Oamaru

Donnerstag, 2. März 2017

Unsere heutige Etappe führte uns das Tal des Waitaki River hinab ans Meer. Zahlreiche Stauseen zur Elektrizitätsgewinnung und zur Bewässerung gestalten das Landschaftsbild im oberen Talabschnitt.

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Nur mit Bewässerung ist in dieser Region die intensive Weidewirtschaft möglich. Weinbau ist dabei sich zu etablieren.

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Das Küstenstädtchen, das für seine Blauen Pinguine weithin bekannt ist, hat uns sofort begeistert, so dass wir auch den 03. März hier verbrachten. Dass diese Stadt einst „bessere“ Tage gesehen hat, begegnet einem auf Schritt und Tritt. So findet sich im Hafenbecken noch ein Holzpier beachtlicher Größe, das heute – da baufällig – nur über Nacht von tausenden Kormoranen als Schlafstädte benutzt wird.

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Noch vor hundert Jahren konnte man sich hier brüsten, das längste gebogene Holzpier der südlichen Hemisphäre zu besitzen auf dem die Waren direkt vom Schiff auf die Eisenbahn verladen werden konnten. Selbst Expeditionen an den Südpol stachen von hier aus in See.

Am Abend gingen wir dann auf die „Jagd“ nach den Blauen Pinguinen. Wie andere Pinguinarten auch, gehen die alten Tiere tags auf Fang und kehren erst bei Nacht zurück, um ihre Jungen zu füttern. Um 22:30 Uhr machten wir uns ohne auch nur die Spur eines einzigen Pinguins gesehen zu haben auf den Rückweg, als wir zwei Tiere erblickten, die am Weg warteten, bis die Luft rein war. Da ständig weitere Passanten vorbei kamen, dauerte es bis nach 23 Uhr, bis sich die Pinguine trauten, ihre Jungen aufzusuchen. Diese hatten sich gleich neben dem Hafenbecken unter einer Hütte verkrochen. Nun gingen wir zufrieden Richtung Campground, nicht ohne die Böschung zum Hafen aus dem Auge zu verlieren. Und tatsächlich lief uns noch ein weiteres Tier über den Weg, das eine längere Strecke am Hafenbecken entlang zurücklegte. Sein unsicher wirkendes Gewatschel erinnerte mich sofort an James bei „Dinner for one“. Fotografisch war dies die totale Herausforderung, denn Blitzlicht schied natürlich aus.

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Am andern Morgen erfuhren wir, dass in der Nacht auch auf dem Campground Pinguine unterwegs waren. Ihre Jungen waren unter dem Küchentrakt den Tag über in Sicherheit. Offensichtlich haben sich diese Pinguine inzwischen gut an die Menschen angepasst. Heute wollten wir gleich nebenan an der Bushy Beach die Yellow-Eyed Pinguine besuchen. Damit hatten wir allerdings Pech. Dafür konnte ich einige Robben fotografieren, die sich in der Sonne aufwärmten.

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Im Städchen hielten wir uns mit zunehmender Begeisterung im weitgehend restaurierten Quartier an der Friendly Bay auf. Dieses Viertel zeichnet sich durch ein geschlossenes Ensemble prächtig renovierter Gebäude aus der viktorianischen Ära aus.

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Die Gebäude erfahren heute die unterschiedlichste Form der Nutzung. Angefangen vom Wollexporteur über Hotels, Cafes, Kneipen und Banken finden sich hier überwiegend Künstler, Kunsthandwerker oder sonstige Spezialisten mit einer zündenden Idee, von der man hoffentlich leben kann. So gibt es zum Beispiel einen Buchladen für antiquarische wie aktuelle Abenteuerliteratur. Um das Abenteuer präsent zu halten, ist im Verkaufsraum ein komplettes Segelschiff aufgestellt und die Wände sind mit Karten und Berichten von Expeditionen zum Südpol tapeziert. Kein Wunder, war doch der Ladenbesitzer in den 60er Jahren selbst bei einer solchen Expedition mit dabei.

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Zwei Frankfurterinnen im Abenteuerbuchladen

Lange unterhielten wir uns mit Michael O`Brien, einem Buchbinder, der zuvor in London und Auckland gearbeitet hatte und nun seit 28 Jahren hier in der Provinz lebt. Mit Deutschland hatte er intensive Geschäftskontakte zum Beispiel nach Stuttgart und München bis ihm das Internet den Markt kaputt gemacht hat. Nun lebt er von der Restauration alte Bücher. Seine Werkstatt könnte glatt und sauber als Museum herhalten.

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Mt._Cook

Mittwoch, 01. März,

der Tag begann, wie der alte geendet hatte: Die Sonne zauberte ein stimmungsvolles Bild von der Bergwelt. Die Flanken des Mt. Cook und Mt. Tasman leuchteten im Widerschein der aufgehenden Sonne rot über den See.

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Wir brachen früh auf. Für heute standen eine Wanderung zum Hooker Lake und ein kurzer Abstecher zum Tasman Glacier Lookout auf dem Programm. Bereits bei der Anfahrt eröffneten sich tolle Ausblicke auf den Mt. Cook.

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Eine grandiose Sicht auf die Gletscher hat man bereits vom Parkplatz aus.

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Der Track hinauf zum Hooker Lake ist sehr gut angelegt und einfach zu gehen und schon deshalb die Anstrengung absolut wert. Drei Hängebrücken überwinden die größten Schwierigkeiten.

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Hat man den See erreicht,  beißt sich der Blick unweigerlich am Mt. Cook fest, an dessen Fuß der Hooker Glacier seine bröckelnden Eismassen in den See kalbt. Der Gletscher selbst ist derart mit Schutt beladen, dass sich das Eis erst in den blank geschmolzenen Eisbergen zu erkennen gibt. Einige kleinere Exemplare waren am diesseitigen Seeende aufgelaufen und unterstrichen überzeugend den glacialen Charakter der Landschaft.

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Auch bezüglich Alpenflora hat die Region selbst im Spätsommer noch einiges zu bieten, wie hier den prächtigen Fingerhut.

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Ein ebenso kurzer wie beeindruckende Abstecher führt hinauf zum Tasman Glacier View. Der Weg führt quasi in einem Treppenhaus hinauf auf die Schutthalde der Moräne. Von dort aus öffnet sich der Blick über den See  entlang der Seitenmoränen und der Cook Range zum Mt. Tasman und darüber hinaus.

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Die viel gerühmten Blue Lakes, die sich einst im Moränenschutt unterhalb des Eisniveaus gebildet hatten, sind bereits Klimageschichte. Der Gletscher ist auch hier so weit abgeschmolzen, dass diese Seen statt mit gefiltertem Gletscherwasser mit Regenwasser gefüllt und damit grün sind. Dennoch bieten sie Anlass zum Wandern und für nette Motive.

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Am späten Nachmittag fuhren wir weiter nach Omarana. Unterwegs deckten wir uns bei einer Lachsfarm, deren Fische im Gletscherwasser der Cook Range aufgezogen wurden, mit Lachssteaks ein. Mit einem köstlichen Abendessen und einer Flasche neuseeländischem Chardonnay rundeten wir den Tag ab.

Neuseeland Süd 1

Am 24. Februar landete unsere Maschine um 23:45 Uhr etwas verfrüht in Christchurch. Es folgten die üblichen Formalitäten und das lästige Procedere wegen der strengen Einfuhrbestimmungen für Lebensmittel. Selbst verunreinigte Schuhe können zum Problem werden. Als wir glücklich durch waren, suchten wir die Pickup Zone auf, da uns unsere Vermieterin, Tracy, abholen wollte. Wer nicht kam war Tracy.

Das Taxi war viel zu teuer und auch das Supershuttle hatte zu dieser Uhrzeit gesalzene Preise. Als die Frau vom Shuttleservice, der ich eben noch gesagt hatte, dass ihr Preis zu hoch sei, hörte, dass ich eine wesentlich günstigere Vereinbarung mit meiner Vermieterin hätte, reagierte sie nicht etwa sauer, sondern fragte nach deren Telefonnummer, rief an und machte Tracy Beine. Tracy, die nach gut 10 Minuten tatsächlich aufkreuzte, machte einen Eindruck, als hätte man sie aus dem Bett gekippt. Das Gästehaus lag in einer gutbürgerlichen Vorstadtsiedlung. Tracy, eine Chinesin, hatte das ganze Haus zimmerweise vermietet. Die Einrichtung war ungefähr so chaotisch wie die Frau selbst aber – inzwischen war es 2 Uhr morgens geworden – für den Rest der Nacht konnte man die Umstände ertragen. Tracy versprach noch, uns um 10 Uhr zur Autovermietung zu fahren und entschwand.

Als um 9:45 Uhr von ihr noch nichts zu sehen war, ging ich zu ihrem Nachbarn. Dieser rief bei ihr an und sie erschien wieder völlig abgehetzt. Sie tippte die Adresse der Autovermietung in ihr Navi, kommentierte noch „easy way“, fuhr kreuz und quer durch die Gegend und landete doch noch bei der Autovermietung. Zum Schluss machte sie uns noch einen wirklich günstigen Sonderpreis für das Gesamtpaket.

Im Depot der Autovermietung herrschte Hochbetrieb, doch irgendwann waren auch wir dran. Dass das linke Vorderrad einseitig abgefahren war, interessierte offensichtlich außer mir niemand. Alles im legalen Bereich, läuft noch ewig. Und los ging´s.

Nun war es 2 Uhr Mittags und wir hatten noch nichts gegessen. Damit war das Programm für heute vollends klar, wir beschlossen in Christchurch zu bleiben und die notwendigen Lebensmittel einzukaufen.

Am Sonntag, 26. Februar, machten wir uns auf den Weg nach Akaroa, einem Städtchen, das herrlich an einer fjordartigen Bucht liegt. Dort wollte Rose mit Delfinen schwimmen gehen. Doch daraus wurde nichts. In der Bucht lagen zwei Kreuzfahrschiffe vor Anker, der frühest mögliche Termin wäre am Mittwoch morgens um 6:30 Uhr gewesen. Nach einem Kaffee in einem schönen Rosengarten und der Vergewisserung, dass es solche Angebote noch an anderen Orten Neuseelands gibt, machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz.

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Weit kamen wir allerdings nicht, bereits nach wenigen Kilometern kochte das Kühlwasser. Ganze 3 l Wasser konnten wir nachfüllen. Wir fanden dennoch einen tollen Übernachtungsplatz in einer kleinen Bucht und genossen den Abend so gut es ging.

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Am Montag machten wir uns frühzeitig auf den Weg zurück nach Christchurch. Nach kurzem hin und her war klar, dass wir ein anderes Fahrzeug bekommen. Doch auch bei diesem Fahrzeug musste ich wiederholt auf die Beseitigung einiger Mängel drängen. Es war bereits wieder Nachmittag geworden, als wir in Richtung Süden aufbrachen.

Am Dienstag, 28. Februar, setzten wir unsere Fahrt von Ashburton in Richtung Mt. Cook fort. Das Wetter wurde mit jedem Kilometer besser und unsere Laune ebenfalls, da sich das neue Fahrzeug ganz gut anließ.

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Am frühen Nachmittag hatten wir erstmals freie Sicht auf die Neuseeländischen Alpen und erreichten bald darauf den Lake Tekapo, der für seine blaue Farbe berühmt ist.

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Am Lake Pukaki sahen wir ihn dann, den Mt. Cook, mit 3755 m der höchst Berg Neuseelands und der Stolz aller Neuseeländer. Hier hatte sich Sir Hillary auf die Erstbesteigung des Mt. Everest 1953 vorbereitet.

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Dank der App „Camper mate“ fanden wir direkt am See einen Übernachtungsplatz mit genialer Aussicht auf das Bergmassiv um den Mt. Cook. Der Sonnenuntergang (siehe oben) entschädigte uns dann vollends für den hinter uns liegenden Ärger.