Durch den Gennargentu zum Supramonte

Tag 13 und 14 auf Sardinien

Auf Nebenstraßen und über kurvenreiche Pässe (ein wahres Königreich für Motorradfahrer) gelangten wir zu alten Dörfern, wie zum Beispiel Aritzo, dessen Häuser sich gekonnt an den Hang schmiegten.

Die Berge des Gennargentu sind größtenteils bewaldet. Steineiche und Esskastanie zählen zu den häufigsten Gehölzen. Die junge Schönheit auf der Hausfassade in Aritzo wurde also nicht ohne Grund in der lokalen Tracht und mit jeder Menge Maronen – sozusagen als Maronenkönigin – abgebildet.

Tradition im Wandel der Zeit!

Oberhalb der Baumgrenze sind die Bergkuppen nur noch mit niederer Macchia bedeckt oder völlig kahl. Ganze Bergrücken sind dann zu dieser Jahreszeit mit blühendem Affodill, einer Lilienart, überzogen. Wie ein cremefarbener Ozean wogten die Blütenähren an ihren langen Stengeln im Wind.

Nach einer Übernachtung nahe Orgosolo erkundeten wir am nächsten Vormittag dieses bekannte Widerstandsnest, dem ich einen gesonderten Beitrag widmen werde. Erst zur Mittagszeit erreichten wir das abgelegene Hochtal Valle Lannaitto.

Angesichts der hohen Temperaturen und der fortgeschrittenen Tageszeit, beschloss ich den Aufstieg zur Nuraghensiedlung am Monte Tiscali zu streichen, um nicht zu spät bei unserem nächsten Campground, einem Agriturismo-Betrieb nördlich von Dorgali anzukommen.