Museum Brandhorst – München

Das Museum Brandhorst befasst sich mit bedeutenden künstlerischen Positionen und zukunftsweisenden Themen der Gegenwartskunst seit 1960. Mit seiner Eröffnung im Jahr 2009 wurde das Spektrum des Münchner Kunstareals um diesen eindrucksvolle Bau erweitert. Die Außenhaut wirkt wie ein abstraktes Gemälde. Damit ist es den Berliner Architekten Sauerbruch Hutton gelungen, auf die Bedeutung des Gebäudes als Kunstmuseum aufmerksam zu machen.

Die Fassade besteht aus verschiedenen Schichten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Vor der Fassadenfläche wurden 36 000 einzelne Keramikflächen vertikal angebracht. Sie sind in 23 verschiedenen Farben glasiert und teilen sich in drei Familien unterschiedlicher Farbigkeit und Tonalität auf.

So entsteht der optische Eindruck, das Haus bestehe aus drei ineinander verzahnten Einzelvolumen.

Aus der Ferne gesehen vereinen sich die Farbgruppen zu einem neutralen Farbton. Aus der Nähe betrachtet löst sich jedes dieser Felder wiederum in seine unterschiedlichen Einzelfarben auf.

Antiquarium – München

Das Antiquarium ist der älteste erhaltene Raum der Münchner Residenz. Mit einer Länge von 69 Metern gilt er als einer der größten und prachtvollsten Renaissancesäle nördlich der Alpen. Herzog Albrecht V. ließ den Saal zwischen 1568 und 1571 für seine Sammlung antiker Skulpturen errichten. Deshalb die Bezeichnung „Antiquarium“.

Hinter den äußerlich recht unscheinbaren Mauern der Münchner Residenz verbergen sich prächtige Räumlichkeiten und unschätzbare Reichtümer, die mit jedem anderen Herrscherhaus in Deutschland locker mithalten können. Das Staunen darüber sollte aber nicht den Blick darauf verstellen, dass diese Anhäufung von Reichtümern – wie immer – durch Ausbeutung der meist bettelarmen Bevölkerung erfolgte. Für einen kompletten Rundgang sollte man 3 – 4 Stunden veranschlagen.

Cuvilliéstheater – München

Das Cuvilliéstheater / Altes Residenztheater in München gilt als bedeutendstes Rokokotheater Deutschlands.

Die gesellschaftlichen Schichten jener Zeit spiegeln sich in der unterschiedlichen Ausgestaltung der verschiedenen Ränge wider. Die Kurfürstenloge über dem Eingang ist der künstlerische Mittelpunkt des Raums. Daran schließen die Logen im ersten Rang an, die für den Hochadel vorgesehen waren.  Auch sie sind reichhaltig verziert. Diese Verzierung wird über den zweiten und dritten Rang stufenweise reduziert, in denen der niedere Adel und die Hofbeamten Platz nahmen. Das relativ schlicht ausgestattete Parterre war für den Stadtadel bestimmt.

Werksviertel – München

Vom Stadtzentrum gelangt man mit der U5 zum Ostbahnhof. Jenseits des Gleiskörpers, am ehemaligen Produktionsstandort der Firma Pfanni, erstreckt sich heute das sogenannte Werksviertel-Mitte. Hierzu schreibt die kommunale Tourismusorganisation Münchens: „Vielleicht beginnt Münchens Zukunft gleich hinter dem Ostbahnhof. Zumindest mausert sich hier seit knapp sieben Jahren ein Industriegelände zu einem urbanen Trend-Viertel, das Einheimische und Tourist*innen gleichermaßen anlockt. … In jedem Fall ist für alle etwas geboten im Werksviertel-Mitte. Denn hier vereinen sich Kreativität und Kommerz, Arbeiten und Wohnen, Underground und Establishment.“ Das sind große Worte. Ob sie sich bewahrheiten, wird sich erst im Laufe von Jahrzehnten herausstellen.

Doch man muss anerkennen, dass sich hier zwischen den Glaspalästen der Büro- und Wohnhäuser und alter Bausubstanz eine bunte Szene etabliert hat. Von Kunst- und Kulturschaffenden über Bars, Cafes und Kleingewerbe bis zum Boulderzentrum und zum Riesenrad ist hier alles zu finden und trägt dazu bei, dass das Quartier lebt. Das macht Hoffnung und vielleicht gelingt dieses Experiment, das nach neuen Formen urbanen Lebens sucht und in der Vielfalt die Triebfeder für eine dauerhafte Entwicklung sieht. Wenn dies tatsächlich gelingt, wäre der Deutsche Städtebaupreis 2023 zu Recht verliehen worden.

In jedem Fall ist das Werksviertel einen Besuch wert. Alleine schon wegen der Graffitis lohnt sich der Weg hierher. Und einen selbstgebackenen Apfelkuchen guter Qualität für 2,50 € und die Tasse Kaffee für 2 €, wo bekommt man das in München sonst noch? Doch lohnt sich durchaus auch ein längerer Aufenthalt. Insbesondere für Architekturfotos, Streetfotgrafie und Nachtaufnahmen scheint dieses Quartier besonders gut geeignet.

Münchner U-Bahnstationen – Schluss

An der Endstation der Linie 1, dem „Olympia-Einkaufszentrum“, fand auch unser fotografisches Projekt sein vorläufiges Ende. Hier brachten wir letztmals Kamera und Stativ in Stellung und setzten die futuristische Wandverkleidung in Szene.

Ganz in der Nähe der U-Bahnstation gibt es ein B&B-Hotel und Möglichkeiten, ein Fahrzeug ohne Parkgebühren am Straßenrand abzustellen. Das sind gute Rahmenbedingungen für die Durchführung einer solchen Aktion, denn nach fünf Stunden konzentrierter Arbeit ist es nicht verkehrt, wenn gegen drei Uhr nachts ein Bett in der Nähe ist.

Weitere Bilder zu Münchner U-Bahnstationen finden sich hier: Teil 1, Teil 2.

Münchner U-Bahnstationen – Teil 2

Wir starteten unser fotografisches Projekt am St.-Quirin-Platz nahe dem südlichen Ende der Linie 1 und arbeiteten uns langsam in nördlicher Richtung durch. Nicht alle Bahnhöfe, die wir ablichten wollten, waren „bespielbar“. Manchmal wurde gerade gebaut, so dass zahlreiche Wand- und Deckenverkleidungen fehlten. So war nach dem Candidplatz (letzter Beitrag) unser nächster Halt am Westfriedhof.

Natürlich wurden all die Bahnhöfe schon vielfach abgelichtet. Dennoch ist es eine spezielle Herausforderung, die unterschiedlichen Lichtsituationen in den Griff zu bekommen, ohne auf HDR-Belichtungen auszuweichen. Und dann bleibt ja immer noch die Hoffnung, dass man etwas Neues entdecken könnte, das so noch niemand gesehen hat.

Es folgte die Station Georg-Brauchle-Ring. Hier interessierte mich besonders die metallisch glänzende Deckenverkleidung in der sich die farbigen Paneele der Seitenwände spiegelten und abstrakte Kunstwerke hervorbrachten.

Weitere U-Bahnstationen siehe im letzten und im nachfolgenden Beitrag.

Münchner U-Bahnstationen – Teil 1

München hat ein leistungsfähiges U-Bahnnetz. Das Tagesticket für das gesamte Stadtgebiet ist für unter 10 € zu haben, eine ideale Möglichkeit, um schnell an den gewünschten Ort zu kommen. Seit 1971 die erste U-Bahnstrecke in Betrieb ging, wurde das Netz auf über 100 km Länge ausgebaut. Rund 400 Millionen Fahrgäste wurden 2023 befördert.

Von diesen objektiven Fakten abgesehen, lassen sich manchem U-Bahnschacht auch ästhetische Aspekte abgewinnen. So gibt es auf der Linie 1 mehrere Stationen, für die sich ein nächtlicher Aufenthalt im Untergrund lohnt. Wer alleine zum Fotografieren unterwegs ist, wird wohl so durchkommen, für eine Gruppe ist jedoch eine Genehmigung zwingend erforderlich. Wir, eine Gruppe des Photoclubs Reutlingen, fotografierten an einem Samstag ab 21 Uhr bis Sonntag um 2 Uhr.

Unsere erste Station war St.-Quirin-Platz. Dieser U-Bahnhof strahlt einen morbiden Scharm aus und ist gut geeignet, um sich an die Unterwelt heranzutasten, denn es braucht Zeit, bis man sich eingesehen hat. Erst nach und nach gelingt es, die fremde Umgebung fotografisch zu interpretieren.

Selbst nüchterne Übergänge, die von einem U-Bahnschacht zum andern führen, haben eine gewisse Ästhetik. Man muss sie nur erkennen.

Unsere zweite Station, Candidplatz, ist im Vergleich zum St.-Quirin-Platz die reinste Farbenschachtel. Fotografisch eine völlig andere Herausforderung.

Weitere U-Bahnstationen folgen im nächsten Beitrag.

Justizpalast München

Der Justizpalast in München ist ein gewaltiges Bauwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts im neobarocken Baustil errichtet wurde. Das Gebäude am Karlplatz (Stachus) beherbergt in den oberen Etagen das Bayerische Staatsministerium der Justiz und in den unteren die Zivilkammern des Landgerichts München.

Unter Fotografen bekannt ist der grandiose, offene Treppenaufgang, der beidseits der riesigen Zentralhalle die Etagen erschließt und in über 60 m Höhe von einer riesigen Glaskuppel überdacht wird.

Der Justizpalast ist öffentlich zugänglich. Allerdings muss man beim Betreten eine Sicherheitsüberprüfung über sich ergehen lassen. Im Justizpalast setzt man sich auch mit der Rolle der Justiz während des 3. Reiches auseinander. Eine Gedenkstätte erinnert an den Schauprozess gegen die Mitglieder der „Weißen Rose“.