Venzone
Das mittelalterliche Venzone (Friaul) liegt direkt an der Einfallsroute zur nördlichen Adria und wird dennoch wenig beachtet. In mehrerlei Hinsicht ist dieser Ort aber etwas ganz besonderes. Venzone
- ist Mitglied in der Vereinigung „Schönste Orte Italiens“.
- ist das einzige befestigte Dorf Friauls aus dem 14. Jahrhundert und gilt als außergewöhnliches Beispiel einer gelungenen architektonischen und künstlerischen Restaurierung. Deshalb wurde der Ort 1965 zum nationalen Denkmal erklärt.
- wurde 1976 durch ein schweres Erdbeben stark beschädigt und die Altstadt durch ein Nachbeben fast vollständig zerstört.
- wurde von seinen Bewohnern originalgetreu wieder aufgebaut. Die Bewohner setzten sich dabei gegen ihre Stadtverwaltung durch, die einen Neubau der Stadt anstrebte.

Ein Rundgang durch das Dorf vermittelt die großartige Leistung ihrer Bürger. Das obere Bild zeigt den Blick von der Freitreppe des Rathauses auf den Hauptplatz. Weitere Eindrücke: Innenhof, Rathaus, Palazzo Radiussi, umlaufende Stadtmauer, Blick über die Stadtmauer auf den Dom.





Doch hat man nicht alles wieder aufgebaut. So hat man die Überreste der Kirche des Hl. Giovanni Battista als Mahnmal bewusst stehengelassen.



Doch ist Venzone kein Museum. Hier leben reale Menschen. Als ich beim Schlendern durch die Gassen durch eine halboffene Tür blickte, entdeckte ich eine ältere Dame beim Herstellen von Tortellini. Ich durfte sie bei der Arbeit fotografieren aber die Küche dabei verständlicherweise nicht betreten. Auch den Bewohner mit seinen farbenfrohen Socken zeige ich gerne, obwohl er mir auf die Schnelle etwas verwackelt ist.


Besonders eindrücklich zeigen sich die Gassen im harten Licht der mittäglichen Sonne bei einer Schwarzweiß-Entwicklung.




Das letzte Bild, die Porta San Genesio (1309), ist das einzige Stadttor, das die Jahrhunderte und alle Erdbeben unbeschadet überstanden hat. Dagegen ist die Werbung vor den Toren der Stadt bereits nach einem Jahr verschlissen.

