Insel Godöya

Godöya ist eine der vielen, Alesund vorgelagerten Inseln. Bereits die Anfahrt ist ein Abenteuer oder besser gesagt, gewöhnungsbedürftig. Drei unter dem Meer verlaufende Tunnel und zwei Brücken verbinden Godöya mit Alesund. Um die nötige Tiefe unter dem Meeresgrund zu erreichen, schrauben sich die Tunnel auf den teils winzigen Inseln bis zu einer vollständigen 360 Grad Drehung durch den Fels nach unten.

Godöya ist einer der Außenposten Alesunds. Einem Wellenbrecher gleich trotzt die Insel der Gewalt des anrollenden Atlantiks und schützt so die Stadt.

An der äußersten Spitze der Insel wacht der Leuchtturm Alnes Fyr.

Gleich nebenan, in der Bucht Sandvika, befindet sich der beste Surfspot der Region.

Alesund

Vom Aussichtsberg Aksla hat man einen phantastischen Blick auf die grandiose Lage der Stadt. Ob am Abend oder Morgen, wir waren beeindruckt.

Nach einem verherenden Brand 1904 wurden große Teile Alesunds im Jugendstil wieder aufgebaut. Es bedarf großer Anstrengungen, dieses Kulturgut zu erhalten.

Am Canale Grande.

Sognefjell, quer durch

Vom Aurlandsfjord braucht es nur wenige Kilometer, bis man hoch oben im Sognefjell in arktischen Regionen angekommen ist. Die Fahrt dorthin beginnt gleich mit einer Superlativen der speziellen Art. Kurz hinter Aurland passiert man den mit 24,5 km längsten Straßentunnel der Welt. Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass die Norweger ohnehin die Tunnelbau-Weltmeister sind. Ob es darum geht in Städten die Verkehrsprobleme zu lösen, abgelegene Inseln ans Festland anzubinden oder das hinterletzte Tal verkehrsmäßig zu erschließen, die Norweger finden eine Tunnellösung. Es ist gewaltig, was die in den letzten Jahrzehnten geleistet haben. Von Övre Ardal aus windet sich der Tvindevegen hinauf ins Fjell und trifft dort auf die Hauptroute, die auf 1434 m Höhe das Sognefjell überwindet. Wer den Alpenraum kennt, ist versucht, solche Höhen als Bagatelle abzutun, doch hier im Norden bedeutet dies, man fährt zwischen den höchsten Bergen Nordeuropas durch arktische Tundra. Nachfolgend einige Eindrücke:

  • Mit dem Morgenlicht kommen die Farben
  • Blick hinüber zum Jostedalsbreen, dem größten Gletscher Norwegens.
  • Die höchsten Gipfel Norwegens, der Galdhöpiggen (2469 m) und der Glittertind (2452 m) liegen quasi neben der Straße. Durch die Erderwärmung schmolz die Eiskappe des Glittertind gewaltig, so dass er das Prädikat des höchsten Berges Norwegens an den Galdhöpiggen abgeben musste.

Vorbei an Lom mit seiner Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert, …

… ging es nach Querung des Sognefjells dem Geirangerfjord entgegen.

Bergen überzeugt

Dass Bergen die zweitgrößte Stadt Norwegens ist, lässt sich eher erahnen als erleben. Das liegt an der Topographie dieser Stadt, deren Besiedelung sich entlang der Küste über mehrere Halbinseln und Inseln erstreckt. Vom Aussichtsberg Floyen, kann man wenigstens den Bereich des Zentrums, welches den Naturhafen Vagen umschließt, überblicken.

Bekannt ist Bergen für sein Hafenviertel Bryggen, das im Stile der ursprünglichen Bebauung aus dem 12. Jahrhundert erhalten ist. Es ist das älteste Quartier der Stadt.

Dieses Viertel mit seinen Holzhäusern, Wandelgängen und Hinterhöfen, ist heute Zentrum des Tourismus, mit Restaurants, Bars, Kunsthandwerk, Schmuck und dem üblichen Allerlei, das die Welt nicht braucht.

Sowohl Gamle Bryggen mit seinen Holzhäusern, als auch die benachbarten neuen Bryggen-Höfe aus Stein sind Zeugnisse der Hanse, die über vier Jahrhunderte die Wirtschaft Bergens bestimmte.

Bergen ist eine gewachsene, bunte und vitale Stadt, die den Besucher – zumindest bei Sonnenschein – sofort begeistert. Allerdings ist Bergen die Großstadt mit den meisten Regentagen (248). Von den verbleibenden Sonnentagen erwischten wir zwei!

Bergen ist die Stadt der engen Gässchen, …

… der Türen …

… und Fassaden.

Man glaubt es kaum, doch alles wofür Bergen steht, passt auf einen Kanaldeckel.

Hardangerfjord

Auf dem Ryfylkevegen zum Hardangerfjord gab es zahlreiche interessante Stellen. Dieses nette Bootshaus mit eigenem Hafen entdeckten wir am Jösenfjord. Die alte Variante fand sich gleich um die Ecke.

Auch der Latefoss nördlich von Skare war uns einen Fotostopp wert. Mit diesem Bild grüße ich Dirk. Er hat auf seiner Homepage http://www.picturesofnorway.com selbst ein Bild zum Latefoss veröffentlicht. Seine Fotos sind hervorragend und immer einen Blick wert.

In Kinsarvik, das am fruchtbaren Sörfjord, einem Seitenarm des Hardangerfjords, gelegen ist, waren wir in unserer neuen Zielregion angekommen.

Alte Bootshäuser am Sörfjord.

Der Hardangerfjord ist mit einer Länge von rund 180 km der zweitlängste und mit knapp 900 m Tiefe auch der zweittiefste Fjord Norwegens. Er verfügt mit seinen Seitenarmen über alles, was einen Bilderbuchfjord ausmacht: Bis zu 1000 m hoch aufragende Felswände am Eidfjord, etwas flacher abfallende Ufer am Sörfjord, wo jeder Quadratmeter zum Obstanbau genutzt wird und die lieblichen Ufer im Bereich Oystese, wo am weißen Sandstrand direkt unterhalb des Friedhofes gebadet wird. Nachfolgend einige Eindrücke

  • Eidfjord
  • Sörfjord
  • Hardangerfjord: Entlang der E7 zeigte der Hardangerfjord zwischen Granvin und Norheimsund, was er alles zu bieten hat. Während im Fjordinneren der Platz kaum zur Besiedelung reichte, weitete sich der Meeresarm um Oystese und ließ an seinen lieblichen Ufern ganze Städtchen erblühen.

Oystese überraschte uns mit einem weißen Sandstrand, der am sonnigen Sonntag von der Jugend eifrig genutzt wurde. Auf der gegenüberliegenden Fjordseite ist der Folgefonn Gletscher zu erkennen.

Gleich nebenan wurde ein Fußballturnier ausgetragen bei dem auch Mädchenmannschaften antraten.

Preikestolen

Bei der Anfahrt, Blick in den Lysefjord

Diesmal nicht mehr Worte als nötig, die Eindrücke zählen!

Nur so viel: Der Aufstieg vom Parkplatz dauert knapp zwei Stunden. Der Weg ist für Pilgerströme über weite Strecken mit Granitblöcken als Treppe gestaltet.

Angekommen, der Preikestolen!

Oben: Erste Eindrücke.

Unten: Nur die Aussicht zählt!

Auf dem Rückweg.

Stavanger

Wie immer, wenn wir eine für uns neue Stadt bereisen, sind wir erwartungsvoll gespannt und offen, doch in Stavanger sprang der Funke nicht über. Dabei spricht vieles für diese Stadt. Vielleicht ware es einfach nicht unser Tag. Natürlich haben wir auch viel Positives wahrgenommen, doch unterm Strich blieb, die City funktioniert nach denselben Regeln wie jede andere Stadt. Vielleicht war es auch nur diese ernüchternde Erkenntnis, dass die Mechanismen überall dieselben sind, nur die Hüllen oder die Fassaden hinter denen das Spiel läuft, sind von Ort zu Ort verschieden.

Doch zurück zur Sache: Stavanger hat eine ausgesprochen tolle Lage. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine dem Festland vorgelagert Halbinsel und zahlreiche weitere Inseln, die über die Bybrua und ein gewaltiges Tunnelsystem untereinander verbunden sind. Hinter der Bybrua blickt man auf die Berge der Ryfylke-Region.

Das alte Stadtzentrum erstreckt sich entlang der Hafenanlagen und den „Berg“ hinauf bis zum Dom. Hier finden sich auch die alten Holzhäuser, Lagerhäuser und Kontore. Das gesamte Areal steht unter Denkmalschutz, so dass in diesem Bereich eine Stadtentwicklung praktisch nicht möglich ist. Die Nutzung der alten Speicher beschränkt sich deshalb im Wesentlichen auf Kneipen, Bars, Läden und Museen. Die alten Lagerhäuser sind meist sauber renoviert. Fassaden wie die von Johann Johnsen springen natürlich besonders ins Auge. In abgelegeneren Straßenzügen, wo die Häuser die gewünschten Mieterträge offensichtlich nicht abwerfen, gibt es durchaus auch Leerstand. Dann ist nur die Vorderfront gerichtet, oder die Gebäude gammeln komplett vor sich hin.

Mit der Entdeckung des Erdöls vor der Küste Südnorwegens begann Stavangers steiler Aufstieg. Heute ist Stavanger die europäische Hauptstadt für Öl und Energie und Norwegens absolute Boomtown. In der Folge hat sich Stavanger zu einer der teuersten Städte weltweit entwickelt. Kein Wunder also, dass man dem Erdöl ein eigenes Museum gewidmet hat. Die Idee, den Museumsbau einer Bohrinsel nachzuempfunden, ist genial. Jedenfalls setzt dieses hoch moderne, halb im Hafenbecken stehende Bauwerk einen absoluten Kontrapunkt zu den alten Holzhäusern. Dass dieses Gebäude völlig beziehungslos zu seiner Umgebung in der Landschaft steht, passt zur Ölindustrie, die Stavanger mit voller Wucht umgekrempelt und Norwegen zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht hat. (Stand 2019 nimmt Norwegen auf der Hitliste der reichsten Länder der Welt hinter den europäischen Staaten Luxemburg und Irland den 7. Platz ein. Deutschland ist auf Rang 19 zu finden.)

Zur Krönung des Tages genehmigten wir uns ein Mittagessen in einem Fischlokal. Das Essen, – einfach genial!

Halbinsel Lista

Zwischen Lyngdal und Flekkefjord schiebt sich die Halbinsel Lista hinaus in die Nordsee. Da es hier fast alle typisch norwegischen Landschaftsformen geben soll, wird diese Halbinsel auch „Klein Norwegen“ genannt. Dies allein war für uns Grund genug, den Abstecher hinaus in die Nordsee zu machen. Und siehe da, wir entdeckten noch ganz andere Dinge.

Gleich in Lyngdal stießen wir auf eine ganze Flotte außergewöhnlicher Schiffe, die hier offensichtlich schon länger gut vertäut vor Anker lagen. Wir spekulierten wild, um was für Schiffe es sich handen könnte, doch wirklich schlau wurden wir nicht. Doch Google sei Dank, nach Eingabe des Schiffsnamens und des Heimathafens wurden wir auf der Seite „Vesselfinder“ – unglaublich was es alles gibt – fündig. Es handelte sich um „Autofähren“, mit denen neue Fahrzeuge der Hersteller (z. B. VW oder Toyota) zwischen den Märkten verschoben werden. Die Schiffe gehören alle der Firma Wallenius Wilhelmsen Logistics, die auf Autotransporte speziallisiert ist und durch den coronabedingten Produktionsstopp in der Autoindustrie offensichtlich keine Transportaufträge mehr erhielt. Das schwedische Unternehmen fand hier im norwegischen Lyngdal wohl einen besonders günstigen Ankerplatz.

Nur wenige Kilometer weiter, bei Farsund, entdeckten wir diese Flotte. Wegen der speziellen Ausprägung des Bugs, die uns an Eisbrecher erinnerte, dachten wir zuerst an eine Fischfabrik, die in arktischen Gewässern im Trüben fischen sollte, doch weit gefehlt! Bei der ganzen Flotte, zu der auch die Schiffe rechts gehörten, handelt es sich um Spezialschiffe zur Erkundung des Meeresgrundes. Auf gut norwegisch, es geht um Erdöl. Mit diesen Spezialschiffen wird der Meeresboden durch seismische Untersuchungen auf Erdöllagerstätten abgeklopft. Vor der Küste Südnorwegens war diese Flotte ja lange Zeit gut beschäftigt.

Unser eigentliches Ziel war das kleine Hafendorf Loshavn am Eingang des Lyngdalfjords. Das heutige Ferienparadies war während des Napoleonkrieges 1807-1814 zu Wohlstand gekommen, denn die Bewohner des kleinen Außenhafens erhielten die Erlaubnis, englische Schiffe zu kapern.

Loshavn zeigt beispielhaft die Zweischneidigkeit all dieser Ferienorte. Gut ist, dass die alten Häuser durch die Nutzung als Feriendomizil erhalten und gepflegt werden. Doch außerhalb der Saison (die endet hier bereits am 15. August) sind diese Orte wie ausgestorben.

Gleich um die Ecke gingen wir für den Rest des Tages vor Anker. An diesem herrlichen Sandstrand konnten wir nicht widerstehen und wagten uns ins maximal 14 Grad „warme“ Wasser.