Apfel-Blues statt Apfelfest

Letzten Sonntag war bei uns „Apfelfest“. Das Netzwerk Streuobst lässt sich ja wirklich einiges einfallen, um die Pflege von Streuobstwiesen attraktiver zu machen, doch am Samstag war erst einmal Apfel-Blues angesagt.

Schon an den vorausgehenden Tagen war ich bis zu dreimal an die Obstannahmestelle gefahren, um meine Äpfel loszuwerden, denn Wartezeiten von mehr als zwei Stunden wollte ich mir nicht antun.

Doch der Samstag hat alles bislang dagewesene übertroffen. Bereits um 7:30 Uhr morgens betrug die Schlange ca. 600 m und aus allen Himmelsrichtungen kamen neue Fahrzeuge hinzu, meist mit Anhänger. Dies entsprach einer geschätzten Wartezeit von rund 4 Stunden.

Unter diesen Bedingungen drängt sich die Frage auf, wer da noch eine Streuobstwiese betreiben will. Gewinn lässt sich mit einer solchen Baumwiese eh nicht erwirtschaften, im Gegenteil. Sie zu unterhalten und zu pflegen kostet nicht nur Zeit. Wer das nicht als Hobby versteht oder aus Idealismus heraus macht, lässt davon ganz schnell die Finger.

Wieder einmal bin ich unverrichteter Dinge heimgefahren, um am Montag eine Stunde vor Öffnung der Annahmestelle wiederzukommen. Und, kaum zu glauben, um 7 Uhr in der Früh standen nur 3 Fahrzeuge vor mir.

Fazit: Die bei uns seit Jahrzehnten anstehende Schließung einer Lücke im vierspurigen Ausbau der B27, der etlichen Protest generiert, wird zwar einige Streuobstwiesen kosten aber der strukturelle Wandel gefährdet ihren Bestand grundsätzlich. Vor 20 Jahren gab es in unserem Städtchen noch mehrere Mostereien, ebenso in den umliegenden Gemeinden. Heute gibt es bei uns nur eine Annahmestelle von einem zentralen Safterzeuger. Wenn die Jungen unter den gegebenen Bedingungen keinen Bock darauf haben, der billigste Mitarbeiter der Saftindustrie zu sein, kann man es ihnen nicht verdenken. Doch dann brechen die Streuobstwiesen weg, wenn es die Alten nicht mehr können. Diese Entwicklung ist schon lange Realität. Siehe hierzu auch diesen Beitrag.

Gaymann in Tübingen

Zum 75. Geburtstag des Cartoonisten Peter Gaymann eröffnete das Neue Kunstmuseum Tübingen eine Ausstellung mit dem Titel „Lachen in verrückten Zeiten“. Der Titel war Programm. Nie zuvor habe ich in einem Museum so viele Leute laut lachen hören. Ein Beleg dafür, dass Peter Gaymann in seinen Zeichnungen auf humorvolle Weise häufig den Nagel auf den Kopf trifft.

Das Huhn mit menschlichen Zügen brachte ihm den künstlerischen Durchbruch. Sein so erschaffenes Huniversum wird in bewährter Weise präsentiert. Bewegliche Stellwände gliedern nicht nur den Raum sondern setzen auch thematische Schwerpunkte.

Auch das Thema Kunst geht Gaymann humorvoll an.

Dass sich Kunst und Kommerz für ihn nicht ausschließen zeigt sein persönlicher Werdegang, der ihn von Freiburg über Rom an den Starnberger See brachte. Und wer daran bislang seine Zweifel hatte, wird spätestens an der Kasse eines Besseren belehrt. Dort findet sich unter anderem auch Eierliköre mit entsprechenden Etiketten.

Museum Boxenstop 2

Die Vielzahl der Fahrzeughersteller ist erstaunlich.

Wolseley war ein britischer Autobauer, der zwischen 1932 und 1935 unter dem Namen Hornet Spezial leichte Sportmodelle baute. Nach Verkauf an die Firma MG wurde die Produktion des Hornet eingestellt.

Zu Oldtimern gehören natürlich auch eine ganze Reihe Accessoires, die die Show komplettieren. Leider hatte ich nicht die Gelegenheit die Fahrerinnen und Fahrer vor die Kamera zu bekommen.

Es ist kaum zu glauben wie viele unterschiedliche Hersteller in der Anfangszeit des Automobils am Markt waren. Gute Ideen und Produkte reichten oft nicht aus, um auch nur ein Jahrzehnt zu überleben. Ein Szenario, wie es sich bei Einführung neuer Technologien ständig wiederholt.

Doch die Fahrzeuge und Details sind immer wieder eine Augenweide.

Museum Boxenstop 1

Eine Oldtimer-Rally hatte am Museum Boxenstop in Tübingen Mittagspause eingelegt. Eine tolle Gelegenheit, sich die alten Kisten etwas näher anzuschauen.

Beim Blick über den Parkplatz blieb ich an der leuchtend roten Limousine hängen. Der zweifarbig lackierte Hotchkiss 686 ist eine echte Rarität. Über den 6-Zylinder schreibt das Fachblatt „Octane„: „Der in den 1930er-Jahren produzierte Wagen war ein Ausdruck von Technik, Leistung und Raffinesse, der in seiner Zeit als eine der besten französischen Limousinen galt.“ Die Firma, die 1903 aus einem Rüstungsbetrieb hervorging, stellte bereits 1955 die Produktion der Personenwagen wieder ein. Die französisch-britische Kooperation hatte durch ihre konservative Modellpflege bereits damals den Anschluss an die dynamische Entwicklung im Automobilsektor verschlafen.

AMILCAR war eine weitere französische Marke, die in den Jahren 1921 bis 1927 kleine sportliche Fahrzeuge baute und sich im Motorsport engagierte.

Der englische Automobilhersteller Riley baute von 1895 bis 1939 Sportwagen.

Triumph Gloria ist eine Baureihe unterschiedlichster Fahrzeuge, die die englische Triumph Motor Company in den Jahren 1933 – 1938 auf den Markt brachte. Der Aufsatz auf dem Kühler ist übrigens ein Thermometer.

Morgan Aero 8

Eigentlich war ich gekommen, um Oldtimer zu fotografieren. Doch die mussten erst einmal warten. Denn bei Ankunft am Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop in Tübingen blieb ich an einem auf alt getrimmten Sportwagen hängen.

Das Morgan Aero 8 Coupe wurde von 2015 – 2018 produziert. Der Sportwagen, den es auch als Roadster gibt, verfügt über einen 4,8 l V8 Motor von BMW. Dessen 367 PS bringen den Wagen in 4,2 s aus dem Stand auf 100 km/h. Für ca. 190 000 € wird er heute zum Verkauf angeboten. Dann mal los! Man gönnt sich ja sonst nichts.

Mamatuswolken

Heute zogen wiederholt Gewitterzellen über uns auf, in der Ferne grollte der Donner. Jedoch erreichten nur wenige Regentropfen die Erdoberfläche. Dafür bot der Himmel ein tolles Schauspiel – Mamatuswolken. Diese noch wenig erforschte Wolkenart tritt am häufigsten an der Unterseite des Amboss einer Gewitterwolke (Cumulonimbus) auf und ist ein Hinweis auf besonders hohe Turbulenzen in der Wolke.