Asnensee

12. bis 15.08.2021, Campingplatz Getnö Gard: Die empfehlenswerte Anlage bietet Stellplätze in naturbelassenem Gelände. Ein Teil des Sees mit seiner herrlichen Insel- und Schärenwelt wurde 2018 als Nationalpark ausgewiesen. Der Asnen gilt als Paradies für Angler und Paddler. Bei meinen Erkundungstouren mit dem Kajak konnte ich Fischadler beobachten. Für vernünftige Fotos war allerdings die Entfernung zu groß.

Ales Stenar

Mittwoch, 11. August 2021: Auf einem Dünenrücken, der zur Ostsee hin steil abfällt, liegt oberhalb des Örtchens Kaseberga die größte Schiffsetzung Skandinaviens, Ales Stenar. Aus 59 Felsblöcken wurde hier ein Langschiff mit 67 m Länge und 19 m Breite gestaltet. Die Steine bringen es auf eine Masse zwischen 0,5 und 1,8 Tonnen.

Die imposante Schiffsetzung wurde auf die frühe Eisenzeit (500 – 1000 n. Chr.) datiert. Ihre Bedeutung ist noch nicht abschließend geklärt. Während die meisten Vertreter der Wissenschaft von einer Grabstätte ausgehen, wird aus dem Lager der Amateurarchäologen die Theorie einer astronomischen Uhr vertreten.

Wie so oft bei solchen Sehenswürdigkeiten drängen sich die Leute am Abend und morgens bei Sonnenaufgang kann man alles in Ruhe auf sich wirken lassen.

Doch auch der Abend hat seine Vorteile. Da kann man die Gleitschirmflieger bei ihren akrobatischen Flugübungen bestaunen. Bei auflandigem Wind bildet sich an der Steilküste eine stehende Welle aus, die man nach Belieben absurfen kann.

Da müssen auch die griechischen Mythen neu geschrieben werden, denn Ikarus ist nicht abgestürzt, er lebt!

Bei Sonnenuntergang verabschieden sich die Akteure dann von ihren Zuschauern, denn danach bricht oft der Wind zusammen und heimlaufen möchte von denen keiner.

Ystad

Dienstag, 10.08.2021, Überseehafen Rostock: Ein Fährhafen hat eine ganz spezielle Atmosphäre. Hier wollen alle nur eines, weg. Doch meist ist erst einmal Warten angesagt. Auch hier hat das digitale Zeitalter viel verändert. Die Hektik von einst, als man sich nach langer Nachtfahrt noch ein Ticket erkämpfen musste, ist längst passe. Heute kommt die Buchungsbestätigung aufs Handy und damit geht es dann direkt zum Check in.  Also bleibt Zeit für einen Besuch im Cafe des Fährterminals, um über WLAN einen Bericht fürs Guckloch abzusetzen. Wir schliefen direkt vor dem Schalter.

  

Lange hielt sich das Gerücht, das nachfolgende Bild würde das höchste Freiluft-WC Mecklenburg-Vorpommerns zeigen. Doch bei genauerem Hinsehen klärt sich die Sachlage auf.

Beim Sonnenaufgang lief die Fähre aus Trelleborg ein. Es ist immer wieder verblüffend, wie viele Lastzüge und andere Fahrzeuge so ein Rumpf ausspuckt.

Dann waren wir auch schon unterwegs. Ein letzter Blick ging zurück auf Warnemünde. Nur noch die völlig plane Ostsee trennte uns jetzt von Schweden. In Trelleborg angekommen mussten wir am Zoll unseren Impfnachweis vorzeigen. Andere Formalitäten waren nicht erforderlich.

Auf dem Weg Richtung Ystad legten wir an der Ostsee eine kurze Rast ein. Gleich nebenan weckte ein Sammelsurium an Booten mein Interesse. Ganz seetüchtig sahen die alle nicht mehr aus.

Ystad ist eine farbenfrohe, lebhafte Stadt. Nichts erinnert hier an die finsteren Geschichten die Kommissar Kurt Wallander in Mankells Krimis aufzuklären hat. Ganz stimmt diese Aussage so nicht, denn touristisch wird Wallander natürlich ausgeschlachtet. Bekannt ist Ystadt für seine bunten Altstadthäuser.

Eine kurze Pause vor einem Eiscafe brachte uns sofort den Tipp einer Passantin ein, dass man das Eis dieser Eisdiele unbedingt probieren müsste, es sei das beste weit und breit. Es stimmte! Das selbst zubereitete Eis schmeckte umwerfend gut. Vielleicht kommen wir ja auf dem Rückweg nochmal vorbei? Für alle Ystad-Besucher ist die Glassmakeriet in der Teatergränd 1 ein absolutes Muss.

St. Marien Kirche und Gussniska Husset

Auch das Backahasten Kaffestugan ist eine klare Empfehlung. Ob für ein schnelles Essen oder für Kaffee und Kuchen, allein schon der Garten mitten in der Stadt ist eine wohltuende Oase.

In unmittelbarer Nähe zur Stadt liegen ausgedehnte, feinsandige Naturstrände. Diese sind von der Straße Nr. 9 in Richtung Nybrostrand durch zahlreiche Parkplätze gut erschlossen.

Rostock

09. August 2021: Kurz nach Sonnenaufgang erstrahlte unser nächstes Ziel, Warnemünde, in der Morgensonne. Ein ideales Licht, um die ein- und auslaufenden Schiffe zu beobachten.

Am Vormittag setzten wir nach Warnemünde über. Der Parkplatz Mittelmole ist ein guter Ausgangspunkt zur Besichtigung dieser Touristen-Hochburg. Als wir zur Alexandrinenstraße abbogen, ließen wir die Massen hinter uns. In dieser Straße, die in der zweiten Reihe verläuft, stehen noch viele der kleinen Fischer- und Kapitänshäuschen. Sauber herausgeputzt dienen sie heute oft als Pension.

Auch die beschauliche Atmosphäre um das Cafe Ringelnatz bietet ein Kontrastprogramm zur Promenade.

Die Uferpromenade „Am Strom“ ist eine der austauschbaren Fress- und Einkaufsmeilen, wie sie für Touristenzentren üblich ist. Der einzige Unterschied, hier werden die Fischbrötchen von Kähnen verkauft, die als schwimmende „Frittenbuden“ am „Strom“ dauerhaft festgemacht haben.

Rostock, unser nächstes Etappenziel, ist eine Stadt, die einen längeren Aufenthalt verdient hätte. Die alte Bausubstanz, die mit viel Aufwand renoviert bzw. wieder aufgebaut wurde, belegt, dass man hier zur Zeit der Hanse zu großem Wohlstand gekommen ist. Zugleich mahnt der Niedergang der Hanse zu nachhaltigem Wirtschaften, denn mit ihr begann die sinnlose Überfischung der Ostsee. Heute ist der Fischfang in der Ostsee fast vollständig zum Erliegen gekommen.

Der Marktplatz von Rostock ist ein wahres Kleinod. Unten das Rathaus.

Besonders hervorzuheben ist die St.-Nikolaikirche: 1257 erbaut, war sie im 2. Weltkrieg durch Brandbomben schwer beschädigt worden. Nach dem Krieg wurde die Kirche baulich gesichert. Der Zusammenschluss der Kirchengemeinden von St.-Petri und der Nikolaikirche 1974 machte den Weg für eine Umnutzung des Gotteshauses frei. Mit einem außergewöhnlichen Konzept wurde der Versuch gewagt das einzigartige Bauwerk nordischer Backsteingotik zu erhalten. Bis 1985 wurden im Turm auf 10 Etagen kirchliche Dienststellen untergebracht und im neu errichteten gotischen Hallendach auf drei Etagen Wohnungen eingerichtet. Anfangs der 90er-Jahre wurde das Kirchenschiff zu einem Zentrum für Kirche, Kunst und Kultur umgestaltet.

Unten: St.-Petri

Am Abend fuhren wir hinüber zum Überseehafen. Von dort aus wollten wir am nächsten Morgen mit der ersten Fähre nach Schweden übersetzen.

Hohe Düne

08. August 2021: An der „Hohen Düne“ erreichten wir die Waterkant nordöstlich von Rostock. Nach der langen Staufahrt um Berlin genossen wir die Weite von Strand und Meer.

1. Stopp, Bad Belzig

Es braucht nicht viel, um sich aus dem flachen Land Brandenburgs mit urbanen Zügen abzuheben. Bad Belzig, einer Kleinstadt südlich von Berlin, gelingt dies ohne Allüren.

Wie diese Aufnahmen von einer Umspannstation belegen, scheut man sich nicht, die ländliche Idylle zu pflegen.

Dass die Realität davon nicht weit entfernt ist, zeigte ein kurzer Abstecher in die Umgebung. An einem Waldrand stießen wir auf eine kleine Ziegenherde, die von zwei Hütehunden bewacht wurde, denn der „böse“ Wolf treibt auch hier sein Unwesen. Da muss „Rotküppchen“ von der Umspannstation auf der Hut sein!

Caputher Fähre

Am ersten Sonntag im Juni schlenderten wir bei schwülwarmem Wetter auf der Caputher Uferpromenade entlang der Havel. Diese verbindet hier, vor den Toren Potsdams, den Templiner mit dem Schwielowsee.

Es herrschte Hochbetrieb und wir taten uns schwer, uns nach dem langen Lockdown wieder unter solchen Menschenmengen zu bewegen. Doch nicht nur an Land, auch auf dem Wasser schienen die Menschen dem Schlussverkaufsslogan zu folgen: „Alles muss raus!“

Hier zwischen Eiscafe und Caputher Fährhaus verbindet eine Seilfähre die Orte Caputh und Geltow. Eine Überfahrt von ca. 80 m erspart einen Umweg von 20 km.

Schon im 18. Jahrhundert setzte an dieser Stelle eine Fähre über die Caputher Gmünde, eine Engstelle der Havel. Seit 1853 befindet sich die Fähre im Familienbesitz. Transportiert wird alles, vom Fußgänger über den Radfahrer bis zum Kleinbus.

Der Fähranleger ist ein idyllischer Ort, an dem es sich gut aushalten lässt. Ob bei einem Eis im Eiscafe oder bei einem Essen im Fährhaus gegenüber, das mit einer Terrasse direkt an der Havel und einem schattigen Biergarten unter Kastanienbäumen lockt, bleibt jedem selbst überlassen. Und wer sich nicht entscheiden kann, macht einfach beides, dann ist es nur noch eine Frage der Reihenfolge.

Das ist der Gipfel!

Neulich besuchten wir unseren Sohn in Bad Belzig. Er wollte unbedingt das brandenburgische Gipfelglück mit uns teilen und führte uns auf die Spitze des höchsten, vollständig auf brandenburgischem Territorium liegenden Berges. Der Hagelberg bringt es immerhin auf stolze 200,30 Meter.

Das Gipfelerlebnis war dann auch vollkommen. Ein Gipfelkreuz markierte stolz die rekordverdächtige Höhe, Steinmännchen und tibetanische Gebetsfahnen schmückten das Gipfelplateau und im Gipfelbuch konnte man die Bergbesteigung für die Nachwelt dokumentieren. Mehr geht wirklich nicht!

Auf einer Schautafel erfuhr man, auf welchem geschichtsträchtigen Boden man sich hier bewegt. Im Vorfeld der Völkerschlacht zu Leipzig kam es am Hagelberg am 27.08.1813 zu einem Gefecht mit Napoleons Truppen. Wegen des Dauerregens waren die Vorderlader nicht einsatzfähig, so dass nur mit Bajonett und Kolben gekämpft wurde. Am Ende des Tages konnten sich von den 10000 Franzosen lediglich 3000 nach Magdeburg retten. Für den Sieg der preußischen Truppen war die Unterstützung durch zwei Regimenter Kosaken entscheidend.