Einladung

Der Photoclub Reutlingen, in dem auch ich seit einigen Jahren Mitglied bin, veranstaltet in diesem Jahr drei Ausstellungen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums. Den Auftakt bildet unsere traditionelle Ausstellung im Spitalhof in Reutlingen. Hier stellen insgesamt 25 Clubmitglieder je 3 Bilder aus. Parallel dazu werden zahlreiche kurze Fotoschauen gezeigt.

Unmittelbar im Anschluss, vom 25.04. bis 28.05.2022, stellen wir dann in der Reutlinger Innenstadt in insgesamt 17 Geschäften aus. An zwei Stellen in der Stadt werden die Bilder als Dauerschau zu sehen sein. Der nachfolgende Flyer kann auch gerne kopiert und für einen Stadtrundgang genutzt werden.

Unsere dritte Ausstellung findet vom 06. bis 22. Mai 2022 im Albgut in Münsingen, im dortigen BT24, statt. Der Besuch dieser Ausstellung lässt sich sehr gut mit einem Ausflug auf die Alb verbinden.

Von mir werden in diesen Ausstellungen insgesamt 9 Bilder zu sehen sein.

Dresdner Mosaik

Der Rahmen umfasst den sogenannten Canaletto-Blick. Dieser zeigt Dresden von der Frauenkirche bis zur Hofkirche und dem Residenzschloss. Über die Augustusbrücke führt der zentrale Zugang zur Dresdner Altstadt.

Hat man die Augustusbrücke hinter sich gelassen, steht man unmittelbar vor dem Schlossplatz auf altem Pflaster. Die Straßenbahn hat gerade noch genug Platz, um die Hofkirche mit einer kühnen S-Kurve in Richtung Semperoper zu umrunden. Von hier aus erschließt sich die Altstadt nach Belieben.

Während die Semperoper in der Morgensonne erstrahlte, lag der Zwinger – zumindest fotografisch – im totalen Schlagschatten. Es wurde mal wieder gebaut.

Bauen ist das entscheidende Stichwort. Mit der Altstadt Dresdens, wie wir sie heute kennen, ist der Name „August der Starke“ untrennbar verbunden. Als Kurfürst von Sachsen (1694-1733) und ab 1697 mit kurzer Unterbrechung auch König von Polen baute er Dresden zu einer barocken Metropole um, die von den Bedürfnissen höfischen Treibens und absolutistischer Selbstdarstellung geprägt war. Um sich an anderen Höfen und großer Baukunst ein Vorbild zu nehmen, schickte er seinen Landesbaumeister Pöppelmann durch halb Europa. Unter Augusts Regentschaft gelangte Dresden zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte.

Der ausgeprägten Sammelleidenschaft August des Starken verdanken wir heute so grandiose Museen wie das „Grüne Gewölbe“, das sich im Residenzschloss befindet. Oben der kleine Innenhof, der heute mit einer Glaskuppel überdacht ist. Unten das moderne Treppenhaus.

Im Anschluss an das Schloss gelangt man in den Stallhof. Einst Reitturnieren vorbehalten, ist er heute ein Ort für kulturelle Veranstaltungen und natürlich auch eine Anlaufstelle für historische Stadtführungen (oben). Der „Lange Gang“ grenzt den Stallhof gegen den Schlossplatz ab. Auf dessen Außenwand befindet sich der berühmte Fürstenzug. Das 101 m lange Wandbild stellt die Geschichte des sächsischen Herrschergeschlechts Wettin in einem überlebensgroßen Reiterzug dar. Ursprünglich in Sgraffitotechnik gefertigt, wurde das verblassende Bildnis anfangs des 19. Jahrhunderts auf 24000 Meißner Porzellankacheln übertragen.

Auf dem Weg zum Neumarkt passierten wir einen Laden der „Kexerei“. Hier werden allerlei verführerische Kekse produziert und verkauft. Als besonderer Exportschlager gilt natürlich der Dresdner Stollen.

Obwohl Dresden in diesen Märztagen nur schwach besucht war, zeigte sich auf dem Neumarkt, dem Herzen der Altstadt, zögerlich etwas Leben. Sogar ein Seifenblasenkünstler nutzte den eiskalten Wind für seine kurzlebigen Kreationen.

Das 1586 im Renaissancestil erbaute Johanneum (oben), einst Stallung des Hofes, beherbergt heute das Sächsische Verkehrsmuseum. Dem wohl berühmtesten Bauwerk am Neumarkt, der Frauenkirche, werde ich einen eigenen Beitrag widmen.

Unten an der Elbe angekommen hat man vom Brühlschen Garten aus einen schönen Blick auf das Albertinum, heute die Heimat der „Galerie Neuer Meister“. Im Licht der Morgensonne geriet die Aufnahme unweigerlich zum Selfie. Der Weg zurück zur Augustusbrücke führt über die Brühlsche Terrasse, den Aussichtsbalkon am Elbufer. Von hier geht es über eine breite Freitreppe hinab zum Schlossplatz, womit sich der Rundgang schließt.

Abschließender Gedanke:

Was man heute von Dresdens Altstadt sieht wurde nach dem 2. Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert, denn die Bombenangriffe am 13./14. Februar 1945 legten die Stadt in Schutt und Asche. Diese Rekonstruktion, die auch heute noch nicht vollständig abgeschlossen ist, war durchaus umstritten. Zu verstehen ist diese gewaltige Kraftanstrengung als trotziges Zeichen, sich von Krieg und Gewalt nicht der eigenen Geschichte und damit seiner Identität berauben zu lassen. Diese Botschaft, die von Dresden ausgeht, hat heute leider wieder an Aktualität gewonnen.

Dresden, wenn der Tag erwacht

Von den Elbwiesen aus hat man zu jeder Tageszeit einen herrlichen Blick auf die Altstadt. Als Fotograf schätzt man natürlich das Morgenlicht. Die Sonne hatte es noch nicht über den Horizont geschafft, als ich den ersten Platz für mein Stativ gefunden hatte.

Als Dresden im Licht der aufgehenden Sonne erstrahlte, verblasste der Mond.

Für alle, die es wissen wollen, die Türme gehören von links: Dem Ständehaus, dem Stallhof, zum Residenzschloss und zur Hofkirche.

Von der Carolabrücke aus überblickt man die komplette Skyline von Elb-Florenz. Unteres Bild links beginnend: Die Kunstakademie mit der „Zitronenpresse“, dahinter die Frauenkirche, Sekundogenitur (helles Gebäude), Ständehaus, Turm des Residenzschlosses, Schlosskirche, Augustusbrücke und darüber Teile des Zwingers sowie die Semperoper.

Von der Augustusbrücke aus ist linker Hand der Stallhof zu sehen, es folgt die Hofkirche, der Zwinger und die Semperoper, davor das italienische Dörfchen gefolgt vom Basteischlösschen.

Landshut, die Perle Niederbayerns

Bereits bei Gründung von Landshut im Jahre 1204 thronte über der Stadt die gleichnamige Burg. Erst im 16. Jahrhundert wurde sie in Trausnitz umbenannt.

Vom Hofgarten, der sich am Burgberg entlangziehenden Parkanlage, hat man eine prächtige Aussicht über die Stadt.

Durch das Ländtor betritt man von der Isar her die südliche Altstadt. Das nachfolgende Bild zeigt den wuchtigen Turm des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Stadttors und im Kontrast dazu den filigranen Turm der Pfarrkirche St. Martin. Der Bau der Kirche wurde 1385 begonnen, der Turm aber erst 1500 vollendet. Mit gut 130 m Höhe ist dies der höchste Ziegelsteinturm der Welt.

Landshut war anfangs Stammsitz der Wittelsbacher und damit die Hauptstadt Bayerns. Aufgrund seiner verkehrstechnisch genialen Lage entwickelte sich die Stadt zu einem lukrativen Handels- und Kulturzentrum. Aufdem Höhepunkt ihrer Macht war Landshut die reichste Stadt Bayerns, reicher noch als München. Bis heute spiegelt sich dies im architektonischen Erscheinungsbild der Altstadt wider. Die Bebauung um die Marktstraße „Altstadt“ gilt als einer der bedeutendsten und am besten erhaltenen historischen Stadtkerne Deutschlands.

Landshut ist die Stadt der Giebel. …

… Fassaden …

und verspielten Details.

Viele der alten Patrizierhäuser entlang der Altstadt sind zur Straße hin mit Arkadengängen ausgestattet. Hier lässt sich die Entwicklung der Architektur vom Kreuzgrat- zum Kreuzrippengewölbe gut verfolgen.

Im reichen Landshut hatte man sich schon früh die italienische Lebensphilosophie zum Vorbild genommen. So entstand bereits 1540 mit der Stadtresidenz der erste Renaissancebau nördlich der Alpen. Wie das nachfolgende Foto zeigt, wird diese niederbayrische, lebensbejahende Lässigkeit noch heute gepflegt.

Passau

Die Altstadt Passaus wurde in strategisch herausragender Lage auf einer schmalen Halbinsel zwischen Inn und Donau errichtet. Kommt man von Süden über die Marienbrücke, die den Inn überspannt, in die Stadt, hat man diesen prächtigen Blick auf die alte Residenz und den Dom St. Stephan.

Der Inkai bildet die südliche Uferpromenade entlang der Altstadt. Er folgt dem Flusslauf über den Schaiblingsturm hinaus bis zur Landspitze. Der dortige Zusammenfluss von Inn, Donau und Ilz hat Passau als Dreiflüssestadt bekannt und wegen der häufigen Hochwasser auch berüchtigt gemacht.

Der St. Stephansdom wurde auf dem höchsten Punkt der Passauer Altstadt errichtet. Die Historie der Vorläuferkirchen reicht bis ins Jahr 450 zurück. Nachdem verheerenden Stadtbrand 1662 wurde die Kirche im Stile des italienischen Barock wiedererbaut.

Der Kirchenbau verfügt über den größten barocken Innenraum nördlich der Alpen und ist zudem für seine prunkvollen Stuckarbeiten berühmt. Er gilt als bedeutendste Barockkirche italienischer Prägung in Deutschland. Die goldene Kanzel entstand 1726 in Wien. Besonders hervorzuheben ist die Orgel. Sie gilt mit ihren fünf Orgelwerken, 17974 Pfeifen und 208 Registern als größte Domorgel der Welt. Erbaut wurde diese berühmte Orgel 1928. Wer sich für Orgeln interessiert, sei an diese Adresse verwiesen.

Einen Besuch in der Passauer Altstadt mit ihren Gassen, Durchgängen und kleinen Plätzen kann man natürlich nach Belieben ausdehnen, denn „keine Stadt ist so fotogen wie Passau“, sagt zumindest die Passauer Stadtverwaltung. Das wollte ich doch gleich mal bildlich bestätigen.

Von der Veste Oberhaus, die zwischen Donau und Ilz nördlich der Altstadt den Bergrücken sichert oder vom Aussichtspunkt neben der empfehlenswerten Panoramagaststätte Oberhaus, hat man einen herrlichen Blick auf Passau.

Im Panorama ist die Lage Passaus auf der schmalen Landzunge zwischen Inn und der Donau im Vordergrund besonders gut zu erkennen. (Vergrößern durch anklicken lohnt sich bei Panoramen immer!)

Schlögener Schlinge

Bei dieser Donauschleife handelt es sich laut Wikipedia um den größten Zwangsmäander Europas. Das nachfolgende Panorama von dieser Schleife setzt sich aus sechs hochformatigen Aufnahmen zusammen. (Anklicken lohnt sich wirklich)

Vom Schlögener Blick hat man eine ungehinderte Aussicht auf die Schlögener Schlinge. Hier wird die Donau von extrem harten Granitformationen zu einer extrem engen 180°-Wende gezwungen. Vom Parkplatz aus erreicht man in nur 15 Minuten die Aussichtsplattform oberhalb der Donau. Ein Weg, der sich lohnt!

Linzer Kulturhappen

Vom „Lentos“, dem Museum für zeitgenössische Kunst, geht der Blick durch das „Donaufenster“ hinüber zur Neustadt. Links zieht sich der Bau des Ars Electronica Centers entlang der Donau. Zwischen dessen Gebäudeteilen erblickt man den hellblauen Bau der Stadtwerkstatt, des ältesten autonomen Kulturzentrums der Stadt und oben auf dem Pöstlingberg wacht die Wallfahrtsbasilika „Sieben Schmerzen Maria“.

Das Lentos zählt zu den wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Österreich. Aus der vielseitigen Sammlung nachfolgend ein Beispiel von Anselm Glück, einem Wiener Künstler.

Wir interessierten uns für die Sonderausstellung über die in Wien aufgewachsene Friedl Dicker-Brandeis, einer Bauhausschülerin mit Verbindungen zur Mössinger Pausa. Sie machte sich einen Namen als Malerin, Designerin und Innenarchitektin. Wegen ihrer jüdischen Abstammung und ihrer Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei geriet sie schon bald ins Fadenkreuz der Nazis. 1942 erfolgte ihre Deportation ins KZ Theresienstadt. Zwei Jahre später wurde sie in Auschwitz ermordet.

Ein besonderes architektonisches Highlight ist der Gebäudekomplex der Anton Bruckner Privatuniversität für Musik, Schauspiel und Tanz.

In einem Architektenwettbewerb setzte sich 2008 das Linzer Architekturbüro 1 ZT GmbH mit seinem Entwurf durch. Zum Wintersemester 2015/16 konnte die Uni nach vierjähriger Bauzeit ihren Neubau in Betrieb nehmen.