Als Linz 2009 zur Kulturhauptstadt Europas nominiert wurde, war der Wandel der Industriestadt bereits in vollem Gange. Wer Linz insbesondere seines kulturellen Angebots besuchen möchte, sollte dies allerdings nicht vor April tun, zuvor ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Ein Besuch der Stadt lohnt jedoch allemal.
Die sehenswerte Altstadt liegt rechts der Donau. Ihr Herzstück ist der bereits 1230 angelegte Hauptplatz, einer der größten Stadtplätze Europas. Seine heutige sehr homogen wirkende Bebauung erfolgte zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Nur die Brückenhäuser, die den Platz zur Donau hin abschließen, wurden während der Naziherrschaft hingeklotzt. Dominiert wird der Platz von der 20 m hohe Dreifaltigkeitssäule. Sie wurde im Anschluss an die Pestzeit (1708 – 1713) errichtet, um deren Opfer zu gedenken.
Am Hauptplatz gleicht keine Fassade der anderen. Doch tolle Fassaden finden sich in der gesamten Altstadt zuhauf.
Cafes, hier das bekannte Cafe Glockenspiel, gibt es in großer Zahl. Natürlich darf die Linzer Torte nicht fehlen.
Die Landstraße, Hauptachse der Altstadt, wird nicht nur von den Oberleitungen der Straßenbahn geprägt, die mich sehr an die 50er Jahre in Stuttgart erinnerten, sondern auch von der Ursulinenkirche mit ihren beiden prächtigen Türmen.
In der Neustadt fiel mir gleich hinter dem Ars Electronica Center die Stadtwerkstatt mit der Cafe-Bar Strom auf. Bereits die Fassade verdeutlicht den alternativen Anspruch des autonomen Künstlerkollektivs, das bereits seit 1979 besteht.
Freie Kunst trifft man in Linz natürlich auch an anderer Stelle wie hier an einem Pfeiler der Nibelungenbrücke. Allerdings war dieses Graffiti nur ein schwacher Trost dafür, dass der Mural Harbor, eine Freilichtgalerie mit über 50 großflächigen Graffitis, geschlossen hatte. Siehe hierzu einen interessanten Beitrag von Jürgen.