Marstal – AErö

Die letzten Kilometer bis Marstal verläuft die Straße entlang der steil abfallenden Küstenlinie. Immer wieder sah man Angler ihren Haken baden, doch der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Marstall, die größte Stadt AErös, war schon immer die Stadt der Arbeit, während AErököbing die des Handels war. Über mehr als hundert Jahre ist Marstal der Heimathafen einer der größten Handelsflotten Dänemarks gewesen. In ihrer Blütezeit umfasste die Flotte rund 300 Schiffe, die überwiegend auch in Marstal gebaut wurden. Noch heute zeugen die Navigationschule, das Schifffahrtsmuseum und eine Schiffswerft von dieser großen seefahrerischen Tradition.

Das Schifffahrtsmuseum zeigt in seinem Außenbereich am historischen Ort, wie die Holzschiffe früher auf Kiel gelegt wurden. Zahlreiche Holzboote veranschaulichen deren Vielfalt und Entwicklung bis heute.

In der heutigen Werft werden noch immer Schiffe gebaut, doch einen wesentlichen Teil der Arbeit macht die Wartung, Reparatur und Restaurierung älterer Boote aus.

Bei Sonnenaufgang am Strand entlangzulaufen, ist ein besonderer Genuss. Die Stimmung ist einfach grandios.

Mit dieser Einschätzung bin ich nicht alleine. In Dänemark trifft man überall auf hartgesottene „Frühbader“, meist Frauen. Nach kurzem Eintauchen in die kalten Fluten ist der Badespaß schon wieder vorbei. Es geht ja nicht um den Sport, sondern um die Stärkung der Widerstandskräfte.

Am Fährhafen geht es die meiste Zeit des Tages geruhsam zu. Nur kurz bevor die Fähre ankommt, erwacht die Szenerie und es kommt so etwas wie Hektik auf.

Doch die Zweitakterfreunde aus Langeland, die vom Wochenendausflug auf ihre Insel zurück wollten, konnte selbst die Ankunft der Fähre nicht aus der Ruhe bringen.

Ales Stenar

Mittwoch, 11. August 2021: Auf einem Dünenrücken, der zur Ostsee hin steil abfällt, liegt oberhalb des Örtchens Kaseberga die größte Schiffsetzung Skandinaviens, Ales Stenar. Aus 59 Felsblöcken wurde hier ein Langschiff mit 67 m Länge und 19 m Breite gestaltet. Die Steine bringen es auf eine Masse zwischen 0,5 und 1,8 Tonnen.

Die imposante Schiffsetzung wurde auf die frühe Eisenzeit (500 – 1000 n. Chr.) datiert. Ihre Bedeutung ist noch nicht abschließend geklärt. Während die meisten Vertreter der Wissenschaft von einer Grabstätte ausgehen, wird aus dem Lager der Amateurarchäologen die Theorie einer astronomischen Uhr vertreten.

Wie so oft bei solchen Sehenswürdigkeiten drängen sich die Leute am Abend und morgens bei Sonnenaufgang kann man alles in Ruhe auf sich wirken lassen.

Doch auch der Abend hat seine Vorteile. Da kann man die Gleitschirmflieger bei ihren akrobatischen Flugübungen bestaunen. Bei auflandigem Wind bildet sich an der Steilküste eine stehende Welle aus, die man nach Belieben absurfen kann.

Da müssen auch die griechischen Mythen neu geschrieben werden, denn Ikarus ist nicht abgestürzt, er lebt!

Bei Sonnenuntergang verabschieden sich die Akteure dann von ihren Zuschauern, denn danach bricht oft der Wind zusammen und heimlaufen möchte von denen keiner.