Saarpolygon bei Nacht

Zwei Tage zuvor hatte der Wetterbericht eine klare Nacht vorhergesagt. Deshalb machte ich mir bereits Hoffnungen, das Saarpolygon unterm Sternenhimmel fotografieren zu können, zumal nahezu Neumond war. Am entscheidenden Tag prognostizierte der Wetterbericht dann eine aufkommende Bewölkung für die zweite Nachthälfte. Fakt war, dass bereits am Abend die hochnebelartige Bewölkung so dicht war, dass ich mir gründlich überlegte, ob ich noch ein zweites Mal auf die 150 m hohe Halde klettern sollte. Aber nachdem ich schon mal hier war, fiel die Entscheidung eindeutig aus, denn die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Gegen 22 Uhr stieg ich also auf. Obwohl man von den Sternen fast nichts erkennen konnte, war das erleuchtete Saarpolygon dennoch ein Erlebnis. Nachfolgend einige Blicke auf das riesige Konstrukt aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Ausführliche Infos zum Saarpolygon findest du hier.

Für dieses Motiv bietet sich natürlich auch die Schwarzweiß-Version an. Dabei kann man gut erkennen, dass im Schwarzweiß-Bild der Blick besser auf das Objekt gelenkt wird. In der nachfolgenden Diaschau gibt es auch interessante Detailstudien zu sehen. Einfach weiterblättern.

Rendezvous XXL

Ende letzter Woche fuhr ich ins Saarland, ein Fototrip. Eines meiner Ziele war das Saarpolygon bei Saarlouis. In Ensdorf schloss 2012 mit dem Bergwerk Saar die letzte Grube der Region. 2016 wurde deshalb auf der Halde Duhamel bei Ensdorf das Saarpolygon als begehbare Skulptur errichtet.

Mit ihrem Entwurf entschied das Berliner Architektenduo Katja Pfeiffer und Oliver Sachse den ausgelobten Ideenwettbewerb für sich. Die knapp 28 m hohe Stahlkonstruktion ist Denkmal und Identifikationspunkt für die Vergangenheit und Zukunft der Region in einem. Seine Lage auf der 150 m hohen Halde des ehemaligen Bergwerks Saar macht das Saarpolygon zu einer weithin sichtbaren Landmark.

Als ich das Pärchen, in Unterhaltung vertieft vor dem riesigen Polygon sitzen sah, reizte mich anfangs nur die Spannung zwischen dem kalten, kantigen Stahlgerippe, das mit klarer Formensprache für sich steht und dem offensichtlich wesentlich komplizierteren Leben zweier Erdenbürger, das eine umfassende Kommunikation erforderlich macht.

Doch mit der Dauer des Gesprächs kam der Zufall ins Spiel. (Andere würden dies vielleicht als die Magie des Momentes benennen.) Das Rendezvous auf der Bank wurde im Himmel von zwei Jets aufgegriffen und selbst die Sonne ließ sich noch zu einem kleinen blinzelnden Sternchen hinreißen. Wenn das kein Rendezvous der Größe XXL ist! Schade nur, dass die beiden davon wohl nie etwas erfahren werden.