Schwäbischer Vulkan

Der Calver Bühl ist ein kleiner Schlot des Schwäbischen Vulkans bei Dettingen an der Erms. Dort kann man den Vulkanismus, der im Tertiär über ca. 6 Millionen Jahre aktiv war, modellhaft erleben. Es gibt heute nur wenige Stellen auf der Schwäbischen Alb, an denen der harte Kern eines Vulkanschlots an der Oberfläche sichtbar ist. Der Calver Bühl ist einer davon. Hier steht die Schlotschmelze als massiver Fels an. Da der Tuffschlot härter ist als das Umgebungsmaterial, wird der Calver Bühl durch Erosion aus dem rückschreitenden Albtrauf herauspräpariert. Das Ergebnis ist ein kleiner Vulkansporn, ein Kegelberg wie aus dem Bilderbuch. Auch vom Trauf aus ist die Kegelform des Calver Bühl sehr gut zu erkennen.

Ein Ausflug zum Calver Bühl lohnt sich, denn in der Umgebung gibt es noch mehr zu erkunden. So erkennt man im Bild unten links die Metzinger Weinberge, die gerade im Herbst fantastische Farben hervorbringen. Das vulkanische Gestein des Jusi-Ausläufers in Verbindung mit der Südhanglage beschert den Reben beste Bedingungen und dem Wein eine erstaunliche Qualität.

Von der Spitze des Calver Bühls genießt man die Aussicht auf Dettingen und das Ermstal. Gegenüber erkennt man den Jusi, der nach dem Randecker Maar mit rund 1000 m Durchmesser den zweit größten Schlot des Schwäbischen Vulkans stellt. Vom Wanderparkplatz bei Kohlberg führt ein geologischer Lehrpfad auf den Jusi und beschert dem Wanderer nicht nur tolle Ausblicke, sondern auch Einblicke in die Geologie der Schwäbischen Alb.

Für Interessierte hier noch einige Informationen zum Schwäbischen Vulkan: Nein, der Schwäbische Vulkan ist nicht die Sparausgabe eines Vulkans, also kein „Vulkänle“, sondern eine vulkanisch aktive Zone, die sich vor rund 17 Millionen Jahren über das Gebiet des heutige Kirchheim Teck und Bad Urach ausdehnte. In einem Umkreis von 56 km ließen sich bislang über 350 Vulkanschlote nachweisen die alle dem Schwäbischen Vulkan zugeordnet werden. Aufgrund tektonischer Bewegungen kam es im Zusammenhang mit der Auffaltung der Alpen auch zu Spannungsrissen und Verwerfungen im Bereich der Mittleren Alb. Dort stieg Magma auf, erhitzte wasserführende Schichten und führte so zu gewaltigen Dampfexplosionen, die das Deckgebirge durchschlugen. Dabei bildeten sich Schlote von 10 bis 1000 m Durchmesser. Diese wurden durch Tuff und einstürzendes Deckgestein verfüllt. In der Folge bildeten sich Maare. Vor 11 Millionen Jahren endeten diese vulkanischen Aktivitäten. Heute sind noch etliche vulkanische Erscheinungen an der Oberfläche sichtbar. Hierzu zählen das Randecker Maar, die Limburg bei Weilheim, der Jusi bei Kohlberg, der Georgenberg bei Reutlingen und eben der Calver Bühl bei Dettingen, um nur einige Beispiele anzuführen.