Die Ästhetik des Gewöhnlichen

Die Serie zeigt einfach nur Heuballen.

Endlich mal wieder ein Motiv nach meinem Geschmack. Nein, nicht dass Motive, die mir gefallen rar wären, doch es geht mir wie vermutlich noch vielen anderen auch. Nicht selten drängen sich mir Motive auf, weil ich sie schon zigfach als Bilder anderer Fotografen gesehen habe. Gute Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen und nur darauf warten, auch noch von mir fotografiert zu werden.

Doch genau hier beginnt das Problem, denn so verliert man schnell die erforderliche Offenheit, um seiner Umgebung unbefangen begegnen zu können. Somit verschlechtert sich die Chance, sich den Wunsch aller Fotografen nach dem besonderen Bild zu erfüllen. Dabei scheint die Sache doch recht einfach: Fotografiert man das Besondere, so hat man das Bild das alle schon irgendwie haben. Befasst man sich mit dem Banalen, mit Körpern / Motiven, die in ihrer unaufgeregten Belanglosigkeit keine Aufmerksamkeit einfordern, so hat man die Chance, die Ästhetik zu entdecken, die jedem Körper eigen ist. Und damit haben wir dann, zumindest für uns selbst, das besondere Bild. Doch wenn das mal so einfach wäre, könnten wir uns vor besonderen Bildern nicht mehr retten.

Auf den Punkt gebracht: Nur mit der nötigen Offenheit entdecken wir die wirklich besonderen Motive, die noch nicht jeder in der Kiste hat. Dazu bedarf es manchmal einfach der Ruhe und ein bisschen Zeit, um die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Vom Winde verweht!

Dunkel erhebt sich der höchste Teil der Rabjergdüne über die gerippelte Fläche der darunterliegenden Dünenebene. Gewaltige Sturmböen toben über den Abhang und wirbeln mächtige Sandfahnen auf, die wie Flammen eines Buschfeuers über den Steilhang flackern.

Die Rabjerg Mile an der Nordspitze Jüttlands (Dänemark) ist eine Wanderdüne (siehe hierzu https://guckloch.org/2020/10/12/wanderdune-rabjerg-mile/(öffnet in neuem Tab) ). Sobald der Westwind am Skagerrak auffrischt, kommt das Sandstrahlgebläse in der bis zu 40 m hohen Dünenlandschaft so richtig in Gang. Auf der Leeseite der Dünen bilden sich dann heftige Sturmböen aus, die den Sand aufwirbeln und den Dünenabhang entlang verfrachten. Ein beeindruckendes Spektakel. Über die Abrisskante der Düne wird ständig neuer Sand nachgeliefert. Dieser löst immer wieder lawinenartige Rutschungen aus und lässt die Düne jährlich um ca. 15 cm in nordöstlicher Richtung weiterwandern.