Austernfischer & Co

Austernfischer ist eine Vogelart, die entlang der norwegischen Atlantikküste weit verbreitet ist. Mit seinem markanten Brutkleid und seinem aggressiven Verhalten während der Brutzeit, ist er einer der auffälligsten Watvögel auch in Norwegen.

Seine scharfen Warnrufe und der halb geöffnete Schnabel sind eindeutige Drohgebärden. Vögel, die diese Warnung nicht respektieren, werden sofort angegriffen.

Austernfischer können bis zu 44 Jahre alt werden. Sie sind sehr gesellig und leben nur während der Brutzeit isoliert. In der Regel pflegen sie eine lebenslange Partnerschaft. Beim Nestbau sind sie nicht anspruchsvoll. Sie können in Bootshäusern, auf Veranden, auf Feldern, Wiesen oder in einer Felsmulde ihre 2 – 4 Eier ablegen, die sie abwechselnd bebrüten. Die nachfolgenden Bilder zeigen einen brütenden Austernfischer in einer Mulde oberhalb der Wasserlinie und das zugehörige Gelege.

Frisch geschlüpfte Jungvögel sind absolute Wollknäuel.

Ein weiterer weit verbreiteter Watvogel ist der Rotschenkel, der bei der Futtersuche auch mal auf Tauchstation geht.

Stönnesbotnen

Dieses Panorama vom Stönnesbotnen auf der Insel Senja besteht aus 10 einzelnen Hochformatfotos und deckt einen Sehwinkel von ca. 160 Grad ab.

Für diese Traumlandschaft lohnt es sich das Stativ auszupacken. Mit einer guten Nodalpunkt-Einstellung lässt sich auch der Vordergrund vernünftig ins Bild integrieren.

Spritztour zum Hesten

Im Norden der Insel Senja zweigt unweit der Ortschaft Mefjordbotten ein schmales Sträßchen von der 862 in Richtung Fjordgard ab. Der Parkplatz am Hafen des Ortes ist gebührenpflichtig. Die teuren Parkgebühren sind verständlich, ist es doch eine der wenigen Möglichkeiten solcher Gemeinden, am Tourismus zu partizipieren.

Der Trailhead liegt am bergseitigen Ortsrand. Der Aufstieg ist problemlos. Bei praller Sonne und hohen Temperaturen ist jedoch, wie bei allen Bergtouren oberhalb der Baumgrenze, die Kreislaufbelastung nicht zu unterschätzen. Der Weg teilt sich vor dem letzten Anstieg auf. Über die rechtsseitige, steile Flanke führt der Trail zum Gipfel auf 556 Meter Höhe. Auf der linken, flacheren Route gelangt man zum Sattel zwischen Segla und Hesten. Von dort aus bietet sich die eindrucksvollste Aussicht auf das massive Horn des Segla, der die Landzunge zwischen Öyfjorden und Mefjorden beherrscht.

Am Sattel angekommen steht man an einer senkrechten Abbruchkante. Spektakulär stürzt die westliche Flanke des Segla über die gesamten 639 m Höhe senkrecht in den Mefjorden. Am linken Bildrand erkennt man Fjordgard am Öyfjorden, den Ausgangspunkt der Tour.

Keinesfalls sollte man vom Sattel direkt zum Gipfel des Hesten aufsteigen, wozu viele Spuren, die sich im Fels verlieren verführen. Dies entwickelt sich zur Kletterei, bei der der sandige Untergrund zwischen den Felsen kaum Halt bietet. Es soll einen Pfad geben, der entlang der Höhenlinie auf die normale Aufstiegsroute führt. Über dessen Begehbarkeit kann ich aber keine Aussage machen. Das Bild unten rechts zeigt den senkrechten Absturz des Hesten in den Mefjorden.

Tourzusammenfassung: Die Wanderung zum Hesten wird als eine der schönsten auf Senja gehandelt. Für die leichte Tour sollte man insgesamt ca. 3 Stunden veranschlagen. Der Gipfel liegt auf 556 m Höhe. Vom Parkplatz am Hafen aus überwindet man auf einer Strecke von rund 2,8 km nahezu die gesamte Höhendifferenz. Bezüglich der Entscheidung Gipfel oder Sattel würde ich unbedingt zum Sattel raten, denn von dort aus ist der Blick auf den Segla am spektakulärsten. Mit jedem weiteren Höhenmeter nimmt dann die Wirkung ab.

Insel Senja

Von Andenes an der Nordspitze der Vesteralen setzten wir morgens mit der frühen Fähre zur Insel Senja über. Obgleich das Wetter ruhig war spürte man auf dem etwas älteren, kleineren Fährschiff die lange Dünung ganz ordentlich. Die Fährverbindung wird nur in den Sommermonaten bedient und bietet eine optimale Routenführung von Bodö über die Lofoten, die Vesteralen und die Insel Senja bis Tomsö. Die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden.

Der Zielort Gryllefjord auf Senja ist ein Fischerdorf, dessen knapp 400 Bewohner sich den schmalen Saum entlang des Fjordes teilen. Der Fährbetrieb sprengt nahezu die räumlichen Möglichkeiten dieser Ortschaft.

Wir folgten der 86, bogen aber schon bald auf die 862 in Richtung Lysnes ab. Die Straße windet sich bergwärts und passiert den Krokelvvatnet. Obgleich dieser nur auf rund 300 m Höhe liegt, war er Mitte Juni noch nicht eisfrei.

Nach Untertunnelung des knapp eintausend Meter hohe Storma-Massivs erreicht die Straße den Aussichtspunkt Bergsbotn, der mit einem genialen Blick über den Bergsfjorden aufwartet. Das nachfolgende Panorama habe ich aus 5 hochformatigen Aufnahmen zusammengesetzt.

Die Dichte der landschaftlichen Höhepunkte auf Senja ist einmalig. Als wir am Campingplatz Fjordboten ankammen und dieses fast schon unwirklich schöne Panorama über den Stönnesbotnen in uns aufsaugten, beschlossen wir spontan, noch einen Tag länger zu bleiben.

Im Bann der Mitternachtssonne

Wirklich dunkel wurde es selbst im Süden Norwegens nicht und ab Trondheim wurde es gegen Mitternacht halt etwas dämmrig. Seit wir kurz vor Bodö den Polarkreis überschritten hatten, bewegten wir uns tatsächlich im Bereich der Mitternachtssonne. Wenn man es genau nimmt, ist es ja so, dass am Polarkreis die Sonne nur am 21. Juni, also zur Sommersonnwende, über dem Horizont (Meeresspiegel) bleibt. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr Tage mit Mitternachtssonne kann man genießen und desto weiter bleibt die Sonne überm Horizont.

Wer die Mitternachtssonne fotografisch festhalten möchte, sollte in Nordrichtung freie Sicht haben. Der Strand des Campingplatzes in Andenes, an der Nordspitze der Vesteralen, bietet dafür beste Voraussetzungen. Das nutzten auch die Fotografen im oberen Bild, um eine Zeitraffersequenz zu drehen.

Damit man sich von der Beleuchtung / Helligkeit ein besseres Bild machen kann, habe ich das letzte Bild mit dem Licht aufgenommen. Der Aufnahmezeitpunkt war 1:20 Uhr Sommerzeit, also kurz nach Mitternacht gemäß MEZ. Die Situation lässt sich ungefähr mit der bei uns rund eine Stunde vor Sonnenuntergang vergleichen. Ohne Nebel und Dunst über dem Meer, hätte es wahrscheinlich kaum eine Verfärbung am Himmel gegeben. Die Farbwirkung der beiden ersten Bilder rührt insbesondere von der kurzen Belichtungszeit beim direkten Ausrichten der Kamera in die Sonne. Diese kurze Belichtungszeit war durchaus auch gewollt, um einen sauberen Schattenriss der Personen zu erhalten.

Wanderung auf den Matind

Ausgangs- und Endpunkt für die direkte Strecke ist der Wanderparkplatz Baugtua. Die Gesamtlänge der „Tour“ beträgt dann 3,8 km. Eine Ausweitung zur Rundwanderung ist möglich. Die kleine Tour wird mit 3 Stunden angegeben. Dabei sind brutto 420 Höhenmeter zu überwinden. Der Ausgangspunkt liegt auf ca. 80 m, der Gipfel selbst auf 408 m Höhe.

Der Aufstieg führt zuerst bei moderater Steigung durch teils sumpfigen, niederstämmigen Birkenwald. Mit zunehmender Höhe leidet dieser erkennbar unter Schneedruck und verliert sich ganz. Danach nimmt die Steigung zu. Der direkte Weg führt durch ein nicht ganz einfach zu gehendes Geröllfeld. Dieses kann aber in weitem Bogen umgangen werden, was insbesondere für den Abstieg anzuraten ist.

Im weiteren Verlauf führt die Route fast geradlinig über eine wellige Hochfläche, an deren Rand sich im letzten Abschnitt immer wieder tolle Ausblicke eröffnen..

Nach einem letzten Anstieg ist man dann am Gipfel angekommen und kann die Aussicht auf den herrlichen Sandstrand Höyvika genießen. Dieser Ausblick ist der Grund dafür, dass diese Tour als eine der beliebtesten Wanderungen auf Andöya gilt.

Vesteralen

Als wir am späteren Nachmittag die Vesteralen ansteuerten machte sich auch dort der Hochdruckeinfluss bemerkbar. Zwar drückten immer noch die Nebelbänke vom Nordatlantik herein, lösten sich aber zunehmend auf, so dass sich immer wieder ein Fenster öffnete. Nachfolgend der Blick von Hinnöya hinüber zur Insel Langöya.

Die Inselgruppe der Vesteralen ist mit den Lofoten über die Fv 85 verbunden. Eine Brücke führt auf die Insel Langöya. Wir benutzten die zweite Brücke hinüber nach Andöya. Um den Schiffsverkehr zu ermöglichen, sind die Brücken meist stark überhöht. Kaum auf der Insel angekommen wurden wir mit einer Flaggenparade begrüßt, die eine Hofeinfahrt zierte.

Wir bogen gleich von der Hauptroute ab und folgten der Nebenstrecke entlang der landschaftlich interessanteren Westküste. Ein Abstecher zur Ansiedlung Sörmela erwies sich dabei als ausgesprochen lohnend. Vom dortigen Friedhof genossen wir den herrlichen Ausblick auf die Berge der Nachbarinsel Langöya.

Dort versuchte ein Großer Brachvogel aufgeregt die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Offensichtlich hatte er in der Nähe ein Nest und wollte von der Brut ablenken.

Gleich nebenan war jemand vom Anblick der Nachbarinsel so begeistert, dass er deren Bergwelt auf einer Scheune festhielt.

Überhaupt schienen in diesem Außenposten Norwegens die Künste eine bedeutende Rolle zu spielen. So wurde eine andere Fassade mit Szenen aus einem Kinderbuch illustriert.

Und dann war da noch der Leuchtturm.

Entlang der Route eröffneten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die raue Landschaft.

Am Aussichtspunkt Bukkekjerka überraschte uns erneut eine architektonische Meisterleistung. Wieder einmal war es nur ein WC.

Der kreative Bau ließ keine Möglichkeit aus, die Landschaft einzufangen. Von hier aus erschloss sich der Zugang zu einem kleinen Leuchtturm. Schade nur, dass man die im Vergleich zu den Baukosten geringe Summe für einen Bohlenweg gescheut hat. So latschen täglich hunderte Besucher hinüber zum Leuchtturm und zertrampeln dabei die gesamte Umgebung.

In Bleik trafen wir auf einen schmucklosen, aber noch weitgehend unverfälschten Fischerort, dessen Häuser sich über die langgestreckte Bucht verteilten. Fotografisch würde sich hier ein längerer Aufenthalt sicher lohnen.

Kurz darauf erreichten wir Andenes an der Nordspitze der Vesteralen. Der Ort, einst Hochburg des Walfangs, wirbt heute mit Whale watching-Touren. Der Neubau eines spektakulären Walzentrums, das seit einigen Jahren projektiert ist, wurde jedoch noch nicht begonnen.

Lofoten 2

Nach unserer Ankunft in Ramberg setzte Wetterbesserung ein. Deshalb genossen wir den Sonnenschein am herrlich weißen Sandstrand noch einen Tag länger. Der Löwenzahn war übrigens bereits vor uns hier eingetroffen.

Beim Spaziergang am Strand gibt es immer etwas zu sehen. Mit der Kamera am Arm wird es da nie langweilig. Ob Braunalgen, Blasentang oder einfach nur Minipriele, die ihre fein verästelten Spuren der Erosion in den Sand zeichnen. Sich zu beschränken fällt dabei schwer.

Noch ein letzter Blick zurück: Die Karibik und die Postkartenidylle lassen grüßen!

Oben: Am Flakstadpollen. Unten: Typische Landschaft entlang der Fv 815.

Oben: Blick auf Svolvaer. Mit knapp 5000 Einwohnern ist Svolvaer die größte Stadt auf den Lofoten und der Sitz der Inselverwaltung.

Unten: Die Fischfangflotte des Austnesfjorden.

Abschließend noch einige Tipps für alle, die vor haben, die Lofoten zu bereisen:

1) Die Saison weiträumig vermeiden. Also nicht in den Monaten Juni – August reisen.

2) Wer zum Fotografieren auf die Lofoten möchte, sollte dies im Spätherbst (Oktober / November) oder gegen Ende des Winters (Februar / März) machen. Dann ist das Licht optimal und die Aurora borealis kann mit etwas Glück auch beobachtet werden. Im Sommer bleibt es meist bei Postkartenbildern.

3) Wer sich länger auf den Lofoten aufhalten möchte, sollte zwei bis drei Standorte auswählen und von dort aus die jeweilige Umgebung erkunden.

4) Die E10 ist die Erschließungsstraße für die gesamten Lofoten. Links und rechts davon zweigen zahlreiche Stichstraßen oder Schleifen ab, die zu interessanten Spots führen. Für die Durchreise gibt es auf der Insel Vestvagöya eine empfehlenswerte Alternative zur E10. Das ist die Fv 815 zwischen Leknes und der Sundklakkbrua. Auf dieser Strecke sind so wenige Menschen unterwegs, dass man sich in einem anderen Land wähnt.