Stadtlandschaften

  1. Zeile: Cagliari (Sardinien, Italien), Linz (Österreich)
  2. Zeile: Smögen (Schweden), darunter Trondheim (Norwegen), Lahnstein
  3. Zeile: Tübingen, Hamnöy (Lofoten, Norwegen)
  4. Zeile: Rothenburg o.d. Tauber, Rothenburg o.d. Tauber darunter Manciano (Italien)
  1. Zeile: Dresden
  2. Zeile: Berlin, zweimal Frankfurt am Main
  3. Zeile: Kristiansund (Norwegen) darunter Amsterdam (Niederlande), Hong Kong (chinesische Sonderverwaltungszone)
  4. Zeile: Rostock
  5. Zeile: Auckland (Neuseeland)

Linzer Kulturhappen

Vom „Lentos“, dem Museum für zeitgenössische Kunst, geht der Blick durch das „Donaufenster“ hinüber zur Neustadt. Links zieht sich der Bau des Ars Electronica Centers entlang der Donau. Zwischen dessen Gebäudeteilen erblickt man den hellblauen Bau der Stadtwerkstatt, des ältesten autonomen Kulturzentrums der Stadt und oben auf dem Pöstlingberg wacht die Wallfahrtsbasilika „Sieben Schmerzen Maria“.

Das Lentos zählt zu den wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Österreich. Aus der vielseitigen Sammlung nachfolgend ein Beispiel von Anselm Glück, einem Wiener Künstler.

Wir interessierten uns für die Sonderausstellung über die in Wien aufgewachsene Friedl Dicker-Brandeis, einer Bauhausschülerin mit Verbindungen zur Mössinger Pausa. Sie machte sich einen Namen als Malerin, Designerin und Innenarchitektin. Wegen ihrer jüdischen Abstammung und ihrer Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei geriet sie schon bald ins Fadenkreuz der Nazis. 1942 erfolgte ihre Deportation ins KZ Theresienstadt. Zwei Jahre später wurde sie in Auschwitz ermordet.

Ein besonderes architektonisches Highlight ist der Gebäudekomplex der Anton Bruckner Privatuniversität für Musik, Schauspiel und Tanz.

In einem Architektenwettbewerb setzte sich 2008 das Linzer Architekturbüro 1 ZT GmbH mit seinem Entwurf durch. Zum Wintersemester 2015/16 konnte die Uni nach vierjähriger Bauzeit ihren Neubau in Betrieb nehmen.

Linz leuchtet!

Die Nibelungenbrücke verbindet die Linzer Alt- und Neustadt. Oben rechts das Linzer Schloss, links der Brücke eines der beiden Brückenkopfhäuser aus der NS-Zeit, die den Hauptplatz zur Donau hin begrenzen.

Links der Donau, direkt an der Nibelungenbrücke, erhebt sich der unkonventionelle Bau des 1995 erbauten Ars Electronica Centers, einem „Museum der Zukunft“, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Zusammenhänge zwischen Kunst, Technik und Gesellschaft aufzuzeigen.

Der bei Tageslicht eher langweilig erscheinende Bau entfaltet seine volle Pracht erst am Abend, wenn die Leuchtdioden die Glasfassade in wechselnden Farben erstrahlen lassen.

Am Taubenplatz zieht am Abend die blau erleuchtete Linzerie die Aufmerksamkeit auf sich. Auf der Homepage dieses Einkaufszentrums wird behauptet, dass die Linzerie „der neue Lieblingsplatz für Fashion, Food und Feinkost“ sei.

Auch das rechte Donauufer wartet mit einem illuminierten Baukörper auf. Das 2003 eröffnete Kunstmuseum Lentos spiegelte sich bei unserem Besuch in einem zum Abendlicht passenden lila Farbton im Wasser der Donau. Das „Donaufenster“, eine Aussparung in diesem 130 m langen Quader, verleiht dem Bauwerk, trotz seiner Größe, eine gewisse Leichtigkeit.

Die nächtliche Beleuchtung des Museumseingangs verdeutlicht, dass das Lentos weit über Österreich hinaus, als wahrer Leuchtturm zeitgenössischer Kunst gilt.

Linz lohnt!

Als Linz 2009 zur Kulturhauptstadt Europas nominiert wurde, war der Wandel der Industriestadt bereits in vollem Gange. Wer Linz insbesondere seines kulturellen Angebots besuchen möchte, sollte dies allerdings nicht vor April tun, zuvor ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Ein Besuch der Stadt lohnt jedoch allemal.

Die sehenswerte Altstadt liegt rechts der Donau. Ihr Herzstück ist der bereits 1230 angelegte Hauptplatz, einer der größten Stadtplätze Europas. Seine heutige sehr homogen wirkende Bebauung erfolgte zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert. Nur die Brückenhäuser, die den Platz zur Donau hin abschließen, wurden während der Naziherrschaft hingeklotzt. Dominiert wird der Platz von der 20 m hohe Dreifaltigkeitssäule. Sie wurde im Anschluss an die Pestzeit (1708 – 1713) errichtet, um deren Opfer zu gedenken.

Am Hauptplatz gleicht keine Fassade der anderen. Doch tolle Fassaden finden sich in der gesamten Altstadt zuhauf.

Cafes, hier das bekannte Cafe Glockenspiel, gibt es in großer Zahl. Natürlich darf die Linzer Torte nicht fehlen.

Die Landstraße, Hauptachse der Altstadt, wird nicht nur von den Oberleitungen der Straßenbahn geprägt, die mich sehr an die 50er Jahre in Stuttgart erinnerten, sondern auch von der Ursulinenkirche mit ihren beiden prächtigen Türmen.

In der Neustadt fiel mir gleich hinter dem Ars Electronica Center die Stadtwerkstatt mit der Cafe-Bar Strom auf. Bereits die Fassade verdeutlicht den alternativen Anspruch des autonomen Künstlerkollektivs, das bereits seit 1979 besteht.

Freie Kunst trifft man in Linz natürlich auch an anderer Stelle wie hier an einem Pfeiler der Nibelungenbrücke. Allerdings war dieses Graffiti nur ein schwacher Trost dafür, dass der Mural Harbor, eine Freilichtgalerie mit über 50 großflächigen Graffitis, geschlossen hatte. Siehe hierzu einen interessanten Beitrag von Jürgen.