ausgefischt?!

Sie sind rar geworden, die einsatzfähigen Fischkutter an Schwedens Küste.

Wie überall leidet die Küstenfischerei auch in Schweden unter den rückläufigen Beständen. In der Ostsee wird die ohnehin kritische Lage noch durch weitere Faktoren verschärft. Deshalb geht es bei den Küstenfischern inzwischen ums nackte Überleben.

In den schmucken Ortschaften entlang der Küste, die sich längst vom Fischerdorf zum Ferienort gewandelt haben, findet man nur noch wenige intakte Fischkutter. Diese liegen dann zur Abrundung des idyllischen Trugbildes am ortsnahen Kai, während die abgetakelten Schiffskadaver in einem abgelegenen Teil des Hafenbeckens vergammeln. Die nachfolgenden Bildbeispiele stammen überwiegend aus Skillinge, einem kleinen Ort in Südschweden.

Doch das Problem ist alt und die Entwicklung lang. Konnte man vor Jahrhunderten noch mit Ruderbooten so viel Fisch anlanden, dass man ganz Nord- und Mitteleuropa damit versorgen konnte und ganze Regionen durch diesen Handel zu Wohlstand kamen, ging es spätestens seit der Motorisierung der Fischerboote den Beständen an den Kragen.

Den Küstenfischern mit ihren kleinen Booten und Stellnetzen blieb nicht mehr genug zum Überleben. Eine erste Konzentrationswelle rollte wie ein Tsunami über die Küstenregionen hinweg. Viele Bewohner wanderten ab. Erst Jahrzehnte später entdeckten die zu Wohlstand gekommenen Städter die verfallenen Fischerhütten als romantisches Urlaubsdomizil. Die Wiederbelebung der Küstenregion begann.

Noch ist diese Entwicklung nicht abgeschlossen, da rollt bereits die nächste Konzentrationswelle über die Fischerei hinweg, denn bis heute war und ist man weder national noch international bereit, die notwendigen Entscheidungen für einen nachhaltigen Fischfang zu treffen. So steht die Küstenfischerei heute vor ihrem endgültigen Aus, denn die Quotierung begünstigt die Großen. Im Gefolge sieht man in den verbliebenen Fischereihäfen zahlreiche vergammelnde Fangboote liegen.

Die Hauptursache des Problems, die Überfischung, wird von weiteren Problemen überlagert, die in Randmeeren besonders drastisch greifen. In der Ostsee sind dies insbesondere die Erwärmung, die den Hering zum Abwandern bewegt und die Überdüngung durch Einträge aus der Landwirtschaft, die den Dorschbeständen zusetzt. Dies aber sind die „Brotfische“ der Küstenfischer. Ein besonderes Politikum ist, dass die Norweger die Heringsbestände bereits im Skagerrak dezimieren, bevor diese die Chance hatten, ihre Laichgebiete in der Ostsee aufzusuchen. Dies macht aber nur deutlich, was wir von den Weltmeeren kennen: Die Überfischung ist ein internationales Problem. Dabei ist die Menschheit auf nachhaltigen Fischfang angewiesen, denn das Meer ist der umweltfreundlichste Eiweißproduzent. Wir können es uns nicht leisten, das Knowhow der Küstenfischer zu verlieren!

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte, nachfolgend zwei interessante Links: Deutschlandfunk, Nachrichten bei Comdirect

Ystad

Dienstag, 10.08.2021, Überseehafen Rostock: Ein Fährhafen hat eine ganz spezielle Atmosphäre. Hier wollen alle nur eines, weg. Doch meist ist erst einmal Warten angesagt. Auch hier hat das digitale Zeitalter viel verändert. Die Hektik von einst, als man sich nach langer Nachtfahrt noch ein Ticket erkämpfen musste, ist längst passe. Heute kommt die Buchungsbestätigung aufs Handy und damit geht es dann direkt zum Check in.  Also bleibt Zeit für einen Besuch im Cafe des Fährterminals, um über WLAN einen Bericht fürs Guckloch abzusetzen. Wir schliefen direkt vor dem Schalter.

  

Lange hielt sich das Gerücht, das nachfolgende Bild würde das höchste Freiluft-WC Mecklenburg-Vorpommerns zeigen. Doch bei genauerem Hinsehen klärt sich die Sachlage auf.

Beim Sonnenaufgang lief die Fähre aus Trelleborg ein. Es ist immer wieder verblüffend, wie viele Lastzüge und andere Fahrzeuge so ein Rumpf ausspuckt.

Dann waren wir auch schon unterwegs. Ein letzter Blick ging zurück auf Warnemünde. Nur noch die völlig plane Ostsee trennte uns jetzt von Schweden. In Trelleborg angekommen mussten wir am Zoll unseren Impfnachweis vorzeigen. Andere Formalitäten waren nicht erforderlich.

Auf dem Weg Richtung Ystad legten wir an der Ostsee eine kurze Rast ein. Gleich nebenan weckte ein Sammelsurium an Booten mein Interesse. Ganz seetüchtig sahen die alle nicht mehr aus.

Ystad ist eine farbenfrohe, lebhafte Stadt. Nichts erinnert hier an die finsteren Geschichten die Kommissar Kurt Wallander in Mankells Krimis aufzuklären hat. Ganz stimmt diese Aussage so nicht, denn touristisch wird Wallander natürlich ausgeschlachtet. Bekannt ist Ystadt für seine bunten Altstadthäuser.

Eine kurze Pause vor einem Eiscafe brachte uns sofort den Tipp einer Passantin ein, dass man das Eis dieser Eisdiele unbedingt probieren müsste, es sei das beste weit und breit. Es stimmte! Das selbst zubereitete Eis schmeckte umwerfend gut. Vielleicht kommen wir ja auf dem Rückweg nochmal vorbei? Für alle Ystad-Besucher ist die Glassmakeriet in der Teatergränd 1 ein absolutes Muss.

St. Marien Kirche und Gussniska Husset

Auch das Backahasten Kaffestugan ist eine klare Empfehlung. Ob für ein schnelles Essen oder für Kaffee und Kuchen, allein schon der Garten mitten in der Stadt ist eine wohltuende Oase.

In unmittelbarer Nähe zur Stadt liegen ausgedehnte, feinsandige Naturstrände. Diese sind von der Straße Nr. 9 in Richtung Nybrostrand durch zahlreiche Parkplätze gut erschlossen.