Weihnachtsmarkt Bad Hindelang

Der Hindelanger Weihnachtsmarkt ist tatsächlich anders als die meisten. Worin liegt der Unterschied?

Zuerst kostet er 9 € Eintritt pro Nase und das ist nicht ganz wenig. Dafür zieht sich der Weihnachtsmarkt durch den ganzen alten Ortskern. Neben den Marktständen bringen sich auch normale Geschäfte mit ihrem Angebot ein. Die Straßen sind weihnachtlich geschmückt und beleuchtet. Man hat das Gefühl, dass es ein Weihnachtsmarkt der ganzen Gemeinde ist. Dies gibt ihm ein eigenes Flair. Ein umfassendes Begleitprogramm unterstreicht den besonderen Anspruch des Veranstalters. Dieses reicht von einer Krippenausstellung über Alphornbläser bis zum großen Weihnachtsumzug.

Der Hindelanger Weihnachtsmarkt startet in der Regel am letzten Novemberwochenende. Er ist dann an drei Wochenenden geöffnet und das jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Am letzten Wochenende vor Weihnachten ist er bereits wieder geschlossen.

Wir wurden bei unserem Besuch am Ende von zwei Eis-Feen verabschiedet.

Museum Frieder Burda

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden liegt im Park an der Lichtentaler Allee. Mit der Staatlichen Kunsthalle nebenan ist es über eine gläserne Brücke verbunden. Dies macht auch gemeinsame Ausstellungen möglich.

Schwerpunkte des Museums sind die Klassische Moderne und die Zeitgenössische Kunst. Sonderausstellungen wie jetzt „Impressionismus in Deutschland, Max Liebermann und seine Zeit“, die bis 8. Februar 2026 zu sehen ist, sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.

Doch nicht nur die Ausstellungen lohnen einen Besuch. Allein schon die Architektur ist Grund genug. Der amerikanische Architekt Richard Meier entwarf das Gebäude, das nach zweijähriger Bauzeit 2004 eröffnet wurde. Die Kosten für das mehrfach ausgezeichnete und vollständig privat finanzierte Bauwerk werden auf 15 Millionen € geschätzt.

Empfehlenswert ist diese Ausstellung insbesondere auch für Fotografen, denn es finden sich zahlreiche Parallelen zur Entwicklung der heutigen, digitalen Fotografie. Damals haben sich die Impressionisten durch ihre schnelle Malweise neue Bereiche erschlossen. Das normale Leben auf der Straße, schnell wandelnde Lichtstimmungen und Bilder in der Dämmerung oder gar bei Nacht rückten in den Bereich des Machbaren. Rund hundertfünfzig Jahre später vollzogen und vollziehen sich mit der Einführung der Digitaltechnik in der Fotografie vergleichbare Entwicklungen. Kleine Digitalkameras erleichtern die Streetfotografie und erschließen neue Einsatzbereiche. Digitale Bildsensoren mit schwindelerregenden ISO-Werten ermöglichen Aufnahmen unter schlechtesten Lichtverhältnissen. Digitale Bildaufbereitung durch intelligente Softwear erlaubt es, riesige Helligkeitsunterschiede abzubilden. Die Ausstellung zeigt überzeugend, wie Veränderungen in der Technik und gesellschaftlicher Wandel sich wechselseitig beeinflussen. Sich ändernde Sichtweisen verändern auch das Kunstverständnis und lassen Neues entstehen.

grandioses Fachwerk – Melsungen

Unweit von Kassel überzeugt die mittelalterliche Kleinstadt an der Fulda mit einer überwältigenden Fülle historischer Fachwerkhäuser. Das alte Rathaus ist ein Prachtbau, der auch durch sein rotes Fachwerk besticht.

Wir besuchten Melsungen am Wochenende um den 31.08.25 während des „Feierabend-Marktes“. Dadurch waren im Bereich des Marktplatzes zahlreiche Verkaufsstände aufgebaut und alles bestuhlt. Auch Livemusik war angesagt.

Die Bedeutung der Stadt im Mittelalter ergab sich aus ihrer Lage an einem strategisch wichtigen Fuldaübergang. Hier kreuzten sich drei Handelsrouten. Deshalb war sie oft umkämpft. 1554 wurde der größte Teil der Stadt durch ein Großfeuer zerstört. Beim anschließenden Wiederaufbau entstand unter anderem das noch heute genutzte Rathaus.

Über die Brückenstraße gelangt man zur Bartenwetzerbrücke. Die massive Steinbrücke wurde 1596 fertiggestellt. Sie gilt als schönste Steinbrücke Hessens.

Tolle Fachwerkbauten gibt es in der gesamten Altstadt zu bestaunen.

Das Städtchen ist eine klare Empfehlung!

Schönste Altstadt Deutschlands

Für Else.

Es war schon im Frühjahr 2025, als wir an einem regenverhangenen Tag die Altstadt von Dinkelsbühl besuchten. Es kann nur eine geben!? Sicherlich gibt es mehrere der „Schönsten historischen Altstädte Deutschlands“, doch Dinkelsbühl gehört zurecht dazu.

2013 wurde die 23. von insgesamt 39 Stauferstelen vor der St.-Paulskirche in Dinkelsbühl aufgestellt. Die Stelen verteilen sich auf 6 europäische Staaten und markieren Orte an denen die Staufer Spuren hinterlassen haben. Damit steht Dinkelsbühl in einer Reihe mit dem Castel Fiorentino in Süditalien, Bari, dem Kloster Maulbronn, dem Hohenstaufen, Nijmegen, Reutlingen und vielen mehr. Die Stele verweist auf die Gründung der Stadt 1170 / 1180 durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

Das Schlendern durch die Gassen ist eine Augenweide, die viele Details offenbart, wie hier das kleinste Fenster der Stadt.

Die Kaiserstadt

Tangermünde wurde auf einer Endmoräne über dem linken Elbufer hochwassersicher erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt geht auf das Jahr 1275 zurück. Doch bereits um 1000 existierte dort eine Burganlage. In den Jahren 1373 bis 1378 war Tangermünde Zweitsitz von Kaiser Karl IV. Deshalb schmückt man sich heute mit dem Prädikat Kaiserstadt.

Das Neustädter Tor zählt zu den schönsten mittelalterlichen Toranlagen Norddeutschlands und verkörpert einiges an Geschichte. Der rechte, eckige Turm wurde um 1300 erbaut während der Rundturm links und der Mittelbau erst 1450 errichtet wurden. Die Wappen über der Durchfahrt wurden erst 1897 angebracht und zeigen unter anderem in der Mitte den Tangermünder Adler und ganz rechts den Brandenburgischen Adler.

Seine Blütezeit hatte Tangermünde im 15. Jahrhundert als Hansestadt. Aus dieser Zeit stammt auch das Rathaus, ein Prunkstück norddeutscher Backsteingotik. Die Bedeutung der Stadt schwand, als die brandenburgischen Kurfürsten ihrer Residenz nach Berlin verlegten.

Ein Großfeuer zerstörte 1617 die Stadt. Danach wurde sie mit prächtigen Fachwerkhäusern neu errichtet. Da im 2. Weltkrieg in Tangermünde nur wenig zerstört wurde, blieb das geschlossene Stadtbild bis heute erhalten. Zwar litt die Bausubstanz während der DDR-Zeit erheblich, doch nach der Wende erfolgte die Sanierung.

Grete Minde: Teodor Fontane machte mit seiner gleichnamigen Novelle unvergessen, wie Menschen am Rande der Gesellschaft zu Sündenböcken gemacht und mit unglaublicher Grausamkeit verfolgt werden. Wenn dann noch ein Erbefall im Spiel ist, sind alle Zutaten für kriminelle Machenschaften gegeben. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert.

Grete Minde wurde für den Stadtbrand von 1617 verantwortlich gemacht, obgleich sie nachweislich unschuldig war. Nach einem Foltergeständnis endete sie zwei Jahre später auf dem Scheiterhaufen.