Die Brücke ins Jenseits

Jede Brücke führt ins Jenseits. Oder nicht esoterisch überfrachtet: Jede Brücke führt ans gegenüberliegende Ufer. Emotional wird es aber für viele Betrachter, wenn sich die Konturen in der Ferne auflösen, das gegenüberliegende Ufer im Nebel verschwindet. Denn wohin führt die Brücke jetzt?

Das obere Bild ist eine Langzeitbelichtung mit 51 s Belichtungszeit. Es ist nahe an der Realität, nur das Meer ist geglättet. Doch bereits mit diesem Effekt kommt eine unwirkliche, eine mystische Stimmung auf. Das „Wächter“-Boot vor der Brücke verstärkt die bedrückende Stimmung. Nochmals eine Steigerung ergibt sich mit der Ausarbeitung in Schwarzweiß.

Wie geht es euch beim Betrachten dieser Bilder?

Motorradsammlung Schloss Egeskov

Die Motorradsammlung im Schloss Egeskov ist absolut sehenswert, denn sie hält so manches Schmankerl bereit. Im Übergangsbereich zwischen Autos und Motorrädern werden Kleinkrafträder ausgestellt. Im Bild oben sind Leichtmotorräder der Marke Puch zu sehen.

Die Motorradsammlung selbst präsentiert sich mit einer guten wie simplen Lösung. Die Maschinen sind so an der Decke aufgehängt, dass man sich im Zickzack durch die Exponate bewegen muss. Die Sammlung umfasst sowohl historische Räder als auch Marken der letzten Jahrzehnte wie Moto Guzzi, Kawasaki, Honda oder BMW.

Oldtimer-Sammlung Schloss Egeskov

Die umfangreiche Sammlung der Oldtimer ab den 1930er-Jahren verteilt sich auf zwei Hallen. Einige wenige Schmuckstücke seien hier vorgestellt. Leider stehen die Fahrzeuge dicht an dicht, so dass die Präsentation der einzelnen Exponate darunter leidet und der Fotograf so seine Schwierigkeiten hatte, die Objekte einigermaßen vernünftig abzulichten. Nachfolgend ein Blick in die große Halle, in der auch einige Fluggeräte zu bestaunen sind.

In der Sammlung findet man natürlich auch Exponate zur deutschen Automobilgeschichte, wie den zweifarbigen DKW Meisterklasse, den Mercedes-Benz 230 B beide von 1938 und den Opel Olympia von 1950.

Die amerikanischen Straßenkreuzer von 1948. Der Oldsmobile 88 und der Cadillac Fleetwood sind auch heute noch beeindruckende „Schlitten“.

Spannend ist auch ein Blick ins Lager unterm Dach. Hier wartet noch manches Schmuckstück darauf, wachgeküsst zu werden.

Schloss Egeskov

Von Langeland fuhren wir zurück auf die Insel Fünen. Unser Ziel war das Wasserschloss Egeskov, das als schönstes Renaissanceschloss Dänemarks gilt. Das Schloss wurde 1518 als mittelalterliche Burganlage errichtet und befindet sich noch heute im Privatbesitz. Um das Anwesen mit seinen historischen Gartenanlagen und umfangreichen Sammlungen halten zu können, wurde es 1986 für Besucher geöffnet. Inzwischen nutzen jährlich rund 250 000 Touristen aus aller Welt dieses besondere Angebot.

Verteilt auf zahlreiche Nebengebäude erwarten den Besucher unterschiedlichste Ausstellungen und Sammlungen von denen hier nur einige beispielhaft vorgestellt werden. Oben zu sehen die Sammlung alter Ladeneinrichtungen inklusive der Produkte aus der damaligen Zeit. Unten sind drei Ausstellungen aufgezeigt: Die Oldtimersammlung, die Sammlung Mensch und Technik und das Motorradmuseum.

Zu den umfangreichen Gartenanlagen gehört auch ein Dahliengarten, den wir in voller Blüte erleben durften. Nachfolgend einige Eindrücke von diesem überbordenden Farbspektakel.

Langeland

Setzt man von AErö nach Langeland über, blickt man bei der Hafeneinfahrt in Rudköbing auf die 774 m lange Langelandbrücke, die Langeland mit den nördlich gelegenen Inseln verbindet. Mit 52 km Länge und 11 km Breite macht die Insel ihrem Namen alle Ehre.

Langeland ist in mehrerlei Hinsicht eine sehr interessante Insel. Historisch verfügt sie mit Kong Humbles Grav über einen gut erhaltenen Langdolmen aus dem Neolitikum. Auf einem flachen Hügel umschließen 77 Randsteine eine mittig platzierte Grabkammer.

In Sichtweite des Hünengrabes liegt auf einem Hügel die Kirche von Humble. Ihre typische Bauweise verweist auf das 13. Jahrhundert.

Die Halbinsel Ristinge im Süden Langelands ist aus ökologischer und geologischer Sicht bemerkenswert. Ihr flacher Ausläufer bietet für Seevögel einen idealen Lebensraum und auch für Fische eine optimale Kinderstube. Aus dem Flachland heraus erhebt sich die 25 m hohe Steilküste des Ristinge Klint. Sie verweist auf die eiszeitliche Entstehungsgeschichte dieser Landschaft, die zum Geopark „Südfünisches Inselmeer“ gehört. Dieser Geopark umfasst eine Landschaft, die mit dem Einsetzen der Gletscherschmelze gegen Ende der letzten Eiszeit durch den Anstieg des Meeresspiegels überflutet wurde. Die höchsten Erhebungen ragen heute als südfünische Inseln aus dem Meer. Davor waren England, Dänemark und Skandinavien auf dem Landwege verbunden. Die zurückweichenden Gletscher haben typische Ablagerungen geschaffen, welche die Landschaft bis heute prägen.

Im Norden Langelands bietet Lohals als Sommerfrische gute Badestrände. Wie überall in Skandinavien wird das angespülte Seegras nach der Saison nicht mehr abgeräumt sondern bleibt zum Schutz der Küste den Winter über liegen. Dies führt mitunter zu erheblichen Geruchsbelästigungen. Wir übernachteten auf dem Stellplatz eines Bauern mit direktem Blick auf den großen Belt und den aufgehenden Blutmond. Mit dem Tele werden dabei die Strukturen auf der Mondoberfläche deutlicher sichtbar.

Marstal – AErö

Die letzten Kilometer bis Marstal verläuft die Straße entlang der steil abfallenden Küstenlinie. Immer wieder sah man Angler ihren Haken baden, doch der Erfolg hielt sich in Grenzen.

Marstall, die größte Stadt AErös, war schon immer die Stadt der Arbeit, während AErököbing die des Handels war. Über mehr als hundert Jahre ist Marstal der Heimathafen einer der größten Handelsflotten Dänemarks gewesen. In ihrer Blütezeit umfasste die Flotte rund 300 Schiffe, die überwiegend auch in Marstal gebaut wurden. Noch heute zeugen die Navigationschule, das Schifffahrtsmuseum und eine Schiffswerft von dieser großen seefahrerischen Tradition.

Das Schifffahrtsmuseum zeigt in seinem Außenbereich am historischen Ort, wie die Holzschiffe früher auf Kiel gelegt wurden. Zahlreiche Holzboote veranschaulichen deren Vielfalt und Entwicklung bis heute.

In der heutigen Werft werden noch immer Schiffe gebaut, doch einen wesentlichen Teil der Arbeit macht die Wartung, Reparatur und Restaurierung älterer Boote aus.

Bei Sonnenaufgang am Strand entlangzulaufen, ist ein besonderer Genuss. Die Stimmung ist einfach grandios.

Mit dieser Einschätzung bin ich nicht alleine. In Dänemark trifft man überall auf hartgesottene „Frühbader“, meist Frauen. Nach kurzem Eintauchen in die kalten Fluten ist der Badespaß schon wieder vorbei. Es geht ja nicht um den Sport, sondern um die Stärkung der Widerstandskräfte.

Am Fährhafen geht es die meiste Zeit des Tages geruhsam zu. Nur kurz bevor die Fähre ankommt, erwacht die Szenerie und es kommt so etwas wie Hektik auf.

Doch die Zweitakterfreunde aus Langeland, die vom Wochenendausflug auf ihre Insel zurück wollten, konnte selbst die Ankunft der Fähre nicht aus der Ruhe bringen.

Hyggeliges AErösköbing

AErösköbing ist das touristische Aushängeschild der Insel AErö und  Dänemarks am besten erhaltene Stadt aus dem 18. Jahrhundert.  Mit seinen hyggeligen Gassen, Lokalen und Geschäften ist AErösköbing ein begehrtes und empfehlenswertes Reiseziel.

Natürlich kann ich auch in diesem Beitrag nicht ganz auf die bunten Badehäuschen verzichten. Da ich bereits im letzten Beitrag darüber berichtet habe, hier einige besondere Bilder.