Ich bin Hobbyfotograf. Das heißt, ich musste mein Geld noch nie mit Fotografieren verdienen. Dennoch fotografiere ich leidenschaftlich gerne und mit dem Anspruch, mich qualitativ zu verbessern. Meine erste Spiegelreflexkamera kaufte ich mir mit 16 Jahren vom Lohn meines ersten Ferienjobs, eine EXAKTA VX 1000. Wichtig für mich waren auch die kreativen Stunden in der Dunkelkammer. Ob SW, Farbe, Dia oder graphische Verarbeitung von Planfilmen, alles wurde erpobt und praktiziert. Hängen blieb ich dann beim Dia. Noch ohne eingebauten Belichtungsmesser und ohne Programmautomatik im jeweiligen Moment die Aufnahme richtig auszubelichten war in dieser Zeit neben der Bildgestaltung noch eine echte Herausforderung, denn anschließende Korrekturmöglichkeiten gab es keine.
Der Umstieg auf die digitale Fotografie erfolgte bei mir nicht freiwillig. Als mir bei einer Reise durch Namibia meine Fotoausrüstung mit meiner geliebten Canon 100 gestohlen wurde, brach das digitale Zeitalter über mich herein.
Meine fotografische Entwicklung geht auf zwei scheinbar gegensätzliche, sich aber trefflich ergänzende Wurzeln zurück, der Landschafts- und der Sportfotografie. Bei der fotografischen Aufarbeitung von Wildwasserexkursionen verschmolzen beide Bereiche zu einer Einheit. Über die Reisefotografie erweiterte sich mein Spektrum um die Tierfotografie und die Menschen, die auch in meinen Reisen eine immer größere Bedeutung erhielten. Heute zählt für mich die Street- und Portraitfotografie zu den größten Herausforderungen.
Wir waren nun den dritten Tag auf der E6 in Richtung Oslo unterwegs. Am Nachmittag beschlossen wir einen Übernachtungsplatz abseits der Hauptroute zu suchen. Die 773 brachte uns nach Osten. Selten, dass uns ein Fahrzeuge entgegenkam. Nach kurzer Strecke entdeckten wir einen Elch beim Äsen. Es war der neunte, den wir auf dieser Fahrt zu Gesicht bekamen und der erste, der sich die Zeit für ein Foto nahm. Kaum war der Elch weg kam der große Schreck. Ich hatte den Einstellungsbereich für den Autofokus an meinem Tele nicht kontrolliert. So wurden die Bilder nicht absolut scharf. Dennoch wenigstens ein „Belegbild“.
Nach Querung des Steinfjellet erreichten wir den Limingen, einen der größten Binnenseen Norwegens, in dessen Umfeld sich auch kleinere Seen in die Landschaft schmiegen.
Am andern Morgen ging es die 363 am See entlang bis zur Einmündung in die 764. Jetzt im Sommer war tote Hose angesagt aber im Winter steppt hier offensichtlich der Bär.
Auf dem Rückweg zur E6 passierten wir diese alte Tankstelle. Deutlicher hätte der Hinweis darauf, dass sich in dieser Ecke Fuchs und Hase gute Nacht sagen, nicht ausfallen können.
Bei diesen Bildern handelt es sich um die Schlieren von Pollen, wahrscheinlich von Kiefern oder Fichten. Diese haben bei Windstille in der Bucht eines Fjordes die schwache Oberflächenströmung abgebildet. Der später einsetzende Wind zerstörte diese abstrakten Kunstwerke.
Einst als Industriestandort verrufen, ist Mosjöen heute für seine Altstadt bekannt. Die Rettung der Stelzenhäuser am Fluss und der Holzhäuser in der Sjögata ist die Erfolgsgeschichte einer gelungenen Bürgerinitiative.
Als die Stelzenhäuser in den 70er-Jahren abgerissen werden sollten, um ein Kaufhaus zu errichten, legten sich die Bürger von Mosjöen quer und verhinderten das umstrittene Projekt.
Viele dieser Häuser sind heute renoviert und werden als Wohnhäuser oder Feriendomizil genutzt. Überall findet man idyllische Ecken und Winkel, oder alte Bänke, die zum Verweilen einladen. Ein Rundgang durch das Viertel ist ein Genuss und man spürt förmlich die Entschleunigung.
Heute steht die historische Altstadt unter Denkmalschutz. Als eines der größten Holzhausareale Norwegens hat es sich zu einem Besuchermagnet entwickelt, der die Touristen nach Mosjöen bringt.
In der Sjögata, der „Hauptstraße“ des Viertels, befinden sich zahlreiche Cafes, Kunstgewerbeläden und Souvenirshops, aber auch Wohnhäuser. Das Viertel lebt und ein bisschen auch der Kitsch.
In Richtung Norden hatten wir ja die zeitaufwendige Küstenroute gewählt, die wir absolut empfehlen können. Für den Rückweg nach Süden entschieden wir uns, von einigen wenigen Abstechern abgesehen, für die direkte Linie über die E6. In einer ersten Etappe passierten wir Narvik.
Auch wenn die Skyline heute vom Hochhaus des Scandik-Hotels aufgewertet wird, hat sich nichts daran geändert, dass das Stadtbild von der Industrie geprägt wird. Noch immer beherrschen die Verladeterminals für Eisenerz aus Kiruna die Küstenlinie. Zwar hält sich die Staubemission inzwischen in Grenzen, dennoch ist rotbraun nach wie vor die vorherrschende Farbe an diesem Industriestandort, dessen Lage vor der alpinen Bergkulisse durchaus beeindruckt.
Geschichtlicher Einschub: Rund um Narvik wird man immer wieder durch Hinweistafeln und Gedenkstätten an die Schlacht um Narvik erinnert und im Stadtzentrum werden die Ereignisse in einem „Kriegsmuseum“ aufgearbeitet. Hier eine kurze Zusammenfassung: Am 9. April 1940 drang die deutsche Marine mit 10 Zerstörern in den Ofotfjorden ein, und besetzte Narvik mit seinem kriegswichtigen Erzhafen. Bereits am Folgetag wurden die Deutschen von einer englischen Flotillie überrascht. Zwei deutsche Zerstörer wurden sofort versenkt, mehrere teils schwer beschädigt. Alle verbliebenen Schiffe wurden zwei Tage später in einer Seeschlacht versenkt oder nach Aufgabe selbst gesprengt. In den folgenden Wochen brachten die Alliierten 24500 Mann an Land und zwangen die 4600 Mann starke deutsche Besatzung am 28. Mai 1940 zum Rückzug aus Narvik. Doch bereits zuvor zeichnete sich eine Wende ab. Als den Alliierten Truppen an der Westfront in Dünkirchen die Niederlage drohte, begannen sie aus anderen Regionen ihre Truppen abzuziehen, auch aus Narvik. So konnte die Wehrmacht am 8. Juni 1940 die Stadt erneut besetzen. 8500 Menschen kamen in dieser kurzen Zeit ums Leben.
Auch die E6 führt durch herrliche Landschaften. Doch zum Fotografieren bietet sie wenige Gelegenheiten, denn einfach mal anhalten ist selten möglich. Das Bild oben zeigt die Berge südlich des Ofotfjorden.
Nach einer Übernachtung in Ulsvag unternahmen wir am Morgen einen kleinen Abstecher hinaus auf die Halbinsel Hamaröya. Wir folgten der Straße entlang der Küstenlinie bis zum Ort Presteid am Ende des gleichnamigen Fjords. Dann ging es zurück auf die E6.
Um von einem Fjord zum andern zu gelangen überwindet die E6 so manchen Gebirgszug. Das warme Wetter der letzten Tage hatte die Schmelzwasser anschwellen lassen.
Im Saltdalen, südlich von Rognan, konnte die Saltelva die donnernden Wassermassen gerade noch im Flussbett halten.
Auch oben im Saltfjellet, zu dem auch der Svartissengletscher gehört, schossen die Wassermassen zu Tal.
Kurz nach Überwindung der Passhöhe im Saltfjellet kreuzt die E6 den Polarkreis auf 66,565 Grad nördlicher Breite. Keine Angst, hier hat man dafür gesorgt, dass man dieses Ereignis nicht übersieht. Seit 1990 gibt es hier ein Polarkreiszentrum. Dort kann man all das kaufen, was die Welt nicht braucht. Und dann gibt es natürlich noch ein Monument.
Unsere heutige Etappe endete in Mo i Rana. Wir freuten uns auf die erste Nacht seit langem, in der es wieder – zumindest für kurze Zeit – etwas dunkler werden sollte.
Vom Campingplatz Fjordbotn auf Senja bis zum Fähranleger in Botenham sind es nur wenige Kilometer. Von dort legt mehrmals täglich die Fähre nach Brensholmen ab. Bis Tromsö, dem nördlichen Wendepunkt unserer Reise, ist es dann nur noch ein Katzensprung.
Auf der Fähre trafen wir drei Angler aus Deutschland. Sie waren eine Woche auf Senja, um ihre Fischvorräte aufzufüllen. Beim letzten Wiegen ihrer Gepäckstücke mussten sie feststellen, dass sie 2 kg Übergewicht hatten. Das war gut für uns, denn sie sprachen uns an, ob wir den überzähligen Fisch übernehmen würden. Das taten wir gerne.
Von Brensholmen ging es auf der 862 Richtung Tromsö. Entlang der Küstenlinie trafen wir auf verstreut liegende Ansiedlungen, meist Fischer mit einem kleinen Kutter vor der Haustür. Nach kurzer Fahrt entdeckte ich Nils, der auf seinem „Trockendock“ den Rumpf seines Fischkutters abschliff. Aber nicht etwa maschinell, nein, per Hand! Mit Nassschleifpapier und viel Gefühl war er bei der Arbeit. Nils meinte, dass der Rumpf jedes Jahr einen neuen Anstrich benötigen würde. Gegen das Fotografieren hatte er nichts einzuwenden.
Der weitere Streckenverlauf bis Tromsö war überschaubar. Kurz nach dem Flugplatz verschwanden wir im Untergrund der Stadt, die ihre Verkehrsprobleme mit einem ausgedehnten Tunnelsystem gelöst hat. Als wir wieder ans Tageslicht kamen waren wir tatsächlich genau dort, wo wir hin wollten, am Wohnmobilstellplatz im Stadtzenrum zwischen Hafen und Polarsternmuseum. Der Platz ist zwar nicht toll, aber ideal gelegen. Der Campingplatz hingegen liegt am Stadtrand auf der anderen Seite des Tromsösunds und gilt als notorisch überfüllt.
Tromsö liegt 344 km nördlich des Polarkreises. Das Stadtgebiet zieht sich über mehrere Inseln und das Festland. Die Stadt kann gleich mit mehreren Superlativen aufwarten. Tromsö ist die größte Stadt Skandinaviens nördlich des Polarkreises, ist Heimat der nördlichsten Universität, der nördlichsten Brauerei und der nördlichsten Kathedrale der Welt.
Das nachfolgende Bild zeigt die neue Bebauung zwischen Hafen und Tromsöbrücke an deren Ende (rechts) die Eismeerkathedrale die Blicke auf sich zieht.
Am Jachthafen stoßen moderne und historische Bauwerke hart aufeinander. Dank des warmen Wetters waren die Cafes und Kneipen in Hafennähe gut besucht.
Tromsö trägt den Beinamen „Tor zur Arktis“, denn von hier aus brachen zahlreiche Expeditionen zur Erforschung der Polregionen auf. Ein Denkmal von Roald Amundsen darf da nicht fehlen, denn dieser gilt als der erfolgreichste Polarforscher weltweit. Dass er am 14.12.1911 vor seinem Rivalen Scott den Südpol erreichte, machte ihn unsterblich. Am 18. Juni 1928 brach Amundsen letztmals von Tromsö auf. Er wollte mit einem Flugboot den am Südpol in Not geratenen italienischen Polarforscher Umberto Nobile retten, dabei stürzte er ab. Heute bekommt er billige Konkurrenz. Gleich gegenüber, am Touristshop, sollen mit dieser geschmacklosen Karikatur Touristen angelockt werden.
Zahlreiche Museen bewahren heute das Erbe der Polarforscher und setzen sich mit den Polregionen auseinander. Als Ergänzung zum alten Polarmuseum, wurden in den letzten Jahren weitere Museen südlich des Hafens errichtet. Hierzu gehört das Museum MS Polstjerna, das einen alten Robbenfänger und die Ausstellung Snowhow beherbergt. Diese Ausstellung war leider noch geschlossen – Vorsaison. Doch der Fensterputzer sorgte wenigstens für klare Sicht.
Davor steht das Denkmal von Helmer Hansen, der zusammen mit Amundsen den Südpol erreicht und mit seiner Kenntnis über die Schlittenhunde wesentlich zum Erfolg der Expedition beigetragen hat.
Gleich nebenan folgt das Polaria, das sich mit der Polarforschung befasst. Die auffällige Tragekonstruktion des Museums, soll an Eisschollen erinnern, die sich übereinander an Land schieben. Für diese Idee war ein Architekturpreis fällig.
Südlich des Hafens wurde auf einem ausgedehnten Gelände ein neues Wohnviertel errichtet. Doch welcher Dackel interessiert sich denn für so etwas?
In diesem Viertel kamen ganz unterschiedliche Konzepte zur Umsetzung. Mit den Gewächshäusern und Beeten auf einer Freifläche zwischen den Wohngebäuden wurden für den Norden neue Wege beschritten.
Im Schotterbett um die Gewächshäuser blühte bereits der Islandmohn. Den Mohn mit der leuchtend blauen Farbe entdeckte ich allerdings in einem städtischen Staudenbeet.
Wer mehr über Tromsö und die Stadt im Winter erfahren möchte, kann sich gerne auf dieser Seite umsehen.
Seit zwei Wochen ist es mir nur mit großem Aufwand möglich, den Kontakt zu euch zu halten. WordPress hat im Bereich der Follower das Layout verändert. Dies hatte zur Folge, dass meine Abonnenten nicht mehr verlinkt sind. Um von mir nicht abonnierte Homepages aufzurufen, muss ich nun alle einzeln aus den Kommentaren herausfischen.
Entgegen bisheriger Erfahrungen klappt die Unterstützung durch WordPress bei diesem Problem nicht. Mehr als das gebetsmühlenartige Wiederholen unsinniger Ratschläge erfolgte bislang nichts.
Ich hoffe dennoch, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst wird und grüße alle
Austernfischer ist eine Vogelart, die entlang der norwegischen Atlantikküste weit verbreitet ist. Mit seinem markanten Brutkleid und seinem aggressiven Verhalten während der Brutzeit, ist er einer der auffälligsten Watvögel auch in Norwegen.
Seine scharfen Warnrufe und der halb geöffnete Schnabel sind eindeutige Drohgebärden. Vögel, die diese Warnung nicht respektieren, werden sofort angegriffen.
Austernfischer können bis zu 44 Jahre alt werden. Sie sind sehr gesellig und leben nur während der Brutzeit isoliert. In der Regel pflegen sie eine lebenslange Partnerschaft. Beim Nestbau sind sie nicht anspruchsvoll. Sie können in Bootshäusern, auf Veranden, auf Feldern, Wiesen oder in einer Felsmulde ihre 2 – 4 Eier ablegen, die sie abwechselnd bebrüten. Die nachfolgenden Bilder zeigen einen brütenden Austernfischer in einer Mulde oberhalb der Wasserlinie und das zugehörige Gelege.
Frisch geschlüpfte Jungvögel sind absolute Wollknäuel.
Ein weiterer weit verbreiteter Watvogel ist der Rotschenkel, der bei der Futtersuche auch mal auf Tauchstation geht.
Dieses Panorama vom Stönnesbotnen auf der Insel Senja besteht aus 10 einzelnen Hochformatfotos und deckt einen Sehwinkel von ca. 160 Grad ab.
Für diese Traumlandschaft lohnt es sich das Stativ auszupacken. Mit einer guten Nodalpunkt-Einstellung lässt sich auch der Vordergrund vernünftig ins Bild integrieren.