange Jahre Redakteur beim „Schwäbischen Tagblatt“ in Tübingen. Der in Reutlingen lebende Kulturwissenschaftler schreibt heute als freier Autor vor allem über kulturgeschichtliche und landeskundliche Themen. Alber würdigte die Ausstellung und stellte in einem großartigen Überblick den Zusammenhang zum professionellen Bildjournalismus und den gesellschaftlichen Entwicklungen her. Einen kompetenteren Redner hätten wir nicht finden können.

Abschließend noch ein paar Fakten:

In der Ausstellung sind insgesamt 22 Bildreportagen sowie ein einführendes Tableau mit Informationen zum Projekt zu sehen. Jede Bildreportage, inklusive Text, ist auf einem Tableau der Größe 120 x 120 cm arrangiert. Jedes Tableau ist im Kopf mit einem „Ankerpunkt“ versehen. Dieser umfasst den „Namen“ der Porträtierten und einen prägnanten Slogan zum Inhalt. Der kurze Text geht auf die Lebensgeschichte und die Tätigkeit der Personen ein. Die unterschiedlichen Hintergrundfarben symbolisieren die bunte Vielfalt der porträtierten Menschen. Der Druck erfolgte auf 10 mm Forexplatten. Zur besseren Vorstellung hier eine Doppelseite aus dem Ausstellungskatalog. Der Text entspricht dem Text im anschließenden Tableau. In der Druckversion ist der Text im Blocksatz formatiert.