Drei Zinnen

Bild oben: Lago di Antorno mit den Drei Zinnen.

Die Drei Zinnen sind wohl die bekannteste Bergformation Südtirols. Vom Norden aus sind sie am einfachsten über Toblach und den am Col San Angelo gelegenen Misurinasee zu erreichen. Von dort aus gelangt man über eine mautpflichtige Straße vorbei am Lago di Antorno zur Rifugio di Auronzo in 2320 m Höhe.

Die unmittelbar unter der Südflanke der Drei Zinnen gelegene Auronzohütte ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Der Schwierigkeitsgrad variiert dabei von familienfreundlich bis zum alpinen Klettersteig.

Ich hatte mir vorgenommen von den Drei Zinnen Nachtaufnahmen zu machen. Hierzu startete ich am Nachmittag trotz deutlicher Bewölkung. Diese sollte sich nach der Wettervorhersage in der Nacht weitgehend auflösen. Der Weg führte mich an der Südrampe der Drei Zinnen entlang. Vorbei an der Cappella degli Alpini eröffneten sich Ausblicke hinab ins Val d´Ansiei.

Bild oben und unten: Der Blick zurück ohne und einmal mit den Drei Zinnen.

Über den Paternsattel (2454 m) setzte ich den Weg zur Drei-Zinnen-Hütte (2405) fort. Von dort aus bietet sich der berühmten Panoramablick auf die markante Felsformation der Drei Zinnen.

Ob es mit den Nachtaufnahmen tatsächlich noch etwas wurde, werde ich im nächsten Beitrag auflösen.

Hier noch einige Infos Zur Mautstraße: Die Maut für einen PKW beträgt 30 € und für einen Camper 45 €. Da das Ticket um Mitternacht abläuft sind bei einer Übernachtung für die Talfahrt nochmals 45 € fällig. Bei einer Anfahrt nach 19 Uhr ist nur die Talfahrt zu bezahlen. Eine genaue Angabe über die Anzahl der Parkplätze konnte ich nicht ermitteln. Nach meiner Schätzung dürften es aber mindestens 1500 sein. Selbst jetzt im Oktober waren diese Plätze bereits am Vormittag voll, so dass sich lange Warteschlangen bildeten. Zur Hauptsaison nicht auszudenken! Geschätzt werden über diese Maut in den Monaten Juni bis Oktober rund 20 bis 40 Millionen Euro umgesetzt. Ein Geschäft, das sich lohnt.

Südtirol

Der Passo di Giau im Widerschein des letzten Abendlichts. Die Passhöhe liegt südwestlich von Cortina auf 2236 Meter ü. NN.

Aufnahmedaten: 134 s bei f 22 und ISO 100, 16 mm

Völklinger Hütte sw

Blick auf die Völklinger Hütte. Aus dem Vordergrund nach links oben führend der Schrägaufzug zum automatischen Befüllen der Hochöfen. Im Mittelgrund die Möllerhalle mit dem heutigen Ferrodrom. Darüber die Hochofengruppen. Zu jeder der insgesamt 6 Hochofengruppen gehören ein 27 m hoher Hochofen, drei 30 – 40 m hohe Winderhitzer und ein bis zu 80 m hoher Schornstein.

Detailansicht Schrägaufzug.

Die Möllerhalle diente zur Lagerung der Bestandteile des „Möllers“ (Erz, Koks und Zuschlagstoffe). Diese wurden mit der Bahn angeliefert und in die Bunker abgekippt. In der Etage darunter wurde der Möller mittels Bunkertaschen in die Hängebahnwagen gefüllt.

Über den Schrägaufzug gelangten die Hängebahnwagen auf die Gichtbühne in 27 m Höhe, um die Hochöfen von oben zu befüllen.

In der Gebläsehalle standen die Windmaschinen, die den „Kaltwind“ erzeugten. Dieser wurde in den Winderhitzern aufgeheizt und dann als „heißer“ Wind von unten in die Hochöfen eingeblasen.

Detailansicht Gebläsemaschine.

Koksbatterie. In der Kokerei wurde der Koks erzeugt, der als ein Bestandteil des Möllers zur Stahlerzeugung erforderlich war.

Die Arbeit in einem Hüttenwerk war weder einfach, noch ungefährlich. Doch sie war vergleichsweise gut bezahlt. Durch den Aufbau der Völklinger Hütte explodierte die Einwohnerzahl Völklingens von 7000 im Jahre 1876 auf 27000 im Jahre 1907.

Weitere Infos zur Bedeutung der Völklinger Hütte für die Region findest du hier.

Weitere Infos zu den einzelnen Produktionsschritten und Anlagenteile sind hier sehr übersichtlich dargestellt.

Den vorausgehenden Beitrag zur Völklinger Hütte findest du hier.

Zur Gebläsehalle siehe auch hier.

Piano Grande 2

Aber was will man überhaupt in Castelluccio bzw. im Piano Grande?

Abgesehen von den Bergsportlern, die dieses außergewöhnliche Hochtal schon länger schätzen, entwickelte sich das Piano Grande wegen seiner farbenprächtigen Wildblumenblüte von Mai bis Juli zu einem Touristenmagnet.

Die Tatsache, dass die Bauern hier von jeher die geschützte Linsensorte “lenticchie di Castelluccio” ohne den Einsatz von Pestiziden anbauen, ist Ursache für diese ungeheure Blütenpracht. So können sich die Wildblumen prächtig entwickeln. Die Bauern haben erkannt, dass die Wildblumen nicht nur zur Bodenverbesserung beitragen, sondern inzwischen auch die Tourismuskasse klingeln lassen.

Wir waren nicht zum optimalen Zeitpunkt im Tal, die Mohnblüte hatte gerade erst eingesetzt. Dennoch, es hat sich gelohnt. Die großartige Landschaft des Piano Grande ist immer einen Besuch wert.

Piano Grande 1

Das Hochtal Piano Grande, zu Deutsch große Ebene, liegt in den Sibillinischen Bergen im umbrischen Apennin auf rund 1350 m Höhe. Bis vor wenigen Jahren war diese abgelegene Ecke Italiens nur einigen Eingeweihten bekannt. Dies änderte sich schlagartig, als sich am 24. August und 30. Oktober 2016 in dieser Region zwei verheerende Erdbeben ereigneten. Die Ortschaft Castelluccio di Norcia, die bis dahin auf einem Hügel über der großen Ebene thronte, wurde beim zweiten Beben weitgehend zerstört.

Von der Hochebene aus täuscht der Blick auf das Bergdorf am Ende des Tales eine Idylle vor, die es so nicht mehr gibt. Auf den zweiten Blick kommen Zweifel auf, die aus der Nähe betrachtet zur Gewissheit werden. Nur noch wenige Häuser der einstmals geschlossenen Bebauung sind erhalten. Der Rest des Dorfes hat die Gestalt eines Steinbruchs angenommen.

Nachfolgend ein Archivbild zum Vergleich.

Auch die meisten noch erhaltenen Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Heute, sechs Jahre nach den Erdbeben, ist vom Wiederaufbau noch immer nichts zu sehen. Nur die langen Passstraßen, über die der Ort zu erreichen ist, wurden bislang erneuert.

Doch die umbrischen Bauern geben nicht auf.

Sie kämpfen ums Überleben, für ihren Pecorino, den Linsenanbau und damit für die jährlich wiederkehrende Blütenpracht der Wildblumen.

Ob sie allerdings auf ihr Italien noch immer so stolz sind, wie jener Bauer, der in einem Aufforstungsprojekt die Umrisse des Landes auf den kahlen Hang gezaubert hat, sei dahingestellt.

Der letzte Tag

Unseren letzten Tag auf Sardinien konnten wir in aller Ruhe angehen. Die Fähre von Olbia nach Civitavecchia, die wir vor zwei Tagen gebucht hatten, legte erst um 23 Uhr ab, genügend Zeit also für diese kurze Etappe.

Von La Maddalena setzten wir nach Palau über. Unser erstes Ziel war die Region um Arzachena. Hier gibt es zahlreiche Funde und Ausgrabungen aus der Bronzezeit. Ein im wahrsten Sinne des Wortes herausragender Fundort aus dieser Zeit ist das „Gigantengrab“ von Coddu Vecchiu.

Das Tunnelgrab von 10,5 m Länge wurde 1800 v. Chr. vermutlich als Kollektivgrab des nahegelegenen Dorfes La Prisgiona errichtet. In der Nuraghenzeit, rund 500 Jahre später, hatte der Ahnenkult an Bedeutung gewonnen. Deshalb wurden nun als Abgrenzung des Grabes Granitplatten aufgestellt, so dass vor dem Grab ein halbkreisförmiger Platz für die Beisetzungsrituale entstand. Der Eingang zum Grab erhielt eine besonders herausragende Stele von über 4 m Höhe.

Nicht weit vom Gigantengrab entfernt trifft man auf die Überreste des Nuraghendorfes La Prisgiona. Bei der Freilegung dieser deutlich gegliederten Nuraghe stellte man fest, dass in verschiedenen Hütten unterschiedlichen handwerklichen Tätigkeiten nachgegangen wurde, zum Beispiel: Brennen von Keramik und Brotbacken.

Zum Abschluss warfen wir noch einen Blick auf die Costa Smeralda, wo sich der Jetset angesiedelt hat. Wer hier aber idyllische Fischerdörfer sucht, ist fehl am Platz. Der felsige Küstenabschnitt mit seinen Sandbuchten im Nordosten Sardiniens war unbewohnt, bis ihn in den 1960er Jahren der arabische Prinz Karim Aga Khan IV den sardischen Schäfern für umgerechnet wenige tausend Euro abkaufte. Aga Kahn begann die Retortenstadt Porto Cervo als Treffpunkt für Reiche und Superreiche zu errichten. Porto Cervo und die Costa Smeralda waren spätestens 1977 weltbekannt, als dort der Bond-Film „Der Spion der mich liebte“ gedreht wurde. Weitere touristische Projekte folgten.

Zuletzt gelangte die Costa Smeralda 2010 wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, als sich die Staatsanwaltschaft, wegen der sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen, für die Sexpartys in Silvio Berlusconis Villa Certosa interessierte.

Mir ist das ganze ziemlich sauer aufgestoßen. Der ursprüngliche Plan, hier etwas Unverwechselbares zu schaffen, ist gescheitert. Das Einzige was vermieden wurde sind mehrstöckige Hotelanlagen, dafür geht es dann in die Fläche. Schlimm finde ich, dass geniale Küstenabschnitte nicht mehr frei zugänglich sind. Dies sei am Beispiel des Grand Hotels Poltu Quartu verdeutlicht.

Die Hotelanlage liegt am Ende einer ca. 1 km langen, fjordartigen Bucht. Zusammen mit den zusätzlichen Dienstleistern (Shops und Gaststätten) ist die Bucht hermetisch abgeriegelt. Die im Hotel integrierte Hafenmeisterei verwaltet die 311 Liegeplätze, die sich entlang der gesamten Bucht verteilen.

Natürlich ist die Costa Smeralda mit ihrem rosafarbenen Granit und dem Wasser, das von Türkis bis Tiefblau  alle Farbschattierungen aufweist, auch heute noch ein landschaftlich toller Küstenabschnitt. Nachfolgend die Aussicht von der Terrasse eines kleinen Cafés, das der Besitzer zwischen Küstenstraße und Abgrund an den Hang gequetscht hat. Der Blick schweift über den Golfo di Congianus hinüber zum Capo Figari. Dahinter erhebt sich, einem Tafelberg gleich, die Isola Tavolara 565 m aus dem Meer.

Im Fährhafen von Olbia angekommen, wurden wir mit viel Personalaufwand an den richtigen Liegeplatz geleitet. Offensichtlich haben die einzelnen Fährlinien hier keine festen Liegeplätze, so dass eine dauerhafte Beschilderung nicht möglich ist. Kein Check-in Point, nichts. Erst direkt vor der Fähre erhält man sein Ticket aus dem tragbaren Drucker der Lademeisterin. Dem Strichcode des Smartphons sei Dank.

Die für das Verladen der Fahrzeuge zuständige Crew machte aber – zumindest noch – einen sehr entspannten Eindruck. Wir fuhren diesmal mit „Superman“, das Schwesterschiff „Wonder Woman“ lag am Kai gegenüber. Was konnte da noch schief gehen? Wir hatten von Sardinien bereits Abschied genommen und lagen in der Koje, als die Fähre kurz vor Mitternacht ihre Taue löste.

Rückblickend lässt sich sagen, dass Sardinien ein sehr lohnendes Reiseziel ist. Das Frühjahr ist als Reisezeit ideal, denn dann trifft man auf eine grüne Insel mit einer vielfältigen, nach Höhenlage und Region ausdifferenzierten Flora. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Tourismus in dieser Jahreszeit erst vorsichtig beginnt. Die Sarden sind also noch weitgehend unter sich, weshalb deren Lebensalltag noch kaum vom Touristengeschäft überlagert und somit verfälscht wird. Allerdings stehen im Gegenzug etliche Einrichtungen und Dienstleistungen noch nicht zur Verfügung. Dies gilt es in der Planung zu berücksichtigen. Erst ab 15. Juni „läuft das volle Programm“. Dann steigen jedoch auch die Touristenzahlen rapide an. Sardinien lohnt sich jedoch nicht nur wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft, sondern es hat auch kulturell einiges zu bieten, denn es war über Jahrtausende dem Einfluss fremder Mächte ausgesetzt, die jeweils ihre Spuren hinterlassen haben. Zur sardischen Kultur gehören auch zahlreiche Feste, die häufig einen lokalen Ursprung haben und damit auch heute noch Ausdruck gelebten Brauchtums sind. Und auch Aktiv-Urlauber kommen voll auf ihre Kosten. Ob Wasser- oder Bergsportler, Wanderer, Radfahrer oder Gleitschirmflieger, Sardinien bietet für alle etwas. Die eleganteste Anreise aus Deutschland bieten für Individualreisende die Nachtfähren von Genua. Man spart unnötige Kilometer auf Italiens fragwürdigen Autobahnen und kommt ausgeruht in der Zielregion an.

Der Maddalena-Archipel 2

Der Wind hatte aufgefrischt, die Wellen auf dem Meer Schaumkronen gebildet. Das war die Gelegenheit für ein paar fotografische Experimente.

Die Farbe des Granits variiert hier auf Maddalena von Gelb bis Pink in allen Farbschattierungen. Besonders intensiv ist die Farbe dann, wenn der Fels nass ist. Deshalb war der verstärkte Seegang mit der damit einhergehenden Brandung eine wesentliche Voraussetzung für diese Bilder. Auch der Winkel zur Sonne und die Tageszeit verändern den Farbeindruck kolossal.

Während die oberen Bilder auf der Landzunge zum Punta Abbatoggia gemacht wurden, stammen die nachfolgenden Aufnahmen von der benachbarten Halbinsel Marginetto. Dort sind die Felsformationen höher. Der Blick geht über die Bucht hinaus zur Isola Santa Maria und weiter über die Straße von Bonifacio hinüber zur Insel Korsika, deren hoch aufragende Bergwelt sich deutlich vom Horizont abhebt.

Unsere Freunde hatten sich Marginetto als Urlaubsziel ausgesucht. Ferien- und Privathäuser sind hier in aller Regel gut in die Landschaft eingebettet. Nachfolgend zwei Beispiele.

Bei der Morgentoilette

Bei einem morgendlichen Streifzug entlang der Felsenküste konnte ich einen jungen Kormoran bei seiner Morgentoilette beobachten.

Was will der denn?

Bin ich nicht spitze?

Schau mir in das Auge Kleiner! So einen Rollo hättest Du wohl auch gern. Voll erotisch kann ich Dir sagen und ganz schön praktisch!

Der kann mich mal!

Ach wie gut, dass niemand weiß, …

… dass ich Schlangenhalsvogel heiß?

Wendehals habe ich abgelehnt!

So ein Federkleid macht ganz schön Arbeit.

Aber Kopf hoch, der mit seinen Falten hat´s auch nicht besser!

Jetzt ist´s aber genug! Die Show ist gelaufen – und tschüssi!