Herrliches Teufelszeug

Der Riesenbärenklau, ein „Flüchtling“ aus dem Kaukasus, hat in unserem Garten seit Jahren Asyl. Die Pflanze hat trotz ihrer Größe – sie erreicht bei uns eine Höhe von 2 bis 3 m – eine filigrane Tragekonstruktion. An den Enden der vielen Stengel befinden sich einzelne Blüten, die sich zu Blütentellern formieren, die sich wiederum zusammen mit zahlreichen anderen zu einem riesigen Blütenschirm ergänzen.
Die Pflanze ist nicht nur riesig, was ihr auch den Namen Herkuleskeule eingebracht hat, sie ist auch eine ausgesprochene Bienenweide. An sonnigen Tagen tummeln sich gut hundert Bienen, Wespen und der Goldglänzende Rosenkäfer gleichzeitig auf dem Blütenschirm, der es auf einen Durchmesser von über einem Meter bringt.

Alergiker haben diese Pflanze in Verruf gebracht und würden sie am liebsten ausrotten. Der Saft des Riesenbärenklau kann die Haut so verändern, dass es durch Sonneneinstrahlung zu schweren Verbrennungen kommen kann. Obwohl ich diese Pflanze bei der Gartenarbeit immer wieder mit nackten Oberarmen berühre, Blätter und Fruchtstände ohne Schutzhandschuhe abschneide, konnte ich bislang keine Reaktion bemerken.

Ich bezweifle nicht die toxische Wirkung, die diese Pflanze haben kann, aber wollen wir jetzt jede giftige oder zugewanderte Pflanze in unseren Gärten oder in Wald und Flur bekämpfen? Dann wären unsere Gärten ziemlich schnell ziemlich leer. Man denke nur an den Eisenhut, mit dessen Gift schon im Mittelalter unliebsame Zeitgenossen beseitigt wurden oder die Herbstzeitlose, vom Maiglöckchen ganz zu schweigen. Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Und welche Pflanze in unseren Ziergärten ist wirklich heimischen Ursprungs? Man denke nur an die Tulpen, Pfingstrosen oder den Hibiskus.
Ich denke, etwas weniger Aufregung täte es auch und manchmal würde auch etwas Vorsicht genügen.

