Gewitter im Anmarsch

Am Freitag, 12.07.19, rollte eine Gewitterfront über uns hinweg.

Neben Starkregen kam es auch zu Hagelschlag.
Man konnte zusehen, wie es in den Wolkenformationen brodelte. Zum Glück zog das Gewitter zügig weiter.

Am Freitag, 12.07.19, rollte eine Gewitterfront über uns hinweg.

Neben Starkregen kam es auch zu Hagelschlag.
Man konnte zusehen, wie es in den Wolkenformationen brodelte. Zum Glück zog das Gewitter zügig weiter.
Neulich war ich mit einem Freund im Lechtal zum Kajak fahren. Um ihn nicht zu langweilen, blieb die Fotoausrüstung zuhause. Das Smartphon kam natürlich mit, man muss ja erreichbar bleiben. Und gleich am ersten Abend wurde dann das erste „Neidbild“ von der vordergründigen Idylle verschickt.

Als wir uns im Hornbachtal, einem Seitental zum Lech, umschauten, ergab sich dann die Gelegenheit, das Smartphon auf seine Eignung Bilder zu machen, zu testen.
Am Smartphon lässt sich ja so gut wie nichts einstellen. Das ist der Grund weshalb so viele damit fotografieren und das häufig auch noch mit einer Hand. Dies ist aber auch der Grund, weshalb es bei anderen verpönt ist.

Klar ist, dass das Smartphon bei ausgewogenen Kontrasten keine größeren Probleme hat.

Das sieht bei einem großen Kontrastumfang ganz anders aus und dazu braucht es nicht einmal solcher Extreme.

Dies führt dazu, dass das Weiß der Wolken gerne „ausreißt“, auch wenn man sich Mühe gibt, eine brauchbare Belichtung zu erwirken. Doch wie das, wenn man nichts einstellen kann? Durch Drehen oder Kippen des Smartphons kann man in Verbindng mit dem Standort über die Verteilung der hellen und dunklen Bildanteile entscheiden und so die Belichtung steuern. Im Anschluss an die Aufnahme lässt sich das Ergebnis ja sofort beurteilen und ggf. korrigieren.
Nicht vergessen sollte man, dass ein Smartphon mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet ist. Deshalb sollte man auch die Grundlagen der Weitwinkelfotografie zur Anwendung bringen, wenn man einigermaßen vernünftige Ergebnisse haben möchte.
Neulich abends, es war noch hell, drang es beim Abendessen wie ein Schlachtruf an mein Ohr: „Ein Fuchs, hier direkt auf der Terrasse!“ Ein junger Fuchs war am Fenster vorbei um die Ecke gebogen und hatte sich direkt vor der Terrasse gemütlich in den Rasen gesetzt. Er blickte entspannt in die Runde, nichts schien ihn zu verunsichern.
Als ich endlich den Fotoapparat einsatzbereit hatte, saß der Jungfuchs noch immer an derselben Stelle. Durch die geschlossene Terrassentür kam ich auf 5 m zum Schuß. Wie jung das Füchslein ist sieht man, wenn man das Fell genauer unter die Lupe nimmt (hierzu das Bild einfach anklicken). Die Deckhaare, die später das flaumige Fell der Jungtiere ersetzen werden, sind noch sehr schütter.
Als ich das Haus verließ, um zu einer besseren Schussposition zu kommen, zog sich der Kleine, der offensichtlich alleine auf Erkundungstour war, zum Kompost zurück. Nach einem kurzen Blickkontakt suchte er zielstrebig, aber ohne Eile, das Weite. Ich hatte da nur noch das Nachsehen.
Die Füchse haben wahrsceinlich schon beim alten Neandertaler gelernt, vom Menschen zu profitieren. Heute machen sie es sich an Siedlungsrändern, in Parkanlagen und auf Friedhöfen bequem. Während die Jungtiere wegen ihres trolligen Aussehens noch freudig zur Kenntnis genommen werden, wird den alten Tieren mit Argwohn begegnet. Als sich vor wenigen Jahren zahlreiche Füchse in unserer Stadt breit machten und selbst tags auf der „Einkaufsmeile“ nach den Sonderangeboten äugten, verlangten nicht wenige Bürger das Einschreiten der Stadtverwaltung. Ihre fast panische Sorge galt weniger den zahlreich entwendeten Schuhen, sondern dem Fuchsbandwurm. Deshalb ging es dem Fuchs dann auch an den Kragen und es kehrte Ruhe ein in den Vorgärten der Stadt. Nun scheint sich der Bestand wieder erholt zu haben.
Weitere Fuchsaufnahmen siehe unter Strandfüchse
Mit der ehemaligen Textildruckerei Pausa verfügt die Stadt Mössingen nicht nur über eine Industriebrache, sondern vielmehr über ein kulturelles Kleinod. In diesem Jahr kann die Stadt mit einem Doppeljubiläum aufwarten, denn mit der Pausa kam vor 100 Jahren auch das Bauhaus nach Mössingen (Veranstaltungskalender).
1919 übernahm die jüdische Familie Löwenstein die Mössinger Textilweberei. Sie brachte den Firmennamen Pausa (Herkunftsort) mit und stellte Zug um Zug auf Textildruck um. Bereits in den 20er-Jahren holten die Löwensteins Absolventen des Bauhauses in die Provinz nach Mössingen, um Drucke für die ganze Welt zu entwerfen. Während des 3. Reiches spielte sich das übliche Drama ab: Zwangsverkauf der Pausa und Emigration der Firmenbesitzer in die USA. Heute ist man bemüht, mit den Nachfahren der Firmengründer einen guten Kontakt zu pflegen und die Geschichte aufzuarbeiten.
Zu Beginn der 50er-Jahre beauftragte der künstlerische Leiter der Pausa, Willy Häussler, den Bauhaus-Architekten Manfred Lehmbruck mit der Erweiterung der Firma. Zwischen 1951 und 1960 entstanden so die baulichen Voraussetzungen, um mit namhaften Künstlern Stoffdrucke zu entwerfen und zu fertigen, die weltweit begehrt waren. Für die Pausa entwarfen u. a.: Willi Baumeister, HAP Grieshaber, Anton Stankowski und Andreas Felger. Dennoch kam 2001 die Insolvenz. 2006 übernahm dann die Stadt Mössingen das Industriedenkmal, die Aufarbeitung konnte beginnen.

Während hinter dem Fenster jemand die nötige Entspannung sucht, zeigt das Spiegelbild Gebäudeteile der Pausa, die der Architekt Manfred Lehmbruck im Bauhausstil errichtet hat.
Im Verwaltungsgebäude überrascht das blaue Treppenhaus mit gelbem Handlauf.

Durch die völlig verdreckten Fenster sucht sich der Blick einen Weg über den Hof hinüber zum alten Kesselhaus.


Im Verwaltungsgebäude unterstreichen die langen Flure die Leere des Gebäudes.

Völlig verstaubte Fußböden ermöglichen eine optimale Spurensicherung.

Und originelle Installationen bringen Farbtupfer in die ansonsten farblose Umgebung.


Es fasziniert mich immer wieder auf´s Neue, wenn das Frühjahr mit seiner grünen Flut gegen den Albtrauf brandet. Von ihrer Ankunft am Fuße der Schwäbischen Alb bis zur Eroberung der Albhochfläche vergehen nur wenige Tage. Für dieses Frühjahr hatte ich mir vorgenommen, das frische Grün mit einer speziellen Technik festzuhalten. Voraussetzung war: Es durfte sich noch nicht zu viel Laub entfaltet haben und die Morgensonne sollte das junge Grün zum Leuchten bringen, damit es mit den Baumstämmen gut kontrastiert. Am 1. Mai erwischte ich wohl die letzte Gelegenheit. In den 1,5 Std. zwischen Aufstehen und Frühstück machte ich insgesamt 4 Aufnahmen. Zwei davon waren brauchbar, eine habe ich ausgewählt.

Für interessierte Leser schreibe ich heute auch etwas zur Technik, aber ohne auf Feinheiten des Handlings einzugehen. (Diese können gerne erfragt werden.) Bei dieser Aufnahme handelt es sich nicht um eine Photoshop-Manipulation sondern um eine Doppelbelichtung unter Verwendung eines ND64-Filters (Verlängerung um 6 Blendenstufen). Für beide Aufnahmen wurde auf den linken Baum scharf gestellt, dann der Autofokus ausgeschaltet. Die Belichtungsdaten beider Aufnahmen sind: ISO 200, Blende 16 und eine Belichtungszeit von jeweils 1,3 s. Im Aufnahmemodus „Doppelbelichtung“ erfolgte die erste Aufnahme bei fixierter Kamera vom Stativ aus. Diese Aufnahme sollte als Basis ein scharfes Bild liefern. Zur zweiten Belichtung wurde die Kamera auf dem Stativ nach oben geschwenkt. Während der anschließenden Abwärtsbewegung betätigte ich den Auslöser. Die Bewegung sollte den Verlauf der Stämme hervorheben, das Grün verwischen und dem gesamten Bild eine einheitliche Struktur geben. Den Rest besorgte dann der Rechner der Kamera. Nachfolgend noch zwei mögliche Ausschnitte aus dieser Aufnahme:
Zum Einsatz kam bei allen Aufnahmen ein Weitwinkel bei 35 mm Brennweite. Die Blende 16 habe ich gewählt, um für die erste Aufnahme eine durchgehende Schärfe zu bekommen. Dies ist insbesondere für die Baumstämme wichtig, damit deren Linienführung nicht unnötig aufgelöst wird. Der Graufilter sorgte für eine ausreichend lange Belichtungszeit, um die Kamerabewegung vernünftig steuern zu können. Ja, und wie gesagt, den Rest muss die Kamera machen.

Von der Aussichtsplattform der Fjellheisen-Bahn erfasst man die großartige Lage Tromsös auf einen Blick. Die Stadt, die 75 000 Einwohner zählt, erstreckt sich über die Insel Tromsöa, weitere Inseln und das Festland. Verkehrstechnisch ist dies eine Herausforderung, die man mit zahlreichen Tunnel und Brücken zu bewältigen versucht. Die 1960 fertiggestellte Tromsöbrücke entwickelte sich zum Wahrzeichen der Stadt, denn sie verkörpert den Ruf Tromsös, das Tor zur Arktis zu sein, auf monumentale Weise.
Die Eismeerkathedrale, erbaut 1965, ist das zweite Wahrzeichen Tromsös. Sie wurde in Verlängerung der Tromsöbrücke an prominenter Stelle errichtet. Die Kirche zeichnet sich durch ihre klare Architektur und strenge Linienführung aus. Der Innenraum wird von der konstruktionsbedingten Lichtführung und dem größten Glasmosaikfenster Europas geprägt. Der Kirchenbau gilt als nördlichste Kathedrale der Welt.
Wie überall besinnt man sich auch in Tromsö seiner alten Bausubstanz, die in Kombination mit dem Hafen den besonderen Reiz der Innenstadt ausmacht.

Den Ruf „Tor zur Arktis“ zu sein erwarb sich Tromsö seit dem letzten Viertel des 19. bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts hinein. Damals liefen von Tromsö viele Expeditionen in die Arktis und speziell zum Nordpol aus. Amundsen und Nansen sind lediglich die namhaftesten Vertreter der zahlreichen Polarforscher jener Zeit. Im Polarmuseum setzt man sich unter anderem mit der Geschichte der großen Arktisexpeditionen auseinander. Tromsö ist jedoch auch heute noch eng mit der Polarregion verbunden. Zahlreiche Institutionen und Forschungseinrichtungen, die sich mit der Arktis befassen, sind in Tromsö ansässig. Genannt sei hier lediglich der Arktische Rat, eine Art UNO der Polarregion. Als Deutscher sollte man wissen, dass Tromsö während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg kurzzeitig die Hauptstadt Norwegens war.

Wer Tromsö besucht, sollte es sich nicht nehmen lassen mit der Seilbahn auf den Storstein, den Hausberg Tromsös, zu fahren. Die Aussicht auf die Stadt ist insbesondere am Abend legendär. Das Nordlicht ist dann nur noch das Sahnehäubchen.
Als ich wieder unten in der Stadt ankam, musste ich hastig mein Stativ noch einmal aufbauen. Eine helle Polarlichtfahne konnte sich sogar gegen die urbane Beleuchtung durchsetzen. Welch ein Abschied!


Als ich auf der Eisfläche des zugefrorenen Nordfjorden Eisangler entdeckte war mir sofort klar, dass es diesmal klappen würde. Wenn man mit dem Snowmobil auf die Eisfläche kommt, sollte mir dies zu Fuß auch gelingen.

Die Angler hatten weit draußen auf der Eisfläche, unweit vom offenen Wasser, Position bezogen.
Zuerst musste das Loch gebohrt werden. Danach konnte es losgehen.


Der nachfolgende Angler, ich nenne ihn Erik, erlaubte mir ohne Umschweife zu fotografieren. Nachdem ich die Testfrage zur nordischen Ski-WM bestanden und die Leistungen der norwegischen Langläufer gelobt hatte, war das Eis geschmolzen.

Erik erzählte mir auch, dass der Fjord seit 5 Jahren endlich wieder einmal zugefroren sei und er die Zeit nutzen würde, um seinen Fischvorrat zu ergänzen.

In relativ kurzer Zeit fing Erik mehrere Dorsche und andere Fische mit ca. 4kg Gewicht. Mit einem gekonnten Schnitt durchtrennte er die Hauptschlagader der Fische, so dass diese ausbluten konnten. Später wurden die Köpfe abgetrennt und die Fische ausgenommen. Die Reste blieben für die Seeadler auf dem Eis zurück. Wenn ich Zeit hätte, meinte Erik, sollte ich warten bis er weg sei, dann könnte ich bestimmt schöne Aufnahmen von den Adlern machen. So viel Zeit hatte ich jedoch leider nicht.

Ich war bereits im Gehen, als mich Erik zurückrief. Er spürte am Zug auf der Angel, dass er wieder ein größeres Exemplar am Haken hatte. Voller Stolz präsentierte er seinen Fang. Nun war es aber wirklich Zeit für den Abschied, denn ich wollte ja noch bis Tromsö kommen.


