Malinska, Krk

Nach dem überraschenden „Fototermin“ mit den Handwerkern fuhren wir nach Malinska weiter. Der nette Badeort, der sich gefällig um einen langgezogenen Hafen gruppiert, war bereits in der Vorsaison gut besucht, obgleich die vielen Lokale noch nach Kundschaft gierten.

Das einstige Fischerdorf hat aber auch etwas ganz besonderes zu bieten, ein Naturkundemuseum. Das Dach dieses modernen Gebäudes ist als begehbare Rampe gestaltet. Von oben hat man einen netten Blick über den Hafen.

Die Betreiber der Jahrmarktstände am Ende der Hafenanlagen waren noch mit der optimalen Platzierung ihrer farbenprächtigen Ware beschäftigt. Kundschaft ließ hier noch auf sich warten.

Am Nachmittag steuerten wir den Fährhafen Valbiska an. Am Knotenpunkt für den Fährverkehr zu den Nachbarinseln ging es recht geschäftig zu. Um das Verkehrsaufkommen zur gegenüberliegenden Insel Cres zu bewältigen, liefen drei Autofähren im Pendelverkehr. Nicht vorzustellen, wie es in der Hauptreisezeit hier zugeht.

Wir setzten zur Insel Rab über. Auf dieser Strecke genügten zwei Verbindungen pro Tag. Während der Überfahrt verfinsterte sich der Himmel zusehends. Es sah nach Sturm und Regen aus.

In einem Dorf, das keiner kennt

Am Abend wollten wir mit der Fähre auf die Insel Rab übersetzen, doch bis dahin hatten wir noch genügend Zeit, um uns auf Krk noch etwas umzusehen. Dabei kamen wir durch die Ortschaft Milohnici. Dort machte gerade eine Gruppe Handwerker Mittagspause. An dieser Szene konnte ich nicht achtlos vorbeifahren. Doch wo auf diesen engen Sträßchen anhalten? Hundert Meter weiter kam die Erlösung in Form einer Bushaltestelle. Wenigstens einen Versuch wollte ich unternehmen und höflich fragen.

Zu meiner Überraschung reagierte die Gruppe sehr offen und freundlich, vielleicht auch etwas belustigt darüber, dass so ein bleicher Nordländer die südländische Arbeiterklasse beim Vespern fotografieren wollte. Wie auch immer – ich durfte. Als ich ihnen im Anschluss die Aufnahmen zeigte, bekam ich auch gleich eine E-Mail-Adresse, um die Bilder zuzuschicken. Wir trennten uns bei bester Laune.

Die Ortschaft selbst hatte sich ihren ursprünglichen Scharm bewahrt – wirkte fast etwas verschlafen.