Mandal

21. und 22. August 2020

Von Kristiansand aus fuhren wir entlang der Südküste westwärts. Unser erstes Ziel war Mandal, die südlichste Stadt Norwegens, die den Norwegern als Sommerfrische und Seebad dient. Der Blick vom Aussichtspunkt Uranienborg zeigt die tolle Lage der Stadt, die sich im Mündungsbereich der Marna zur Schärenküste hin öffnet.

Mandal verfügt mit dem Sjösanden über einen herrlichen Sandstrand und bietet natürlich Möglichkeiten für nahezu alle Wassersportarten. Entlang der Marna gibt es kein Haus ohne Bootsanleger.

Bekannt ist Mandal auch für die größte Holzkirche Norwegens (die war leider zur Renovierung vollständig eingehüllt) und seine schmucken alten Holzhäuser.

Beim Besuch im schnuckeligen Zentrum, das zum Bummeln einlädt, realisierten wir, dass tatsächlich stimmt, was wir gelesen aber nicht geglaubt hatten, dass Mitte August die Saison bereits vorbei ist. So hatten die Museen bereits geschlossen.

Doch das Buen Kulturhus machte in Verbindung mit der elegant geschwungenen Fußgängerbrücke, welche die Verbindung zur Altstadt herstellt, auch geschlossen eine gute Figur.

Auf nach Norwegen

20. August 2020

… dass sich selbst Stofftiere vor der Hitzewelle in Deutschland auf der Flucht in den hohen Norden befinden. Wir trafen die schwäbischen Biker ganz im Norden Dänemarks, fast schon am Skagerak. Dort gehen von der Hafenstadt Hirtshals aus zahlreiche Fähren nach Norwegen. Wir setzten auf der kürzeste Route nach Kristiansand über.

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Zwei Reedereien werben hier um die Fahrgäste. Die Fjordline verfügt derzeit mit einer Überfahrtsdauer von 2:15 Stunden über die schnellste Verbindung. Was für eine Entwicklung. Als wir 1976 auf dieser Route unterwegs waren, betrug die Fahrzeit noch 6 Stunden. Doch leider fiel diese Schnellfähre aus, so dass wir auf das langsamere Schiff der Color Line zurückgreifen mussten. So kamen wir erst um Mitternacht in Kristiansand an.

Mit einer großen Autofähre zu reisen, ist immer ein spannendes Erlebnis. In welch kurzer Zeit sich die LKW- und PKW-Schlangen aus dem Bauch des Schiffes winden ist erstaunlich. Für den reibungslosen Ablauf sorgt an zentraler Stelle ein Dompteur, der die Verkehrsströme lenkt. Und dann endlich ist man selbst dran, den riesigen Rumpf erneut zu füllen.

Nicht zu übersehen war, dass – „dank Corona“ – nur ein Bruchteil der sonst üblichen Touristen unterwegs war. Die Bars an Bord blieben geschlossen. So hatten wir Platz zum Liegen und dazuhin unsere Ruhe.

Weitere Beiträge über unsere Reise durch Südnorwegen werde ich in loser Folge veröffentlichen. Wohin genau und wie lange die Reise geht, bleibt Wind und Wetter vorbehalten.

Eine Frage des Standpunktes

Schon länger hatte ich mir überlegt, welches markante Bauwerk in meiner Umgebung sich für eine Aufnahme mit dem Kometen Neowise eignen würde. Es musste nicht nur bekannt sein und exponiert liegen, sondern es musste auch aus großer Entfernung einsehbar sein, um es zusammen mit Neowise scharf ablichten zu können und der Beobachtungspunkt sollte auch einigermaßen gut erreichbar sein. Da kam für mich nur der Hohenzollern in Betracht. Seit Neowise abends beobachtbar ist, liegt die Burg vom Zeller Horn aus exakt auf Linie mit dem Kometen. Das hatte ich bei einer Vorexkursion mit Karte und Kompass genau ermittelt. Vom Parkplatz aus erreicht man den Aussichtspunkt am Albtrauf zu Fuß in einer halben Stunde und der Weg ist so gut, dass man ihn auch bei Nacht problemlos gehen kann. Noch vor Sonnenuntergang war ich vor Ort, so dass ich den optimalen Standort noch bei Tageslicht aufsuchen konnte. Doch am Ende kommt es auch beim Fotografieren oft anders als gedacht.

Die einzige offene Frage war, würde sich Neowise weit genug „herablassen“, dass ein Rendezvous mit dem Hohenzollern möglich würde?

Dieses Bild zeigt die Burg Hohenzollern aus 1,5 km Entfernung von meinem Standort unterhalb des Zeller Horns aus mit einem 400mm-Tele aufgenommen. Die kleinste Fibration führt bei einer Belichtungszeit von 1/10 s auf diese Entfernung unweigerlich zu Unschärfen. Um dies zu vermeiden hatte ich zwei 1kg-Gewichtsmanschetten mitgenommen. Eine hing ich ans Stativ, die zweite legte ich über das Kameragehäuse. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden. Nun konnte Neowise kommen.

Doch das dauerte. Als sich Neowise dann endlich zu erkennen gab war klar, dass es das mir vorschwebende Rendezvous zwischen der Zollernburg und Neowise nicht geben würde. Wie so oft ging es nun darum, das Beste aus der Situation zu machen.

Die letzte Aufnahme machte ich dann mit 24mm oben vom Zeller Horn. Das so entstandene nächtliche Panorama zeigt Neowise über dem Lichtermeer zwischen Albtrauf und Nordschwarzwald.

Neowise, nah dran

Näher geht es nun wirklich nicht. Mit 105 Mio. km ist der Komet Neowise der Erde gerade am nächsten. Bei meinem ersten Versuch, den Kometen abzulichten, war ich an der hartnäckigen Bewölkung gescheitert. Deshalb blieb ich gestern gleich zu Hause. Am späteren Abend stellte ich dann zu meiner Überraschung fest, dass sich die Wolken bereits weitgehend aufgelöst hatten. Kurz entschlossen baute ich mein Stativ auf dem Balkon auf. Inzwischen wusste ich genau, wo ich nach dem Kometen suchen musste. Ihn gegenwärtig zu orten, ist gar nicht so einfach, denn die beste Zeit, um Neowise zu beobachten, ist bereits vorbei. Mit bloßem Auge ist dieses diffuse Objekt mehr zu erahnen als zu erkennen. Doch nochmals 7000 Jahre warten wollte ich dann doch nicht.

Um den Bereich einzugrenzen wählte ich für eine erste Aufnahme das 24 mm Objektiv. Zugleich schafft diese Aufnahme Orientierung für den Betrachter. In der Bildmitte, unterhalb des großen Wagens, ist Neowise am oberen Rand der Bewölkung auszumachen.

Nachdem ich die Richtung einmal hatte, tastete ich mich mit einem 105 mm Zoomobjektiv näher heran. Zum Schluss brachte ich das 400 mm-Tele zum Einsatz. Die Ergebnisse wurden jedoch erst akzeptabel, als ich Kamera und Stativ mit Gewichtsmanschetten beschwert hatte.

Diesen „Beinahezusammenstoß“ habe ich leider erst bei der Durchsicht der Bilder festgestellt, sonst hätte ich den Ausschnitt anders gewählt.

 

Skandalös: Olympia-Skistadion Garmisch

Das Skistadion in Garmisch wurde für die Olympischen Winterspiele 1936 erbaut. Die hufeisenförmige Anlage, die sich zu den Schanzen hin öffnet, war ursprünglich nur für die Sprungwettbewerbe vorgesehen. Das gesamte Ensemble überzeugte jedoch bereits vor Olympia derart, dass man weitere Disziplinen sowie die Eröffnungs- und Schlussfeier in das Stadion verlegte.

(Bilder zum Vergrößern anklicken.)

Und heute? Es heißt zwar, dass immer wieder viel Geld in Umbau und Erhalt der Anlage geflossen sei, doch das ist ihr nicht anzumerken. Vielmehr sieht die Skisprung-Arena, die jährlich Zehntausende zum Neujahrsspringen lockt, aus, als sei sie seit 1936 dem Verfall preisgegeben worden.

In einer offiziellen Erklärung der Stadtverwaltung an die Touristen vom 23. Juni 2020 liest sich das so: „Seit 1936 hat das Olympia Skistadion viel erlebt und gesehen, was nicht immer spurlos an ihm vorbei gegangen ist.“

Als Besucher fragt man sich, weshalb man eine solche Anlage derart hat verkommen lassen. Mir fallen nur drei mögliche Gründe ein:

  • Der Poker um möglichst viele Zuschüsse
  • Misswirtschaft und
  • größenwahnsinnige Projektvorstellungen für deren Finanzierung sich niemand findet.

Wie auch immer, seit 2018 wird nun saniert. Im Innenhof wurde für eine neue Rasenfläche bereits ein Vermögen vergraben und auch die beiden Kurven scheinen weitgehend fertig zu sein. Die beiden Tribünenflügel sind auch im Juni 2020 noch im baufälligen Zustand erhalten. Die Sanierungskosten, die einmal auf 6 Millionen geschätzt wurden, werden inzwischen auf ca. 11 Millionen veranschlagt.

Diese Aufnahme zeigt das bereits sanierte Osttor. Links schließt sich die sanierte Ostkurve an, während rechts die baufällige Osttribüne folgt.

Die verschleppte Sanierung des Skisprungstadions ist nicht die einzige Blamage, die Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort für sportliche Großereignisse ins Gerede gebracht hat. Der letzte Flop war der Neubau der Großen Olympiaschanze 2007. Dass die Kosten von knapp 10 auf gut 17 Millionen in die Höhe schossen war zwar ärgerlich, wäre aber zu verkraften gewesen, wenn sich wenigstens das Ergebnis hätte sehen lassen können. Trotz vielfacher Würdigung der „gelungenen“ Architektur war dem jedoch nicht so. Der neue Schanzentisch wurde 10 m höher gelegt als der alte. Dass er dadurch im Strömungskanal der nachmittags einsetzenden Aufwinde zu liegen kam, konnte in Garmisch natürlich keiner wissen, da hatte man offensichtlich nur größere Flugweiten im Kopf. 2011 war dann klar, dass unter diesen riskanten Bedingungen keine Großveranstaltung mehr stattfinden würde. Das seit 1920 durchgeführte Neujahrsspringen stand damit auf der Kippe. Ein aufwendiger Windschutz wurde notwendig, um die Schanze zu retten.

Sicher ist, die Sanierung des Stadions ist noch lange nicht zu Ende. Es bleibt Allen zu wünschen, dass künftige Skisprungwettbewerbe in einem würdigen Rahmen ablaufen können. Die Sportler hätten es verdient, dem historischen Gebäudekomplex würde es gut zu Gesicht stehen und dem Ansehen des Wintersportortes Garmisch-Partenkirchen würde es sicher nicht schaden.

Wer sich jetzt fragt, wie unter diesen Bedingungen in den letzten Jahren die sportlichen Großveranstaltungen gestemmt werden konnten, hier die Antwort: Für die notwendigen Funktionsräume wurden ca. 40 Container und Zelte aufgestellt. Wie ich find, eine überzeugende Lösung!

Morgenstimmung

Morgens früh unterwegs zu sein ist immer und überall ein tolles Erlebnis, doch zwischen Karwendel und dem Wettersteingebirge, in dem sich auch Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, erhebt, sind die frühen Morgenstunden besonders schön.

(Zum Vergrößern Bilder anklicken.)

Als ich aufbrach, hing in den feuchten Niederungen noch der Dunst des nächtlichen Gewitterschauers. Während im Westen das Wettersteingebirge im ersten Licht der Morgensonne erstrahlte,

schälten sich im Osten die Berge des Karwendel gerade aus dem bläulich fahlen Schatten der Nacht, derweil die ersten Sonnenstrahlen bereits vorsichtig über die Bergwiesen streiften.

Im Gegenlicht funkelten die Wassertropfen in den Grashalmen, als wären es unzählige kleine Diamanten. Doch auch der Sibirischen Iris standen die Regentropfen gut zu Gesicht.

Die Buckelwiesen des Werdenfelser Landes kamen im streifenden Licht der Morgensonne besonders gut zur Geltung.

Als sich mit steigender Sonne die Morgenstimmung verflüchtigte, wurde es Zeit für´s Frühstück.

 

Weitere Beiträge zum Allgäu siehe: Skandalös: Olympia-Skistadion Garmisch, Fantastischer Karwendelblick, Die „grüne“ Wasserkraft, Großer Ahornboden