Coromandel

Auf dem Campground in Papamoa hatten wir ein englisches Ehepaar als „Zeltnachbarn“. Die beiden waren vor einigen Jahren nach Neuseeland ausgewandert und leben jetzt bei Tauranga, also ganz in der Nähe. Von denen ließen wir uns gerne dazu überreden, den sonnigen Sonntag am herrlichen Strand von Papamoa zu verbringen.

Als wir am Montag, 03. April, in Richtung Coromandel Peninsular aufbrachen, war die erste Regenfront schon durchgezogen. Nach kurzer Fahrt entlang der Bay umrundeten wir in einem einstündigen Morgenspaziergang den Mt. Maunganui, der die Hafeneinfahrt von Tauranga markiert und nur eine schmale Landverbindung hat. Wie das untere Bild zeigt, gibt es also auch hier Panoramawege und das sogar besonders schöne.

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Tauranga ist ein florierendes Wirtschaftszentrum. Die Lage der Stadt an einem ausgedehnten und vielgliedrigen Naturhafen begünstigt nicht nur die Unterhaltung großer Hafenanlagen sondern beschert der Stadt auch herrliche Wohnlagen und Stadt nahe Sport- und Erholungsmöglichkeiten.

Gegen Mittag erreichten wir die Kleinstadt Waihi. Zwar sind hier die großen Tage des Goldrausches auch schon vorbei, doch im Unterschied zu den meisten sonstigen Fundorten wird hier auch heute noch Gold abgebaut. In Waihi gibt es im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube, denn das Gold wurde hier, in den Jahren 1987 bis 1997 im Tagebau gewonnen. Die Grube, unmittelbar am Stadtrand gelegen, ist heute eine touristische Atraktion. Inzwischen werden die Gold- und Silbervorkommen nur noch unter Tage abgebaut. Der Fortbestand des Bergbaus spült Waihi offensichtlich nach wie vor genügend Einnahmen in die Kasse.

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Der letzte Punkt unseres Besichtigungsprogramms war an diesem Nachmittag der Hot Water Beach. Der Name ist hier Programm. Schon vom Parkplatz aus fällt die Menschenansammlung am Strand auf. Unwillkürlich ist man versucht, an einen neuerlichen Goldrausch zu glauben, doch hier geht es um eine wesentlich profanere Spielart der Natur, heißes Wasser. Hier am Strand sickert dicht unter der Oberfläche heißes Wasser in Richtung Meer. Wer eine Mulde an der richtigen Stelle gräbt, kann sich anschließend im heißen Wasser suhlen. Und so sind alle beschäftigt. Wer hat, gräbt mit der Schaufel, andere mit bloßen Händen. Wieder andere genießen sichtlich ihr warmes Bad und nur wenige stehen einfach da und glotzen. Immer wieder hüpft jemand jaulend durch die Gegend, weil es doch zu heiß geworden ist und sucht Abkühlung im nahen Meer. Es ist einfach nett zu erleben, aus welch geringem Anlass, Erwachsens zu Kindern werden können.

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Gleich um die Ecke, in Hahei, bezogen wir unser Quartier für die Nacht.

Maori_Kultur

Samstag, 01. April

In der Gegend um Rotorua leben sehr viele Maori. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier zahlreiche Veranstalter Programme anbieten, die sich mit der Maorikultur befassen. Einige Maori Tribes haben es verstanden, geothermische Erscheinungen auf ihrem Stammesgebiet zusammen mit einer kulturellen Performance zu einem attraktiven Gesamtangebot zu schnüren. Wir haben den „Park“ Te Puia besucht. Dieser liegt auf dem Stammesgebiet der Tuhourangi und verfügt mit dem Geothermalgebiet Whakarewarewa über das größte Geysirfeld Neuseelands und angeblich auch über den größten Geysir der südlichen Hemisphäre. Seine Wassersäule von maximal 10 m versteckte sich bei unserem Besuch meist hinter einer gewaltigen Dampfwolke.

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Beachtlich ist die vom Geysir erzeugte Versinterung. Immer dort wo Solfatare die Sinterterrassen durchbrochen haben, ergaben sich besonders interessante Ablagerungen.

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Die Schlammlochfelder begeisterten uns nicht nur durch ihr ständiges Geblubber, sondern insbesondere durch die Vielgestaltigkeit der einzelnen Schlammlöcher und die Unterschiedlichkeit der Grautöne. Man sollte nicht glauben, was man aus ein wenig Dreck alles machen kann.

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In einer Art Freilichtmuseum kann man unterschiedliche Bauwerke bestaunen. Kunst und Architektur sind hier in der Regel zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das marae (Versammlungshaus) ist natürlich auch Zeugnis der Stammeskultur und macht eine Aussage darüber, wie bei den Maori Entscheidungen getroffen wurden und auch heute noch werden. Dieses Versammlungshaus ist das offizielle marae der Tuhourangi .

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Willkommenszeremonie vor dem marae

Ein besonderer Höhepunkt ist die kulturelle Performance. Sie besteht aus einer Abfolge von Ritualen, Gesängen und Tänzen. Die gesamte Aufführung hat folkloristische Qualitäten. Im Zusammenhang mit solchen Veranstaltungen drängt sich natürlich die Frage auf, ob die Darbietungen authentisch oder nur für die Touristen gemacht sind. Doch klar scheint mir, der Massentourismus schreibt seine eigenen Gesetze. Was die Touristen sehen wollen, bekommen sie zu sehen. Hierzu gehört natürlich die Willkommenszeremonie powhiri mit dem Berühren der Nasen sowie der warlike haka Tanz mit dem Rausstrecken der Zunge und dem furchterregenden Augen rollen.

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Nach dem Besuch in Te Puia machten wir uns auf den Weg zu den Okere Falls. Ich wollte den 7 m hohen Wasserfall in Augenschein nehmen, der kommerziell mit Kajaks und Rafts befahren wird. Ein wirklich imposanter Wasserfall, der mitten aus dem Urwald hervorbricht. Auch wenn der Wasserfall bei diesem Wasserstand sicherlich keine 7 m mehr hatte, nichts für mich.

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Dafür durfte ich ganz überraschend noch an einer touristisch ungeschönten Maori-Feierlichkeit Anteil nehmen. Ein Maori-Hochzeitspaar mit Trauzeugen hatten sich die Plattform oberhalb der Okere Falls als Ort für einen Fototermin ausgesucht und ich durfte auch auf den Auslöser drücken. Dabei hat sich für mich die oben gestellte Frage nach der Originalität von Ritualen deutlich relativiert. Was ist heute schon original Maori? Die Maori leben in der Gegenwart und nicht in der Vegangenheit. Sie sind in Neuseeland besser integriert, als die Aborigines in Australien oder viele Indianer in den USA oder in Kanada. Dies führt unweigerlich auch dazu, dass sie westliches Kulturgut aufgreifen und mit dem ihren verschmelzen. Dies zeigt die Braut in unkomplizierter Weise.

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Nachdem es mit dem Kajak fahren an den Okere Falls nichts werden würde, setzten wir unsere Fahrt an die Bay of Plenty fort. Im Flachland um die Bay waren wir dann tatsächlich im Kiwi-Land angekommen.

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In Papamona fanden wir einen Campground in exklusiver Lage direkt am Meer. Nach einem erfrischenden Bad im Südpazifik genossen wir den sonnigen Abend.

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Am Strand von Papamona. Die Nebensonne gilt als Vorbote schlechten Wetters.

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Die Berge im Hintergrund gehören zur Halbinsel Coromandel, unserem nächsten Ziel.

Tongariro Alpine Crossing

Freitag, 31. März

Kurz vor 6 Uhr klingelte der Wecker. Gekürztes Morgenprogramm, eine Tasse Tee und nebenher die Bergschuhe geschnürt. Den Rucksack hatte ich am Abend zuvor gepackt. Das Shuttle der Discovery Lodge brachte alle, die vorgebucht hatten, zum Trailhead auf ca. 1100 m Höhe. Dort erhielten wir eine letzte Einweisung in die speziellen Gefahrenmomente dieser Tour und dann ging es auch schon los. Auf der 19,4 km langen Strecke durch vulkanisches Gelände ist ein Höhenunterschied von ca. 850 m zu bewältigen. Insgesamt also eine machbare Angelegenheit.

Natürlich ist man auf einer solchen Tour nicht alleine unterwegs, zumal wenn der Wetterbericht den ersten schönen Tag seit einer Woche angekündigt hat. Aber auf dem Heilbronner Weg ist man ja auch nicht alleine.

Anfangs stieg der Weg sanft an. Der Blick zurück zeigte das Flachland unter einer dichten Nebeldecke aus der in weiter Ferne der Mt. Taranaki heraus ragte. Er war der erste, der von der Morgensonne erfasst wurde.

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Als der Fuß des Mt. Ngauruhoe, des höchsten und gewaltigsten Vulkans des Tongariromassivs, erreicht war, nahm die Steigung deutlich zu. Nach 2 Stunden Gehzeit hatte ich den Mangadepopo Sattel erreicht und 550 m Höhenunterschied bewältigt. Diese nüchternen Zahlen können jedoch nicht den überwältigenden Eindruck beschreiben, von dem der Bergwanderer hier erfasst wird. Sobald er über die Kante kommt, tritt er nicht nur aus dem Schatten des Berges ins Licht der Morgensonne, sondern er sieht auch zum ersten Mal den Mt. Ngauruhoe in seiner ganzen Pracht.

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Nach Durchquerung des South Crater führte der Weg den Kraterrand hinauf zum Red Crater.

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Kurz darauf erreichte ich den mit 1886 m höchsten Punkt der Tour. Von hier aus eröffneten sich phantastische Ausblicke in den Red Crater und auf die Emerald Lakes, die wie Smaragde zwischen dem Lavageröll leuchteten.

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Mit Erreichen der Emerald Lakes war es Mittag geworden. Ein idealer Platz für eine längere Rast.

Da man mit einem Fotoapparat in der Hand nicht einfach rastet, nachfolgend einige Eindrücke von dieser Seenlandschaft.

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Nach der Mittagspause ging es durch die am Fuße des Mt. Tongariro gelegene Ebene des Central Crater und von dort hinauf zum Blue Lake.

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Die Aufnahme zeigt im Vordergrund den Central Crater hinter dem sich der Red Crater erhebt. Dieser wird wiederum vom 2287 m hohen Mt. Ngauruhoe überragt. Rechts vom Red Crater der höchste Punkt der Tour mit dem Abstieg zu den Emerald Lakes. Diese befinden sich in der Senke links bei den Fumarolen.

Nach Erreichen des Blue Lake, beginnt der Abstieg. Dieser bietet wiederholte Ausblicke auf den Lake Rotoaira und den Lake Taupo im Hintergrund.

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Nach verlassen der kargen Vulkanlandschaft, rückte auch die alpine Flora wieder ins Blickfeld.

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Die letzten 4 Kilometer führen durch einen dichten Regenwald, welch ein Kontrastprogramm!

Waimangu Volcanic Valley

Mittwoch, 29. März

Heute sollte Wetterbesserung einsetzen. Für den neuerlichen Vorstoß ins Innere der Insel hatten wir uns deshalb eine besondere Strecke vorgenommen. Wir wollten von Wairoa aus den Te Urewera National Park durchqueren, das am wenigsten erschlossene Gebiet der Nordinsel. Doch Wetterbesserung sieht anders aus. Wolkenbruchartige Regenfälle liesen die Pegel der ohnehin bereits angeschwollenen Fluss- und Bachläufe weiter steigen. Kein Wetter für unbefestigte Straßen in abgelegener Gebirgsregion, entschieden wir nach 60 km und brachen das Vorhaben ab. Später erfuhren wir, dass die Straße von Rotorua aus gesperrt wurde.

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Auf der Normalroute, dem SH 5 nach Taupo, schaffte die Sonne einmal einen Durchbruch. Und am Lake Taupo schien es mit der Wetterbesserung doch noch was zu werden, der Dauerregen war in einzelne Schauer übergegangen.

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Doch auf dem Weg nach Rotorua war es mit der Träumerei vom guten Wetter vorbei. Es goss wie in Strömen bis weit in die Nacht hinein.

Am Donnerstag Morgen hatte der Regen aufgehört. Da der Wetterbericht für Freitag noch immer an seiner Behauptung „fine and sunny“ festhielt, beschlossen wir, heute auf dem Weg in den Tongariro Nationalpark das Waimangu Volcanic Valley zu besuchen. Das jüngste Geothermalgebiet Neuseelands entstand 1886 durch die gleichzeitige Explosion mehrerer Krater des Vulkans Tarawera. In den Jahren 1900 bis 1904 ereignete sich hier der Ausbruch des weltgrößten Geysir, dessen Wasser und Dampfsäule 400 bis 500 Meter Höhe erreichte. Der letzte Ausbruch, der dem Tal neuerliche Zerstörung brachte, ereignete sich 1917, so dass die gesamte derzeit vorhandene Vegetation auf eine einhundertjährige Lebensgeschichte zurück blickt.

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Vorbei am Frying Pan Lake führt der gut zweistündige Spaziergang hinab zum 1886 entstandenen Kratersee Rotomahana. Unterwegs passiert man die unterschiedlichsten Spielarten geothermischer Erscheinungsformen.

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Der Pegel des Inferno Kraters richtet sich nach dessen aktueller Temperatur. Im gezeigten Zustand sind dies ca. 35 Grad. Bei 75 Grad Celsius ist der Höchststand erreicht, der Kratersee läuft über. Nett ist auch eine heiße Quelle. An ihr lässt sich die Wassertemperatur an den blaugrünen Algen ablesen. Diese können maximal 75 Grad Celsius aushalten.

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Besonders beeindruckt waren wir von den Farb- und Formspielen, die sich bei der Versinterung und durch den temperaturabhänngigen Bakterien- und Algenbesatz des Wassers ergaben.

Am Nachmittag passierten wir neuerlich das Städtchen Taupo, diesmal bei Sonnenschein.

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Als wir gegen Abend den Tongariro NP erreicht hatten, zeigte die löchrige Bewölkung den steigenden Luftdruck an. Zwar gaben sich die Vulkankegel Mt. Tongariro und Mt. Ngauruhoe noch nicht zu erkennen, morgen würde dies aber sicher anders sein.

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Art_Deco_Hauptstadt Napier

Sonntag 26. März

Vor dem schlechten Wetter flüchteten wir ans Meer nach Napier. Südlich der Stadt bezogen wir einen Campground nahe dem Cape Kidnappers. Damit hatten wir eine optimale Ausgangsbasis, um die dortige Tölpelkolonie zu besichtigen. Doch es kam wieder einmal anders. Während noch in der Nacht die Milchstraße am Firmament funkelte, setzte in der Früh heftiger Regen ein, der auch den Vormittag über anhielt.

Wir beschlossen den Regen vorerst in Napier abzuwarten und zogen wegen des fehlenden Internetzugangs auf einen „edleren“ Holiday Park um. Am Nachmittag statteten wir dann Napier einen Besuch ab. Wir wollten uns ein Bild davon machen, was hinter der Art Deco Hauptstadt steckt. Wir besuchten deshalb zunächst das Hawke`s Bay Museum und landeten damit einen Volltreffer. Ein ganzes Stockwerk ist hier dem verheerenden Erdbeben von 1931 gewidmet, das Napier weitgehend zerstört und über 250 Menschenleben gekostet hat. Nach dem Beben wurden ganze Straßenzüge im Art Deco Stil aufgebaut und als Ensemble bis heute erhalten. Mit dieser Idee wurde aber weit mehr als nur Aufbauarbeit geleistet, vielmehr ist es gelungen, der Stadt eine neue Identität zu geben. Das Image, Art Deco Hauptstadt zu sein, wird in der Stadt bis heute gepflegt und gibt ihr eine besondere Note. Es steckt also mehr dahinter, als eine gute Marketingstrategie.

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Napier ist darüber hinaus das Zentrum der Hawke´s Bay mit einem großen Überseehafen und wird von Kreuzfahrschiffen angelaufen.

Am Dienstag,  28. März erkundeten wir die weitere Umgebung, insbesondere das Weinbaugebiet um das gepflegte Örtchen Havelock North. Dort war die Weinernte in vollem Gange. Randnotiz: Noch während ich meine Aufnahmen machte, bekam ich Trauben geschenkt. Das hätte mir mal in einem deutschen Weinberg passieren sollen.

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Wie in jeder Weingegend ist auch hier sofort klar, dass der staatlich gewünschte oder gar subventionierte Drogenanbau mächtig Geld abwirft. Herrschaftssitze wie hier, sowohl hinsichtlich der Fläche als auch hinsichtlich der Größe und der Architektur der Häuser, findet man sonst kaum in Neuseeland.

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Dies ist nur die Zufahrt zu einem Weingut mit italienischem Besitzer.

Im Weingut Black Barn versteht man sich nicht nur auf den Ausbau von Wein, sondern pflegt auch eine exzellente Küche. Angesichts der Wetterlage leisteten wir uns diesen Luxus zum Lunch und bereuten es nicht.

Danach folgten wir einem Nebensträßchen bis zu der kleinen Ortschaft Ocean Beach. Der Name ist Programm und so saugten wir in einer Regenpause die frische Luft und die Weite des Strandes in uns auf.

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Whanganui Nationalpark

Samstag, 24. März

Bevor es heute richtig los ging, ließen wir uns erst einmal von einem Anwohner (weibliche Form eingeschlossen) des Städtchens Paekakariki über die Frage, was schön ist, aufklären. Immerhin gelang es ihm, mit seiner Überzeugung von Schönheit, einen langweiligen Briefkasten interessant zu gestalten. Danach begaben wir uns auf Strecke.

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Nordwestlich von Wellington gräbt sich der Whanganui River, der längste befahrbare Fluss Neuseelands, tief in Sedimentgestein ein und formt eine eigenwillig schöne Landschaft. Bereits der erste Blick auf die Landkarte zeigt, wie abgelegen diese Ecke ist. Spätestens nach Verlassen des State Highway 4 wird einem jedoch schnell klar, dass es jetzt ins Abseits geht. Die Straße wird schmal, ist häufig direkt aus dem Hang heraus gefräst, dessen weiche Sedimente nicht selten vom Fluss abgegraben werden. Immer wieder ist deshalb nur noch eine halbe Straße übrig. Leider bekommt man von der Straße aus nur selten einen guten Ausblick über das Tal, das oft tief eingeschnitten zwischen den Bergen liegt. Da auch das Wetter mies war, gibt es von diesem Abschnitt leider nur wenige Aufnahmen.

Eigentlich vermutet man in dieser Gegend keine Ortschaft mehr, deshalb ist die unvermittelt ins Auge stechende Kirche bereits eine dicke Überraschung und dann kommt noch das Ortsschild – „Jerusalem“! Irrtum ausgeschlossen, das halbe Dutzend Häuser ist auch auf der Landkarte entsprechend vermerkt und wer möchte, kann auch heute noch bei den Nonnen im Schlafsaal unterkommen.

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Wir fahren jedoch weiter bis zur nächsten Häuseransammlung Piperiki, dem Ort, an dem die Straße den Fuss verlässt. Oberhalb geht es nur zu Fuß oder mit dem Kanu in Form mehrtägiger Touren weiter. Zu dem jahreszeitlich bedingten Niedrigwasser und bei diesem Wetter für uns keine Option. Dafür beglückten wir den ortsansässigen Kanutourenanbieter als einzige Gäste auf seinem Campground.

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Anderntags folgen wir dem Sträßchen, das sich einem Seitental folgend langsam durch den Regenwald nach oben kämpft und immer wieder tolle Ausblicke auf herrliche Urwaldriesen und andere, mit Flechten behangene Bäume, ermöglichte.

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Kaum, dass man mit den letzten Windungen der Straße, das Tal hinter sich gelassen hat, gibt der zurückgedrängte Urwald den Blick auf die Vulkankegel des Tongariro NP frei, zumindest so weit, wie es die Wolken erlauben.

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Eigentlich hatte ich hier eine Wanderung (Tongariro Crossing) vorgesehen, aber bei diesem Wetter war daran nicht zu denken.

Nachdem wir uns über die Situation im Park vor Ort erkundigt hatten, beschlossen wir unsere Route zu ändern und nach Napier an die Ostküste zu fahren. Nach dem Wetterbericht sollte dies der einzige Ort sein, der für uns in erreichbarer Entfernung lag und an dem das Wetter einigermaßen erträglich war. Zudem hatte Napier einiges zu bieten. Also starteten wir durch.

Bluebridge

Freitag 24.03.17

Das Übersetzen mit der Fähre vom einen zum anderen Ufer wird oft als Metapher benutzt und dies nicht ohne Grund, schließlich verlässt man ein bekanntes Ufer und bricht zu einem neuen, unbekannten auf. Auch der Weg hinüber zum neuen Ufer erscheint ungewiss. Nicht immer kann man die Entscheidung zum Aufbruch selbst treffen, und nicht immer bricht man gemeinsam auf. Dann drückt die Last der Ungewissheit und des Endgültigen um so schwerer.

Im Gedenken an meinen Vetter Edgar, der an diesem Tag verstorben ist.

 

 

Was unsere Reise betrifft, so zählt die Überfahrt von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel) sicher zu den beeindruckendsten Passagen, die die Seefahrt zu bieten hat. Noch vor wenigen Jahrzehnten ein abenteuerliches Unterfangen und eine echte Herausforderung für jeden Steuermann, stellt diese Passage heute, dank der modernen Strahlruder und der äußerst präzisen Navigationstechnologie, kein wirkliches Problem mehr dar.

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Von Picton aus sucht sich die Fähre ihren Weg durch den Queen Charlotte Sound, der mit seinen Seitenarmen und Inseln eher an einen Irrgarten, denn an eine Wasserstraße erinnert. Wiederholt muss die Fahrtrichtung um 90 Grad geändert werden und das bei einer sehr engen Fahrrinne und Gegenverkehr.

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Doch das enge, von Bergen eingerahmte Fahrwasser hat auch seinen Vorteil. Selbst bei stürmischem Wetter ist hier im Sound von Seegang nichts zu spüren. Vorbei an idyllisch gelegenen Behausungen erreicht man schließlich die Cook Strait.

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Dass wir mit einer deftigen Brise rechnen mussten, kündigte die Bewölkung frühzeitig an.

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Sobald wir den schützenden Sound verließen, pfiff der Wind durch die Aufbauten des Schiffes und das Gehen an Deck gestaltete sich mitunter schwierig. Die Nordinsel lag im Schatten einer dunklen Wolkendecke. Ein Szenario, das im Gegenlicht der gelegentlich durchbrechenden Sonne geradezu gespenstische anmutete.

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Als wir in die tief eingeschnittene Bucht einbogen, an deren Ende Wellington liegt, lies der Seegang rasch nach. Die Vororte Wellingtons haben entlang der gesamten Bucht die Berghänge erobert und bieten exquisite Wohnlagen mit herrlichen Ausblicken.

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Die Kernstadt, zwischen Bergen und Meer eingekeilt, hat wenig Spielraum und gestaltet sich deshalb sehr kompakt und überschaubar.

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Spürbar ist, dass man in Wellington dem besonderen Anspruch an eine Hauptstadt gerecht werden möchte. Dies zeigt sich in der Architektur und den besonderen Akzenten der Stadtplanung und natürlich auch im Nationalmuseum. Insbesondere bei der Gestaltung von Plätzen, kann man sich vom Mut und von der Kreativität in Wellington mancherorts eine Scheibe abschneiden.

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Zu den besonderen Akzenten gehört die Integration der Maori und die Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen. Hier gibt es keine Verlegenheitslösungen, die man irgendwo am Rande pflichtgemäß erfüllt. Nein, die Umsetzung erfolgt meist an prominenter Stelle, wie zum Beispiel am Civic Square (oben) und dem Übergang vom Civic Square zur Waterfront (nachfolgend).

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Oben: Waka im Bootsshed des Wharewaka Function Center an der Wharf.

Natürlich gibt es auch die für eine City üblichen Einkaufsstraßen.

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Abschied von der Südinsel

Donnerstag, 23. März

In den letzten Tagen haben wir im Norden der Insel die Seite gewechselt. Wir sind quasi von Collingwood im Westen nach Picton im Osten der Insel „umgezogen“.

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Zu Collingwood, am Ende der Golden Bay gelegen, habe ich mich ja bereits geäußert, zur Golden Bay und der Region muss ich noch etwas nachlegen. Die Golden Bay ist eine herrliche, langgezogene Bucht, die zum Baden einlädt aber einen entscheidenden Nachteil aufweist, sie liegt am Arsch der Welt. Das herrliche Tal, dessen Ende die Golden Bay markiert, ist durch die Takaka Hills vom Rest der Insel, nein vom Rest der Welt, abgehängt. Das ist, als müsse man von uns aus über eine 1300 m hohe Passstraße nach Talheim fahren, dort aber, dank dem Südpazifik, die Welt zu Ende wäre. Dem entsprechend nehmen entlang der Golden Bay zwar die Ferienhäuser zu, ansonsten ist jedoch Landflucht vorherrschend.

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Unser erster Haltepunkt auf dem Weg nach Osten waren die Te Waikoropupu Springs. Hierbei handelt es sich um eine Karstquelle alla Blautopf, die für sich in Anspruch nimmt, das klarste Wasser weltweit auszuspucken. Immerhin 14 m^3 je Sekunde.

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Hinter dem Pass, zischen Motueka und Nelson sind Obst-, Gemüse- und Hopfenanbau und zunehmend auch Weinbau vorherrschend. Dies liegt daran, dass diese Region klimatisch absolut begünstigt ist.  Durch die Südalpen von polaren Kälteeinbrüchen geschützt, sorgt vom Norden her der Pazifik für ein ausgeglichenes Klima.

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Das wirtschaftliche Zentrum im Norden ist Nelson. Nelson ist eine Industriestadt, in deren Randlagen es jedoch schöne Wohnsiedlungen gibt, die sich die Berge empor ziehen, mit Meeresblick versteht sich.

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Je weiter man nach Osten kommt, desto auffälliger werden die großflächigen Rodungen des ursprünglichen Urwalds, der einer fragwürdigen Monokultur weichen muss.

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Spätestens in Havelock, der Hauptstadt der grünen Muschel, ist man endgültig in den Sounds angekommen, die uns mit ihrer herrlichen Landschaft begeistert haben. Nachfolgend der Blick in der Abendsonne entlang des Pelorus Sounds.

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Von hier aus war es nicht mehr weit, bis ein ankerndes Kreuzfahrtschiff das Hafenstädtchen Picton ankündigte. Gleichzeitig löste sich auch das Rätsel um die Kahlschläge auf. Das hier eingeschlagene Holz geht offensichtlich in den Export. Damit drängt sich die Frage auf: Ist Neuseeland über den Status eines Entwicklungslandes noch nicht hinaus gekommen?

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Picton, am Ende des Queen Charlotte Sounds traumhaft gelegen, wäre ohne die Fähre nach Wellington sicher in absoluter Bedeutungslosigkeit versackt. So erfreut sich das Städtchen einer beschaulichen Betriebsamkeit.

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Und für Rose schien endlich der Traum in Erfüllung zu gehen, mit Delphinen zu schwimmen. Tour gebucht und los geht’s.

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Auf der Suche nach Delphinen klapperte die Crew den gesamten Queen Charlotte Sound ab

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und wurde endlich fündig. Eine Gruppe Hectordelphine zeigte reges Interesse an unserem Boot. Da die Gruppe jedoch Nachwuchs hatte, war an Schwimmen nicht zu denken.

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Die weitere Suche blieb leider ohne Erfolg, so dass für Rose dieser Traum weiterhin unerfüllt blieb.

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Folgt man der Küstenlinie von Picton über Waikawa, gelangt man über einsame Buchten in das bekannte Weinbaugebiet um Blenheim (Marlborough Region).

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Eines ist sicher, im Vergleich dazu müssen unsere Winzer wirklich hart arbeiten, um zu ihrem Tropfen zu kommen.

Am Ende schließt sich der Bogen und wir verabschieden uns von der Südinsel mit dem verrückten Huhn Takahe.