Schneemangel in den Alpen

Das Tannheimer Tal liegt auf 1100 m Höhe im Westen Tirols (Österreich). Das landschaftlich herrlich gelegene Hochtal gilt von jeher als Schneeloch. Doch in diesem Winter macht sich der Schnee bislang rar. So kamen bei uns in der letzten Woche bei herrlichem Sonnenschein eher Frühlingsgefühle auf als Weihnachtsstimmung.

Die Aufnahmen zeigen den Aggenstein, die Rot Flüh und den Blick über Grän nach Tannheim.

Grundelsee

Der Grundelsee liegt am Südabfall des Toten Gebirges, dessen schroffe Kalkwände eine herrliche Kulisse abgeben. Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Grundelsee. Obwohl der Bergsee zum Salzkammergut zählt, gehört er doch zum Bundesland Steiermark.

Wir hatten uns den Grundelsee als letzte Station unserer diesjährigen Frühsommerrunde ausgesucht, weil er abseits der Seenplatte des Salzkammerguts in einem östlichen Seitental liegt. Wir erhofften uns dort weniger Betrieb. Dies war nicht ganz zutreffend, da natürlich auch die touristischen Kapazitäten entsprechend begrenzt waren. Doch einen überdrehten Tourismus sucht man dort vergebens, es geht geruhsam zu.

Wir hatten in Gößl am Ostende des Sees Quartier bezogen. Ein flacher Kiesstrand lädt dort zum Baden im glasklaren Wasser ein. Wegen der guten Sicht, ist der Grundelsee auch ein beliebtes Tauchrevier.

Die Dorfkirche von Gößl unterstreicht das dörfliche Idyll. Als Abschluss für unsere Tour war dies genau das Richtige.

Stift Admont

Die Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont, gegründet 1074, ist das älteste Kloster der Steiermark. Es beherbergt die größte Klosterbibliothek der Welt. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur ein religiöses sondern auch ein wissenschaftliches und künstlerisches Zentrum. Im Dritten Reich wurde das Kloster aufgehoben und von der SS verwaltet. Zahlreiche Exponate aus den natur- und kunsthistorischen Sammlungen wurden verschleppt und im Kloster selbst durch diverse Aktionen erheblicher Schaden verursacht.

Die barocke Klosterbibliothek wurde im Jahre 1776 fertiggestellt. Der lichtdurchflutete Büchersaal (Bild) beherbergt ca. 70 000 Exemplare. Der Gesamtbestand des Klosters umfasst rund 200 000 Werke. Neben der Bibliothek beherbergt das Kloster ein Museum mit mehreren Ausstellungen. Besonders hervorzuheben ist hier die naturhistorische Sammlung die unter anderem 252 000 Insektenpräparate umfasst.

Heute ist das Kloster ein gut geführter, internationaler Betrieb. Bibliothek und Museum bringen es jährlich auf 60 000 – 70 000 zahlende Besucher.

Info für FotografInnen: In der Bibliothek darf fotografiert werden. Wer ein Stativ benutzen möchte, wird als Profi eingestuft und benötigt eine Genehmigung. Diese muss mindestens drei Tage zuvor beantragt werden. Interessant ist das Angebot während der normalen Öffnungszeiten zu fotografieren. Dann bekommt man ein Zeitfenster zugewiesen, in dem keine Führungen stattfinden. Mit etwas Glück, springt niemand durchs Bild. Kosten: 50 €.

Wildwassereldorado Salza

Der Ort Wildalpen im Tal der Steirischen Salza ist ein Eldorado für den Wildwassersport. Wir machten anfangs Juni 2025 hier zwei Tage Station, diesmal nur als stille Beobachter der Szene.

Ein Wildwassercamp strahlt eine ganz spezifische Atmosphäre aus. Boote liegen herum, Ausrüstung hängt zum Trocknen an den Bäumen und irgendwo ist immer jemand am Auf- oder Abladen. Manchmal spürt man die Anspannung des Aufbruchs, meist herrscht aber entspannte Ruhe und am Abend knistert das Lagerfeuer.

Ob im aufblasbaren Zweier-Canadier oder im Riverbug, im klassischen Einer- oder im aufblasbaren Kajak, auf dem Fluss ist vieles unterwegs. Die spektakulärsten Bilder produzieren jedoch die Einerkajaks.

flaschengrüner Traum

Die Salza fließt durch die Kalkalpen der nördlichen Steiermark (Österreich). Mit ihrem flaschengrünen Wasser hat sie traumhafte Landschaften geformt. Der Wildalpener Talabschnitt zählt zu den größten Naturschutzgebieten Österreichs. Im Verbund mit anderen Naturschutzgebieten bildet die Salza einen bedeutenden Biosphärenkorridor, der von Wien im Osten bis zum Dachsteinmassiv im Westen reicht.

Graz kann auch modern

Die Altstadt von Graz wurde 1999 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Da bot sich 2003 die Möglichkeit als Kulturhauptstadt Europas einen modernen Kontrapunkt zu setzen. Diese Chance wurde genutzt. Zwei Projekte aus dieser Zeit prägen bis heute das Image der Stadt.

Das eine dieser Projekte ist der „friendly alien“, besser bekannt unter dem Namen „Kunsthaus Graz“. Im Haus für zeitgenössische Kunst werden avantgardistische Ausstellngen präsentiert. Die futuristische Gebäudehülle liegt wie eine Seegurke vor und krümmt sich zwischen die bestehende Bebauung. Seit dem großen Wurf der Architekten Peter Cook und Colin Fournier spielt Graz kulturell in einer anderen Liga. Man spricht sogar vom „Bilbao-Effekt“.

Die „Fühler“ dienen der Lichtführung und verleihen dem Raum unter der Gebäudehülle ein ganz besonderes Erscheinungsbild.

Das zweite Projekt, die Mur-Insel von Vito Acconci, liegt nur wenige hundert Meter weiter. Die einer Muschel nachempfundene Stahlkonstruktion dient nicht nur zur Querung des Flusses, sie beherbergt auch ein Cafe und ist ein häufig genutzter Veranstaltungsort.

Mit der Ausarbeitung in Schwarzweiß möchte ich Linien und Strukturen stärker betonen und störendes „Beiwerk“ in seiner Wirkung dämpfen.

Beide Projekte zeigen, dass von neuen Bauwerken, wenn sie mit guten Konzepten kombiniert werden, nachhaltige Impulse für einzelne Stadtquartiere oder eine ganze Stadt ausgehen können. Graz möchte die 2003 gesammelten Erfahrungen im Jahre 2028 in seine 900-Jahr-Feier einbringen. Auf ein Wiedersehen 2028 in Graz!

Grazer Altstadt

Graz nennt sich Genusshauptstadt, doch die Altstadt von Graz ist selbst ein Genuss. Dass dies hier schon immer so war, zumindest für die Betuchten, zeigt zum Beispiel die Hofbäckerei in der Hofgasse. Die älteste Bäckerei Österreichs pflegt ihr traditionelles Handwerk seit 1569 mit allerlei Köstlichkeiten und ist mit ihrer geschnitzten Eichenholzfassade auch ein Augenschmaus.

Betritt man die Altstadt durch das Tor an der Erzherzog-Johann-Allee befindet man sich zwischen Burg, Dom und Mausoleum im einstigen Machtzentrum. Die Grabstätte Kaiser Ferdinands II. zählt mit ihren zahlreichen Kuppeln zu den bedeutendsten Monumentalbauten in Österreich. Unmittelbar am Tor beeindruckt der Hofgärtner mit Blumenarrangements in überbordender Fülle. Die mehrfache Spiegelung der Pfingstrosen steigerte den Überfluss zu einem Verwirrspiel.

Flaniermeilen, Gassen und Gässchen laden in Graz zum Verweilen ein. Ob im kleinen Handtaschenladen oder im ältesten Kaufhaus der Stadt (unten), wer will, findet an jeder Ecke etwas.

Das Traditionskaufhaus Kastner & Öhler hat sich seit 1883 in Graz zur Institution entwickelt. Ein Muss ist ein Besuch des Dachterrassen-Cafes. Der Blick über die verschachtelte Dachlandschaft zum Schlossberg mit seinem Glockenturm oder entlang der Einkaufsmeile zum Hauptplatz macht der Bezeichnung Roof top Restaurant alle Ehre. Eine Platzreservierung empfiehlt sich.

Der Hauptplatz mit dem Erzherzog-Johann-Brunnen ist der zentrale Treffpunkt. Der Platz liegt an der Grazer Einkaufsmeile und ist von prächtigen Bürgerhäusern umstellt, die mit ihren ausgefallenen Fassaden wetteifern.

Folgt man der Herrengasse, liegen die Sehenswürdigkeiten eng beisammen. Der geschichtsträchtige Herzogshof aus dem 14. Jh. zieht mit seiner vollständig bemalten Fassade (oben) die Blicke auf sich. Das Landhaus mit seinen Arkadenhöfen (unten) zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Noch heute hält der steiermärkische Landtag in diesem prächtigen Renaissancebau aus dem 16. Jh. seine Sitzungen ab.

Mit dem Platz „Am Eisernen Tor“ endet die Herrengasse. Der Platz wird von der Mariensäule, einer Votivsäule, überragt. Mit deren Fertigstellung 1670 wurde ein Versprechen aus den Türkenkriegen eingelöst. Über den Opernring schließt sich der virtuelle Rundgang durch die Altstadt.