Hanne Mader und Heidemarie Hipp

Wie angekündigt veröffentliche ich hier in loser Folge meine Beiträge zum fotojournalistischen Projekt „Leben und Arbeiten in Reutlingen“.

Zuerst zeige ich das Tableau der Bildreportage, das in der Größe 120 x 120 cm in der Ausstellung hing. Zur besseren Lesbarkeit folgt danach der Text, der auf dem Tableau zu sehen ist. Natürlich besteht auch die Möglichkeit das Tableau zu vergrößern.

In der Reutlinger Tafel kann man seit 1999 gegen Nachweis der Bedürftigkeit gespendete Waren einkaufen. Der Diakonieverband stellt die Leitung. Diese koordiniert ca. 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Wir stellen zwei von ihnen beispielhaft vor.

Heidemarie Hipp wollte sich sozial engagieren, als sie 2015 in Rente ging. Seither unterstützt sie die Tafel an zwei Wochentagen. Sie zeichnet Waren aus, gibt an der Kasse die Preise an und steht auch selbst mal hinterm Tresen. Sie mag den Umgang mit den Kunden. Dabei hat sie gelernt, sich auf 40-45 unterschiedliche Nationalitäten und deren Mentalitäten einzustellen.

Hanne Mader engagiert sich seit 7 Jahren für die Tafel. Nach dem Tod ihres pflegebedürftigen Mannes fand sie bei der Tafel eine neue Perspektive. Donnerstags ist sie nun die Teamchefin in der „Vorbereitung“. Dort wird das gespendete Obst und Gemüse angeliefert, aussortiert und geputzt, bevor es im Laden zur Auslage kommt.

Beide Frauen brennen für ihre Aufgabe. Ihnen ist wichtig, dass bei der Tafel alle ehrenamtlich tätig sind. Die Corona-Zeit war für sie besonders schwierig, da dem geringeren Spendenaufkommen eine wachsende Zahl Bedürftiger gegenüber stand. Da war Mangelverwaltung angesagt.

Direktlinks zu früheren Beiträgen über das Projekt:

https://guckloch.org/2023/12/26/tobias-reisner/(öffnet in neuem Tab)

https://guckloch.org/2023/12/11/fahredeh-salehey/(öffnet in neuem Tab)

https://guckloch.org/2023/11/22/michaela-kaltsamis/(öffnet in neuem Tab)

https://guckloch.org/2023/09/01/leben-und-arbeiten-in-reutlingen/(öffnet in neuem Tab)

https://guckloch.org/2023/10/01/es-ist-vollbracht/(öffnet in neuem Tab)

Beiträge auf der Homepage des Photoclubs Reutlingen:

Bericht über die Vernissage, Onlinealbum

Dreikönigsdampf

Dampfloks faszinieren nicht nur Kinder. Wenn die historischen Dampfeisenbahnen über die Gleise schnaufen versammeln sich begeisterte Fans jeglichen Alters.

Wir (einige Fotografen des Photoclubs Reutlingen) begleiteten am Dreikönigsdampf den „Ablachtalexpress“ der Eisenbahnfreunde Zollernbahn. In Sauldorf griffen wir erstmals zur Kamera, um das Spektakel festzuhalten.

Im Gegensatz zur Deutschen Bahn, erreichte die 80-jährige Dampflock der Eisenbahnfreunde den Flecken Sauldorf in Oberschwaben pünktlich.

Für die Mitreisenden hieß es hier erst einmal aussteigen, denn das Schaulaufen der vorgesehenen „Scheineinfahrt“ wollte sich niemand entgehen lassen. Hierzu setzte der Zug einige hundert Meter zurück, um dann mit Volldampf in den „Bahnhof“ einzufahren. Während alle bei Schneeregen auf die Einfahrt des Dampfzugs warteten, stieg die Spannung erkennbar an.

Endlich war es so weit. Mit einem lauten, anhaltenden Pfiff, machte sich die Dampflok schon von weitem bemerkbar. Der Dampf, der in dicken Wolken aus dem Kamin der Lok quoll, türmte sich auf bis in den nebelverhangenen Himmel.

Und dann stand sie rauchend und zischend neben uns, die Lok der Baureihe 52, die in den Kriegsjahren des 2. Weltkriegs entwickelt wurde.

Schnell noch ein paar Eindrücke vom stehenden Zug. Dann setzte sich der Ablachtalexpress von Dampfwolken umhüllt wieder in Bewegung.

Über Meßkirch und Mengen führte die Strecke weiter nach Herbertingen. Dort wurde die Lok umgespannt. Das heißt sie wurde vorne abgehängt und hinten wieder angekuppelt. Selbst Dracula nutzte diese Gelegenheit für einen Auftritt.

Danach ging es, mit dem Tender voraus, in entgegengesetzter Richtung das Donautal aufwärts. Hinter Hausen legten wir unseren letzten Fotostopp ein, um die herrliche Landschaft des Donautals mit aufs Bild zu bekommen.

Doch wer betreibt heute noch Dampfeisenbahnen? In unserer Region sind dies die Eisenbahnfreunde Zollernbahn eV. Die gibt es seit 51 Jahren. In ihrer Vereinsgeschichte haben sie ihren Standort wiederholt wechseln müssen. Seit 2006 sind sie im historischen Bahnbetriebswerk Rottweil beheimatet. Dort sind auch die „Schrauber“ am Werk. Die reparieren historische Loks und alles was dazu gehört und halten das Material in Schuss. Mehrfach im Jahr organisieren sie mit ihren historischen Zügen Rundfahrten. Aber auch ihr Betriebswerk kann man besichtigen. Nähere Infos zu Zugfahrten, Besichtigungen oder zur Baureihe 52 gibt es auf der Homepage der Eisenbahnfreunde: https://eisenbahnfreunde-zollernbahn.de/

Das Fotojahr 2023

In diesem Jahr habe ich die Wettbewerbsfotografie auf Sparflamme betrieben. Die Organisation des bildjournalistischen Projekts „Leben und Arbeiten in Reutlingen“ stand ganz oben auf meiner Prioritätenliste und hat mich bis in den Oktober hinein in Anspruch genommen. Rückblickend lässt sich festhalten, dass sich dieser Aufwand gelohnt hat. Der Photoclub Reutlingen (PCR) hat sich mit diesem Gemeinschaftsprojekt erstmals an ein gesellschaftliches Thema gewagt. Mit der erfolgreichen Umsetzung hat das Projektteam gezeigt, dass der PCR nicht nur mit „schönen“ Bildern und Wettbewerbserfolgen aufwarten kann, sondern dass er auch das Potential hat, sich mit gesellschaftlichen Fragen bildhaft auseinanderzusetzen. Dadurch und durch die Präsenz in den Medien wurde die Wahrnehmung des PCR in der Öffentlichkeit in positiver Weise beeinflusst.

Da ich über dieses Projekt bereits hinreichend berichtet habe und auch noch weitere Berichte folgen werden, hier nur ein Bild von Sena Umul. Sena ist die 2. Geigerin der international besetzten Württembergischen Philharmonie in Reutlingen. Sie kam in jungen Jahren aus Istanbul nach Deutschland, um Violine zu studieren. Ihr Lebensweg zeigt beispielhaft, was ProfimusikerInnen für ihre Kariere auf sich nehmen müssen. Unser Clubmitglied Martin Hust hat sie im Rahmen unseres Projekts porträtiert. Als ich ihn bei einem Termin begleitet habe, ist das nachfolgende Bild entstanden.

Trotz des Projektes ist es mir gelungen mehrere Zeiträume für Reisen unterschiedlicher Länge frei zu blocken. Auch über diese Reisen habe ich bereits berichtet. Deshalb hier nur einige bildliche Highlights.

In diesem Jahr beteiligte ich mich im Rahmen des DVF (Deutscher Verband für Fotografie) erstmals an einem Buchprojekt. Seit einiger Zeit gibt ein Team um Volker Frenzel ein Jahresbuch als „Konzeptionelle Gemeinschaftsarbeit“ heraus. Damit soll die konzeptionelle Fotografie innerhalb des DVF gefördert werden. Das Thema 2023 war: „neu gesehen – neu gedacht, das Innovative der Fotografie“. Auf jeweils zwei Doppelseiten konnte man seine Arbeit präsentieren. Nachfolgend mein Beitrag.

Bezüglich der Wettbewerbe beschränkte ich mich auf das „Pflichtprogramm“. Erst gegen Jahresende stieg ich wieder in den „Ring“. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse:

Bei der Landesfotomeisterschaft Baden-Württemberg erzielte ich mit „Mainhattan“, „Bus Stop to Heaven“ und „Am Passo Giau“ drei Annahmen.

Beim German International Photocup (GIP) brachte ich es auf insgesamt 14 Annahmen. Die bedeutendsten Erfolge waren: „Junger Kormoran“, „Rendezvous XXL“ und „Tyres Tyres Tyres“.

Diese Aufnahme vom „VitraHaus“ schaffte es bei der Deutschen Fotomeisterschaft in die Annahmeränge.

Mit dem Wettbewerb „Obsession of Lights“ in Finnland fand dann mein Wettbewerbsjahr mit drei Urkunden noch einen versöhnlichen Abschluss.

„Felsenküste 1“ (Lofoten, Norwegen)

„The Deception“ (ehemalige Zigarettenfabrik Yenidze in Dresden)

„In the Canyon“ (Zollhafen Düsseldorf)

Diesen Bericht nehme ich zugleich zum Anlass, um mich bei allen LeserInnen meiner Beiträge und insbesondere bei meinen AbonnentInnen für die oft jahrelange Treue zu bedanken. Im Jahr 2024 setze ich weiterhin auf eure Rückmeldungen, die durchaus auch kritisch ausfallen dürfen, denn dies bringt mich in meiner fotografischen Entwicklung weiter.

Märzenbronnen

Der Märzenbronnen ist ein temporärer See auf der Alb bei Salmendingen. Die Bezeichnung verdeutlicht den Klimawandel, der auch vor der Schwäbischen Alb keinen Halt gemacht hat. Früher gab es auf der Albhochfläche schneereiche Winter und Frost bis ins Frühjahr hinein. Erst als im März der Schnee schmolz, sammelte sich bei Salmendingen das Schmelzwasser in einer Senke. Deshalb die Bezeichnung „Märzenbrunnen“. Schuld daran ist die dort anstehende Weißjura-Beta-Schicht. Diese lässt das Wasser nur langsam versickern.

Seit vielen Jahren schon bildet sich dieser temporäre „Stausee“ häufig bereits um den Jahreswechsel herum aus. Da der Wärmeeinbruch in dieser Zeit, wie auch in diesem Jahr, in der Regel mit starken Regenfällen verbunden ist, füllt sich der See schnell. Bis zu 25.000 qm Wasser können sich in diesem natürlichen Rückhaltebecken sammeln und veranlassen ganz eifrige Zeitgenossen zum Bootfahren und Baden. Selbst Kiter waren hier schon zu sehen. Und wenn der See gefriert, ist Schlittschuhlaufen angesagt.

Heute bei Sonnenaufgang war das Wetter leider recht windig. Da half selbst eine Belichtungszeit von 3 Minuten nichts, das Spiegelbild des Kornbühls war einfach nicht in den See zu bewegen. Ein Grund mehr, um wiederzukommen.