Plougasnou, Bretagne

Das Gemeindegebiet von Plougasnou erstreckt sich über eine Halbinsel, die im Norden mit den schroffen Klippen des Pointe de Primel ihren Abschluss findet. Die feinen Blüten der Grasnelken bilden einen schönen Kontrast zum harten Fels.

Entlang der Küste gehören mehrere Ferienorte zum Gemeindegebiet, so auch Le Diben mit seinem kleinen Hafen, einer Bootswerft mit danebenliegendem Schiffsfriedhof. Ein in die Jahre gekommener Schuppen dient den Bootsbesitzern als Werkstatt für allerlei Reparatur- und Pflegearbeiten.

Der Schiffsfriedhof ist überschaubar. Zwei alte Trawler zählen zu den auffälligsten Schiffskadavern, die hier auf Land gesetzt wurden.

Schwörsonntag

Bereits in meinem letzten Beitrag habe ich auf die Verfassung der Freien Reichsstadt Reutlingen aus dem Jahre 1374 verwiesen. Der jährlichen Schwörwoche kam darin eine zentrale Bedeutung zu. Über 400 Jahre lang (bis 1802) ging diese am 2. Sonntag nach dem 4. Juli mit der Wahl der Bürgermeister zu Ende. Während andernorts noch Leibeigenschaft herrschte, zeichnete sich die durch Zünfte organisierte Bürgerschaft der Freien Reichsstädte durch erste demokratische Strukturen aus. So gesehen war die Verfassung der Freien Reichsstädte fortschrittlich. Vom heutigen Demokratieverständnis war man jedoch noch weit entfernt, denn nur jene Bürger hatten das Wahlrecht, die in einer der 12 Zünfte organisiert waren. Dies traf nur auf 1/7 der Bewohner Reutlingens zu. Frauen gehörten nicht dazu.

Nach dem Festgottesdienst verließen zuerst die Fahnenträger die Kirche. Allen voran die heutige Fahne der Stadt Reutlingen und die der Winzergenossenschaft. Das Tragen der schweren Fahnen erfordert Kraft und Geschicklichkeit. Manchmal war auch Hilfe notwendig bis sich alle auf der Wilhelmstraße zum Festzug aufgestellt hatten.

An der Spitze des Festzuges, hinter dem aktuellen Reutlinger Stadtwappen, folgte der Doppeladler auf gelbem Grund, die Fahne der alten Freien Reichsstadt Reutlingen. Dahinter hatte sich die Stadtkapelle positioniert. Mit dem Einsetzen ihrer Musik setzte sich der Festzug in Bewegung.

Sehen und gesehen werden war dabei nicht nur für den OB Thomas Keck eine Option.

Mit Tschingderassabum ging es zum einstigen Schwörhof. Dort fand das Festprogramm mit der Schwörtagsrede und dem Eid des Oberbürgermeisters seinen Höhepunkt. Dabei sorgte die Beflaggung an der Fassade des Friedrich-List-Gymnasiums für die heutige politische Einordnung.

Der Reutlinger Schwörtag zählt zusammen mit jenem in Esslingen und Ulm zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.

Turmbläser geben das Startsignal

Die Stadt Reutlingen beging am Sonntag, 14. Juli 2024, den Schwörtag. Dieser geht auf die Verfassung der Freien Reichsstädte aus dem Jahre 1374 zurück. Darin war geregelt, dass die Bürger jährlich die Bürgermeister, den Senat, den Magistrat und die Amtsträger der Zünfte im Rahmen der Schwörwoche wählen. Am abschließenden Schwörtag wurde die neue Stadtregierung vereidigt und – man beachte – auch die Bürger wurden auf die neue Regierung eingeschworen.

Den Startschuss für diesen zünftisch-demokratischen Festtag gaben die Turmbläser. Diese schmetterten morgens vor dem Gottesdienst ihre Choräle vom Turm der Marienkirche über die Dächer der ehemaligen Freien Reichsstadt.

An diesem sonnigen Sommermorgen waren die vier Trompeter und Posaunisten für ihren Auftritt in luftiger Höhe fast zu beneiden, denn wer den 71 m hohen Turm der Marienkirche bestiegen hatte, war mit einer fantastischen Aussicht über die Stadt belohnt worden.

Der Blick vom oberen Turmumgang hinab auf die Bläser und die Wilhelmstraße.

Auf der anderen Seite des Turmes schaut man auf den Kirchenbrunnen und den Beach am Weibermarkt.

Der Kirchenbrunnen wird von der Statue des Stauferkaisers Friedrich II. beherrscht, der die Stadterhebungsurkunde in Händen hält.

Schöne Aussicht

Das Ende unserer Reise rückte näher. Zum Abschluss wollten wir nochmals einige Tage auf einem Campingplatz mit toller Aussicht aufs Meer verbringen, bevor wir die Heimreise antraten. Doch der ausgesuchte Platz nahe Roscoff war so stark besucht, dass alle Plätze mit Aussicht bereits belegt waren. Kurz entschlossen fuhren wir anderntags einige Kilometer in östlicher Richtung an der Küste entlang zurück. Dort hatten wir zuvor den Pointe de Primel ausgelassen. Auf dieser Landspitze am Örtchen Primel-Tregastel liegt der Campingplatz „Municipal de la Mer“ in unschlagbarer Aussichtslage auf den Pointe de Primel. Da wir bereits um die Mittagszeit ankamen ergatterten wir einen Platz in Balkonlage auf dem Hügel. Genau das, was wir uns für die letzten Tage vorgestellt hatten. Bedenkt man dann noch den Preis von 17,60 € pro Nacht, schmeckt das frische Baguette mit Käse und einem leckeren Rotwein oder einem Glas Chardonnay gleich doppelt gut. Nachfolgend die Aussicht direkt von unserem Camper.

Königin der Disteln

Artischockenfelder haben eine ganz besondere Ästhetik. Bevor sich die Blüten öffnen, stehen die kugelförmigen Knospen da, wie urzeitliche Schuppentiere.

Im Norden der Bretagne, in der Finistère, findet die Artischocke nahe der Küste ideale klimatische Bedingungen. Kaum Frost im Winter, selten längere Hitzeperioden im Sommer, aber immer viel Sonne: Dieser Klimamix macht den 30 Kilometer breiten Küstenstreifen der Nordbretagne zum perfekten Anbaugebiet. 45.000 Tonnen Artischocken werden alljährlich zwischen Morlaix und Roscoff geerntet. In den Verkauf kommt das Gemüse der Bauern vor allem durch die Erzeugergemeinschaft „Prince de Bretagne“. Rund 5.000 Familienbetriebe haben sich in ihr zusammengeschlossen.

Ausdrucksstark in SW?

Natürlich ist die Frage, ob jemandem Bilder gefallen oder nicht eine absolute Geschmackssache, auch wenn es Kriterien für die Bildbeurteilung und Bildanalyse gibt. Trotz aller individuellen Betrachtung und Einschätzung gibt es aber immer wieder hohe Übereinstimmung über die Aussagekraft und damit über die Wirkung eines Bildes.

Die Aussagekraft von Bildern wird oft in der Gegenüberstellung von Farb- und
Schwarzweißbildern diskutiert. Während man beim Farbbild auf einen realistischen
Eindruck abzielt, wird beim Schwarzweißbild bewusst auf Reduktion gesetzt. Dies
rückt den Kontrast und damit die Formensprache und Linienführung in den
Vordergrund. In Verbindung mit einem klaren Bildaufbau wird so die Grundlage
für ein ausdrucksstarkes Bild gelegt.

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Phare de Mean Ruz, Bretagne

Der Hafen von Ploumanac´h bei Ebbe.

Der Leuchtturm von Ploumanac´h ist jung, denn der ursprüngliche Turm aus dem Jahre 1860 wurde von deutschen Truppen am 4. August 1944 zerstört. Seit Oktober 1948 feuert nun der neue Leuchtturm. Dieser 15 m hohe Turm steht auf einer markanten Klippe an der Cote de Granit Rose und markiert die Hafeneinfahrt von Ploumanac´h. Sein weißes Leuchtfeuer hat eine Reichweite von 12 Seemeilen. Der bretonische Name „Phare de Mean Ruz“ ist sehr passend gewählt, denn er bedeutet: Leuchtturm aus rotem Stein.

Die Cote de Granit Rose um die Ortschaft Ploumanac´h lässt sich unter Einbeziehung des Leuchtturms in einer kleinen aber lohnenden Rundwanderung erschließen. Dabei kann man die Länge zwischen 4 und 6 km variieren. Dass man auf einer solchen Strecke nie alleine ist, muss man in Kauf nehmen. Der Abstecher zum Leuchtturm schlängelt sich unterhalb des Wanderweges durch den Fels und führt über mehrere Treppen zwischen den Granitblöcken hindurch zum Ziel.

In unmittelbarer Nähe des Leuchtturms befindet sich die Wache der Seenotrettung. Deren Rettungskreuzer parkt einsatzbereit auf einem Bootswagen. Dieser wird zum Einsatz über eine steile Rampe auf Schienen ins Wasser gelassen.

Cote de Granit Rose

Juni 2024

Die Bretagne wartet mit vielen fantastischen Küstenformationen auf, doch die Boulder der Cote de Granit Rose, die von Rostbraun bis zum fahlen Rosa alle Farbschattierungen aufweisen, empfanden wir besonders beeindruckend und mit dieser Einschätzung waren wir nicht alleine. Insbesondere der Abschnitt zwischen Perros-Guirec, Ploumanac´h und Tregastel wird viel begangen. Bilder zum dortigen Leuchtturm Phare de Mean Ruz werde ich getrennt veröffentlichen.

Doch nicht nur direkt an der Küstenlinie auch in zweiter Reihe türmen sich die Granitboulder zu fantastischen Gebilden auf.

Am intensivsten leuchten die Farben aber dort, wo Fels und Wasser zusammentreffen, denn nur am nassen Fels kommen die Farben voll zur Geltung.

In den 60er-Jahren hatten die Touristen hier die Natur völlig niedergetrampelt. Dann hat man angefangen durch Informationen und Absperrungen unterschiedlicher Art die Menschenmassen auf den vorgesehenen Wegen zu halten. Das Konzept hat gegriffen, die Natur hat sich weitgehend erholt. Das nachfolgende Bild zeigt ein Beispiel einer solchen Absperrung.