Leuchttürme und Meer

Ob Zoutelande (Zeeland) noch an der Westerschelde oder bereits an der Nordsee liegt, ist nicht entscheidend. Jedenfalls gibt es hier eine schöne Dünenlandschaft und feinsandige Strände, so dass die Ortschaft wiederholt zum schönsten Seebad der Niederlande gewählt wurde. Und noch ein weiteres Plus kann dieser Küstenabschnitt für sich verbuchen, das Fahrwasser der Westerschelde verläuft hier dicht unter Land, so dass man mit etwas Glück auch dicke Pötte in Richtung Antwerpen vorbeischippern sieht.

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Westlich davon liegt das Örtchen Westkapelle, das gleich mit zwei Leuchttürmen aufwarten kann. In der Ortschaft selbst liegt als gewaltiger Turm das „Hoge Licht“, das über eines der stärksten Leuchtfeuer der westeuropäischen Küste verfügt. Bei guter Sicht erkennt man sein Lichtsignal auf 36 km Entfernung. Dass der 52 m hohe Turm nicht als Leuchtturm geplant war, lässt sich unschwer erkennen. 1470 als Kirchturm erbaut, wurde die zugehörige Kirche samt Ortschaft zwischen 1572 und 1574 von den Spaniern niedergebrannt. Nur der Turm blieb stehen und wird seit 1818 als Leuchtfeuer benutzt.

Am Westkap befindet sich der „Autostrand“. Hier können die Fahrzeuge am Strand geparkt werden, um ohne eine Düne überwinden zu müssen, den feinsandigen Badestrand zu erreichen.

Hier draußen trifft man auch auf den zweiten Leuchtturm, das „Lage Licht“. Er ist mit 11,5 m zwar vergleichsweise klein, aber der gusseiserne Turm am Deich ist ein Leuchtturm wie aus dem Bilderbuch. In Kombination erlauben beide Leuchtfeuer zusammen eine optimale Kursbestimmung.

Yerseke, das Muscheldorf

In Yerseke (Zeeland,Niederlande) lebt ein Drittel der 6000 Einwohner von der Aufzucht, dem Fang oder vom Handel mit Schalentieren. Yerseke ist das Zentrum für den Handel mit Miesmuscheln. Alle im Wattenmeer oder an der Oosterschelde gefangenen Muscheln werden hier versteigert. Pro Jahr sind dies immerhin rund 100 000 Tonnen.

Über die Niederlande hinaus ist Yerseke aber insbesondere für seine Austernzucht bekannt. Ihr Anbau erfolgt hauptsächlich an der Oosterschelde und im Grevelingenmeer. Seit 1880 der Landwirt Jacob Prins das erste Unternehmen für die Zucht von Austern in Yerseke gegründet hat, ist daraus ein richtiger Industriezweig entstanden.

Dem Besucher, der den Havendijk entlag geht, fällt sofort das Gewirr an Becken und Kanälen auf, das sich zwischen Meer und Straße hinzieht. Hier, in den Betongruben der Züchter, werden die Austern nach der Ernte 2 bis 3 Wochen gewässert, um sie vom Sand zu befreien. Danach sind sie fertig für den Versand.

Vom Anbau der Austern selbst sieht man hier nichts. Der erfolgt in der Gezeitenzone im Meer. Dort befinden sich die Tiere periodenweise unter Wasser oder an der frischen Luft. Die Austern werden in Säcken auf Tischen und neuerdings auch in Behältern, die an gespannten Leinen aufgehängt werden, kultiviert. Nach zirka 5 Jahren sind sie erntereif.

Doch auch der Umbruch, den die Branche offensichtlich durchlebt (hat?), ist am Verfall der historischen Beckenlandschaft deutlich zu erkennen. Während bei der Bodenkultivierung eine Geschmacksverfeinerung der Austern nach der Ernte zwingend war, ist dies bei der heutigen Tisch- oder Leinenkultivierung nicht mehr erforderlich. Da kommen nur noch „Schlürfaustern“ zur Reinigung in die Becken.

Zum einen sind es also geänderte Produktionsmethoden, die den Schrottberg anwachsen lassen, andererseits gibt es aber auch hier offensichtliche Gewinner und Verlierer.

Die Gewinner sind augenscheinlich schnell ausgemacht. Sie setzen mit schnieken Buden entlang der Hauptstraße auf den Tourismus und die Selbstvermarktung. Immerhin gilt es jährlich rund 3500 t erntefrische Austern aus Zeeland an den Verbraucher zu bringen. Das ist in Europa hinter Frankreich und Irland Platz 3.

Der Anbau von Austern hat noch einen anderen Aspekt. Die Austern ernähren sich vom Phytoplankton, den sie täglich aus 150 bis 200 Liter Wasser ausfiltern. Damit nehmen sie Stickstoffoxid auf und geben dafür Sauerstoff ans Meerwasser ab. So sorgen sie für die Sauerstoffanreicherung der Meere. Fazit: Rettet die Meere, esst Muscheln!

Port House Antwerpen

Das Havenhuis wurde 2016 nach einem Entwurf von Zaha Hadid und Patrik Schumacher fertiggestellt. Ihr Entwurf war aus einem Architektenwettbewerb siegreich hervorgegangen. Die Hafenbehörde Antwerpens, die auf mehrere Standorte verteilt war, sollte in der alten Feuerwache zusammengelegt werden. Hierzu musste aber deren Fläche durch einen Erweiterungsbau verdoppelt werden.

Die Grundannahmen von Zaha Hadid Architects waren, die Fassade und die Ausrichtung des Gebäudes beizubehalten und einen Bezug zur Umgebung herzustellen. Ihre Idee, die bestehende Feuerwache zu überbauen, wurde zum großen Wurf. Die Form des neuen Baukörpers sollte an ein Schiff erinnern und dessen Fassade aus Glasdreiecken auf die Bedeutung der Diamantenverarbeitung für Antwerpen anspielen. In der Umsetzung wurde eine Tragekonstruktion aus zwei Stützen gewählt, die den Erweiterungsbau über dem Bestandsgebäude scheinbar schweben lässt. Die eine Stütze steht vor der alten Feuerwache als verlängerter Schiffsbug, die zweite im Innenhof als Aufzugsturm. Insgesamt ist so ein Komplex entstanden, der selbst auf große Entfernung die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein exklusiver Arbeitsplatz, für die 500 Mitarbeiter der Hafenbehörde.

Hier noch ein Tipp für Camper: Der „City Camping Antwerp“ ist als Ausgangspunkt ideal. Von dort sind es nur wenige Meter zum Anleger des „De Waterbus“. Der Wasserbus verkehrt im halbstündigen Takt. Die Fahrt ins historische Zentrum dauert nur wenige Minuten und kostet hin und zurück ganze 1 €.

Hagia Sophia

Die Hagia Sophia wurde 532 n. Chr. in nur 5 Jahren Bauzeit errichtet. Die Einzigartigkeit des Bauwerks sollte das Gottesgnadentum Justinians zum Ausdruck bringen, woraus sich der Anspruch des Römischen Kaiser als weltlicher Herrscher über die christliche Welt ableitete. Die Hagia Sophia war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und als Kathedrale Konstantinopels das Zentrum der Orthodoxie sowie Krönungskirche der byzantinischen Kaiser.

Die beste Übersicht über das grandiose, 1500 Jahre alte Bauwerk erlangt man von einem der zahlreichen Rooftop Restaurants.

Die Hagia Sophia gilt als bedeutendstes frühbyzantinisches Bauwerk. Ihre Kuppel ist eine absolute und bis heute unübertroffene Meisterleistung. Mit einer Spannweite von 33 Metern wird sie nur von 4 Pfeilern getragen. Dieses Novum in der Baugeschichte eröffnete eine völlig neue Raumgestaltung und prägte die Architektur bis in die Neuzeit.

Links von der Hagia Sophia befindet sich der Topkapi-Palast, der Wohn- und Regierungssitz der Sultane und Verwaltungssitz des Osmanischen Reiches. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 wurde dieses Machtzentrum errichtet und die Hagia Sophia zur Moschee umgebaut. Als Hauptmoschee wurde sie zum Vorbild späterer Moscheebauten. Nachfolgend der Blick durch ein Kuppelfenster der Hagia Sophia hinüber zur Blauen Moschee.

Auch der Blick in Gegenrichtung kann sich sehen lassen. Im oberen Bild wird die Hagia Sophia vom Eingangstor der Blauen Mosche umrahmt. Zwischen den beiden Prachtbauten liegt der Sultan Ahmet Park. Der sich mit seiner baulichen Kulisse auch für Fotoshootings eignet.

Selbst bei Nacht macht die Hagia Sophia eine gute Figur.

Vor dem Tauwetter

Vor dem großen Wärmeeinbruch an Weihnachten gab es im nördlichen Alpenraum einige wenige herrliche Tage. Hier der Blick vom Füssener Jöchle (Tannheimer Tal) hinaus über das Alpenvorland, das weitgehend unter einer Nebeldecke lag.

Richtung Süden schweift der Blick über die Lechtaler und die Allgäuer Alpen.

Doch es blieb nicht viel Zeit, um das Winter Wonderland zu genießen.

Die Liftbetreiber nutzten den letzten Frost und ließen ihre Schneekanonen Tag und Nacht laufen, um die Pisten noch einige Tage länger betreiben zu können.

Novembermorgen am Albtrauf

Am Sonntagmorgen sammelte ich Fotomotive am Albtrauf. Kurz nach 7 Uhr, gerade noch rechtzeitig vor Sonnenaufgang, erreichte ich den ersten Fotospot. Meine Hoffnung erfüllte sich, ein Mast der Überlandleitung ragte aus dem Nebelmeer heraus. Zum Sonnenaufgang wechselte ich die Talseite, um den streifenden Lichteinfall entlang der Traufhänge optimal ins Bild zu bekommen. Danach tauchte ich in die Nebelsuppe ab. Dort hätte ich mich in den Streuobstwiesen noch stundenlang austoben können, doch um 9:30 Uhr beendete ich meinen fotografischen Ausflug und machte mich mit klatschnassen Füßen auf den Heimweg. Ein gemütliches Frühstück in der Wärme rundete den gelungenen Start in den Tag ab. Sonntag!