Graz nennt sich Genusshauptstadt, doch die Altstadt von Graz ist selbst ein Genuss. Dass dies hier schon immer so war, zumindest für die Betuchten, zeigt zum Beispiel die Hofbäckerei in der Hofgasse. Die älteste Bäckerei Österreichs pflegt ihr traditionelles Handwerk seit 1569 mit allerlei Köstlichkeiten und ist mit ihrer geschnitzten Eichenholzfassade auch ein Augenschmaus.
Betritt man die Altstadt durch das Tor an der Erzherzog-Johann-Allee befindet man sich zwischen Burg, Dom und Mausoleum im einstigen Machtzentrum. Die Grabstätte Kaiser Ferdinands II. zählt mit ihren zahlreichen Kuppeln zu den bedeutendsten Monumentalbauten in Österreich. Unmittelbar am Tor beeindruckt der Hofgärtner mit Blumenarrangements in überbordender Fülle. Die mehrfache Spiegelung der Pfingstrosen steigerte den Überfluss zu einem Verwirrspiel.
Flaniermeilen, Gassen und Gässchen laden in Graz zum Verweilen ein. Ob im kleinen Handtaschenladen oder im ältesten Kaufhaus der Stadt (unten), wer will, findet an jeder Ecke etwas.
Das Traditionskaufhaus Kastner & Öhler hat sich seit 1883 in Graz zur Institution entwickelt. Ein Muss ist ein Besuch des Dachterrassen-Cafes. Der Blick über die verschachtelte Dachlandschaft zum Schlossberg mit seinem Glockenturm oder entlang der Einkaufsmeile zum Hauptplatz macht der Bezeichnung Roof top Restaurant alle Ehre. Eine Platzreservierung empfiehlt sich.
Der Hauptplatz mit dem Erzherzog-Johann-Brunnen ist der zentrale Treffpunkt. Der Platz liegt an der Grazer Einkaufsmeile und ist von prächtigen Bürgerhäusern umstellt, die mit ihren ausgefallenen Fassaden wetteifern.
Folgt man der Herrengasse, liegen die Sehenswürdigkeiten eng beisammen. Der geschichtsträchtige Herzogshof aus dem 14. Jh. zieht mit seiner vollständig bemalten Fassade (oben) die Blicke auf sich. Das Landhaus mit seinen Arkadenhöfen (unten) zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Noch heute hält der steiermärkische Landtag in diesem prächtigen Renaissancebau aus dem 16. Jh. seine Sitzungen ab.
Mit dem Platz „Am Eisernen Tor“ endet die Herrengasse. Der Platz wird von der Mariensäule, einer Votivsäule, überragt. Mit deren Fertigstellung 1670 wurde ein Versprechen aus den Türkenkriegen eingelöst. Über den Opernring schließt sich der virtuelle Rundgang durch die Altstadt.