Grundelsee

Der Grundelsee liegt am Südabfall des Toten Gebirges, dessen schroffe Kalkwände eine herrliche Kulisse abgeben. Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Grundelsee. Obwohl der Bergsee zum Salzkammergut zählt, gehört er doch zum Bundesland Steiermark.

Wir hatten uns den Grundelsee als letzte Station unserer diesjährigen Frühsommerrunde ausgesucht, weil er abseits der Seenplatte des Salzkammerguts in einem östlichen Seitental liegt. Wir erhofften uns dort weniger Betrieb. Dies war nicht ganz zutreffend, da natürlich auch die touristischen Kapazitäten entsprechend begrenzt waren. Doch einen überdrehten Tourismus sucht man dort vergebens, es geht geruhsam zu.

Wir hatten in Gößl am Ostende des Sees Quartier bezogen. Ein flacher Kiesstrand lädt dort zum Baden im glasklaren Wasser ein. Wegen der guten Sicht, ist der Grundelsee auch ein beliebtes Tauchrevier.

Die Dorfkirche von Gößl unterstreicht das dörfliche Idyll. Als Abschluss für unsere Tour war dies genau das Richtige.

Stift Admont

Die Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont, gegründet 1074, ist das älteste Kloster der Steiermark. Es beherbergt die größte Klosterbibliothek der Welt. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur ein religiöses sondern auch ein wissenschaftliches und künstlerisches Zentrum. Im Dritten Reich wurde das Kloster aufgehoben und von der SS verwaltet. Zahlreiche Exponate aus den natur- und kunsthistorischen Sammlungen wurden verschleppt und im Kloster selbst durch diverse Aktionen erheblicher Schaden verursacht.

Die barocke Klosterbibliothek wurde im Jahre 1776 fertiggestellt. Der lichtdurchflutete Büchersaal (Bild) beherbergt ca. 70 000 Exemplare. Der Gesamtbestand des Klosters umfasst rund 200 000 Werke. Neben der Bibliothek beherbergt das Kloster ein Museum mit mehreren Ausstellungen. Besonders hervorzuheben ist hier die naturhistorische Sammlung die unter anderem 252 000 Insektenpräparate umfasst.

Heute ist das Kloster ein gut geführter, internationaler Betrieb. Bibliothek und Museum bringen es jährlich auf 60 000 – 70 000 zahlende Besucher.

Info für FotografInnen: In der Bibliothek darf fotografiert werden. Wer ein Stativ benutzen möchte, wird als Profi eingestuft und benötigt eine Genehmigung. Diese muss mindestens drei Tage zuvor beantragt werden. Interessant ist das Angebot während der normalen Öffnungszeiten zu fotografieren. Dann bekommt man ein Zeitfenster zugewiesen, in dem keine Führungen stattfinden. Mit etwas Glück, springt niemand durchs Bild. Kosten: 50 €.

Wildwassereldorado Salza

Der Ort Wildalpen im Tal der Steirischen Salza ist ein Eldorado für den Wildwassersport. Wir machten anfangs Juni 2025 hier zwei Tage Station, diesmal nur als stille Beobachter der Szene.

Ein Wildwassercamp strahlt eine ganz spezifische Atmosphäre aus. Boote liegen herum, Ausrüstung hängt zum Trocknen an den Bäumen und irgendwo ist immer jemand am Auf- oder Abladen. Manchmal spürt man die Anspannung des Aufbruchs, meist herrscht aber entspannte Ruhe und am Abend knistert das Lagerfeuer.

Ob im aufblasbaren Zweier-Canadier oder im Riverbug, im klassischen Einer- oder im aufblasbaren Kajak, auf dem Fluss ist vieles unterwegs. Die spektakulärsten Bilder produzieren jedoch die Einerkajaks.

flaschengrüner Traum

Die Salza fließt durch die Kalkalpen der nördlichen Steiermark (Österreich). Mit ihrem flaschengrünen Wasser hat sie traumhafte Landschaften geformt. Der Wildalpener Talabschnitt zählt zu den größten Naturschutzgebieten Österreichs. Im Verbund mit anderen Naturschutzgebieten bildet die Salza einen bedeutenden Biosphärenkorridor, der von Wien im Osten bis zum Dachsteinmassiv im Westen reicht.

Graz kann auch modern

Die Altstadt von Graz wurde 1999 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Da bot sich 2003 die Möglichkeit als Kulturhauptstadt Europas einen modernen Kontrapunkt zu setzen. Diese Chance wurde genutzt. Zwei Projekte aus dieser Zeit prägen bis heute das Image der Stadt.

Das eine dieser Projekte ist der „friendly alien“, besser bekannt unter dem Namen „Kunsthaus Graz“. Im Haus für zeitgenössische Kunst werden avantgardistische Ausstellngen präsentiert. Die futuristische Gebäudehülle liegt wie eine Seegurke vor und krümmt sich zwischen die bestehende Bebauung. Seit dem großen Wurf der Architekten Peter Cook und Colin Fournier spielt Graz kulturell in einer anderen Liga. Man spricht sogar vom „Bilbao-Effekt“.

Die „Fühler“ dienen der Lichtführung und verleihen dem Raum unter der Gebäudehülle ein ganz besonderes Erscheinungsbild.

Das zweite Projekt, die Mur-Insel von Vito Acconci, liegt nur wenige hundert Meter weiter. Die einer Muschel nachempfundene Stahlkonstruktion dient nicht nur zur Querung des Flusses, sie beherbergt auch ein Cafe und ist ein häufig genutzter Veranstaltungsort.

Mit der Ausarbeitung in Schwarzweiß möchte ich Linien und Strukturen stärker betonen und störendes „Beiwerk“ in seiner Wirkung dämpfen.

Beide Projekte zeigen, dass von neuen Bauwerken, wenn sie mit guten Konzepten kombiniert werden, nachhaltige Impulse für einzelne Stadtquartiere oder eine ganze Stadt ausgehen können. Graz möchte die 2003 gesammelten Erfahrungen im Jahre 2028 in seine 900-Jahr-Feier einbringen. Auf ein Wiedersehen 2028 in Graz!

Grazer Altstadt

Graz nennt sich Genusshauptstadt, doch die Altstadt von Graz ist selbst ein Genuss. Dass dies hier schon immer so war, zumindest für die Betuchten, zeigt zum Beispiel die Hofbäckerei in der Hofgasse. Die älteste Bäckerei Österreichs pflegt ihr traditionelles Handwerk seit 1569 mit allerlei Köstlichkeiten und ist mit ihrer geschnitzten Eichenholzfassade auch ein Augenschmaus.

Betritt man die Altstadt durch das Tor an der Erzherzog-Johann-Allee befindet man sich zwischen Burg, Dom und Mausoleum im einstigen Machtzentrum. Die Grabstätte Kaiser Ferdinands II. zählt mit ihren zahlreichen Kuppeln zu den bedeutendsten Monumentalbauten in Österreich. Unmittelbar am Tor beeindruckt der Hofgärtner mit Blumenarrangements in überbordender Fülle. Die mehrfache Spiegelung der Pfingstrosen steigerte den Überfluss zu einem Verwirrspiel.

Flaniermeilen, Gassen und Gässchen laden in Graz zum Verweilen ein. Ob im kleinen Handtaschenladen oder im ältesten Kaufhaus der Stadt (unten), wer will, findet an jeder Ecke etwas.

Das Traditionskaufhaus Kastner & Öhler hat sich seit 1883 in Graz zur Institution entwickelt. Ein Muss ist ein Besuch des Dachterrassen-Cafes. Der Blick über die verschachtelte Dachlandschaft zum Schlossberg mit seinem Glockenturm oder entlang der Einkaufsmeile zum Hauptplatz macht der Bezeichnung Roof top Restaurant alle Ehre. Eine Platzreservierung empfiehlt sich.

Der Hauptplatz mit dem Erzherzog-Johann-Brunnen ist der zentrale Treffpunkt. Der Platz liegt an der Grazer Einkaufsmeile und ist von prächtigen Bürgerhäusern umstellt, die mit ihren ausgefallenen Fassaden wetteifern.

Folgt man der Herrengasse, liegen die Sehenswürdigkeiten eng beisammen. Der geschichtsträchtige Herzogshof aus dem 14. Jh. zieht mit seiner vollständig bemalten Fassade (oben) die Blicke auf sich. Das Landhaus mit seinen Arkadenhöfen (unten) zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Noch heute hält der steiermärkische Landtag in diesem prächtigen Renaissancebau aus dem 16. Jh. seine Sitzungen ab.

Mit dem Platz „Am Eisernen Tor“ endet die Herrengasse. Der Platz wird von der Mariensäule, einer Votivsäule, überragt. Mit deren Fertigstellung 1670 wurde ein Versprechen aus den Türkenkriegen eingelöst. Über den Opernring schließt sich der virtuelle Rundgang durch die Altstadt.

Steirische Toskana

Nach den beiden Städten war jetzt endlich mal wieder Landschaft gefragt. Da kam die „Steirische Toskana“ gerade recht. Die „Genussregion“ entlang der Südsteirischen Weinstraße hat ihren Beinamen wirklich verdient.

Für Wohnmobilisten aber auch für normale Übernachtungsgäste bieten sich zahlreiche Möglichkeiten bei Winzern und Weingütern unterschiedlicher Größe. Es finden sich private Stellplätze in toller Aussichtslage direkt beim Buschenschank, so dass man den Tag außer mit einer Weinverkostung auch mit einer zünftigen Brettljause abrunden kann. Was will man eigentlich mehr?

Für unsere Genusstour hatten wir das Weingut Grill gewählt. Eine klare Empfehlung.

Ljubljana

Die gewaltige Burganlage überragt die malerische Altstadt Ljubljanas. Die heutige Hauptstadt Sloweniens mit ihrer 2000-jährigen Geschichte erlebte ihre Blüte im Barock. Diese Zeit prägte das Stadtbild bis heute. Doch auch der Jugendstil hat bei der Fassadengestaltung seine Spuren hinterlassen. In Summe ergibt sich ein historisches Ensemble, das seines Gleichen sucht.

Der Robba-Brunnen in der Mestni trg, der Einkaufsstraße der Altstadt, ist ein barockes Juwel. Die drei dargestellten Flussgötter repräsentieren die Flüsse Save, Ljubljanica und Krka, die Lebensadern dieser Region. Der italienische Bildhauer Francesco Robba hat mit diesem Brunnen venezianischen Barock nach Ljubljana gebracht.

Die schmalen Gassen und Gässchen sind für so manche Überraschung gut. In der Locksmith Gasse trifft man auf die Bronze-Skulptur „Gesichter“ des slowenischen Bildhauers Jakov Brdar. Aus einer Art Euter mit Gesicht ergießt sich Wasser in die Gosse und umspült dort rund 700 Gesichter oder besser Fratzen. Die Skulptur reflektiert darauf, dass es mehr Gesichter gibt als Menschen. Dies ist zum einen den unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten geschuldet und zum andern dem Altern. Das Wasser symbolisiert hier wohl die Zeit oder den beständigen Fluss der Veränderung.

Entlang der Ljublanica reihen sich Läden, Bars und Restaurants, welche die schattigen Uferbereiche mit ihren Gartenwirtschaften bevölkern.

Trotz ihres Alters ist Ljubljana eine junge, umtriebige Stadt. Dies liegt mit an der Universität und ihren 40.000 Studierenden. Aber auch die österreichische / wienerische Unbeschwertheit ist in der Stadt als Lebensgefühl spürbar. Hier waren die mehr als 600 Jahre österreichischer Herrschaft, die nach dem ersten Weltkrieg endete, in positiver Weise prägend.

Musik-, Ausflugs- und Drachenboot behinderten sich lautstark unter den „Drei Brücken“. Während das Spektakel von oben gespannt verfolgt wurde, machten auf der Nachbarbrücke Cheerleaders mit ihrer Show auf eine Veranstaltung aufmerksam.

Vom Preseren-Platz aus bildet die Hauptbrücke der „Drei Brücken“ eine Flucht mit der Stritarjeva ulica und der Burg. Der Platz wird im Norden von der Franziskanerkirche begrenzt, deren Treppen, wie die Stufen unter dem Preseren-Denkmal, ein beliebter Treffpunkt sind. Denkmal und Platz sind dem bekanntesten Dichter Sloweniens gewidmet.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Wir hatten auf dem Campingplatz „Ljubljana“ Quartier bezogen. Die Bushaltestelle ist quasi vor dem Platz. Die Anbindung ist sehr gut getaktet. In 10 – 15 Minuten ist man im Zentrum und hat keine Parkplatzsorgen. Dort ist alles fußläufig zu erreichen.