Abschied von der Südinsel

Donnerstag, 23. März

In den letzten Tagen haben wir im Norden der Insel die Seite gewechselt. Wir sind quasi von Collingwood im Westen nach Picton im Osten der Insel „umgezogen“.

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Zu Collingwood, am Ende der Golden Bay gelegen, habe ich mich ja bereits geäußert, zur Golden Bay und der Region muss ich noch etwas nachlegen. Die Golden Bay ist eine herrliche, langgezogene Bucht, die zum Baden einlädt aber einen entscheidenden Nachteil aufweist, sie liegt am Arsch der Welt. Das herrliche Tal, dessen Ende die Golden Bay markiert, ist durch die Takaka Hills vom Rest der Insel, nein vom Rest der Welt, abgehängt. Das ist, als müsse man von uns aus über eine 1300 m hohe Passstraße nach Talheim fahren, dort aber, dank dem Südpazifik, die Welt zu Ende wäre. Dem entsprechend nehmen entlang der Golden Bay zwar die Ferienhäuser zu, ansonsten ist jedoch Landflucht vorherrschend.

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Unser erster Haltepunkt auf dem Weg nach Osten waren die Te Waikoropupu Springs. Hierbei handelt es sich um eine Karstquelle alla Blautopf, die für sich in Anspruch nimmt, das klarste Wasser weltweit auszuspucken. Immerhin 14 m^3 je Sekunde.

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Hinter dem Pass, zischen Motueka und Nelson sind Obst-, Gemüse- und Hopfenanbau und zunehmend auch Weinbau vorherrschend. Dies liegt daran, dass diese Region klimatisch absolut begünstigt ist.  Durch die Südalpen von polaren Kälteeinbrüchen geschützt, sorgt vom Norden her der Pazifik für ein ausgeglichenes Klima.

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Das wirtschaftliche Zentrum im Norden ist Nelson. Nelson ist eine Industriestadt, in deren Randlagen es jedoch schöne Wohnsiedlungen gibt, die sich die Berge empor ziehen, mit Meeresblick versteht sich.

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Je weiter man nach Osten kommt, desto auffälliger werden die großflächigen Rodungen des ursprünglichen Urwalds, der einer fragwürdigen Monokultur weichen muss.

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Spätestens in Havelock, der Hauptstadt der grünen Muschel, ist man endgültig in den Sounds angekommen, die uns mit ihrer herrlichen Landschaft begeistert haben. Nachfolgend der Blick in der Abendsonne entlang des Pelorus Sounds.

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Von hier aus war es nicht mehr weit, bis ein ankerndes Kreuzfahrtschiff das Hafenstädtchen Picton ankündigte. Gleichzeitig löste sich auch das Rätsel um die Kahlschläge auf. Das hier eingeschlagene Holz geht offensichtlich in den Export. Damit drängt sich die Frage auf: Ist Neuseeland über den Status eines Entwicklungslandes noch nicht hinaus gekommen?

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Picton, am Ende des Queen Charlotte Sounds traumhaft gelegen, wäre ohne die Fähre nach Wellington sicher in absoluter Bedeutungslosigkeit versackt. So erfreut sich das Städtchen einer beschaulichen Betriebsamkeit.

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Und für Rose schien endlich der Traum in Erfüllung zu gehen, mit Delphinen zu schwimmen. Tour gebucht und los geht’s.

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Auf der Suche nach Delphinen klapperte die Crew den gesamten Queen Charlotte Sound ab

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und wurde endlich fündig. Eine Gruppe Hectordelphine zeigte reges Interesse an unserem Boot. Da die Gruppe jedoch Nachwuchs hatte, war an Schwimmen nicht zu denken.

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Die weitere Suche blieb leider ohne Erfolg, so dass für Rose dieser Traum weiterhin unerfüllt blieb.

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Folgt man der Küstenlinie von Picton über Waikawa, gelangt man über einsame Buchten in das bekannte Weinbaugebiet um Blenheim (Marlborough Region).

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Eines ist sicher, im Vergleich dazu müssen unsere Winzer wirklich hart arbeiten, um zu ihrem Tropfen zu kommen.

Am Ende schließt sich der Bogen und wir verabschieden uns von der Südinsel mit dem verrückten Huhn Takahe.

Farewell Spit

Die Landzunge Spit erstreckt sich direkt neben dem Cap Farewell, dem nördlichsten Punkt der Südinsel, über mehr als 30 km hinaus in die Cook Strait. Ihre Breite misst dabei gerade einmal mehrere 100 m. Ihre Entstehung verdankt „The Spit“ der Erosion der Südalpen. Jährlich werden 3500 m^3 Sand, die dort ins Meer gespült wurden, von Meeresströmungen zum Spit transportiert und abgelagert. Das jährliche Wachstum der Landzunge beträgt 2 m. Auf der Innenseite der Landzunge hat sich ein riesiges Feuchtgebiet entwickelt, das für Zugvögel, die zwischen den beiden Polgebieten pendeln, von überragender Bedeutung ist. Die Landzunge wurde deshalb als „Nature Reserve“ unter absoluten Schutz gestellt und kann nur mit einer geführten Tour besucht werden. An einer solchen Tour habe ich teilgenommen.

Wir starteten morgens um 6:30 Uhr in Collingwood, einem Örtchen am Ende der Golden Bay. Der Flecken, der heute vielleicht aus 3 Dutzend Häusern besteht, war während der Goldrauschzeit 1856 als mögliche Hauptstadt Neuseelands vorgeschlagen worden. Als wir „The Spite“ erreicht hatten, hatte sich die Sonne gerade mal vom Horizont gelöst. Der Tourbus bretterte nahe der Wasserlinie über das Sandwatt. Häufig musste das Tempo verringert werden, um „quicksands“ auszuweichen oder über einen kleinen Priel zu holpern. An interessanten Stellen oder zur Vogelbeobachtung wurde angehalten.

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Ein Robbenbulle fühlte sich durch die Anwesenheit des Busses in seiner Lethargie gestört und robbte einen beeindruckenden Blitzangriff in Richtung Bus.

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Am äußeren Ende der Landzunge befindet sich eine Basstölpel-Kolonie. Dies ist die einzige Kolonie Neuseelands, in der diese Vögel auf Meereshöhe brüten. Leider konnten wir das Spektakel nur aus großer Distanz beäugen. Auch die Zahl der Basstölpel, die sich im Fluge zu uns verirrten, war entsprechend gering.

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Am Leuchtturm, der mit seinen 30 m Höhe der höchste Neuseelands sein soll, besichtigten wir bei einer Tasse Kaffee das kleine Museum, das im alten Leuchtturmwärterhaus eingerichtet wurde. Dort erfuhren wir einiges über hier gestrandete Wale. Die letzte größere Walstrandung, die für internationales Aufsehen gesorgt hatte, ereignete sich anfangs Februar dieses Jahres. Als Erinnerung an derartige Ereignisse wurde bereits vor vielen Jahren ein Wal-Skelet aufgestellt.

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Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp, um Sanddünen  zu fotografieren.

Ein weiterer hochinteressanter Haltepunkt lag nahe dem Cap Farewell. Ein Aufschluss zeigt hier einen Schnitt durch ein 15 Millionen Jahre altes  Flussbett, das durch tektonische Verschiebungen von massiven Gesteinsformationen überdeckt wurde.

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Letzter Halt war dann der obligatorische Aussichtspunkt auf das Cap Farewell.

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Stürmischer Süden

Samstag, 04. März

Auf dem Weg in den tiefen Süden durchquert man Farmland und passiert herrliche Strände.

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Bei den Moeraki Boulders legten wir einen ersten Stopp ein. Diese gewaltigen Gesteinskugeln, die bis zu einem Meter Durchmesser erreichen können, entstanden vor 55 Millionen Jahren. Es handelt sich hierbei um Konkretionen aus kalkhaltigen Tonen, in deren Schrumpfrissen sich zum Teil Quarze eingelagert haben.

Außer diesem geologischen Schmankerl hat Moeraki auch noch eine Gelbaugenpinguin-Kolonie zu bieten. Wir trafen einige Jungtiere an, die damit beschäftigt waren, sich den restlichen Flaum aus dem Gefieder zu zupfen.

Kurz entschlossen nutzten wir das herrlich warme Wetter, pflanzten uns überm Hafenbecken des verträumten Flecken in die Taverne und genossen als Mittagessen einen Seafoodbasket – einfach genial! Auf den Weißwein musste ich leider verzichten, da wir anschließend unsere Fahrt in Richtung Dunedin fortsetzten. Die Hauptsehenswürdigkeit ist der 1906 erbaute Bahnhof. Der aus Lava und Kalkstein errichtete Prachtsbau ist auch in seinem Innern noch in ursprünglicher Form erhalten. Unglaublich, welcher Luxus damals in dieser Ecke der Welt möglich war.

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Am Sonntag, 05. März

machten wir uns früh morgens auf den Weg, um am Taiaroa Head auf der Otago Halbinsel die einzige Albatros-Kolonie der Südinsel aufzusuchen. Die ungeheure Spannweite dieser Tiere beeindruckte uns sehr.

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Nugget Point war das nächste Highlight auf unserer Liste. Die senkrecht verlaufenden Gesteinsschichten begünstigen die Entstehung schmaler Felsbänder, die dann von der Brandung in einzelne Riffe zerhackt werden. Entsprechend gefährlich ist diese Ecke für die Schifffahrt.

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Bald darauf erreichten wir die Catlins, die südlichste Region Neuseelands, die noch ausgedehnte Regenwälder aufzuweisen hat. Undurchdringlicher Regenwald reicht hier bis zur Küste und umrahmt die riesigen Sandstrände mit dunklem Grün.

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Bei der Häuseransammlung Papatowai bezogen wir in einem kleinen Camp unser Lager für die Nacht.

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Papatowai, das Camp an der Dschungelbeach

Montag, 06. März

Der Sturm, der bereits am gestrigen Nachmittag eingesetzt hatte, brachte in der Nacht Regen. Der Wind fegte den ganzen Tag über das flache Land, dass ich Mühe hatte, das Fahrzeug auf der Straße zu halten. Dass Sturm in dieser Ecke zum Alltag gehört, zeigen die Bäume überdeutlich.

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Ein kleiner Abstecher führte uns zum südlich von Invercargill gelegenen Bluff, der südlichsten Ortschaft auf dem neuseeländischen „Festland“ und für uns der südliche Wendepunkt unserer Reise. Die einmalige geographische Lage beschert dem Örtchen einen genialen Naturhafen, der schon für die Maori von Interesse war und wohl auch dafür ausschlaggebend war, dass hier eine der ersten europäischen Ansiedlungen auf Neuseeland gegründet wurde. Der Ort hat seit seiner Entstehung wohl schon viele Höhen und Tiefen durchlebt. Betrachtet man den Zustand vieler Häuser, scheint es seit längerem abwärts zu gehen.

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Daran hat auch die Aluminiumhütte nichts geändert, die anfangs der 70er Jahre hier gebaut wurde und die ganze Landschaft verschandelt. Um den Strombedarf dieses Werkes zu decken wurde gleich noch ein weiteres „Verbrechen“ begangen, das noch heute als Ingenieursleistung gerühmt wird: Der Lake Manapouri wurde angebohrt, um mit seinem Wasser am Daubtful Sound die Turbinen anzutreiben.

An der Colac Bay beendeten wir den Tag, wie er begonnen hatte, mit Sturm und heftigen Regenschauern.

Weitere Informationen zu Dunedin siehe auch Dunedin Neuseeland

Oamaru

Donnerstag, 2. März 2017

Unsere heutige Etappe führte uns das Tal des Waitaki River hinab ans Meer. Zahlreiche Stauseen zur Elektrizitätsgewinnung und zur Bewässerung gestalten das Landschaftsbild im oberen Talabschnitt.

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Nur mit Bewässerung ist in dieser Region die intensive Weidewirtschaft möglich. Weinbau ist dabei sich zu etablieren.

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Das Küstenstädtchen, das für seine Blauen Pinguine weithin bekannt ist, hat uns sofort begeistert, so dass wir auch den 03. März hier verbrachten. Dass diese Stadt einst „bessere“ Tage gesehen hat, begegnet einem auf Schritt und Tritt. So findet sich im Hafenbecken noch ein Holzpier beachtlicher Größe, das heute – da baufällig – nur über Nacht von tausenden Kormoranen als Schlafstädte benutzt wird.

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Noch vor hundert Jahren konnte man sich hier brüsten, das längste gebogene Holzpier der südlichen Hemisphäre zu besitzen auf dem die Waren direkt vom Schiff auf die Eisenbahn verladen werden konnten. Selbst Expeditionen an den Südpol stachen von hier aus in See.

Am Abend gingen wir dann auf die „Jagd“ nach den Blauen Pinguinen. Wie andere Pinguinarten auch, gehen die alten Tiere tags auf Fang und kehren erst bei Nacht zurück, um ihre Jungen zu füttern. Um 22:30 Uhr machten wir uns ohne auch nur die Spur eines einzigen Pinguins gesehen zu haben auf den Rückweg, als wir zwei Tiere erblickten, die am Weg warteten, bis die Luft rein war. Da ständig weitere Passanten vorbei kamen, dauerte es bis nach 23 Uhr, bis sich die Pinguine trauten, ihre Jungen aufzusuchen. Diese hatten sich gleich neben dem Hafenbecken unter einer Hütte verkrochen. Nun gingen wir zufrieden Richtung Campground, nicht ohne die Böschung zum Hafen aus dem Auge zu verlieren. Und tatsächlich lief uns noch ein weiteres Tier über den Weg, das eine längere Strecke am Hafenbecken entlang zurücklegte. Sein unsicher wirkendes Gewatschel erinnerte mich sofort an James bei „Dinner for one“. Fotografisch war dies die totale Herausforderung, denn Blitzlicht schied natürlich aus.

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Am andern Morgen erfuhren wir, dass in der Nacht auch auf dem Campground Pinguine unterwegs waren. Ihre Jungen waren unter dem Küchentrakt den Tag über in Sicherheit. Offensichtlich haben sich diese Pinguine inzwischen gut an die Menschen angepasst. Heute wollten wir gleich nebenan an der Bushy Beach die Yellow-Eyed Pinguine besuchen. Damit hatten wir allerdings Pech. Dafür konnte ich einige Robben fotografieren, die sich in der Sonne aufwärmten.

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Im Städchen hielten wir uns mit zunehmender Begeisterung im weitgehend restaurierten Quartier an der Friendly Bay auf. Dieses Viertel zeichnet sich durch ein geschlossenes Ensemble prächtig renovierter Gebäude aus der viktorianischen Ära aus.

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Die Gebäude erfahren heute die unterschiedlichste Form der Nutzung. Angefangen vom Wollexporteur über Hotels, Cafes, Kneipen und Banken finden sich hier überwiegend Künstler, Kunsthandwerker oder sonstige Spezialisten mit einer zündenden Idee, von der man hoffentlich leben kann. So gibt es zum Beispiel einen Buchladen für antiquarische wie aktuelle Abenteuerliteratur. Um das Abenteuer präsent zu halten, ist im Verkaufsraum ein komplettes Segelschiff aufgestellt und die Wände sind mit Karten und Berichten von Expeditionen zum Südpol tapeziert. Kein Wunder, war doch der Ladenbesitzer in den 60er Jahren selbst bei einer solchen Expedition mit dabei.

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Zwei Frankfurterinnen im Abenteuerbuchladen

Lange unterhielten wir uns mit Michael O`Brien, einem Buchbinder, der zuvor in London und Auckland gearbeitet hatte und nun seit 28 Jahren hier in der Provinz lebt. Mit Deutschland hatte er intensive Geschäftskontakte zum Beispiel nach Stuttgart und München bis ihm das Internet den Markt kaputt gemacht hat. Nun lebt er von der Restauration alte Bücher. Seine Werkstatt könnte glatt und sauber als Museum herhalten.

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Tasmanien 2

Am Montag,  20. Februar, erreichten wir bei St. Helens die Ostküste  Tasmaniens. Die kurvenreiche Straße wand sich über weite Strecken durch bewaldetes Hügelland . Der unübersichtliche Straßenverlauf forderte unter den Waldtieren einen entsprechend hohen Blutzoll – „roadkill“, wie es die Australier nennen. Nicht selten sahen wir auf 100 m zwischen 3 und 6 Kängurus platt auf der Straße kleben und auch den einzigen Tasmanischen Teufel, den wir zu Gesicht bekamen, sahen wir nur zweidimensionale.

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In den flacheren Regionen musste der Regenwald schon vor Generationen den Viehzüchtern und Farmern weichen. Wo Bewässerung möglich ist, wird Gemüse angebaut, sonst werden Obst, Wein  oder Hopfen kultiviert, also so, wie bei uns am Bodensee, oder?  😉  . Überall findet man als schweigende Zeugen des einstigen Regenwaldes, einzelne, besonders stattliche Eukalyptusbäume verloren in der Landschaft stehen. Schön für den Fotografen – schlecht für den Wald.

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In St. Helens fuhren wir zuerst hinaus in die Burns Bay. Für Rose und Herbert gab es da kein Halten mehr. Bei Wassertemperaturen zwischen 14 und 16 Grad musste das erste Bad im Südpazifik her.

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Von nun an jagte ein Highlight das andere. Als nächstes stand ein Besuch der Peron Dünen, einer ausgedehnten Dünenlandschaft, auf dem Programm.

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Als wir dann unser Glück noch in der Binalong Bay versuchten, war der Bogen überspannt. Binnen weniger Minuten waren wir durch und durch nass. Selbst der Foto meckerte.

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Doch spätestens nach Sichtung der Pelikane war der Regen wieder vergessen.

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Am Dienstag nahmen wir die Garden Route mit der berühmten Bay of Fire unter die Lupe.

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Auf dem Rückweg warfen wir noch einen Blick in eine Austernfarm. Dort wurde gerade der „Fang“ in Säcke verpackt. Eine Gruppe Motorradfahrer ließ sich die fangfrischen Tierchen gleich an Ort und Stelle auf der Satteltasche schmecken.

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Am Dienstag 21. Februar, erreichten wir Coles, das Eingangstor zum Freycinet National Park mit der Weinglas Bay. Hier hatten wir uns für Mittwoch eine Wanderung vorgenommen und das Wetter versprach diesmal beste Bedingungen.

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Die Tour führte uns auf gut begangenem Steig durch den Wald hinauf auf einen Bergsattel zum Weinglas Bay Lookout. und anschließend wieder steil hinab zur Bay. Wer den Weg hinab auf sich nimmt, der wird von einem herrlichen Anblick belohnt, sobald er aus dem Wald heraus in das weite Rund der Bay tritt.

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Der weitere Weg führte uns auf einem schmalen Pfad über eine flache Landzunge hinüber zur Hazzard Bay, einem traumhaften, langgezogenen Sandstrand, der von hohen Dünen gesichert wird. Diesem weitläufigen Strand entlang erfolgte der erste Teil des Rückweges.

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Bei einer kurzen Rast machten wir Bekanntschaft mit einem kleinen Känguru, das auf den ersten Blick eher als Osterhase hätte durchgehen können.

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Eigentlich hat man zu diesem Zeitpunkt mit der Wanderung zufrieden abgeschlossen und erwartet keine weiteren Highlights mehr, doch dann stolpert man am Ende der Hazzard Bay über so eine kleine Bucht und reibt sich die Augen, weil man diesen fast nicht traut. Der rosafarbene Granit, eine Besonderheit der ganzen Region, bildet zusammen mit dem Orange der Algen und den Blau- und Türkistönen des Wassers ein überwältigendes Farbenspiel.

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Der Weg zurück zum Parkplatz ging dann über Stock und Stein und bot immer wieder herrliche Ausblicke. Der Wind hatte deutlich aufgefrischt und den Wellen Schaumkronen aufgesetzt.

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Als Zugabe drehten wir dann noch eine kleine Schleife um den Leuchtturm. Eine Tour, die sich alleine schon wegen des genialen Boardwalks lohnt.

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Als sich Rose dann am Ende auf dem Parkplatz auch noch mit einem Känguru anfreunden durfte, war das Glück komplett.

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Und trotzdem fehlte noch ein Abschluss. In Coles tranken wir noch einen späten Kaffee und blickten in der Abendsonne über die Coles Bay hinüber zu den Hazzards (so heißen die Berge) und gingen mit dem Auge nochmals unsere Tour nach.

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Als wir am Donnerstag, 23. Februar, in Hobart ankamen, hatte sich der Kreis geschlossen. Das weiterhin gute Wetter nutzten wir für eine Fahrt auf den Mt. Wellingten, Der Hausberg von Hobart bietet eine phantastische Aussicht auf die Stadt, die man sich bei derart guten Bedingungen wirklich nicht entgehen lassen sollte.

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Am Freitag 24. Februar ging unser Abstecher nach Tasmanien endgültig zu Ende. 10 intensive Tage hinterließen viele bleibende Eindrücke, die erst noch verdaut werden müssen. Herbert und Gudrun flogen zurück nach Sydney und wir nahmen den Weg über Melbourne nach Christchurch, dem Ausgangspunkt für unsere nächste Etappe.

Zu Tasmanien siehe auch: Tasmanien: Lake Gorden – Lake Padder

Wilsons Promontory

Freitag , 10.02.2017

Der Tag fing schon gut an. Kaum, dass wir unser Hotel verlassen hatten, lief uns auch schon ein Ameisenigel über den Weg.

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In Wonthaggi, einem für diese Region typischen Städtchen, deckten wir uns mit Lebensmitteln ein, denn die nächsten beiden Tage hatten wir uns auf dem flachen Land privat eingemietet mit „shared kitchen“.  Die Lebensmittel waren mitzubringen.

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Entlang der Küste folgte Beach auf Beach. Hohe Dünen, ungeheuer breite, feinsandige Strände und fast keine Menschen.  Die Nachfolgenden Bilder zeigen die Venus Bay.

Gegen Abend erreichten wir unser Quartier Promclose Cottage. Anne und Margret – unsere Gastgeberinnen – empfingen uns mit Offenheit und spürbarer Herzlichkeit. Bei einer Tasse Kaffee in der Sonne vor dem Haus kamen wir uns schnell näher. Es dauerte nicht lange bis Rose aufgeregt die Entdeckung einer Schlange meldete. Ein Prachtexemplar der hochgiftigen Tigerotter passierte keine 2 m von unserem Tisch entfernt den Fußweg zum Haus und machte es sich im angrenzenden Beet bequem. Dies wurde von unseren Gastgeberinnen unaufgeregt kommentiert: „Die Tigerotter kommt fast täglich zur selben Zeit hier vorbei.“ Nachdem ich die Kamera aus dem Auto geholt hatte und mich vorsichtig der Schlange näherte, ergriff diese sofort die Flucht. Nichts war´s mit dem Passbild.

Nach diesem kleinen australischen Abenteuer wurden wir ins Haus eingeführt. Unser erster Eindruck, dass Anne und Margret eine absolut alternative Lebensweise pflegen, bestätigte sich auch im Haus. Das Notwendige war vorhanden und für Überflüssiges gab es keinen Platz. Ein Zimmer und das Bad wurde uns für die zwei Tage zur Verfügung gestellt.

Am anderen Morgen trafen wir die beiden in der Küche beim Frühstück. Im nahegelegenen Flecken Fish Creek bestritten sie heute eine Veranstaltung für ein kommunales Gartenprojekt. Bei einem Arbeitseinsatz sollten für den ökologischen Anbau auf gemeindeeigenem Gelände neue Mitglieder angeworben werden. Margret war hier offensichtlich die treibende Kraft. In der Ortschaft unterhielt sie eine kleine Käserei, deren Produkte lokal verkauft wurden. Als wir gingen, blieb das Haus offen. Kein Problem.

Eine unserer ersten Anlaufstellen im Wilsons Promontory Nationalpark war die Whisky Bay mit ihren spektakulären Granitbouldern.

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Doch auch alle anderen Buchten, die wir aufsuchten, waren einfach herrlich. Hier der Blick auf die Picnic Bay.

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Am Nachmittag unternahmen wir als Kontrastprogramm noch eine Wanderung zu Millers Landing. Von hier aus eröffnet sich der Blick auf ein riesiges Inlet. Als südlichstes Ausbreitungsgebiet für Mangroven bildet es ein einzigartiges Paradies für Wasser- und Zugvögel. Der Weg führt durch ein Gebiet mit typisch australischer Vegetation. Banksien und Grasbäume dominieren das Landschaftsbild.

Zum Abschluss gingen wir auf einem kurzen Wildlife Walk noch auf Beobachtungstour. Immerhin stießen wir auf Kängurus, die hier in einem Forschungsprogramm überwacht werden, um die Einflussfaktoren auf die Population einer Gruppe zu erforschen.

Bereits am Samstag Abend klang so etwas wie Abschied an. Margret zeigte mir ihre mit ungeheurer wissenschaftlicher Akribie betriebene Regenwurmzucht zur Bodenverbesserung. Gegen später, wir hatten uns bereits in unser Zimmer zurückgezogen, wurden wir noch zu einer „Knabberrunde“ eingeladen. Margret spendete ihren besten Käse, dazu gab es frische Tomaten, Gurken und Salat aus eigenem Anbau. Gesprochen wurde über Familiäres, sowie Gott und die Welt. Selbst der amerikanische Chaot wurde nicht ausgespart.

Am Sonntag Morgen begleitete uns Margret bis Fish Creek, zeigte uns ihr kommunales Gartenprojekt und brachte uns noch zur Galerie von Celia Rosser. Celia, inzwischen 83 Jahre alt, saß im Cafe ihrer Galerie und erzählte uns mit viel Humor den einen oder anderen Schwank aus ihrem Leben. In Australien hat sie sich als Künstlerin mit ihren detaillegetreuen Arbeiten zur australischen Pflanzenwelt, insbesondere der Banksien, einen Namen gemacht. Selbst die Queen kam anlässlich eines Australienbesuches bei ihr vorbei. Nach einem letzten herzlichen Abschied machten wir uns auf den Weg nach Melbourne, wo ein ganz normales Stadthotel auf uns wartete.

Strandfüchse

Im Parco della Maremma liegt der öffentliche Badestrand Marina di Albarese. Bereits bei Ankunft am Parkplatz  und im Picknickbereich weisen Schilder darauf hin, dass man Füchse nicht füttern solle. Kaum, dass wir an einem Tisch sitzend unser Vesper ausgepackt hatten, entdeckten wir im angrenzenden Kiefernwald den ersten Rotfuchs. Dieser hatte sich offensichtlich an die Menschen gewöhnt und hatte bereits gelernt, dass man bei den Zweibeinern wesentlich einfacher zu seiner Nahrung kommt, als durch Jagd oder im Hühnerhof um die Ecke. Auch wenn der Fuchs stets vorsichtig blieb, hatte er offensichtlich gegen ein Fotoshooting nichts einzuwenden. Es dauerte auch nicht lange, bis er von anderen Besuchern gefüttert wurde. Später am Strand begegnete ich noch einem anderen Gesellen. Der besuchte die Badegäste in deren Schutzhütten aus Treibholz und luchste ihnen das Vesper ab.

Die Marina di Albarese ist für die „Schutzhütten“ aus Treibholz bekannt. Diese ziehen sich über Kilometer am Strand entlang und bieten nicht nur Badegästen Schutz.

Die Umgebung des Parco della Maremma und die Ebene um Grosseto sind für ihre zahlreichen Alleen bekannt.

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