Plougasnou, Bretagne

Das Gemeindegebiet von Plougasnou erstreckt sich über eine Halbinsel, die im Norden mit den schroffen Klippen des Pointe de Primel ihren Abschluss findet. Die feinen Blüten der Grasnelken bilden einen schönen Kontrast zum harten Fels.

Entlang der Küste gehören mehrere Ferienorte zum Gemeindegebiet, so auch Le Diben mit seinem kleinen Hafen, einer Bootswerft mit danebenliegendem Schiffsfriedhof. Ein in die Jahre gekommener Schuppen dient den Bootsbesitzern als Werkstatt für allerlei Reparatur- und Pflegearbeiten.

Der Schiffsfriedhof ist überschaubar. Zwei alte Trawler zählen zu den auffälligsten Schiffskadavern, die hier auf Land gesetzt wurden.

Königin der Disteln

Artischockenfelder haben eine ganz besondere Ästhetik. Bevor sich die Blüten öffnen, stehen die kugelförmigen Knospen da, wie urzeitliche Schuppentiere.

Im Norden der Bretagne, in der Finistère, findet die Artischocke nahe der Küste ideale klimatische Bedingungen. Kaum Frost im Winter, selten längere Hitzeperioden im Sommer, aber immer viel Sonne: Dieser Klimamix macht den 30 Kilometer breiten Küstenstreifen der Nordbretagne zum perfekten Anbaugebiet. 45.000 Tonnen Artischocken werden alljährlich zwischen Morlaix und Roscoff geerntet. In den Verkauf kommt das Gemüse der Bauern vor allem durch die Erzeugergemeinschaft „Prince de Bretagne“. Rund 5.000 Familienbetriebe haben sich in ihr zusammengeschlossen.

Phare de Mean Ruz, Bretagne

Der Hafen von Ploumanac´h bei Ebbe.

Der Leuchtturm von Ploumanac´h ist jung, denn der ursprüngliche Turm aus dem Jahre 1860 wurde von deutschen Truppen am 4. August 1944 zerstört. Seit Oktober 1948 feuert nun der neue Leuchtturm. Dieser 15 m hohe Turm steht auf einer markanten Klippe an der Cote de Granit Rose und markiert die Hafeneinfahrt von Ploumanac´h. Sein weißes Leuchtfeuer hat eine Reichweite von 12 Seemeilen. Der bretonische Name „Phare de Mean Ruz“ ist sehr passend gewählt, denn er bedeutet: Leuchtturm aus rotem Stein.

Die Cote de Granit Rose um die Ortschaft Ploumanac´h lässt sich unter Einbeziehung des Leuchtturms in einer kleinen aber lohnenden Rundwanderung erschließen. Dabei kann man die Länge zwischen 4 und 6 km variieren. Dass man auf einer solchen Strecke nie alleine ist, muss man in Kauf nehmen. Der Abstecher zum Leuchtturm schlängelt sich unterhalb des Wanderweges durch den Fels und führt über mehrere Treppen zwischen den Granitblöcken hindurch zum Ziel.

In unmittelbarer Nähe des Leuchtturms befindet sich die Wache der Seenotrettung. Deren Rettungskreuzer parkt einsatzbereit auf einem Bootswagen. Dieser wird zum Einsatz über eine steile Rampe auf Schienen ins Wasser gelassen.

Cote de Granit Rose

Juni 2024

Die Bretagne wartet mit vielen fantastischen Küstenformationen auf, doch die Boulder der Cote de Granit Rose, die von Rostbraun bis zum fahlen Rosa alle Farbschattierungen aufweisen, empfanden wir besonders beeindruckend und mit dieser Einschätzung waren wir nicht alleine. Insbesondere der Abschnitt zwischen Perros-Guirec, Ploumanac´h und Tregastel wird viel begangen. Bilder zum dortigen Leuchtturm Phare de Mean Ruz werde ich getrennt veröffentlichen.

Doch nicht nur direkt an der Küstenlinie auch in zweiter Reihe türmen sich die Granitboulder zu fantastischen Gebilden auf.

Am intensivsten leuchten die Farben aber dort, wo Fels und Wasser zusammentreffen, denn nur am nassen Fels kommen die Farben voll zur Geltung.

In den 60er-Jahren hatten die Touristen hier die Natur völlig niedergetrampelt. Dann hat man angefangen durch Informationen und Absperrungen unterschiedlicher Art die Menschenmassen auf den vorgesehenen Wegen zu halten. Das Konzept hat gegriffen, die Natur hat sich weitgehend erholt. Das nachfolgende Bild zeigt ein Beispiel einer solchen Absperrung.

Austernfarm

Juni 2024

Die Bucht, die sich nördlich von unserem Campingplatz zum Meer hin öffnet wird von einer Austernfarm genutzt, die ihre Produkte über den Großhändler „Bretagne Huitres“ vermarktet. Man kann die Tierchen aber auch direkt beim Produzenten erwerben. Vorgelagerte Riffe schützen die Austerntische vor den heftigen Winterstürmen. Bei Flut ist von den ganzen Installationen nichts zu sehen, nur die Boote dümpeln dann gemütlich im Wasser.

Bei Ebbe sind die Austerntische trockenen Fußes erreichbar, eine Gelegenheit, das Ganze einmal aus der Nähe zu betrachten. Die Austern werden hier auf die klassische Weise in Säcken kultiviert, die auf „Tischen“ (einfachen Rohrgestellen) gelagert werden. Die Säcke werden in gewissen zeitlichen Abständen umgelagert. Hierdurch wird ein gleichmäßiges Wachstum begünstigt und verhindert, dass die Muscheln miteinander verwachsen. Während ihrer Reifezeit von 3 bis 4 Jahren müssen die Austern immer wieder in andere Säcke umgefüllt werden, da ihnen sonst der Platz zu knapp und ihre Entwicklung behindert würde. Farbmarkierungen erleichtern dabei die Übersicht.

Die flachen Boote sind die Arbeitspferde der Austernfarmer. Mit ihnen werden die Materialien zu den Anbauflächen und die erntefrischen Austern abtransportiert. In der Bretagne werden unterschiedliche Austernarten angebaut. Natürlich zählen die Bretonischen Huitres zu den besten weltweit.

Schiffsfriedhof

Juni 2024

Nach dem letzten Fotostopp am Le Gouffre fuhren wir den Camping Municipal de Beg Ar Vilin nahe der Ortschaft Saint-Gonery an. Den hatten wir wegen seiner besonderen Lage auf einer Halbinsel ausgesucht. Abgesehen vom fehlenden oder nicht funktionsfähigen Wifi war diese Wahl wieder einmal ein richtiger Glücksgriff.

In der Bucht, die südlich an den Campingplatz anschloss, war der Karteneintrag „Cimetière Marin“ zu lesen. Das musste ich mir natürlich anschauen.

Der Schiffsfriedhof übertraf meine Erwartungen, zumal gerade Ebbe war und die meisten Schiffskadaver trockenen Fußes zu erreichen waren.

Cote de Goelo, Bretagne

Juni 2024

Nördlich von St. Brieuc verläuft die Küstenlinie der Cote de Goelo. Da diese im Schatten der berühmten Cote de Granit Rose liegt, bleiben viele auf der Hauptstraße. Doch wer sich die Zeit nimmt und den Wegweisern „La route des falaises“ (Klippenroute) folgt, erlebt fantastische Aussichten.

In Paimpol bogen wir landeinwärts ab und erreichten schon bald Tréguier. Das sehenswerte Hafenstädtchen mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern, liegt am fjordartig eingeschnittenen Flusslauf Jaudy.

Von hier ist es nicht mehr weit zum „Point du chateau“, einem der bekanntesten Fotospots der Cote de Granit Rose. Am „Le Gouffre de Plougrescant“ liegt das kleine, zwischen zwei riesigen Granitbouldern passgenau eingefügte Häuschen, dessen Bilder jeder kennt.

Nach der fotografischen Entdeckung dieses Häuschens, war es mit der Ruhe für die Hausbesitzer schlagartig vorbei. Da der Rummel einfach zu groß wurde, hat man inzwischen Maßnahmen ergriffen, um übereifrige Fotografen auf Distanz zu halten. Gleich nebenan entfaltet die Cot de Granit Rose ihre ganze Pracht.

Ganz anders verhält es sich bei diesem Hausbesitzer, dessen Anwesen an der Zufahrtstraße zu Le Gouffre liegt. Er macht mit einer überwältigenden Blütenpracht auf sich aufmerksam.

Fort la Latte, Bretagne

Juni 2024

Fort Latte ist eine idealtypische Burg aus dem Mittelalter. Um 1340 wurde sie auf einem Felsvorsprung über dem Meer errichtet, so dass sie an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Die Burg liegt südlich des Caps Fréhel an der Smaragdküste.

Vom Bergfried aufgenommenes Panorama, rechts ist das Cap Fréhel zu sehen.

Nach wechselvoller Geschichte wurde die Anlage 1931 vom Historiker und Archäologen Frédéric Joüon Des Longrais aufgekauft und über 20 Jahre liebevoll restauriert. Heute ist das entstandene Kleinod noch immer im Familienbesitz, aber für die Öffentlichkeit zugänglich und gilt als Touristenattraktion.