Im Bann der Mitternachtssonne

Wirklich dunkel wurde es selbst im Süden Norwegens nicht und ab Trondheim wurde es gegen Mitternacht halt etwas dämmrig. Seit wir kurz vor Bodö den Polarkreis überschritten hatten, bewegten wir uns tatsächlich im Bereich der Mitternachtssonne. Wenn man es genau nimmt, ist es ja so, dass am Polarkreis die Sonne nur am 21. Juni, also zur Sommersonnwende, über dem Horizont (Meeresspiegel) bleibt. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr Tage mit Mitternachtssonne kann man genießen und desto weiter bleibt die Sonne überm Horizont.

Wer die Mitternachtssonne fotografisch festhalten möchte, sollte in Nordrichtung freie Sicht haben. Der Strand des Campingplatzes in Andenes, an der Nordspitze der Vesteralen, bietet dafür beste Voraussetzungen. Das nutzten auch die Fotografen im oberen Bild, um eine Zeitraffersequenz zu drehen.

Damit man sich von der Beleuchtung / Helligkeit ein besseres Bild machen kann, habe ich das letzte Bild mit dem Licht aufgenommen. Der Aufnahmezeitpunkt war 1:20 Uhr Sommerzeit, also kurz nach Mitternacht gemäß MEZ. Die Situation lässt sich ungefähr mit der bei uns rund eine Stunde vor Sonnenuntergang vergleichen. Ohne Nebel und Dunst über dem Meer, hätte es wahrscheinlich kaum eine Verfärbung am Himmel gegeben. Die Farbwirkung der beiden ersten Bilder rührt insbesondere von der kurzen Belichtungszeit beim direkten Ausrichten der Kamera in die Sonne. Diese kurze Belichtungszeit war durchaus auch gewollt, um einen sauberen Schattenriss der Personen zu erhalten.

Wanderung auf den Matind

Ausgangs- und Endpunkt für die direkte Strecke ist der Wanderparkplatz Baugtua. Die Gesamtlänge der „Tour“ beträgt dann 3,8 km. Eine Ausweitung zur Rundwanderung ist möglich. Die kleine Tour wird mit 3 Stunden angegeben. Dabei sind brutto 420 Höhenmeter zu überwinden. Der Ausgangspunkt liegt auf ca. 80 m, der Gipfel selbst auf 408 m Höhe.

Der Aufstieg führt zuerst bei moderater Steigung durch teils sumpfigen, niederstämmigen Birkenwald. Mit zunehmender Höhe leidet dieser erkennbar unter Schneedruck und verliert sich ganz. Danach nimmt die Steigung zu. Der direkte Weg führt durch ein nicht ganz einfach zu gehendes Geröllfeld. Dieses kann aber in weitem Bogen umgangen werden, was insbesondere für den Abstieg anzuraten ist.

Im weiteren Verlauf führt die Route fast geradlinig über eine wellige Hochfläche, an deren Rand sich im letzten Abschnitt immer wieder tolle Ausblicke eröffnen..

Nach einem letzten Anstieg ist man dann am Gipfel angekommen und kann die Aussicht auf den herrlichen Sandstrand Höyvika genießen. Dieser Ausblick ist der Grund dafür, dass diese Tour als eine der beliebtesten Wanderungen auf Andöya gilt.