Honfleur, Normandie

Wenn man von Le Havre kommend die Mündung der Seine überschreitet, befindet man sich im Departement Calvados.

Schon bald erreicht man das am linken Seineufer gelegene Hafenstädtchen Honfleur. Dem Umstand, dass der Hafen noch nie eine größere Rolle gespielt hat, verdankt die Ortschaft heute ihre Anziehungskraft für Touristen. Um ein überschaubares Hafenbecken herum gruppiert sich ein geschlossenes Ensemble alter Bebauung und verleiht dem Städtchen seinen unverwechselbaren Scharm.

Kurz vor Ende unserer Hafenumrundung begegnete uns noch die nachfolgende, weitgehend transparente Gestalt. Dabei blieb es im Unklaren, ob es sich bei diesem jungen Mann um einen digital durchleuchteten Prototypen künftiger Generation oder um einen Leichtmatrosen des fliegenden Holländers gehandelt hat.

Nahe Trouville sur Mer an der Cote Fleurie bezogen wir unser Quartier für die nächsten Tage auf einem schönen Campingplatz mit genialer Aussicht.

Den Campingplatz Au Chant des Oiseaux bei Trouville sur Mer können wir nur empfehlen.

Etretat, Normandie

Mai 2024

Kurz hinter Yport eröffnete sich in einer Straßenkurve dieser herrliche Blick auf den abgelegenen Badestrand „Plage de Vaucottes“. Wer die romantische Verklärung der Alabasterküste sucht, wird hier fündig.  Doch nur wenigen Betuchten in alten herrschaftlichen Villen ist es vergönnt, dieses schmale Valleuse zu „bewohnen“.

In Etretat geht es dagegen wesentlich profaner zu. Dass sich das Städtchen zum Touristenzentrum entwickelte, liegt wohl an den spektakulären Felsformationen, die sich gleich neben dem Strand erheben.

Unmittelbar von der Uferpromenade aus erschließen steile Treppen die Region um die „Falaise d´Aval“. Wer die Klippen erklommen hat, wird mit fantastischen Ausblicken auf die Steilküste belohnt.

Völlig anders sind die Eindrücke, wenn man bei Ebbe am Fuße der Steilküste entlang wandert. Die Perspektiven, die sich hier eröffnen, sind aber nicht weniger beeindruckend.

Am Cap d´Antifer signalisiert der Leuchtturm das nahe Ende der Alabasterküste.

Abschließende Bilanz: Wir können die Alabasterküste als Reiseziel absolut empfehlen.

Fécamp, Normandie

Mai 2024

Unsere Fahrt entlang der normannischen Küstenlinie begannen wir an der Alabasterküste. Diese großartige Landschaft wird von einer grandiosen Steilküste geprägt, wie man sie auch von der gegenüberliegenden Küste Südenglands kennt. Die bis zu 100 m hohen Klippen entstanden durch Meeresablagerungen in der Kreidezeit. Dort wo die 130 km lange Steilküste zwischen Dieppe im Osten und Le Havre an der Seine-Mündung im Westen von größeren Taleinschnitten durchbrochen wurde, sind Ortschaften und Städte entstanden.

Blick vom Campingplatz auf Fécamp.

Der morbide Scharm der Städte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese schon bessere Tage gesehen haben. Zum Niedergang der Seebäder aus dem 19. Jahrhundert, die damals die Reichen und Schönen an die normannische Küste und ihr Geld unter die Leute brachten, kommt seit langem der Niedergang der Fischerei hinzu. Diese fehlenden Geldflüsse können die heutigen Touristen, die überwiegend nur durchreisen oder dem Wassersport frönen, nicht ausgleichen, denn die Saison dauert hier nur drei Monate.

Beharrlich trotzen die drei Grazien Wind und Wetter.

Fécamp verfügt zusätzlich zu seinem Jacht- und Fischereihafen auch noch über einen kleineren Handelshafen und steht deshalb vergleichsweise gut da. Die enge Hafeneinfahrt wird von zwei Leuchtfeuern markiert und erfordert von Kapitänen größerer Frachtschiffe exaktes Navigieren.

Heute wie zu jener Zeit, als die Impressionisten die Alabasterküste für sich entdeckten, bilden die dramatisch zum Meer abfallenden Kreideklippen einen herrlichen Kontrast zu den unterschiedlichen Farbnuancen des Meeres und dem beruhigenden Grün des normannischen Weidelandes. Dieses Idyll ist es, was die Menschen hier suchen und finden.

Zwischen Fécamp und Yport.

Das kleine Fischerdörfchen Yport kommt beschaulich daher. Die bunten Fischerboote am Strand, dienen heute eher der Dekoration, als dem professionellen Fischfang.

Anmerkung: Sowohl Fécamp als auch Yport verfügt über einen Campingplatz in toller Aussichtslage. Während der Platz in Fécamp aber sehr in die Jahre gekommen ist, macht der in Yport einen sehr gepflegten Eindruck.

Endlich am Meer

Mai 2024

Wir waren nicht auf direktem Wege angereist sondern hatten uns einige Tage Zeit gelassen, um auf dem Weg zur normannischen Küste einiges zu besichtigen. Doch für Landratten ist es immer wieder ein neuerliches Erlebnis am Meer anzukommen. Der salzige Geruch der ersten Brise, der erste Blick aufs Wasser und die entspannte Atmosphäre der Leute, die am Strand entlang schlendern, belebt die Lust aufs Reisen immer wieder neu.

Als wir in Dieppe die Küste erreichten hatte uns der Hochnebel eine derart diffuse Suppe eingebrockt, dass ich die Kamera nicht einmal in die Hand nahm.

Am späten Nachmittag klarte es dann auf, so dass wir in Quiberville den ersten Strandspaziergang genießen konnten. Eine Ecke weiter, in Saint-Aubin-sur-Mer ergatterten wir gerade noch den letzten Stellplatz direkt am Meer.