Le Corbusier, Visionär der Moderne

Wenn man sich in der Region um den Kaiserstuhl aufhält, lohnt es sich, die Kunsthalle Messmer in Riegel zu besuchen. Hier wird es verstanden, immer wieder interessante Ausstellungen aufzulegen, die für großen Museen zu klein sind. Auch mit der Ausstellung zu „Le Corbusier, Visionär der Moderne“ hat man sich an ein spannendes Thema gewagt. Die Ausstellung ist noch bis 15.03.2026 zu sehen.

Vor der Kunsthalle wird man von ARTon-Plastiken der Künstlerin Elvira Bach empfangen. Wie man sieht, auch ein schöner Rücken kann entzücken.

Die Ausstellung zeigt die ganze Breite des künstlerischen Schaffens von Le Corbusier, der 1887 in der Schweiz als Charles-Édouard Jeanneret-Gris geboren wurde. In Paris entwickelte er ab 1917 zusammen mit Amédée Ozenfant den Purismus, dessen Grundsätze auch seine Architektur beeinflusste. Diese ist natürlich ein wichtiges Thema der Ausstellung, was bei einem Mann nicht verwundert, der die moderne Architektur geprägt hat und bis heute beeinflusst. Das Modell im Bild unten zeigt die 1928-31 erbaute Villa Savoye, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, wie weitere 16 seiner Bauwerke auch. Bei dieser Villa für eine Unternehmerfamilie hat Le Corbusier erstmals seine „5 Punkte zu einer neuen Architektur“ vollständig umgesetzt. Allerdings wurde das Gebäude wegen schwerwiegender Baumängel innerhalb kurzer Zeit unbewohnbar. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges ersparte ihm eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Die fünf Punkte von Le Corbusier, die bis heute den modernen Hochbau prägen, waren: Betonpfosten, Flachdächer mit Dachgarten, freie Grundrissgestaltung durch Verzicht auf tragende Wände, lange Fensterbänder, freie Fassadengestaltung. Bei der Werkbundausstellung „Die Wohnung“ 1927 in Stuttgart setzte er diese fünf Punkte in der Mustersiedlung „Weissenhof“ um. Siehe hierzu auch meinen Beitrag „Wo die moderne Architektur erfunden wurde„. So revolutionär seine Ideen und so praktisch die Gestaltung und Einrichtung seiner Häuser waren, verdeutlichen seine „Wohnmaschinen“ auch seine radikale, ja totalitäre Denkweise. Dieser mussten sich die Bewohner unterordnen, wie sich ein Arbeiter der Maschine unterzuordnen hatte.

Le Corbusier, der 1930 die französische Staatsbürgerschaft annahm, war umstritten. Dass er die Nähe zu totalitären Herrschern suchte ist bekannt. Über die Motive wurde viel spekuliert. Dass es nicht nur Opportunismus war ist unstrittig. Er putzte die Türklinken von Stalin bis Mussolini. Bei Wikipedia heißt es: „Inzwischen ist nachgewiesen, dass er mit der Vichy-Regierung, Hitler und den Faschisten sympathisierte.“ Mir gefällt auch eine weitere Theorie: Le Corbusier war klar, dass er seine radikalen Ideen, insbesondere als Städtebauer, nur mit totalitären Herrschern verwirklichen konnte.

Le Corbusier entwarf auch Möbel, die es bis heute zu kaufen gibt. Die Bauhaus-Liege LC4 entstand als Gemeinschaftsentwurf 1928. Heidi Weber, oben im Bild, brachte die Prototypen zur Serienreife.

Bereits in den 1930er-Jahren befasste sich Le Corbusier mit der Symbolkraft der „Offenen Hand“. Spätestens als er 1951 von der indischen Regierung dazu beauftragt wurde, Chandigarh, die neue Hauptstadt von Punjab zu planen und er dort sein „Open Hand Monument“ errichtet hatte, wurde dieses Symbol zur Signatur des Künstlers. „Die offene Hand ist Ausdruck des Friedens und der Offenheit. … Sie steht für eine humanistische Gesellschaftsvision, in der Ideen und Wissen von allen Menschen gleichermaßen geteilt werden“, so ein Ausstellungstext der Kunsthalle.

Oben: Die Skulptur „La Cathédrale“ von 1964.

Beim Verlassen der Ausstellung zeigt sich die verführerische Eva mit ihrem Obstrkorb von vorn. Ein netter Abschied.

Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden liegt im Park an der Lichtentaler Allee. Mit der Staatlichen Kunsthalle nebenan ist es über eine gläserne Brücke verbunden. Dies macht auch gemeinsame Ausstellungen möglich.

Schwerpunkte des Museums sind die Klassische Moderne und die Zeitgenössische Kunst. Sonderausstellungen wie jetzt „Impressionismus in Deutschland, Max Liebermann und seine Zeit“, die bis 8. Februar 2026 zu sehen ist, sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.

Doch nicht nur die Ausstellungen lohnen einen Besuch. Allein schon die Architektur ist Grund genug. Der amerikanische Architekt Richard Meier entwarf das Gebäude, das nach zweijähriger Bauzeit 2004 eröffnet wurde. Die Kosten für das mehrfach ausgezeichnete und vollständig privat finanzierte Bauwerk werden auf 15 Millionen € geschätzt.

Empfehlenswert ist diese Ausstellung insbesondere auch für Fotografen, denn es finden sich zahlreiche Parallelen zur Entwicklung der heutigen, digitalen Fotografie. Damals haben sich die Impressionisten durch ihre schnelle Malweise neue Bereiche erschlossen. Das normale Leben auf der Straße, schnell wandelnde Lichtstimmungen und Bilder in der Dämmerung oder gar bei Nacht rückten in den Bereich des Machbaren. Rund hundertfünfzig Jahre später vollzogen und vollziehen sich mit der Einführung der Digitaltechnik in der Fotografie vergleichbare Entwicklungen. Kleine Digitalkameras erleichtern die Streetfotografie und erschließen neue Einsatzbereiche. Digitale Bildsensoren mit schwindelerregenden ISO-Werten ermöglichen Aufnahmen unter schlechtesten Lichtverhältnissen. Digitale Bildaufbereitung durch intelligente Softwear erlaubt es, riesige Helligkeitsunterschiede abzubilden. Die Ausstellung zeigt überzeugend, wie Veränderungen in der Technik und gesellschaftlicher Wandel sich wechselseitig beeinflussen. Sich ändernde Sichtweisen verändern auch das Kunstverständnis und lassen Neues entstehen.

Mons Klint

Im Osten der Insel Mon, erheben sich steil aufragende Kreideklippen weit übers Meer. Bei Mons Klint sind die Klippen mit 128 m am höchsten. Vom Besucherzentrum aus starten mehrere ausgewiesene Wanderrouten. Eine Route verläuft am Rand der Klippen entlang. Sie führt durch herrliche Buchenwälder und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke. Eine andere Route führt über 497 Stufen hinab zum Strand. Der Blick auf die Steilküste von unten ist nicht weniger beeindruckend. Doch er ist auch nicht ganz ungefährlich. Immer wieder kommt es zu Abbrüchen der weichen Kreide- und Tonformationen.

Entstanden sind die Kreideablagerungen vor 70 Millionen Jahren aus Kalkplätchen kleiner, abgestorbener Algen. Weitere Ablagerungen aus Ton und Sand kamen hinzu. Die Klippen wurden jedoch erst in der letzten Eiszeit vor rund 18 000 Jahren geformt. Die vordringenden Gletscher schoben die Ablagerungen zusammen und stellten sie dabei senkrecht auf.

Bella Sky

Das Bella Sky Hotel in Kopenhagen, das von 3XN Architects entworfen wurde, besteht auszwei 76,5 Meter hohen Türmen, die sich um 15° nach außen neigen. Nach knapp drei Jahren Bauzeit ging das Marriott International Hotel 2014 in Betrieb. Mit seinen 814 Zimmern und 30 Konferenzräumen ist es das größte Hotel in Skandinavien. Die Baukosten betrugen rund 200 000 000 €.

Das Hotel im Stadtteil Oresad nah dem Kopenhagener Airport weist folgende Besonderheiten auf: Die 17. Etage ist alleinreisenden Frauen vorbehalten und in der 23. Etage befindet sich eine öffentliche Bar.

Kopenhagen von oben

Die Erlöserkirche im Kopenhagener Stadtteil Christianshaven ist für ihren charakteristischen Turm bekannt. Über 400 Treppenstufen erklimmt man den 90 m hohen Turm. Die letzten 150 Stufen führen in einer äußeren, spiralförmigen Wendeltreppe in immer enger werdenden Wicklungen bis dicht unter die Turmspitze. Darüber erhebt sich nur noch der goldene Globus mit einer Christusfigur. Doch wer nicht schwindelfrei ist, sollte sich den Aufgang gut überlegen. Wer es nach oben schafft wird allerdings mit einer spektakulären Rundumsicht belohnt.

Letztes Make-up

In den Streuobstwiesen am Albtrauf ist die Ernte gelaufen. Mancherorts hängen die Bäume aber noch voller Früchte. Futter für die Tiere.

Die Birnbäume eifern um das schönste Make up. Doch gleich daneben zeigen vernachlässigte Parzellen, wie es um die Zukunft der Kulturlandschaft „Steuobstwiese“ bestellt ist.

Und am Waldrand strahlen die Blätter der Buche mit ihren warmen Gelbtönen mit der Nachmittagssonne um die Wette.

Vorsicht! Frisch gestrichen

Die Herbstfärbung hat ihren Höhepunkt erreicht. Mit dem Jahr verhält es sich fast wie bei einer alternden Dame, die nochmals richtig Farbe auflegt. Ein letztes Aufbäumen, obwohl sich die Zeit bereits dagegen entschieden hat.

Dieser ausufernde Strauch stach mir an einer Straßenböschung ins Auge. In der Sonne des späten Herbstnachmittags loderten seine Blätter, einer Feuerwalze gleich, über den Hang.