neue Fahrradbrücke

In Tübingen wurde unlängst eine neue Fahrradbrücke – ein Vorzeigeobjekt des OBs Palmer – eingeweiht. Die Brücke überzeugt nicht nur die Radfahrer sondern auch das Auge des Betrachters.

Vorfahrt für Radfahrer! Fußgänger sind hier nicht zugelassen. Die neue Radbrücke überspannt auf einer Länge von 365 m die Gleisanlagen der Bahn und die Europastraße und stellt so eine direkte Verbindung zwischen Derendingen im Süden Tübingens und der Innenstadt her. Die Brücke ist, da beheizbar, auch im Winter gefahrlos zu befahren. Von den Baukosten in Höhe von rund 16 Millionen € muss Tübingen ganze 5 Millionen aus der Stadtkasse blechen, 7,3 Millionen kommen von der Nationalen Klimaschutzinitiative und 4 Millionen vom Landkreis.

Am Meer

Die Saison ist gelaufen, der Bademeister – Bagnino – hat bereits den Sonnenschirm geschlossen, doch das Meer bei Castiglione della Pescaia lädt mit angenehmen Temperaturen noch immer zum Bad.

Monteriggioni

Schon mehrfach fuhren wir auf der Schnellstraße nach Siena an der beeindruckenden Kulisse von Monteriggioni vorbei, diesmal wollten wir die mittelalterliche Burganlage endlich besichtigen.

Obiges Bild hatte ich bereits am Vorabend aufgenommen. Als ich die Anlage am Morgen betrat, waberte noch der Nebel über die Dächer, doch bald schon setzt sich die Sonne durch und sorgte für einen ungetrübten Blick.

Siena errichtete diese Befestigungsanlage von 1213 bis 1219 als vorgeschobenen Beobachtungsposten, um die Grenze zur Republik Florenz besser im Blick zu behalten. In der Folgezeit kam es zwischen den Stadtstaaten wiederholt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Die kreisförmige Befestigungsanlage mit einem Durchmesser von 172 m umschließt den historischen Stadtkern. Heute sind noch 11 von 14 Wehrtürmen der Stadtmauer nahezu vollständig erhalten und verleihen der Anlage ihr charakteristisches Erscheinungsbild.

Die Bebauung im Innern wird von der Kirche Santa Maria Assunta beherrscht, die nach Fertigstellung der Befestigungsanlage am Marktplatz errichtet wurde. Im Haus daneben ist ein Museum untergebracht. Alle anderen Gebäude werden als Läden oder Kneipen genutzt, etwas anderes ist auch kaum zu erwarten.

Via Chiantigiana

Die Via Chiantigiana bietet immer wieder schöne Ausblicke über die alte Kulturlandschaft des Chianti. Doch nicht nur Weinberge, auch Olivenhaine und Zypressenalleen gehören zum Landschaftsbild.

Zur Mittagszeit passierten wir Panzano. Gerade noch rechtzeitig realisierten wir den Menschenauflauf am Fahrbahnrand. Dort hatte sich bei einem kleinen Parkplatz der Cecchini Panini Truck aufgestellt.

Der von einer ortsansässigen Metzgerei betriebene fahrbare Grilltruck ist in dieser Region offensichtliche eine Institution, denn er hat es bereits zu einem Eintrag in Google Maps geschafft und abgesehen davon sprachen die Menschen, die in Scharen hier zum Mittagessen einfielen, Bände. Panini mit diversen Fleischvariationen, Grünfutter und verschiedenen Soßen gab es im Angebot und natürlich Chianti. Kurz entschlossen nutzten wir den letzten freien Parkplatz, denn der Futterneid war geweckt. Unser Fazit: absolut empfehlenswert.

Wenige Kilometer weiter, in Castellina in Chianti, legten wir den nächsten Stopp ein. Die Bebauung erstreckt sich entlang eines Bergrückens. Der kleine Platz vor der Chiesa di San Salvatore ist das Beste was das Örtchen zu bieten hat, danach beginnt eine austauschbare Touristenmeile auf die man verzichten kann.

Auf einem empfehlenswerten Stellplatz in Monteriggioni checkten wir für die Nacht ein. Die Besichtigung der Burganlage hatten wir uns für den nächsten Tag vorgenommen.

Greve in Chianti

Greve ist ein kleines, ursprüngliches Städtchen an der Via Chiantignana, der Panoramastraße durch die Hügel des Chianti. Winkelige Gassen und sein dreieckiger, von Arkaden gesäumter Marktplatz zeichnen die historische Bebauung aus.

Ein Besuch in der Metzgerei Falorni ist selbst Vegetariern zu empfehlen, wenn sie die von Prosciutto und Salami geschwängerte Luft in den Verkaufsräumen aushalten.

Auf dem Marktplatz erinnert ein Denkmal an den bekanntesten Sohn der Stadt, Giovanni Verrazzano. Dieser war von 1524 an für den französischen König als Entdecker unterwegs, erforschte die nordamerikanische und brasilianische Küste, bis er unter ungeklärten Umständen 1528 auf den Antillen ums Leben kam.

Der Marktplatz und die Gassen drumherum eignen sich natürlich auch für Streetfotografie. Ob der Chirurg, der zur Transplantation auf den Schinken wartet, die Frau, die mit flüchtigem Blick den Vergleich zu ihrem Mann sucht oder die unschuldigen Kindlein am Gängelband, die Stadt zeigt viele Facetten.

Interessant sind noch die beiden runden Embleme am Gebäude der Touristeninformation. Der bekannte schwarze Hahn weist darauf hin, dass Greve im zertifizierten Anbaugebiet des Chianti Classico liegt. Die Schnecke links davon gibt die Stadt als Mitglied der Bewegung „Cittaslow“ aus. Diese wurde 1999 von Paolo Saturnini, einem ehemaligen Bürgermeister Greves, ins Leben gerufen. Kommunen unter 50 000 Einwohner können dieser inzwischen internationalen Bewegung beitreten. Den Ausgangspunkt bildete der Slow Food Gedanke. Dieser wurde rasch auf die Förderung lokaler, hochwertiger Speisen und Getränke, die Bewahrung von Brauchtum und Geselligkeit und den Widerstand gegen kulturelle Normierung erweitert. Das kann man nur unterstützen.

Amerikanischer Soldatenfriedhof Florenz

Wir setzten unsere Reise nach Süden fort. Bei Florenz verließen wir die A1 in Richtung Siena, um alsbald auch diese „Schnellstraße“ zu verlassen und das Städtchen Greve in den Bergen des Chianti anzusteuern.

Völlig unerwartet stießen wir auf einen amerikanischen Soldatenfriedhof. Im Sommer hatten wir in der Normandie eigentlich genug Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten besichtigt aber natürlich, auch in Italien tobten im 2. Weltkrieg schwere Kämpfe. Allerdings muss man heute in Europa – ja weltweit – feststellen, dass die viel gelobte Befreiung vom Faschismus wohl nie so richtig gelungen ist. Selbst die ehemaligen Befreier sind hochgradig infiziert. Das obere Bild zeigt den Blick über die Brücke der Greve auf die Gedenkstätte, die oberhalb der Gräberfelder errichtet wurde.

Auf dem Friedhof sind in zwei Gräberfeldern über 4400 Gefallene bestattet, mit ganz wenigen Ausnahmen Amerikaner. An der Mauer der Gedenkstätte (unteres Bild) wurden zur Erinnerung die Namen von mehr als 1400 Vermissten aufgelistet.

Eines muss man den Amerikanern lassen, auf die monumentale Inszenierung des Gedenkens verstehen sie sich prächtig. Bei uns ist dieses Thema noch immer tabuisiert und damit wird es zur Spielwiese der Rechtsradikalen. Geradezu pervers erschienen mir jedoch die drei Gärtner, die den absolut kurz geschorenen Rasen unterhalb der Gedenkstätte pausenlos mit ihren Rasenmähern traktierten. Ein nahezu unwirklicher Anblick.

La Razza

Als wir von der Fahrt auf der überfüllten A1 durch die Poebene genug hatten, steuerten wir bei Reggio Emilia einen Agriturismo-Betrieb an. In der Camper App park4night hatten wir diesen Ort ausgesucht. Was wir antrafen war dann eine kleine Überraschung. In einem weitläufigen Areal auf einem flachen Hügel stießen wir auf einen modernen, absolut gepflegten Stellplatz zwischen Reben. Ein Wegweiser zeigte uns den Weg zur Rezeption. Diese war in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen untergebracht, inzwischen eine gut gehende Hotelanlage mit 50 Betten. Auf der anderen Seite des Stellplatzes lag ein Pool an den sich ein Speiselokal anschloss. Der stilvoll eingerichtete Gastraum erinnerte an ehemalige Stallungen. Wir genossen das vorzügliche Abendessen und rundeten den Tag mit einem Cabernet Sauvignon ab.

La Razza ist nach wie vor ein landwirtschaftliches Unternehmen, das für biologischen Anbau zertifiziert ist. Das meiste Geld dürfte der gut geführte Betrieb durch den Weinbau erwirtschaften, dessen vorzügliche Tropfen im gehobenen Preissegment gehandelt werden.

Silvaplana

Als wir den Albulapass überschritten, deutete sich die Wetterverschlechterung bereits an. Auf dem empfehlenswerten Campingplatz in Silvaplana parkten wir unseren Camper direkt am See. Noch in der Nacht setzte heftiger Regen ein, der über den gesamten Dienstag ununterbrochen anhielt. Erst in der Nacht auf Mittwoch hörte es auf zu schütten. Zögerlich gab der Nebel am Morgen den Blick auf die umliegenden Berge frei. Auf der Südseite des Silvaplanasees erhob sich der Corwatsch über den Nebel und reckte sich gen Himmel.

Nördlich des Sees hatte sich der Nebel schon weitgehend aufgelöst und die frisch überzuckerte Bergwelt erstrahlte im weichen Morgenlicht.

Wir nutzten das Zwischenhoch und machten uns auf den Weg nach Süden. Am Silsersee ergatterten wir noch einen Blick auf den Piz Lagrev. Dann ging es auf engen Kurven den Malojapass hinunter Richtung Italien.