Faszination Toskana: Massa Marittima

Massa Marittima gehört sicher nicht zu den ganz bekannten Städten in der Toskana, doch das hat auch sein Gutes: Die großen Touristenströme gehen an dieser Perle mittelalterlicher Baukunst vorbei. Auf einem Bergrücken in 380 m Höhe nordwestlich von Grosseto gelegen, reicht das Panorama bis ans Meer.

IMG_5912-Bearbeitet

Der Aufschwung von MM kam im 9. Jahrhundert, als der Bischofssitz aus Sicherheitsgründen von Populonia hierher verlegt wurde. Im 11. Jh. entsand dann die Duomo Cathedrale di San Cerbone, das überragende Bauwerk in der Altstadt.

IMG_5885-Bearbeitet

Die Freitreppen sind ein beherrschendes Stilelement des Doms …

IMG_5873-Bearbeitet-2

IMG_5884-Bearbeitet

und ein überzeugendes Gestaltungselement für die Piazza Garibaldi, die sich vor dem Dom ausbreitet.

IMG_5875-Bearbeitet

Natürlich hat das ehemalige Bergbaustädtchen noch mehr zu bieten, wie zum Beispiel die mächtigen Befestigungsanlagen, die sich über steile Treppen erschließen. Beim Schlendern durch die engen Gassen fällt die Beschaulichkeit auf. Dies ist kein Zufall, ist die Stadt doch seit 1999 Mitglied in der Cittaslow Bewegung, einem inzwischen internationalen Netzwerk zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

IMG_5894-Bearbeitet

So machten auch diese alten Frauen, die sich nach dem Einkauf auf einer Bank vor dem Laden bei einem Schwatz erholten, einen völlig entspannten Eindruck. Für das Foto rückten sie sich gerne zurecht.

Die Hauseingänge in der Altstadt sind meist noch mit schweren Holztüren und gediegenen Türklopfern gesichert.

IMG_5913-Bearbeitet

Etwas weniger entspannt waren die beiden alten bzw. sehr alten Damen, die diesen Fiat 500 fuhren, zu einem Foto waren sie nicht zu bewegen – schade!

IMG_5924-Bearbeitet

Weitere Beiträge zur Toskana: Toscana, Herbst in der Toscana, Strandfüchse, Giardino dei Tarrocchi, Faszination Toscana: Siena, Vom Chianti in die Maremma

Vom Chianti in die Maremma

IMG_5586-Bearbeitet
Castello di Brolio

Das Castello di Brolio gilt als Symbol für die Weinbauregion Chianti Classico. Bereits seit 1141 ist das Castello im Besitz der Familie Ricasoli. Seit 1993 betreibt hier Baron Francesco Ricasoli den Weinbau nach einem Konzept nachhaltiger Bewirtschaftung. Mit der Rückbesinnung auf die alten Rebsorten wurde Ricasoli zum Motor einer Bewegung, die sich den qualitativ hochwertigen Ausbau des Chianti Classico auf die Fahnen geschrieben hat. Das Weingut Ricasoli ist das größte im Anbaugebiet Chianti Classiso und eines der ältesten weltweit.

Vom Castello aus schweift der Blick weit hinaus über die Weinberge.

IMG_5605-Bearbeitet

Von unserer Unterkunft Podere Casato genossen wir diese herrlichen Lichtspiele.

IMG_5638-Bearbeitet

Der Ombrone, der hier im Hügelland des Chianti entspringt, durchschneidet auf seinem Weg nach Süden die Crete Senesi, bevor er die Maremma mit Wasser versorgt und unweit von Grosseto ins Meer mündet. Wir folgten dem Flusslauf gen Süden. Am Oberlauf des Flusses besuchten wir die Abbadia di Ombrone. Gegründet 867, war sie eine der ältesten Klosteranlagen des Chianti. Heute ist die Anlage im Privatbesitz.

IMG_5733-Bearbeitet

Auf unserer Fahrt durch die Crete Senesi passierten wir südlich von Asciano diesen herrlichen Landsitz, der heute als Hotel umfunktioniert ist.

IMG_5741-Bearbeitet

Das schmale Sträßchen, das in seinem weiteren Verlauf den Bergrücken folgte, bot immer wieder spektakuläre Aussichten.  Die Abbazia di Monte Oliveto Maggiore, deren Kreuzgang für seine Fresken bekannt ist, verfügt auch über eine tolle, alte Allee. Für mich das schönste Motiv.

IMG_5768-Bearbeitet

Im südwestlichsten Zipfel der Maremma, faszinierte uns das kleine Städtchen Capalbio, dessen Häuser wie Schwalbennester auf einem Hügel kleben. Unweit des Städtchens befindet sich der Tarotgarten, der eine Besichtigung lohnt. Siehe auch: Giardino dei Tarrocchi

IMG_5784-Bearbeitet

Westlich von Grosseto zeigte sich unsere Lieblingsallee wieder einmal in einem ganz neuen Licht.

IMG_5870-Bearbeitet

Weitere Berichte zur Toskana: ToscanaHerbst in der ToscanaStrandfüchse, Giardino dei Tarrocchi, Faszination Toscana: Siena

 

 

 

 

Faszination Toscana: Siena

Bei unserer diesjährigen Fahrt in die Toscana beschränkten wir uns auf die Region des südlichen Chianti um Siena und die Maremma um Grosseto.

Ob nur für wenige Stunden oder gleich für mehrere Tage, Siena ist ein absolutes Muss. Gleich zu Beginn unseres Stadtspaziergangs verdeutlichte diese unbekannte Schönheit, dass Siena eine Stadt mit Herz ist.

IMG_5649-Bearbeitet-2

Über nette Gassen gelangt man durch die mittelalterliche Altstadt zum Dom.

IMG_5659-Bearbeitet

Im 12. Jhd. im romanischen Stil begonnen, wurde er alsbald umgebaut. Heute gilt der Prachtsbau aus schwarzem und weißem Marmor als eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Italiens.

IMG_5701-Bearbeitet

IMG_5685-Bearbeitet

Ein weiteres Highlight ist natürlich die Piazza del Campo mit dem Palazzo Pubblico und seinem 102 m hohen Torre del Mangia. Mit dem Bau des Regierungspalastes wurde Ende des 13. Jhds. begonnen, der Turm folgte 1325-1344.

IMG_5727-Bearbeitet-2

IMG_5718-Bearbeitet

Auf dem Rückweg zum Parkhaus stolperten wir dann noch über diesen „Ladenhüter“.

IMG_5652-Bearbeitet

 

Weitere Berichte zur Toscana: Giardino dei Tarrocchi, Düstere Aussichten, Toscana, Herbst in der Toscana, Strandfüchse

Giardino dei Tarrocchi

Am südlichen Rand der Maremma, nahe dem herrlichen Städtchen Capalbio, schuf die Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930 – 2002) mit dem Tarot-Garten in den Jahren 1978 bis 1998 ihr Lebenswerk.

IMG_5806

Inspiriert von Antoni Gaudi und Friedensreich Hundertwasser setzte sie ihre Auffassung vom Leben in Gestalt um. „Das Leben ist wie ein Kartenspiel; wir werden geboren ohne die Regeln zu kennen, aber jeder von uns muss mit dem Blatt spielen, das er bekommt.“ Gemäß dieser Grundüberzeugung gestaltete sie in Anlehnung an die Arkana der Tarotkarten 22 phantastische Figuren.

Die nachfolgenden Bilder durch anklicken vergrößern.

Weitere Beiträge zur Toskana: Toscana, Herbst in der Toscana, Strandfüchse

Düstere Aussichten

… düstere Aussichten gab und gibt es immer wieder. Auf dem Castello di Brolio in der Toscana, traf ich auf eine Installation kopfloser, geschlechtsloser Gestalten. Zusammen mit dem aufziehenden Gewitter verdichtete sich das Szenario zu einem düsteren Gesamtkunstwerk, das die derzeitige Schar unserer weltpolitischen Führungselite in beängstigend realer Weise verkörpert. Na dann gute Nacht!

IMG_5594-Bearbeitet-3

Bei den Figuren handelt es sich um die Installation „Kinder“ von Madalena Abakanovicz (20.06.1930 – 20.04,2017). Abakanovicz war bereits in den 60er-Jahren eine hoch dekorierte Künstlerin. Ihre Figureninstallationen der 90er-Jahre machte sie „unsterblich“. Nähere Informationen siehe unter Abakanowicz .

Mehr Toscana: Faszination Toscana: Siena, Vom Chianti in die Maremma, Faszination Toskana: Massa Marittima, Giardino dei Tarrocchi, Strandfüchse, Herbst in der Toscana

Kreativität statt Militarismus

In Mecklenburg-Vorpommern ist man schnell auf dem tiefen Land. Was einst für die Sowjetunion zur unauffälligen Stationierung ihrer Truppen gut war, nützt heute die alternative Szene zur ungestörten Entfaltung neuer Lebensformen.

IMG_8715

IMG_8718

Initiatoren aus Hamburg und Berlin setzten bereits 1996 die ersten Aktivitäten auf dem ehemaligen sowjetischen Fliegerhorst in Lärz um. 1999 gründeten sie dann den Verein „Kulturkosmos Müritz“, der 2001 das gesamte Areal kaufte.

Bilder durch Anklicken vergrößern.

Das erklärte Ziel des Vereins ist es, „dem Ideal von einem selbstbestimmten Leben abseits kapitalistischer Zwänge und Verwertungsinteressen nahe zu kommen.“ Dass dies ausgerechnet auf einem ehemaligen sowjetischen Luftwaffenstützpunkt passiert, empfinde ich in gewisser Weise als Ironie der Geschichte.

IMG_8750

Die Plakatwand zeigt, dass der Verein seine Hand am Puls der Zeit hat. Bereits 2013 wurde die politische Krise beschworen.

IMG_8753

Wer sich über das Schaffen des Vereins näher informieren möchte kann dies unter www.kulturkosmos.de tun. Dann kann jeder für sich abschätzen, ob sich hier tatsächlich kreative Kulturschaffende oder ewig Gestrige zur Wiedergeburt des Sozialismus versammelt haben.

Unser_neuer_Untermieter

Unser neuer Untermieter ist ein scheues Wesen, er zeigt sich nur ungern.

IMG_5044

Für alle, die ihn auf dieser Aufnahme nicht entdecken, habe ich mich extra auf die Lauer gelegt – und siehe da …

IMG_5036

 

… die Mönchsgrasmücke ließ nicht lange auf sich warten, schließlich muss sie ja ihre Jungen füttern.

Doch das muss man der Grasmücke schon lassen, ein schöneres Zuhause hätte sie nicht finden können.

IMG_5031

 

Weitere Tieraufnahmen siehe unter: Strandfüchse, Zu_Besuch_bei_Tölpels, Die_Grafik_der_Zebras, Elefantenhaut

verlassen, verfallen, verfault

Es gibt sie  – überall, die „lost places“.

0641 Lb

Der verlassene Bahnhof von Garub, Namibia

Der Hauch der Vergänglichkeit berührt, kündigt er doch von längst vergangenen Schicksalsschlägen, Strukturkrisen, Zerstörungen oder gar tödlichen Ereignissen.

IMG_6723

Verlassene Häuser, wie hier in Bluff, finden sich in Neuseeland fast überall.

IMG_5456-2

IMG_9455-Bearbeitet

Der Vergänglichkeit menschlichen Tuns begegnet einem jedoch nicht nur in verlassenen Gemäuern und ausrangierten Geräten, …

fahrbarer Bohrturm, Namibia

… vielmehr ist der Verfall der ständige Begleiter des Lebens.

IMG_8846-Bearbeitet

Das ist es, was berührt, irritiert und manchmal auch schockiert.

IMG_5682-Bearbeitet

Die Vergänglichkeit hat ihre eigene Ästhetik.

IMG_5906-Bearbeitet