Die Trulli von Alberobello

Man trifft sie in ganz Apulien, die Trulli. Runde, mitunter vielgestaltige Steinhäuser mit kegelförmigem Dach aus flachen Kalksteinplatten.

In Alberobello stehen besonders viele dieser urtümlichen Bauwerke. Dort kam es im 17. Jahrhundert zu einem vermehrten Zuzug durch die Landbevölkerung. Diese löste die Wohnungsnot mit dem vorhandenen Baumaterial. So entstanden hier ganze Stadtviertel aus diesem Haustyp, der in Apulien ursprünglich nur als Behausung für Hirten und auf den Feldern üblich war. Spätestens seit die Trulli-Stadtviertel 1996 von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen wurden, läuft der Tourismus in Alberobello heiß. In der Hauptreisezeit ist der Ort unbedingt zu meiden.

Das Stadtviertel „Rione Monti“ hat man besonders konsequent zur Touristenmeile umfunktioniert. Laden reiht sich hier an Laden und Kneipe an Kneipe. Völlig austauschbar, kaum authentische Nutzung. Doch die meisten Touris scheinen zufrieden und beschränken sich auf diesen feilgebotenen Bereich. Am Hügel gegenüber, auf dem die Neustadt steht, geht die touristische Nutzung schnell zurück. Hier trifft man neben Vermietungsobjekten auch noch Trullibereiche, die authentisch genutzt werden.

Wenn es Abend wird, ziehen die Tagestouristen ab, die Lage beruhigt sich.

Auf der breiten Talstraße, der „Largo Martellotta“, treffen sich nun Übernachtungsgäste und Einheimische. Die Kneipen sind gut besucht und nach der Musik, die aus den Bars dröhnt, tanzen Menschen auf der Straße. Man hat den Eindruck, alle feiern den Abzug der Tagestouristen, vielleicht aber auch nur den Feierabend.

Am anderen Morgen war ich fast alleine unterwegs. Müllmänner beseitigten die Reste vom Wochenende und die ersten pflichtbewussten Menschen strebten zum Arbeitsplatz. Nach und nach öffneten die ersten Bars, Zeit für einen Espresso und ein Cornetto con Marmelada. Jetzt konnte der Tag kommen.