Austernfarm

Juni 2024

Die Bucht, die sich nördlich von unserem Campingplatz zum Meer hin öffnet wird von einer Austernfarm genutzt, die ihre Produkte über den Großhändler „Bretagne Huitres“ vermarktet. Man kann die Tierchen aber auch direkt beim Produzenten erwerben. Vorgelagerte Riffe schützen die Austerntische vor den heftigen Winterstürmen. Bei Flut ist von den ganzen Installationen nichts zu sehen, nur die Boote dümpeln dann gemütlich im Wasser.

Bei Ebbe sind die Austerntische trockenen Fußes erreichbar, eine Gelegenheit, das Ganze einmal aus der Nähe zu betrachten. Die Austern werden hier auf die klassische Weise in Säcken kultiviert, die auf „Tischen“ (einfachen Rohrgestellen) gelagert werden. Die Säcke werden in gewissen zeitlichen Abständen umgelagert. Hierdurch wird ein gleichmäßiges Wachstum begünstigt und verhindert, dass die Muscheln miteinander verwachsen. Während ihrer Reifezeit von 3 bis 4 Jahren müssen die Austern immer wieder in andere Säcke umgefüllt werden, da ihnen sonst der Platz zu knapp und ihre Entwicklung behindert würde. Farbmarkierungen erleichtern dabei die Übersicht.

Die flachen Boote sind die Arbeitspferde der Austernfarmer. Mit ihnen werden die Materialien zu den Anbauflächen und die erntefrischen Austern abtransportiert. In der Bretagne werden unterschiedliche Austernarten angebaut. Natürlich zählen die Bretonischen Huitres zu den besten weltweit.

Schiffsfriedhof

Juni 2024

Nach dem letzten Fotostopp am Le Gouffre fuhren wir den Camping Municipal de Beg Ar Vilin nahe der Ortschaft Saint-Gonery an. Den hatten wir wegen seiner besonderen Lage auf einer Halbinsel ausgesucht. Abgesehen vom fehlenden oder nicht funktionsfähigen Wifi war diese Wahl wieder einmal ein richtiger Glücksgriff.

In der Bucht, die südlich an den Campingplatz anschloss, war der Karteneintrag „Cimetière Marin“ zu lesen. Das musste ich mir natürlich anschauen.

Der Schiffsfriedhof übertraf meine Erwartungen, zumal gerade Ebbe war und die meisten Schiffskadaver trockenen Fußes zu erreichen waren.

Cote de Goelo, Bretagne

Juni 2024

Nördlich von St. Brieuc verläuft die Küstenlinie der Cote de Goelo. Da diese im Schatten der berühmten Cote de Granit Rose liegt, bleiben viele auf der Hauptstraße. Doch wer sich die Zeit nimmt und den Wegweisern „La route des falaises“ (Klippenroute) folgt, erlebt fantastische Aussichten.

In Paimpol bogen wir landeinwärts ab und erreichten schon bald Tréguier. Das sehenswerte Hafenstädtchen mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern, liegt am fjordartig eingeschnittenen Flusslauf Jaudy.

Von hier ist es nicht mehr weit zum „Point du chateau“, einem der bekanntesten Fotospots der Cote de Granit Rose. Am „Le Gouffre de Plougrescant“ liegt das kleine, zwischen zwei riesigen Granitbouldern passgenau eingefügte Häuschen, dessen Bilder jeder kennt.

Nach der fotografischen Entdeckung dieses Häuschens, war es mit der Ruhe für die Hausbesitzer schlagartig vorbei. Da der Rummel einfach zu groß wurde, hat man inzwischen Maßnahmen ergriffen, um übereifrige Fotografen auf Distanz zu halten. Gleich nebenan entfaltet die Cot de Granit Rose ihre ganze Pracht.

Ganz anders verhält es sich bei diesem Hausbesitzer, dessen Anwesen an der Zufahrtstraße zu Le Gouffre liegt. Er macht mit einer überwältigenden Blütenpracht auf sich aufmerksam.

Fort la Latte, Bretagne

Juni 2024

Fort Latte ist eine idealtypische Burg aus dem Mittelalter. Um 1340 wurde sie auf einem Felsvorsprung über dem Meer errichtet, so dass sie an drei Seiten von Wasser umgeben ist. Die Burg liegt südlich des Caps Fréhel an der Smaragdküste.

Vom Bergfried aufgenommenes Panorama, rechts ist das Cap Fréhel zu sehen.

Nach wechselvoller Geschichte wurde die Anlage 1931 vom Historiker und Archäologen Frédéric Joüon Des Longrais aufgekauft und über 20 Jahre liebevoll restauriert. Heute ist das entstandene Kleinod noch immer im Familienbesitz, aber für die Öffentlichkeit zugänglich und gilt als Touristenattraktion.

Le Mont-Saint-Michel

Juni 2024

Der Mont-Saint-Michel ist ein 92 m hoher Inselberg, der ursprünglich rund einen Kilometer vor dem Festland im Wattenmeer lag. Inzwischen sind weite Teile der Bucht verlandet.

Erste Sakralbauten wurden um 710 errichtet. Die Gründung des Benediktinerklosters geht auf die Jahre 965/966 zurück. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung wurde das Kloster von weltlichen Herrschern finanziert. Ab dem Jahre 1017 wurde mit dem Bau einer zentralen Klosteranlage begonnen, die jedoch erst 1520 ihre Vollendung fand. Mit den wachsenden Pilgerströmen wuchsen im 12. Jahrhundert Macht und Einfluss des Klosters. Berg und Kloster erfuhren eine wechselvolle Geschichte, die ihren Tiefpunkt mit der französichen Revolution hatte, als das Kloster zum Gefängnis umgewandelt wurde. Die Anlage zerfiel. Die Wende zum Besseren kam erst im Zeitalter der Romantik. Das Gefängnis wurde geschlossen und der Mont zum nationalen Denkmal erklärt. Die Mönche, die das Kloster 1790 verlassen hatten, kehrten aber erst in den 196oer Jahren zurück.

Heute muss die Insel jährlich 2,3 Millionen Besucher verkraften. Hierzu wurde auf dem Festland eigens der „Landeplatz“ für Touristen „La Caserne“ errichtet, der vom Parkplatz über einen Campingplatz bis hin zu diversen Hotelanlagen über die unterschiedlichsten Einrichtungen verfügt. Wer hier übernachten möchte, muss vorab buchen, um einen Zugangscode für die Einfahrt zu erhalten. Von hier aus geht es dann zu Fuß oder mit dem Shuttle hinüber zum Berg. Berg und Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO doch dieses ist durch die zunehmende Verlandung der Bucht gefährdet. Um dem entgegenzuwirken wurde 1995 ein Renaturierungsprojekt begonnen. Dabei wurde unter anderem der Zugangsdamm durch einen Steg ersetzt. Mit der Fertigstellung eines Sperrwerks am Couesnon fanden die Maßnahmen ihren Abschluss.  Dieses regelt gezeitenabhängig den Zu- und Abfluss des Küstenflusses so, dass eine weitere Versandung verhindert und der Inselcharakter erhalten werden soll.

Wer den Mont-Saint-Michel als Insel erleben möchte, sollte seinen Besuch während einer Springtide planen und mindestens 2 Stunden vor dem Hochwasserstand vor Ort sein. Diese Daten erhält man über die Sucheingabe „Gezeiten Mont-Saint-Michel“ aus dem Netz.

Dünenlandschaften

Entlang der Westküste der Halbinsel Cotentin hat der Westwind ausgedehnte Dünenlandschaften aufgetürmt hinter denen sich – je nach Tide – mehr oder weniger breite Sandstrände erstrecken. Insbesondere während der Winterstürme reicht die Brandung bis an die schützenden Dünen heran und nagt an deren Bestand.

Hierzu stellvertretend zwei Schwarzweiß-Bilder, die kurz vor Sonnenuntergang nahe der Stadt Granville entstanden sind.

Nur ein Friedhof?

Juni 2024

Wer kulturelle Besonderheiten oder die Bräuche einer Region kennenlernen möchte besucht gerne bekannte Feste, bei denen regionales Brauchtum zelebriert wird. Nicht selten geraten solche Veranstaltungen aber zur Folklore. Ganz anders verhält es sich auf Friedhöfen, da geht es völlig ungeschminkt zu. Die regionalen Unterschiede in der Bestattungskultur und der Grabpflege sind immens. Deshalb empfiehlt es sich auf einer Reise immer mal wieder auch einen Friedhof zu besichtigen. Wir taten dies in dem kleinen Ort Le Rozel auf der Halbinsel Cotentin in der Normandie. Ich möchte die entstandenen Bilder nicht interpretieren, zumindest nicht mehr als dies bereits auf fotografischem Wege geschehen ist. Möge sich – wer möchte – selbst seine Gedanken dazu machen.

Zum Abschluss zeige ich noch das Glasfenster, das ich überm Nebeneingang der schlichten Dorfkirche entdeckt habe. Mit diesem Fenster wird den Opfern der beiden Weltkriege gedacht. Unschwer ist zu erkennen, dass die Bevölkerung der Region unter den Folgen des 2. Weltkrieges wesentlich mehr zu leiden hatte.

Wildes Cotentin

Juni 2024

Die Westküste der Halbinsel Cotentin bietet spektakuläre Aussichten und natürliche Strände, an denen man die gestalterische Kraft des Meeres selbst an ruhigen Tagen spüren kann. Über schmale Sträßchen erschließt die „Route des Caps du Cotentin“ diese herrliche Küstenlandschaft. Die einzigen Wehrmutstropfen sind die atomare Wiederaufbereitungsanlage bei La Hague und das unweit davon an der Küste gelegene Atomkraftwerk. Hier in La Hague wurden auch die Brennelemente deutscher Atomkraftwerke aufbereitet.

Fährt man vom Cap La Hague gen Süden wird man kurz hinter dem Örtchen Laye von dieser herrlichen Aussicht überrascht.

Am Strand von Vauville entschieden wir, den Rest des Tages dort zu verbringen. Wie gut, dass der kommunale Campingplatz gerade die Saison eröffnet hatte.

Doch unglaublich, selbst an diesen abgelegenen Stränden haben die Deutschen im zweiten Weltkrieg Befestigungsanlagen errichtet. Das benachbarte Bauernhaus, heute ein Ferienhaus, bildet dazu einen schönen Kontrast.

Am nächsten Tag fuhren wir eine Ecke weiter nach Flamanville. Dort gibt es direkt oberhalb der Steilküste ein Panoramarestaurant. Das wäre doch eine tolle Gelegenheit, um den Tag ausklingen zu lassen, zumal es gleich nebenan einen aussichtsreichen Parkplatz für die Nacht gibt. Das Restaurant Le Sémaphore hatte leider eine geschlossene Gesellschaft, eine Radfahrgruppe, die hier übernachtete. Da mussten wir uns mit dem Parkplatz und der Aussicht begnügen.