mittendrin

Nach dem nächtlichen Ausflug zu den Drei Zinnen bestaunten wir am anderen Morgen die Bergwelt direkt vor unserem Camper. Gegen den Uhrzeigersinn wuchsen diese herrlichen Berge direkt vor unserer Nase in den Morgenhimmel und wir saßen mittendrin:

Der Monte Piana, …

… das Cristallo Massiv …

und die Cadini di Misurina mit ihrer zerklüfteten Skyline.

Nachdem wir diese Aussicht in uns aufgesaugt hatten, fuhren wir hinab zum Misurinasee. Hinter dem See thronte das mächtige Massiv der Drei Zinnen. Direkt unterhalb der Geröllfelder, kann man rechts die Auronzohütte erkennen.

Das Grand Hotel Misurina vor der Kulisse der Drei Zinnen zeigt die klassische Architektur alter Luxushotels.

Auf unserer Weiterfahrt in Richtung Süden passierten wir den Wintersportort Cortina. Die ersten Häuser liegen direkt am Fuße des Cristallo Massivs.

Unser Tagesziel war der Passo Giau über dem sich die Ra Gusela ganze 2595 m in den Himmel reckt.

Die Abendsonne setzte das Cristallomassiv noch einmal ins richtige Licht.

Drei Zinnen bei Nacht

In der Abendsonne genoss ich den fantastischen Blick auf die Drei Zinnen. Aber auch der Paternkofel machte im warmen Licht der letzten Sonnenstrahlen eine gute Figur.

Bis zum Abend stiegen zahlreiche Alpinisten auf und biwakierten im Umfeld der Hütte, um am nächsten Morgen in einen der zahlreichen Klettersteige einzusteigen. Andere kosteten die letzten Sonnenstrahlen am Berg aus und machten sich mit Einbruch der Dunkelheit mit Stirnlampe auf den Rückweg. Dabei markierten sie ihren Weg wie Glühwürmchen mit Leuchtspuren.

Die Wolken hatten sich inzwischen tatsächlich aufgelöst, doch den früh aufgehenden Halbmond hatte ich nicht einkalkuliert, zumindest nicht mit einer derartigen Leuchtkraft.

Mit dem Mondlicht ergaben sich Bilder fast wie bei Tageslicht (oben die Drei-Zinnen-Hütte). Um in Richtung Drei Zinnen Aufnahmen zu machen (Gegenlicht), musste ich abwarten bis der Mond hinter der mittleren Zinne verschwunden war. Doch für ein wirklich gutes Sternenfoto war es auch dann noch zu hell. Die Milchstraße lässt sich nur erahnen.

Auf dem Rückweg war das Mondlicht so hell, dass ich nur dann meine Stirnlampe benötigte, wenn mich der Mond blendete. Gegen 0:30 Uhr war ich zurück am Parkplatz. Obwohl sich die Höhenunterschiede in engen Grenzen hielten, machte sich nach 9 Stunden die schwere Fotoausrüstung deutlich bemerkbar. Zu allem Überfluss stellten sich im Nachgang dann auch noch Probleme bei der Entfernungseinstellung heraus. Kleine Unachtsamkeiten auf die man gut und gerne verzichten könnte. Insgesamt hat sich die Unternehmung dennoch gelohnt. Sie warf einige ordentliche Bilder ab und bildete den Rahmen für wichtige Erfahrungen.

Drei Zinnen

Bild oben: Lago di Antorno mit den Drei Zinnen.

Die Drei Zinnen sind wohl die bekannteste Bergformation Südtirols. Vom Norden aus sind sie am einfachsten über Toblach und den am Col San Angelo gelegenen Misurinasee zu erreichen. Von dort aus gelangt man über eine mautpflichtige Straße vorbei am Lago di Antorno zur Rifugio di Auronzo in 2320 m Höhe.

Die unmittelbar unter der Südflanke der Drei Zinnen gelegene Auronzohütte ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Der Schwierigkeitsgrad variiert dabei von familienfreundlich bis zum alpinen Klettersteig.

Ich hatte mir vorgenommen von den Drei Zinnen Nachtaufnahmen zu machen. Hierzu startete ich am Nachmittag trotz deutlicher Bewölkung. Diese sollte sich nach der Wettervorhersage in der Nacht weitgehend auflösen. Der Weg führte mich an der Südrampe der Drei Zinnen entlang. Vorbei an der Cappella degli Alpini eröffneten sich Ausblicke hinab ins Val d´Ansiei.

Bild oben und unten: Der Blick zurück ohne und einmal mit den Drei Zinnen.

Über den Paternsattel (2454 m) setzte ich den Weg zur Drei-Zinnen-Hütte (2405) fort. Von dort aus bietet sich der berühmten Panoramablick auf die markante Felsformation der Drei Zinnen.

Ob es mit den Nachtaufnahmen tatsächlich noch etwas wurde, werde ich im nächsten Beitrag auflösen.

Hier noch einige Infos Zur Mautstraße: Die Maut für einen PKW beträgt 30 € und für einen Camper 45 €. Da das Ticket um Mitternacht abläuft sind bei einer Übernachtung für die Talfahrt nochmals 45 € fällig. Bei einer Anfahrt nach 19 Uhr ist nur die Talfahrt zu bezahlen. Eine genaue Angabe über die Anzahl der Parkplätze konnte ich nicht ermitteln. Nach meiner Schätzung dürften es aber mindestens 1500 sein. Selbst jetzt im Oktober waren diese Plätze bereits am Vormittag voll, so dass sich lange Warteschlangen bildeten. Zur Hauptsaison nicht auszudenken! Geschätzt werden über diese Maut in den Monaten Juni bis Oktober rund 20 bis 40 Millionen Euro umgesetzt. Ein Geschäft, das sich lohnt.