3-Flüsse-Fahrt 4, Limburg an der Lahn

Die Lahn mündet in Lahnstein von rechts kommend in den Rhein. Hinter Lahnstein lässt man die Industrieansiedlungen und Verkehrsadern des Rheintals rasch hinter sich. Die vergleichsweise schmale Straße windet sich gemeinsam mit dem Flüsslein durch ein schmales, waldreiches und tief eingeschnittenes Tal. Schon bald erreicht man die Kreisstadt und Bischofsresidenz Limburg, die durch ihren spätromanischen Dom St. Georg bekannt ist. Gesichert ist, dass bereits im Jahre 1058 an dieser Stelle eine Vorläuferkirche stand. Die heutige Farbgebung der Gebäudehülle, die man mit dem Limburger Dom verbindet, erhielt die Kathedrale nach historischen Vorlagen in den Jahren 1968-1972.

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Traurige Berühmtheit erlangte die katholische Bischofsresidenz durch ihren ehemaligen Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst, der bis zu seinem Rücktritt 2014 insgesamt 31 Millionen Euro für den Umbau der bischöflichen Wohnstatt vergrub. Näheres hierzu findet sich in diesem Artikel des SWR.

Doch bei aller Kritik, der hochmoderne Anbau bildet durchaus einen gelungenen architektonischen Kontrapunkt zu dem historischen Bestandsgebäude. Oder anders formuliert: Mit seiner Ausgabenpolitik war Tebartz van Elst nur etwas aus der Zeit gefallen, denn für die prächtigen Kirchenbauten mussten in früheren Jahrhunderten die Bauern und Bürger mächtig schuften.

Die Limburger Altstadt verfügt über zahlreiche idyllische Winkel und Gassen, wie den Pfarrweg oder die Kaffeerösterei.

Gleich nebenan befindet sich die Kunstbäckerei Hensler und auch sonst findet sich so manch interssante Ecke.

 

Weitere Beiträge zu unserer 3-Flüsse-Fahrt siehe: 3 Flüsse-Fahrt 1, der Rheingau, 3-Flüsse-Fahrt 2, die Loreley, 3-Flüsse-Fahrt 3, Aus- und Einblicke, 3-Flüsse-Fahrt 5, die Lahn, 3-Flüsse-Fahrt, Schluss

3-Flüsse-Fahrt 3, Aus- und Einblicke

Die Idylle trügt! Der Blick auf die berühmte Rheinschleife bei Boppard täuscht genauso eine heile Welt vor, wie die Uferpromenaden in so manchem Städtchen. Dahinter lauert jedoch nicht selten der Verfall, denn die Region steckt seit vielen Jahrzehnten in einer tiefen Strukturkrise. Auch wenn seit der Jahrtausendwende viel getan wird, um diese zu überwinden, scheint mir der Erfolg nicht garantiert, denn die Probleme sind komplex.

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In den letzten hundert Jahren ist die bewirtschaftete Rebenfläche auf ca. ein Sechstel geschrumpft. Die steilen Hanglagen konnten im Zeitalter der Massenweine nicht mehr profitabel bewirtschaftet werden und wurden aufgegeben. Damit brach nicht nur für viele die Erwerbsgrundlage weg, sondern die brachen Flächen veränderten erkennbar und nachhaltig das vom Weinbau geprägte Landschaftsbild. Dies zu erhalten ist jedoch Voraussetzung für den Tourismus, das zweite Standbein der Region. Doch auch hier, sind spätestens seit den 80er Jahren die Zahlen drastisch eingebrochen.

Inzwischen hat sich der Rückgang beim Weinbau auf niedrigem Niveau stabilisiert. Vereinzelt werden sogar wieder Weinberge rekultiviert, denn neben den Subventionen gibt es auch eine zunehmende Zahl an Konsumenten, die es sich leisten können, etwas mehr für einen besonderen Tropfen auszugeben. Auch für den Tourismus  hat man alle Hebel in Bewegung gesetzt. So gibt es nicht nur einen durchgängigen Radweg, sondern mit dem Rheinsteig und dem Rheinburgenweg gleich zwei herausragende Fernwanderwege.

Die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO im Jahr 2002 brachte der Region zusätzliche Impulse und der Zuschlag für die Bundesgartenschau 2029 sorgt bereits heute für einen erkennbaren Mittelzufluss. Es bleibt also nichts unversucht, um den Trend umzukehren.

Die Schwarzweiß-Bilder zeigen den Blick vom hoch über dem Rheintal liegenden Campingplatz Burg Lahneck auf das Städtchen Lahnstein, das mit dem gegenüberliegenden Rheinufer zu verschmelzen scheint.

Im bewaldeten Hang gegenüber erblickt man das Schloss Stolzenfels, das als Aushängeschild der Rheinromantik gilt. Zwar stand hier bereits seit dem 13. Jahrhundert eine Burganlage, doch das heutige Schloss wurde erst von 1826 bis 1842 durch den damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preusen errichtet. Dieser hatte 1823 nach einigem Zögern die Schenkung der Stadt Koblenz angenommen und ob seiner Begeisterung für die Rheinromantik den Ausbau der Ruine vorangetrieben.

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3-Flüsse-Fahrt 2, die Loreley

Gleich hinter Bingen gräbt sich der Rhein tief in das Rheinische Schiefergebirge ein. Aus der Weite des Rheingaus knickt der Strom unmittelbar hinter Bingen abrupt Richtung Norden ab und fließt durch das Binger Loch hinein in das eng und tief eingeschnittene Obere Mittelrheintal.

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Dort windet sich der Fluss mit beachtlichem Gefälle und in engen Kurven um steil ins Tal stürzende Bergflanken, wie die Loreley. Stoff für Mythen, Märchen und Romantik. Zur Romatisierung des Rheins trugen viele Maler, Dichter und Schriftsteller bei. Unter ihnen auch Hochkaräter wie Goethe und Hölderlin, aber auch der Engländer Lord Byron. Die bekannteste Sagenfigur erfand jedoch Clemens Brentano 1801 mit seiner Lore-Ley, die Friedrich Silcher 1837 mit seinem Lied unsterblich machte.

Das verwundert nicht, denn die S-Kurve um die Loreley zählte einst zu den berüchtigtsten Passagen der Flussschiffahrt. Erst die starken Schiffsmotore ermöglichten in Verbindung mit modernen Strahlrudern ein so präzises Navigieren, dass die Befahrung heute reine Routine ist. Radar und Signalanlagen am Ufer gewähren eine sichere Fahrt bei jeder Sicht. Aller Technik zum Trotz ist der letzte Schiffsunfall noch nicht so lange her. Am 13. Januar 2011 havarierte ein Tankmotorschiff bei St. Goarshausen unweit der Loreley. Zwei der vier Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Erst nach 3 Wochen hatte sich der Rückstau von 420 Schiffen aufgelöst.

Der Schiffsverkehr auf dem Rhein ist insbesondere auf diesem kurvenreichen Abschnitt ein echtes Spektakel, das mancher vom Ufer aus über Stunden beobachten kann.

Bei Nacht zeigt sich, dass die Loreley nicht nur für Deutschlands größte Wasserstraße, sondern auch für die Milchstraße eine impossante Klippe darstellt. Der helle Lichtfleck gehört zu einer von mehreren Signalanlagen, die den Schiffsverkehr im Bereich der Loreley regeln.

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3 Flüsse-Fahrt 1, der Rheingau

Kaum hat man die Grenze zum Rheingau überschritten, spürt man, dass die Kunst des „dolce vita“ auch mitten in Deutschland seine Heimat finden kann. Am rechten Rheinufer von Mainz, am Kasteler Strand, wurde mit den Corona-Lockerungen die Beach wieder geöffnet. Palmenkübel sorgen für das südländische Flair und der überdimensionale Sandkasten bietet für alle Altersgruppen etwas. Gleich nebenan wird das lockere Leben am Rheinufer durch einen schattigen Biergarten und ein nettes Gartenlokal bereichert.

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Im Rheingau finden sich die Zentren der deutschen Sektproduktion und so berühmte Weinorte wie Eltville.

Oberhalb von Rüdesheim wurde 1764 ein Landschaftspark nach englischem Vorbild eröffnet. Der Ostein´sche Park war zugleich Ausdruck und Inspiration für die mit der Industrialisierung aufkommende Rheinromantik. 1788 wurde der Park um einen griechischen Rundtempel, den Monopteros, erweitert. Dieser wurde 1944 bei einem Luftangriff zerstört und erst 2006 neu aufgebaut.

Von hier oben genießt man eine fantastische Aussicht auf den Rhein und die Rieslinglagen des Rheingaus, die sich an den Südhängen des Taunus bis hinab ans Rheinufer erstrecken.

Auch die Germania blickt von ihrem 25 m hohen Sockel hinab auf den Rhein. Als 12 m große und 32 t schwere Monumentalfigur, verkörpert sie das Deutsche Volk, das sich nach dem siegreichen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 unter seinem Kaiser eint. Mit der Germania erhielten die Deutschen eine Integrationsfigur, wie sie die Franzosen mit ihrer Marianne, die Briten mit ihrer Britannia oder die Schweizer mit ihrer Helvetia bereits hatten.

Das Niederwalddenkmal oberhalb Rüdesheim gilt als bedeutendstes Denkmal zur nationalen Einheit Deutschlands im 19. Jahrhundert.

 

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Gegen den Corona-Koller 5

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Mit Manni, der auch eine eigene Homepage unterhält (mannisfotobude), traf ich mich unlängst zu unserem zweiten „Bloggertreffen“, wie er zu sagen pflegt. Unser Ziel war das abendliche, durch Corona entvölkerte Tübingen. Wir wollten eine der letzten Gelegenheiten nutzen, um die leeren, leblosen Gassen und Plätze festzuhalten.

Mit den letzten Sonnenstrahlen erklommen wir über den Kapitänsweg den Schlossberg und fanden sogar den Eingang zum Schloss Hohentübingen. Von dort erhaschten wir noch einen flüchtigen Blick ins Neckartal, das bereits im Schatten der untergehenden Sonne lag.

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Kurz nach 20 Uhr, also bei bestem Licht, wurden wir von der Security aus dem Schlosshof rausgeschmissen. Das nachfolgende Bild zeigt einen letzten Blick vom Schloss über die im Ammertal liegende Altstadt. Rechts, in Verlängerung der Schlossmauer, erkennt man das erleuchtete Verbindungshaus der Burschenschaft Roigel. Dieses steht in exklusiver Lage direkt vor dem Schlosstor und ist eines der wenigen Häuser Tübingens, das Ausblicke sowohl ins Ammertal (links) als auch ins Neckartal ermöglicht.

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Im Garten des Verbindungshauses steht die größte und älteste Freiluftkegelbahn Süddeutschlands. Sie soll bereits 1789 erbaut worden sein. Das Ende der Kegelbahn markiert ein Gartenhaus (Fachwerksbau rechts unten), in dem auch schon Eduard Mörike gewohnt haben soll, die sogenannte „Villa Rattenkull“.

Den nahezu menschenleeren Marktplatz erreichten wir zur blauen Stunde. Über die Kornhausstraße, die wie die restlichen Gassen weitgehend entvölkert war, gelangten wir zur Krummen Brücke. Dort liesen wenigstens die Fahrräder Rückschlüsse auf die dort lebende Bevölkerung zu.

Ein Besuch in Tübingen ohne den obligatorischen Blick auf die Neckarfront ist natürlich undenkbar. Wir hatten uns das am häufigsten abgelichtete Motiv der Stadt für den Schluss aufgehoben. Sogar die Venus gesellte sich dazu, die an diesem Abend durch eine leichte Schleierbewölkung etwas aufgeblasen daherkam.

Ostalb 2

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Noch immer überragt die Abtei Neresheim die gleichnamige Stadt in beherrschender Manier, doch die Herren sind heute – wie man sieht –  andere.

1095 gegründet und in ihrer bewegten Geschichte mehrfach zerstört entstand das heutige Ensemble von 1694 -1792. Glanzpunkt ist die spätbarocke Abteikirche, die nach Balthasar Neumann´s letztem Entwurf errichtet wurde und als dessen bedeutendster Kirchenbau gilt. Die Kirche kann mit dem größten Fresco der Welt punkten, das der tiroler Kirchenmaler Martin Knoller auf einer Fläche von 714 m² gestaltet hat.

Dass es schon immer um Macht und Geld ging, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Klosters. Die nicht zu toppende Geschäftsidee war es, in jeder Gemeinde ein Pfarramt mit zugehöriger Zehntscheuer einzurichten. So hatte das Kloster den direkten Zugriff auf die Abgaben. Deshalb lohnte sich offensichtlich ein Rechtsstreit mit den Grafen von Oettingen-Wallerstein über die Reichsunmittelbarkeit des Klosters, der sich über Jahrhunderte hinzog (1258-1764). Sag da noch einer etwas über die Prozessdauer heutiger Verfahren. 😉

Heute wird das Kloster von 8 Mönchen des Benediktinerordens betrieben. Das Geschäftsmodell kommt geradezu bieder daher. Neben dem üblichen Tagungs- und Gästehaus gehört auch ein Klosterladen zur Vermarktung der eigenen Erzeugnisse zum Konzept.

In den Wäldern oberhalb des Klosters tobte sich gerade der Frühling aus. Der Waldboden und die Waldsäume waren nahezu flächendeckend von Frühlingsblühern übersät.

Unterwegs auf der Ostalb

Die Ostalb zeichnet sich durch zahlreiche Trockentäler aus. Diese sind Ausdruck der starken Verkarstung. Als Hungerbrunnen werden Quellen bezeichnet, die nicht ganzjährig Wasser führen. In trockenen Jahren kann das Wasser sogar ganz ausbleiben. Dies führte früher zwangsläufig zu Hungersnöten und Armut.

Im Hungerbrunnental nahe Heuchlingen gibt es eine besondere Heidelandschaft. Dort stehen Eichen in lockerer Verteilung, wie in einer Parkanlage.

Das Eselsburger Tal bei Herbrechtingen ist eines der wenigen Täler dieser Region, das noch von einem wirklichen Bach, der Brenz, durchflossen wird. Das Tal ist bekannt für seine Felsformationen, die auch Kletterer anlocken. Sagenumwoben sind die Felsnadeln der steinernen Jungfrauen.

Im Wald zeigte sich erstes Grün. Wenn die Buchen in wenigen Tagen ihre Blätter entfalten, ergrünt der gesamte Wald schlagartig.

Am Ende des Eselsburger Tals, am Ortsrand von Herbrechtingen, liegt eine 1799 errichtete Sägemühle. Heute beherbergt das vollständig renovierte Gebäude das Heimatmuseum der Stadt.

Ganz in der Nähe, im Lonetal, befinden sich zahlreiche Karsthöhlen, die schon während der Jungsteinzeit bewohnt waren. Besondere Berühmtheit erlangte die Vogelherdhöhle wegen der 1931 entdeckten und nach ihr benannten Vogelherdfiguren. Diese Tierfiguren aus Mammutelfenbein zählen zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit.

Das Wental, ein weiteres Trockental dieser Region, ist für seine Dolomitfelsen bekannt. Eine besonders dichte und vielgestaltige Ansammlung dieser Felsformationen bildet das sogenannte Felsenmeer.

Wer sich über diese Region, die geologisch, historisch wie auch kulturell sehr viel zu bieten hat, näher informieren möchte, findet hier eine sehr interessante Seite.

Nordlicht über den Lofoten

„Nordlicht über den Lofoten“ ist der Trailer zu meiner Fotoschau „Im Bann des Nordlichts – Lofoten“.

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Reiseberichte zu den Lofoten siehe unter: Landschaften 1Lofoten_1Lofoten_2Lofoten_3Lofoten_4Lofoten_5 – das PolarlichtLofoten_6Lofoten_7, bei den EisanglernLofoten_8, TromsöAbendstimmung am Märvollspollen