Ljubljana

Die gewaltige Burganlage überragt die malerische Altstadt Ljubljanas. Die heutige Hauptstadt Sloweniens mit ihrer 2000-jährigen Geschichte erlebte ihre Blüte im Barock. Diese Zeit prägte das Stadtbild bis heute. Doch auch der Jugendstil hat bei der Fassadengestaltung seine Spuren hinterlassen. In Summe ergibt sich ein historisches Ensemble, das seines Gleichen sucht.

Der Robba-Brunnen in der Mestni trg, der Einkaufsstraße der Altstadt, ist ein barockes Juwel. Die drei dargestellten Flussgötter repräsentieren die Flüsse Save, Ljubljanica und Krka, die Lebensadern dieser Region. Der italienische Bildhauer Francesco Robba hat mit diesem Brunnen venezianischen Barock nach Ljubljana gebracht.

Die schmalen Gassen und Gässchen sind für so manche Überraschung gut. In der Locksmith Gasse trifft man auf die Bronze-Skulptur „Gesichter“ des slowenischen Bildhauers Jakov Brdar. Aus einer Art Euter mit Gesicht ergießt sich Wasser in die Gosse und umspült dort rund 700 Gesichter oder besser Fratzen. Die Skulptur reflektiert darauf, dass es mehr Gesichter gibt als Menschen. Dies ist zum einen den unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten geschuldet und zum andern dem Altern. Das Wasser symbolisiert hier wohl die Zeit oder den beständigen Fluss der Veränderung.

Entlang der Ljublanica reihen sich Läden, Bars und Restaurants, welche die schattigen Uferbereiche mit ihren Gartenwirtschaften bevölkern.

Trotz ihres Alters ist Ljubljana eine junge, umtriebige Stadt. Dies liegt mit an der Universität und ihren 40.000 Studierenden. Aber auch die österreichische / wienerische Unbeschwertheit ist in der Stadt als Lebensgefühl spürbar. Hier waren die mehr als 600 Jahre österreichischer Herrschaft, die nach dem ersten Weltkrieg endete, in positiver Weise prägend.

Musik-, Ausflugs- und Drachenboot behinderten sich lautstark unter den „Drei Brücken“. Während das Spektakel von oben gespannt verfolgt wurde, machten auf der Nachbarbrücke Cheerleaders mit ihrer Show auf eine Veranstaltung aufmerksam.

Vom Preseren-Platz aus bildet die Hauptbrücke der „Drei Brücken“ eine Flucht mit der Stritarjeva ulica und der Burg. Der Platz wird im Norden von der Franziskanerkirche begrenzt, deren Treppen, wie die Stufen unter dem Preseren-Denkmal, ein beliebter Treffpunkt sind. Denkmal und Platz sind dem bekanntesten Dichter Sloweniens gewidmet.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Wir hatten auf dem Campingplatz „Ljubljana“ Quartier bezogen. Die Bushaltestelle ist quasi vor dem Platz. Die Anbindung ist sehr gut getaktet. In 10 – 15 Minuten ist man im Zentrum und hat keine Parkplatzsorgen. Dort ist alles fußläufig zu erreichen.

Novo Mesto und die First Lady

Von der Insel Rab kommend, setzten wir unsere Reise nach Novo Mesto in Slowenien fort. Auf einer Umleitungsstrecke querten wir die Krka auf dieser schönen, alten Holzbrücke. Die Beschränkung auf 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht war mit unserem Fahrzeug kein Problem, für diesen Wohnmobilfahrer aber durchaus eine Risikoabwägung.

Die mitelalterliche Altstadt von Novo Mesto liegt strategisch günstig in einer Schleife der Krka auf einem Bergrücken. Vom Fluss aus zieht sich die Bebauung malerisch den Berg hoch. Gefällig ist die Bebauung der Hauptstraße und am Marktzplatz. Für die kulturelle Entwicklung des Städtchens auf dem tiefen Land waren die Franziskaner von entscheidender Bedeutung. Diese gründeten 1469 ein Kloster, als sie sich auf der Flucht vor den Türken in Novo Mesto niederließen.

Melanie Trump und die amerikanische Einwanderungspolitik:

Erst vor Ort brachten wir in Erfahrung, dass die gegenwärtig wohl bekannteste Persönlichkeit Novo Mestos die First Lady Melanie Trump ist. Sie wurde 1970 hier geboren. Da sie als Model in Europa wenig Erfolg hatte, wechselte sie 1995 in die USA. Dort erlangte sie 1998 eine gewisse Bekanntheit, als „Camel“ mit ihrem Gesicht eine Werbekampagne startete. Im gleichen Jahr lernte sie Donald Trump kennen, den sie 2005 heiratete. 2006 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin und 2017 First Lady der USA.

Aber warum viele Worte machen? Trumps Einwanderungspolitik ist ja nur ein Aspekt, der seine Unglaubwürdigkeit ausmacht.