Pano 11, Bitihorn

Auf der Valdresflye-Route durchs Jotunheimen passiert man den Bergsee Bygdin. Dort wird übern Winter das historische Motorschiff Bitihorn aufs „Trockene“ gesetzt.

Auf der Valdresflye-Route durchs Jotunheimen passiert man den Bergsee Bygdin. Dort wird übern Winter das historische Motorschiff Bitihorn aufs „Trockene“ gesetzt.
Das schlechte Wetter im Norden hielt weiter an. Deshalb suchten wir nach einem ersten Highlight und fanden es ziemlich genau in der Mitte Norwegens. Vom waldreichen Osten nahe der schwedischen Grenze fuhren wir direkt nach Westen. Über Elverum und Hamar gelangten wir zur Fv 33, die uns vorbei an moorigen Bergseen in die zentrale Bergwelt Norwegens nach Fagernes brachte. Der dortige Campingplatz ist gut ausgestattet und besticht mit einer tollen Aussicht über den See.

Die nächste Etappe, auf dem Valdresflye durchs Jotunheimen wurde zur landschaftlichen Genusstour. Anders als zahlreiche Reiseführer behaupten ist diese Fjell-Route bereits ab dem 1. April und nicht erst ab Mitte Juni geöffnet.

Von Fragernes aus steigt die Fv 51 kontinuierlich an. Vorbei an herrlichen Seen erreicht man die Stabkirche von Hegge. Der schlichte Bau wurde anfangs des 13. Jahrhunderts errichtet.


Noch herrscht Landwirtschaft vor. Auf den Bergwiesen entdeckten wir immer wieder riesige Elche, denen das saftige Gras offensichtlich zu schmecken schien. Nur wenige Kilometer weiter ist man mitten im Winter angekommen.


Vorbei am Bitihorn, der mit 1607 Metern höchsten Erhebung in dieser Ecke, erreicht man den Bergsee Bygdin. Am dortigen Höifieldshotel reibt man sich dann ungläubig die Augen, wenn der Blick inmitten der Winterlandschaft unvermittelt an einem Schiff hängen bleibt. Doch wer glaubt, dass nun gleich Klaus Kinski um die Ecke biegt, um mit irrem Blick die Fortsetzung zu Fitzcarraldo zu drehen, sieht sich getäuscht. Die Wirklichkeit ist viel banaler. Das historische Motorschiff Bitihorn verkehrt in den Sommermonaten auf dem Bergsee. Um im Winter dem Eisdruck zu entgehen, wird es auf einem Bootswagen an Land gezogen.


Nach Überschreiten der von einem versteinerten Troll bewachten Valdres Flye verliert die Passstraße etwas an Höhe. Krüppelbirken gewinnen die Oberhand und säumen den schäumenden Lauf der Sjoa.




Schon bald erreicht man den Bergsee Gjende im Jotunheimen Nationalpark. Der Eisgang auf dem See verrät, dass hier oben zumindest nachts noch Minusgrade vorherrschen. Eine der berühmtesten Bergtouren Norwegens – die Überschreitung des Besseggengrates – hat hier in Gjendesheim ihren Ausgangspunkt. Bei der bestehenden Schneelage machte diese Tour allerdings keinen Sinn.


Vorbei am Rittersprung, einer klammartigen Verengung der Soja, erreichten wir den kleinen Ort Sel, der unterhalb der Kirche einen kostenfreien Übernachtungsplatz bereit hält. Dies nehme ich zum Anlass darauf hinzuweisen, dass die Zeiten, in denen man in Norwegen fast überall übernachten konnte, der Vergangenheit angehören. Die Flut der Wohnmobillisten hat es erforderlich gemacht, dass die meisten Möglichkeiten entlang der Reiserouten mit einem Campingverbot belegt sind.
