Der Cilento

Südlich von Paestum, dort wo die SS18 die Küste verlässt, beginnt der abgelegene Cilento, eine schwer zugängliche Bergregion, die steil ins Meer abfällt. Nur wenige kleinere Ortschaften fanden an der Küste genügend Platz, um Touristen ein Angebot zu machen. Andere Dörfer krallen sich an Berghängen und Kuppen fest, um nicht ins Meer abzurutschen, wie hier am Beispiel von Pisciotta aufgezeigt.

Wir legten bei Centola eine zweitägige Pause ein und genossen die Ruhe. Außerhalb der Saison ist hier tote Hose. Auf der Weiterfahrt passierten wir Palinuro. Das am gleichnamigen Cap gelegene, einstige Fischerdorf markiert das Ende des Cilento.

Südlich an den Cilento schließt sich der Golf von Policastro an. Hier der Blick über die Bucht von Sapri nach Norden, im Hintergrund die Berge des Cilento.

Danach windet sich die SS18 entlang der Küste in Richtung Süden und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke. Bei Scalea genossen wir für zwei Tage Strand und Meer.

Nachtrag:
Auf der Strecke nach Pisciotta wurden wir mit Realitäten der besonderen Art konfrontiert. Hinter der Küstenlinie war der Verlauf einer neuen Umgehungsstraße über Kilometer fertig trassiert, doch in einem Taleinschnitt reckten sich die Brückenpfeiler in den Himmel und suchten vergebens nach der Fahrbahn. Die Baustelle schien seit langem eingestellt. Nur wenige Kilometer weiter standen wir dann vor der Vollsperrung der einzigen Küstenstraße. Mehr als die Hälfte der Fahrbahn war ins Meer gestürzt. Dennoch kamen uns Fahrzeuge entgegen. Daraufhin entschieden auch wir uns zur Weiterfahrt. Die Absperrung lies gerade so viel Platz, dass unser Camper durchpasste. Der verbliebene schmale Fahrstreifen war an den stärksten Verwerfungen mit frischem Asphalt aufgefüllt, um die Strecke passierbar zu machen. Nach einigen hundert Metern gelangten wir wieder auf sicheres Terrain. Wahrscheinlich haben örtliche Kräfte die Piste notdürftig geflickt, um die Region nicht vom Rest der Welt abzuhängen. Mit einer baldigen Reparatur rechnet hier wohl niemand.
