Die Passage

Gestern Abend hatte ich bei meinem späten Stadtrundgang durch Metzingen zufällig 😉 Foto und Stativ dabei. Auf der Suche nach Schatten wurde ich, der untergehenden Sonne sei Dank, in dieser Passage fündig.

Zum vergrößern anklicken.

Bahnprojekt Stuttgart – Ulm

Zwischen Wendlingen und Ulm überwindet die Bahn auf einer neuen Trasse die 500 m des Albaufstiegs meist im Tunnel. Doch der tiefe Einschnitt des Filstales bei Wiesensteig zwingt zum Brückenbau.

In 85 m Höhe soll die neue Brücke das Tal auf 480 m Länge überspannen.

Gebaut wird im freien Vorschub und mithilfe von Behelfspfeilern.

Die Schalung hat eine gewaltige Dimension. Unter ihr erkennt man im Hintergrund den Albaufstieg der A8.

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Der Photoclub Reutlingen hatte die Gelegenheit, auf der Baustelle zu fotografieren. Das letzte Bild zeigt eine Röhre des Boßlertunnels. Mit 8,8 km Länge ist dieser der längste Tunnel dieses Bauabschnitts.

Zum Bau der Brücke werden benötigt: 55.000 t Beton, 7.700 t Stahl sowie 800 t Spannstahl und das alles für 53 Millionen €. Nach Fertigstelung sollen die Züge mit 250 km/h über die Brücke donnern.

Die Brückenpfeiler recken sich wie Raketenabschussrampen in den Himmel.

 

 

Die Treppe

Im Rathausturm zu Rothenburg ob der Tauber schraubt sich eine eng gewickelte Wendeltreppe steil nach oben. Über 220 Stufen führt sie die Besucher auf die Aussichtsplattform in 52 m Höhe. Dort angekommen, wird man mit einer phantastischen Aussicht belohnt.

Die Tuffstein Toscana

Viele Städte der südlichen Toscana sind auf Tuffstein und aus Tuffstein gebaut. Sowohl die in dieser Region vorkommenden Thermalquellen als auch der  damit einhergehende Kalktuff gehen auf eine rege vulkanische Tätigkeit zurück, die vor ca. 300 000 Jahren ihren Höhepunkt in gewaltigen Vulkanexplosionen fand. Diese führten zum Einsturz einer riesigen Caldera, die den heutigen Lago di Bolsena formte.

Für die Besiedlung dieser Region ergab sich daraus ein typischer Verlauf. Da sich Kalktuff leicht bearbeiten lässt, wurde die Region bereits während der Jungsteinzeit besiedelt. Hiervon zeugen zahlreiche Höhlenwohnungen. Auch Flüsse und Bäche hatten leichtes Spiel und schnitten kühne Felsplateaus aus der Hochebene heraus. Diese strategisch günstigen Plätze nutzten bereits die Etrusker für ihre Ansiedlungen. Gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. entstanden dann an diesen Orten mittelalterliche Städte, die im Verlauf der weiteren Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte durchliefen.

Heute zählen viele dieser Orte zu den herausragendsten Zeugnissen des frühen Mittelalters, die Italien zu bieten hat. In St. Martino sul Fiora legten wir unseren ersten Halt ein, um das gleichnamige Kirchlein zu besichtigen. (Bilder zum Vergrößern anklicken.)

Vom Vorplatz der Kirche überblickt man die Maremma, von der im Mittelalter wegen der Malaria für viele Orte eine existenzbedrohende Gefahr ausging.

Unsere nächste Station war der Ort Sovana, heute noch ein absoluter Geheimtipp, da die touristische Erschließung kaum vorangeschritten ist. Wie es sich gehört auf einem Kalktuffplateau errichtet, bietet dieser überschaubare Ort den vollständig erhaltenen, modellhaften Aufbau einer mittelalterlichen Stadt. Der Zugang zur Stadt wurde von der Burg Rocca Aldobrandesca überwacht, ab 935 Herrschaftssitz des Adelsgeschlechts Aldobrandeschi.

Auf Backsteinpflaster im Fischgätmuster verlegt, das zum Teil noch original vorhanden ist, geht es zur Piazza del Pretorio, der von einem vollständigen, mittelalterlichem Ensemble umrahmt wird. Hierzu gehören u. a. die Residenz des Hauptmanns, der Archivpalast mit Stadtverwaltung und Glockenturm, die Kirche Santa Maria.

Folgt man dem weiteren Verlauf einer der Gassen,

gelangt man zum Dom St. Peter und Paul, der das Ende der Stadt markiert. Die Kathedrale zählt zu den bedeutendsten Monumenten im romanisch-gotischen Stil, die Italien zu bieten hat.

Die Säulen und deren Kapitelle zählen zu den Besonderheiten des Bauwerks, das ab Mitte des 9. Jh. errichtet wurde. Der Kirchenbau ist wohl im Zusammenhang damit zu sehen, dass Sovana ab dem 4. Jh. Bischofssitz war und bei der Christianisierung der Region eine zentrale Rolle spielte. Sovana war auch Geburtsort des Hildebrand von Sovana, der im 11. Jh. zum Papst Gtegor VII. ernannt wurde. Man könnte noch viel zu diesem kleinen Flecken schreiben, doch der Bogen ist so schon überspannt.

Weiter ging es nach Pitigliano, einer Stadt, deren geniale Lage für sich selbst spricht.

Den Abschluss dieser kleinen Rundfahrt, für die man sich auch eine Woche Zeit nehmen könnte, bildete das Städtchen Manciano.

 

Mehr Toscana siehe: Toscana, Herbst in der Toscana, Strandfüchse, Düstere Aussichten, Giardino dei Tarrocchi, Faszination Toscana: Siena, Vom Chianti in die Maremma, Faszination Toskana: Massa Marittima, Cascade del Mulino, Saturnia

Pausa – 100 Jahre – Bauhaus

Mit der ehemaligen Textildruckerei Pausa verfügt die Stadt Mössingen nicht nur über eine Industriebrache, sondern vielmehr über ein kulturelles Kleinod. In diesem Jahr kann die Stadt mit einem Doppeljubiläum aufwarten, denn mit der Pausa kam vor 100 Jahren auch das Bauhaus nach Mössingen (Veranstaltungskalender).

1919 übernahm die jüdische Familie Löwenstein die Mössinger Textilweberei. Sie brachte den Firmennamen Pausa (Herkunftsort) mit und stellte Zug um Zug auf Textildruck um. Bereits in den 20er-Jahren holten die Löwensteins Absolventen des Bauhauses in die Provinz nach Mössingen, um Drucke für die ganze Welt zu entwerfen. Während des 3. Reiches spielte sich das übliche Drama ab: Zwangsverkauf der Pausa und Emigration der Firmenbesitzer in die USA. Heute ist man bemüht, mit den Nachfahren der Firmengründer einen guten Kontakt zu pflegen und die Geschichte aufzuarbeiten.

Zu Beginn der 50er-Jahre beauftragte der künstlerische Leiter der Pausa, Willy Häussler, den Bauhaus-Architekten Manfred Lehmbruck mit der Erweiterung der Firma. Zwischen 1951 und 1960 entstanden so die baulichen Voraussetzungen, um mit namhaften Künstlern Stoffdrucke zu entwerfen und zu fertigen, die weltweit begehrt waren. Für die Pausa entwarfen u. a.: Willi Baumeister, HAP Grieshaber, Anton Stankowski und Andreas Felger. Dennoch kam 2001 die Insolvenz. 2006 übernahm dann die Stadt Mössingen das Industriedenkmal, die Aufarbeitung konnte beginnen.

 

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Während hinter dem Fenster jemand die nötige Entspannung sucht, zeigt das Spiegelbild Gebäudeteile der Pausa, die der Architekt Manfred Lehmbruck im Bauhausstil errichtet hat.

Im Verwaltungsgebäude überrascht das blaue Treppenhaus mit gelbem Handlauf.

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Durch die völlig verdreckten Fenster sucht sich der Blick einen Weg über den Hof hinüber zum alten Kesselhaus.

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Im Verwaltungsgebäude unterstreichen die langen Flure die Leere des Gebäudes.

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Völlig verstaubte Fußböden ermöglichen eine optimale Spurensicherung.

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Und originelle Installationen bringen Farbtupfer in die ansonsten farblose Umgebung.

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Streets Of Amsterdam

Bei der Streetfotografie kommt man in Amsterdam natürlich um die Radfahrer nicht herum. Und siehe da, auch das geht heute nicht mehr ohne Handy.

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Der Scooter spielt im Zentrum Amsterdams eindeutig eine geringere Rolle als bei uns.

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Zu den Straßenszenen Amsterdams gehören natürlich auch die Flohmärkte (z. B. am Waterlooplein).

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In Amsterdam gibt es fast kein Lokal oder Cafe, das nicht wenigstens einige Plätze im Freien hat. Hier das kleine Gartencafe an der Oude Kerk.

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Unzählige Lokale laden bei sonnigem Wetter entlang den Grachten zum Verweilen ein.

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„Lokale“ der speziellen Sorte sind die Coffee Shops. In diesen Läden lässt sich ganz legal Hasch / Gras erwerben und konsumieren. Der Bulldog Coffee Shop im Rotlichtviertel Amsterdams ist einer der ältesten in der Stadt und gilt als echter Kultladen. Ein bulliger Türsteher verlangt durchaus auch mal einen Ausweis.

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Das Rotlichtviertel wird in Amsterdam als absolute Normalität verkauft. Während die Frau im Vordergrund der Freiheitsstatue huldigt, bleibt fraglich, ob es sich bei der Dame im Hintergrund auch um eine Freiheitsstatue handelt.

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Aber der eine oder andere weiß offensichtlich, was zu tun ist.

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Die Touristen fallen natürlich auch in Amsterdam auf, zumal sie recht zahlreich in Erscheinung treten. Dieser junge Mann, der sich unter Rembrands Mannen gemischt hatte, muss jedoch ohne Abstriche als bereichernder Farbtupfer in der sonst tristen Umgebung des Denkmals bewertet werden.

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Wenn das die Gebrüder Grimm geahnt hätten, hätten sie wahrscheinlich ihr Schneewittchen umgeschrieben. Heute jedenfalls ist für viele das Handy wichtiger als der Spiegel, auch wenn selbst dieses nicht klärt, wer die / der Schönste im Lande ist.

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Die Brücke

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Die Linienführung und die damit einhergehende Aufhängung der Fußgänger- und Fahrradbrücke über die vierspurige B27 fand ich vom ersten Tag an genial. Nun hat es endlich mal mit einem ersten Termin geklappt.

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Die nachfolgende Variante halte ich für die konsequenteste Umsetzung.

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Berlin: Architektur II

Dass Berlin architektonisch interessant ist, hat unterschiedliche Gründe. Erstens verfügt Berlin über eine Menge historischer Bauten, zweitens war Ostberlin das Aushängeschild der DDR und drittens hat sich die Stadt nach dem Mauerfall dramatisch entwickelt. Natürlich hat der Regierungssitz daran einen ganz entscheidenten Anteil. Auch heute liegt Berlin in Punkto Dynamik unter den drei besten Städten in der Republik.

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Geschichte und Moderne treffen in Berlin mitunter hart aufeinander. Hier veranschaulicht durch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und die moderne Fassade des Spreegold Edelmetallhandels.
Älteren Datums ist auch die „Hinterhofarchitektur“ des Buchgewerbehauses in dem heute unterschiedliche Firmen untergebracht sind.

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Das architektonische Aushängeschild der DDR war natürlich der Alex.

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Die Moderne begegnet einem zum Beispiel am Potsdamer Platz. Zwischen dem  Forumtower …

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… und dem Bahntower schießt der Kollhofftower mit dem Panorama Point in die Höhe. Im 24 Stock, 100 m über Grund, befindet sich die Aussichtsplattform oder treffender gesagt, der Arkadenrundgang, der ein 360 Grad-Panorama auf die Stadt erschließt.

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Der Blick auf den direkt gegenüberliegenden Bahntower und dessen Büros eröffnet einen Eindruck von der klaren Architektur dieses Bauwerks.

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Eine weitere beeindruckende Fassade ist die, des Kadampa Meditationszentrums in der Chausseestraße.

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Traurige Berühmtheit hat hingegen das Appartementhochhaus erlangt, das in der Mühlstraße errichtet wurde. Hierzu wurde eigens ein Stück der East Side Gallery versetzt.

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Dass man über Architektur immer auch streiten kann zeigt das Haus mit dem Gesicht gleich hinter unserem Hotel in der Friedrichstraße. Das Gesicht soll wohl die Wärme und Wohnlichkeit vermitteln, welche die gesamte auf Sachlichkeit und Kälte gebürstete Anlage nicht zu vermitteln vermag. Ob das gelingen kann?

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