En masse!
Früchte en masse. Eine solche Schwemme gab es bei uns noch nie!



Ich bin Hobbyfotograf. Das heißt, ich musste mein Geld noch nie mit Fotografieren verdienen. Dennoch fotografiere ich leidenschaftlich gerne und mit dem Anspruch, mich qualitativ zu verbessern. Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich mir mit 16 Jahren vom Lohn meines ersten Ferienjobs, eine EXAKTA VX 1000. Wichtig für mich waren auch die kreativen Stunden in der Dunkelkammer. Ob SW, Farbe, Dia oder graphische Verarbeitung von Planfilmen, alles wurde erpobt und praktiziert. Hängen blieb ich dann beim Dia. Noch ohne eingebauten Belichtungsmesser und ohne Programmautomatik im jeweiligen Moment die Aufnahme richtig auszubelichten war in dieser Zeit neben der Bildgestaltung noch eine echte Herausforderung, denn anschließende Korrekturmöglichkeiten gab es keine. Der Umstieg auf die digitale Fotografie erfolgte bei mir nicht freiwillig. Als mir bei einer Reise durch Namibia meine Fotoausrüstung mit meiner geliebten Canon 100 gestohlen wurde, brach das digitale Zeitalter über mich herein. Meine fotografische Entwicklung geht auf zwei scheinbar gegensätzliche, sich aber trefflich ergänzende Wurzeln zurück, der Landschafts- und der Sportfotografie. Bei der fotografischen Aufarbeitung von Wildwasserexkursionen verschmolzen beide Bereiche zu einer Einheit. Über die Reisefotografie erweiterte sich mein Spektrum um die Tierfotografie und die Menschen, die auch in meinen Reisen eine immer größere Bedeutung erhielten. Heute zählt für mich die Street- und Portraitfotografie zu den größten Herausforderungen.
Früchte en masse. Eine solche Schwemme gab es bei uns noch nie!



Für Else.

Es war schon im Frühjahr 2025, als wir an einem regenverhangenen Tag die Altstadt von Dinkelsbühl besuchten. Es kann nur eine geben!? Sicherlich gibt es mehrere der „Schönsten historischen Altstädte Deutschlands“, doch Dinkelsbühl gehört zurecht dazu.



2013 wurde die 23. von insgesamt 39 Stauferstelen vor der St.-Paulskirche in Dinkelsbühl aufgestellt. Die Stelen verteilen sich auf 6 europäische Staaten und markieren Orte an denen die Staufer Spuren hinterlassen haben. Damit steht Dinkelsbühl in einer Reihe mit dem Castel Fiorentino in Süditalien, Bari, dem Kloster Maulbronn, dem Hohenstaufen, Nijmegen, Reutlingen und vielen mehr. Die Stele verweist auf die Gründung der Stadt 1170 / 1180 durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa.




Das Schlendern durch die Gassen ist eine Augenweide, die viele Details offenbart, wie hier das kleinste Fenster der Stadt.




Der Grundelsee liegt am Südabfall des Toten Gebirges, dessen schroffe Kalkwände eine herrliche Kulisse abgeben. Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Grundelsee. Obwohl der Bergsee zum Salzkammergut zählt, gehört er doch zum Bundesland Steiermark.

Wir hatten uns den Grundelsee als letzte Station unserer diesjährigen Frühsommerrunde ausgesucht, weil er abseits der Seenplatte des Salzkammerguts in einem östlichen Seitental liegt. Wir erhofften uns dort weniger Betrieb. Dies war nicht ganz zutreffend, da natürlich auch die touristischen Kapazitäten entsprechend begrenzt waren. Doch einen überdrehten Tourismus sucht man dort vergebens, es geht geruhsam zu.


Wir hatten in Gößl am Ostende des Sees Quartier bezogen. Ein flacher Kiesstrand lädt dort zum Baden im glasklaren Wasser ein. Wegen der guten Sicht, ist der Grundelsee auch ein beliebtes Tauchrevier.


Die Dorfkirche von Gößl unterstreicht das dörfliche Idyll. Als Abschluss für unsere Tour war dies genau das Richtige.
Die Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont, gegründet 1074, ist das älteste Kloster der Steiermark. Es beherbergt die größte Klosterbibliothek der Welt. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur ein religiöses sondern auch ein wissenschaftliches und künstlerisches Zentrum. Im Dritten Reich wurde das Kloster aufgehoben und von der SS verwaltet. Zahlreiche Exponate aus den natur- und kunsthistorischen Sammlungen wurden verschleppt und im Kloster selbst durch diverse Aktionen erheblicher Schaden verursacht.

Die barocke Klosterbibliothek wurde im Jahre 1776 fertiggestellt. Der lichtdurchflutete Büchersaal (Bild) beherbergt ca. 70 000 Exemplare. Der Gesamtbestand des Klosters umfasst rund 200 000 Werke. Neben der Bibliothek beherbergt das Kloster ein Museum mit mehreren Ausstellungen. Besonders hervorzuheben ist hier die naturhistorische Sammlung die unter anderem 252 000 Insektenpräparate umfasst.
Heute ist das Kloster ein gut geführter, internationaler Betrieb. Bibliothek und Museum bringen es jährlich auf 60 000 – 70 000 zahlende Besucher.
Info für FotografInnen: In der Bibliothek darf fotografiert werden. Wer ein Stativ benutzen möchte, wird als Profi eingestuft und benötigt eine Genehmigung. Diese muss mindestens drei Tage zuvor beantragt werden. Interessant ist das Angebot während der normalen Öffnungszeiten zu fotografieren. Dann bekommt man ein Zeitfenster zugewiesen, in dem keine Führungen stattfinden. Mit etwas Glück, springt niemand durchs Bild. Kosten: 50 €.

Heute zogen wiederholt Gewitterzellen über uns auf, in der Ferne grollte der Donner. Jedoch erreichten nur wenige Regentropfen die Erdoberfläche. Dafür bot der Himmel ein tolles Schauspiel – Mamatuswolken. Diese noch wenig erforschte Wolkenart tritt am häufigsten an der Unterseite des Amboss einer Gewitterwolke (Cumulonimbus) auf und ist ein Hinweis auf besonders hohe Turbulenzen in der Wolke.


Der Ort Wildalpen im Tal der Steirischen Salza ist ein Eldorado für den Wildwassersport. Wir machten anfangs Juni 2025 hier zwei Tage Station, diesmal nur als stille Beobachter der Szene.

Ein Wildwassercamp strahlt eine ganz spezifische Atmosphäre aus. Boote liegen herum, Ausrüstung hängt zum Trocknen an den Bäumen und irgendwo ist immer jemand am Auf- oder Abladen. Manchmal spürt man die Anspannung des Aufbruchs, meist herrscht aber entspannte Ruhe und am Abend knistert das Lagerfeuer.





Ob im aufblasbaren Zweier-Canadier oder im Riverbug, im klassischen Einer- oder im aufblasbaren Kajak, auf dem Fluss ist vieles unterwegs. Die spektakulärsten Bilder produzieren jedoch die Einerkajaks.










Die Salza fließt durch die Kalkalpen der nördlichen Steiermark (Österreich). Mit ihrem flaschengrünen Wasser hat sie traumhafte Landschaften geformt. Der Wildalpener Talabschnitt zählt zu den größten Naturschutzgebieten Österreichs. Im Verbund mit anderen Naturschutzgebieten bildet die Salza einen bedeutenden Biosphärenkorridor, der von Wien im Osten bis zum Dachsteinmassiv im Westen reicht.
Die Altstadt von Graz wurde 1999 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Da bot sich 2003 die Möglichkeit als Kulturhauptstadt Europas einen modernen Kontrapunkt zu setzen. Diese Chance wurde genutzt. Zwei Projekte aus dieser Zeit prägen bis heute das Image der Stadt.

Das eine dieser Projekte ist der „friendly alien“, besser bekannt unter dem Namen „Kunsthaus Graz“. Im Haus für zeitgenössische Kunst werden avantgardistische Ausstellngen präsentiert. Die futuristische Gebäudehülle liegt wie eine Seegurke vor und krümmt sich zwischen die bestehende Bebauung. Seit dem großen Wurf der Architekten Peter Cook und Colin Fournier spielt Graz kulturell in einer anderen Liga. Man spricht sogar vom „Bilbao-Effekt“.



Die „Fühler“ dienen der Lichtführung und verleihen dem Raum unter der Gebäudehülle ein ganz besonderes Erscheinungsbild.

Das zweite Projekt, die Mur-Insel von Vito Acconci, liegt nur wenige hundert Meter weiter. Die einer Muschel nachempfundene Stahlkonstruktion dient nicht nur zur Querung des Flusses, sie beherbergt auch ein Cafe und ist ein häufig genutzter Veranstaltungsort.



Mit der Ausarbeitung in Schwarzweiß möchte ich Linien und Strukturen stärker betonen und störendes „Beiwerk“ in seiner Wirkung dämpfen.



Beide Projekte zeigen, dass von neuen Bauwerken, wenn sie mit guten Konzepten kombiniert werden, nachhaltige Impulse für einzelne Stadtquartiere oder eine ganze Stadt ausgehen können. Graz möchte die 2003 gesammelten Erfahrungen im Jahre 2028 in seine 900-Jahr-Feier einbringen. Auf ein Wiedersehen 2028 in Graz!